Frontalunterricht in der Grundschule


Hausarbeit, 2014

13 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Frontalunterricht - .was ist das?
2.1 Traditioneller Frontalunterricht
2.2 Integrierter Frontalunterricht
2.3 Zusammenfassung

3. Vor- und Nachteile des Frontalunterrichts
3.1 Nachteile
3.2 Vorteile

4. Erfolgreiches Praktizieren des Frontalunterrichts
4.1 Was ist wichtig?

5. Schlussbetrachtung - Aufgreifen der Fragestellung

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Frontalunterricht - die meisten denken bei diesem pädagogischen Stichwort an eine Unterrichtsform, die an einem selbst in seiner Schulzeit zu Genüge praktiziert wurde. Der Lehrer kommt in die Klasse, schreibt am besten noch das Thema der Stunde an die Tafel und schweift dann in einen endlosscheinenden Vortrag um, erzählt monologisch den Stoff, ja manchmal diskutiert er auch nur mit sich selbst und bringt den Schülern seinen Zwiespalt und das zur Diskussion hervorgebrachte Thema näher. Dabei wird der Schüler keineswegs selbst in die Diskussion miteinbezogen, sondern schreibt nur die wichtigsten Informationen oder ein vom Lehrer angeschriebenes Tafelbild auf beziehungsweise ab. Wenn es dann auch noch ein Merkblatt zum Stoff existiert, umso besser, denn dann folgt der Schüler dem Lehrer erst recht nicht mehr (Warum auch? Er hat ja schließlich den Stoff für den nächsten Test, die Klausur, die Klassenarbeit!). Zu recht scheint der Frontalunterricht in den letzten Jahrzehnten in die Kritik geraten zu sein und aufgrund der Tatsache, dass er immer noch am meisten im Schulalltag praktiziert wird, entwickelten sich immer mehr Konzepte des „Offenen Unterrichts“, des schüleraktiven Unterrichts, der die negativen Aspekte des Frontalunterrichts durchbrechen will und auf individuelles Lernen mit Selbstmotivation, Eigensteuerung und Eigenverantwortung der Schüler zielt. Aufgrund dieser Kritik und dem regelrechten „Streit“ zwischen Frontalunterrichtbefürwortern und Frontalunterrichtgegnern habe ich mich dazu entschlossen, mich mit dem Frontalunterricht näher zu beschäftigen und meine eigene Meinung über dessen Praxis und Realisierungsmöglichkeiten zu bilden. Zunächst einmal, und das sollte gesagt werden, beziehe ich mich auf die wenige Literatur, die ich zu diesem Thema gefunden habe. Nur wenige, die sich mit der modernen Pädagogik beschäftigen, widmen sich auch dem Frontalunterricht intensiv. Meistens reflektieren sich nur, wenn sie ihm überhaupt ein Absatz widmen, ihre persönliche Position, analysieren und bewerten ihn jedoch nicht neutral. In meiner Arbeit werde ich mich auf zuverlässige Quellen aus dem Internet beziehen, die Forschungsergebnissen oder Meinungen darstellen. Im Allgemeinen jedoch werde ich mich jedoch auf die Positionen des Professors Herbert Gudjons stützen, der das Buch „Frontalunterricht - neu entdeckt, Integration in offene Unterrichtsformen“ geschrieben hat, das ich im Zuge dieser wissenschaftlichen Arbeit von der Universitätsbibliothek ausgeliehen und vollständig gelesen habe. Da Gudjons meine Meinung zum Frontalunterricht, nämlich dass er durchaus wichtig ist und nicht mehr getilgt werden sollte, vertritt, jedoch nicht in der Form, wie wir ihn vielleicht in der Schule gekannt haben, sondern mehr in der Form verknüpft in einen modernen, revolutionären Unterricht, werde ich mich oft auf Textpassagen beziehen und diese auch herausgreifen.

Hinsichtlich der Bedeutung des Frontalunterrichts speziell für die Grundschule habe ich folgende Fragestellung entwickelt: Wie lässt sich der Frontalunterricht in den Schulalltag und Unterricht einer Grundschule integrieren und wie lässt er sich modern, individuell, fördernd, schüleraktiv und vor allem auf den kognitiven Prozessen des Kindes beruhend, d.h. kindgerecht, gestalten, ohne seine Wirkung als effiziente Unterrichtsform zu verlieren?

2. Frontalunterricht - .was ist das?

Gudjons (2007, S. 24) unterscheidet bei der Beschreibung, Einbettung und Definition des Frontalunterrichtbegriffs in 2 Arten, die er als „traditionellen Frontalunterricht“ und „integrierten Frontalunterricht[...]“ erklärt.

