Die Gründung der Europäischen Union (EU) hat definitiv zur Entwicklung Europas und den Nationalstaaten beigetragen. Nicht nur politisch, sondern vor allem auch wirtschaftlich, waren seit der Gründung der EU die Zeiten von verschiedenen Höhen und Tiefen geprägt. Zum Einen waren Einzelländer, zum anderen aber auch Europa, die EU und/ oder die ganze Welt betroffen. Als herausragende Beispiele gelten hier wohl der Kalte Krieg (Nachkriegszeit 1945 bis Ende der Sowjetunion 1991) und der Ölpreisschock der siebziger Jahre. Nach der Wiedervereinigung 1990 mit dem einhergehenden Ende des Kalten Krieges und eines der zwei prägenden Wirtschaftssysteme in Europa, dem Sozialismus , nahm die Vereinheitlichung der EU weiter und schneller Fahrt auf. Die politische Union schuf durch ein sich entwickelndes Zusammengehörigkeitsgefühl die Chance auf die Realisierung einer gemeinsamen Währung, die in den Köpfen des einen oder anderen Staatsmannes seit Jahrzehnten existierte. Im „Werner-Plan“ wurden 1970, als Weiterentwicklung des kurz vor dem Zusammenbruch stehenden Systems von „Bretton-Woods“ , erste Ideen einer gemeinsamen Währungsunion zusammengetragen. Nachdem die schwerwiegendsten politischen Probleme überwand zu sein schienen, beschäftigte die führenden Wirtschaftsexperten, als auch die mit der Verwirklichung einer gemeinsamen Währung beauftragten Politiker, vor allem die Folgen bei Krisen bzw. die Einschränkung der Nationalstaaten darauf zu reagieren. Eine gemeinsame Währung hieße nun ein gemeinsames Handeln. Daher begann man zuerst Regeln aufzustellen, welches Mitglied der EU überhaupt für eine gemeinsame europäische Währung in Frage käme. Die wirtschaftliche Entwicklung der Mitgliedsländer war bei weitem noch nicht annähernd gleich, vor allem in Betrachtung des Nord-Süd-Gefälles.
In dieser Seminararbeit soll nun die Frage geklärt werden, wie sich Krisen, hier speziell asymmetrische Schocks, auf die Währungsunion auswirken. Dabei sollen an den Beispielen von Angebots- und Nachfrageschocks die Möglichkeiten der Fiskal- und der Finanzpolitik der EWU als auch der Einzelstaaten erläutert werden, um diese zu verhindern und zu bekämpfen. Dabei bezieht sich der Autor zwar auf die EU, aber im einzelnen nur auf Beispielländer und hier auf die Wirkungen für Deutschland, um dem Rahmen dieser Arbeit gerecht zu werden.
Die Zielsetzung ist somit unter Berücksichtigung der Maßgaben für die Währungsunion, asymmetrische Schocks zu definieren, in Beispielen zu verdeutlichen...
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die Europäische Währungsunion (EWU)
- Die Geschichte der EWU
- Die aktuelle Lage der EWU
- Die EWU 2020
- Asymetrische Schocks in der EWU
- Asymmetrische Schocks – eine Definition
- Beispiele Asymmetrisches Schocks in der EWU und deren Wirkung
- Verhinderung asymmetrischer Schocks in der EWU
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit analysiert die Auswirkungen von asymmetrischen Schocks auf die Europäische Währungsunion (EWU). Sie beleuchtet die historischen und aktuellen Entwicklungen der EWU sowie die Herausforderungen, die mit der gemeinsamen Währung in Bezug auf asymmetrische Schocks verbunden sind.
- Die Geschichte und die aktuelle Lage der EWU
- Definition und Auswirkungen asymmetrischer Schocks
- Beispiele für asymmetrische Schocks in der EWU
- Fiskal- und Finanzpolitik in der EWU im Umgang mit Schocks
- Möglichkeiten zur Verhinderung asymmetrischer Schocks
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Seminararbeit ein und skizziert die Relevanz der EU für die Entwicklung Europas und die Herausforderungen, die mit einer gemeinsamen Währung verbunden sind.
- Die Europäische Währungsunion (EWU): Dieses Kapitel beleuchtet die Geschichte der EWU, ihre aktuelle Lage und die Perspektiven für die zukünftige Entwicklung. Es werden insbesondere die politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen im Zusammenhang mit der gemeinsamen Währung behandelt.
- Asymetrische Schocks in der EWU: Dieses Kapitel definiert den Begriff des asymmetrischen Schocks und analysiert seine Auswirkungen auf die EWU. Es werden Beispiele für solche Schocks und deren Folgen diskutiert.
Schlüsselwörter
Die Seminararbeit fokussiert auf die Themen Europäische Währungsunion (EWU), asymmetrische Schocks, Fiskalpolitik, Finanzpolitik, Wirtschaftskrisen, Angebots- und Nachfrageschocks, gemeinsame Währung, politische und wirtschaftliche Integration, Nord-Süd-Gefälle.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein asymmetrischer Schock in einer Währungsunion?
Es ist ein wirtschaftliches Ereignis (z.B. Ölpreiskrise), das nur ein Mitgliedsland oder eine Region einer Währungsunion hart trifft, während andere kaum betroffen sind.
Warum ist ein asymmetrischer Schock für die EWU problematisch?
Da es eine gemeinsame Währung gibt, kann das betroffene Land nicht mehr eigenständig den Wechselkurs abwerten, um seine Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen.
Was ist der Unterschied zwischen Angebots- und Nachfrageschocks?
Ein Angebotsschock betrifft die Produktionskosten (z.B. Rohstoffpreise), während ein Nachfrageschock das Kaufverhalten der Konsumenten oder Investoren beeinflusst.
Wie kann die Fiskalpolitik auf solche Schocks reagieren?
Durch nationale Konjunkturprogramme oder Transferzahlungen innerhalb der Union, wobei die Regeln des Stabilitätspakts den Spielraum begrenzen.
Was war der "Werner-Plan" von 1970?
Es war ein früher Entwurf zur Verwirklichung einer europäischen Wirtschafts- und Währungsunion als Reaktion auf den drohenden Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems.
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- Andreas Bönner (Author), 2014, Die Wirkung von asymetrischen Schocks in der Währungsunion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273317