2.1 Traditioneller Frontalunterricht

Der traditionelle Frontalunterrichtsbegriff beschreibt die Art des Frontalunterrichts, wie dieser besser nicht sein sollte und wie wir ihn oft noch aus unseren Schultagen kennen. Er wird in der Regel als „selbstständige Unterrichtsform verstanden“ (Gudjons 2007, S. 21). „Seine Integration in andere Unterrichtsformen wird nicht vorausgesetzt.“ (Gudjons 2007, S. 21). Oft wird der traditionelle Frontalunterricht auch als Unterrichtsmethode bezeichnet, der einen „Allzweckcharakter“ (Gudjons 2007, S. 20) besitzt und somit in allen der vielseitigen Unterrichtssituationen eingesetzt werden kann und alle und nicht nur bestimmten Zielen gerecht wird. „Eine Methode ist aber kein Neutrum, keine bloße Vermittlungstechnik, sondern trägt in sich bereits normative Implikationen, die nur mit bestimmten Zielen harmonieren.“ (Gudjons 2007, S. 19). Möchte man den traditionellen Frontalunterricht einordnen, so muss man sich zunächst seine Natur anschauen:

„Der Frontalunterricht stellt in erster Linie einen Lehrprozeß [sic] dar, der durch den Lehrer gesteuert wird und stoffzentriert ist. Er zielt im wesentlichen auf Gedächtnisleistung ab und versucht durch eine relativ straffe Führung den Lernenden in einer begrenzten Zeit gleiche theoretische Kenntnisse, Informationen und Lehrstoffe zu vermitteln.“ (Köck & Ott 1998, S. 185). „Wenn im Unterricht alle Mitglieder einer Lerngruppe/Klasse in gleicher Zeit auf gleichen Wegen mit gleichen Inhalten zu gleichen Zielen geführt werden sollen, geschieht dies in der Form des stark lehrerzentrierten Frontalunterrichts. Dabei reguliert und kontrolliert der Lehrer bzw. die Lehrerin alle Lehr-, Lern-, Arbeits-, Kommunikations- und Interaktionsprozesse. Seine Aktivität ist groß, die äußerlich sichtbare der Lernenden dagegen gering.“ (Heckt & Sandfuchs 1993, 77). Einige Merkmale des traditionellen Frontalunterrichts sind daher:

1. Im FU übernimmt der Lehrer die wesentlichen Steuerungs-, Kontroll- und Bewertungsaufgaben.
2. Die Kommunikation zwischen dem Lehrer und den Schülern steht im Vordergrund der Aufmerksamkeit. Die direkte Zusammenarbeit der Schüler untereinander wird nur begrenzt zugelassen.
3. Den größeren Teil der Zeit verbringen die Schüler sitzend und schauen dabei nach vorne zum Lehrer an die Tafel bzw. in das Heft bzw. Schulbuch.
4. FU ist überwiegend thematisch orientiert (stoffzentriert), d.h., dass eine kognitive Strukturierung des Unterrichtsablauf vorherrscht.
5. Das methodische Handeln von Lehrern und Schülern erfolgt überwiegend sprachlich. Oft ist der Sprechanteil des Lehrers höher als der aller Schüler der Klasse zusammen.

Die Definitionen und Merkmale zeigen klar, dass der Frontalunterricht keine eigene Unterrichtsmethode sein kann (Vgl. Gudjons 2007, S. 22), da der Methodenbegriff die „Gesamtheit der Formen, Verfahren und Techniken“ (Gudjons 2007, S. 22) umfasst, also beispielsweise der Monolog, das Gespräch als auch der Stuhlkreis. Diese Erkenntnis lässt uns ganz anders auf den Frontalunterricht als „Sozialform“ (Gudjons 2007, S. 22) blicken, womit die Beziehungsstrukturen von Schüler zu Schüler oder auch zum Lehrer gefasst werden. So zählen auch Partnerarbeit, Einzelarbeit, Gruppenarbeit, Sonderformen aber auch der sogenannte Klassenunterricht wie etwas der Frontalunterricht zu Sozialformen (Vgl. Gudjons 2007, S. 22). Die folgende Grafik soll diese komplexen Beziehungsstrukturen veranschaulichen (entnommen aus: Gudjons 2007, S. 23) :

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2 Integrierter Frontalunterricht

Der integrierte Frontalunterricht versteht die Sozialform des Frontalunterrichts integriert in andere Sozialformen des Unterrichts, die schüleraktives, individuelles, selbstbestimmtes Lernen gewährleisten und somit eine sehr soziale und kommunikative Funktion verwirklichen. Hierzu zählt beispielsweise Gruppen- und Partner- und Projektarbeiten oder auch der „Offene Unterricht“, das entdeckende, experimentelle, erforschende Lernen. Der Frontalunterricht erfülle hier eine sehr wichtige und zentrale Funktion der Ergebnissicherung beschränkt jedoch auf das Wesentliche, wirklich Wichtige.

Frontalunterricht ist unverzichtbar als Unterrichtsphase mit relativem Stellenwert,

- relativ - weil er bezogen ist auf sch ü leraktive Sozialformen (relatio = lat. Bezug);

- Stellenwert - weil er in einem umfassenderen methodischen Arrangement sinnvolle didaktische Funktionen hat, die nur ein frontales Setting abdecken kann. “ (Gudjons 2007, S. 36).

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Frontalunterricht in der Grundschule
Hochschule
Universität Kassel
Note
1,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
13
Katalognummer
V273309
ISBN (eBook)
9783656655367
ISBN (Buch)
9783656655343
Dateigröße
2336 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Frontalunterricht, Vorteile, Nachteile, Integrativ, Erfolgreiches Praktizieren dieser Methode, Traditioneller Frontalunterricht
Arbeit zitieren
Cindy Dülfer (Autor), 2014, Frontalunterricht in der Grundschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273309

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