Die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit in ausgewählten Novellen der Gegenwart


Examensarbeit, 2011

74 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entwicklung der Novelle nach 1945 bis in die Gegenwart

3. Zur Erzählbarkeit des Holocaust und der Thematisierung der Ereignisse des zweiten Weltkriegs in der deutschen Gesellschaft

4 Hartmut Lange: Das Konzert 1986
4.1 Zum Inhalt
4.2 Darstellungsweise der NS-Thematik
4.2.1 Die Welt der Toten und die Wirkung des Unheimlichen
4.2.2 Schuld und Sühne
4.3 Der Bezug auf die Tradition – gattungsspezifische Merkmale der Novelle

5. Thomas Lehr: Frühling 2001
5.1 Zum Inhalt
5.2 Zur Darstellung der NS-Thematik
5.2.1 Das sprachliche Experiment und seine Bedeutung
5.2.1.1 Die Interpunktion
5.2.1.2 Zur Rolle des Schweigens
5.3 Der Bezug auf die Tradition- gattungsspezifische Merkmale der Novelle

6. Günter Grass: Im Krebsgang 2002
6.1 Zum Inhalt
6.2 Die Darstellung der NS-Thematik
6.2.1 Der Drang des Erzählens
6.3 Der Bezug auf die Tradition –gattungsspezifische Merkmale der Novelle

7. Marlene Streeruwitz: Morire in levitate 2004
7.1 Zum Inhalt
7.2 Die Darstellung der NS-Thematik
7.2.1 Der Ausdruck der Melancholie und der Aspekt der Schuldübernahme
7.3 Der Bezug auf die Tradition – gattungsspezifische Merkmale der Novelle

8. Arno Surminski: Die Vogelwelt von Auschwitz 2008
8.1 Zum Inhalt
8.2 Darstellung des NS-Thematik
8. 2.1 Das Groteske der sprachlichen Gestaltung
8.3 Der Bezug auf die Tradition- gattungsspezifische Merkmale der Novelle

9. Hartmut Lange: Im Museum 2011
9.1 Zum Inhalt und dem Stil von Hartmut Lange
9.2 Darstellungsweise der NS-Thematik
9.2.1 Die Angehörigen Hitlers und der unheimliche Schatten
9.3 Der Bezug auf die Tradition – gattungsspezifische Merkmale der Novelle

10. Schlussbetrachtung

11. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Nationalsozialismus stellt für die Geschichte Deutschlands eine historische Wende dar, die neue Herausforderungen an das Erinnern des Individuums und der Gesellschaft stellt. Das kollektive Gedächtnis gibt Aufschluss darüber, in welcher Form und unter welchen Einflüssen an jene Ereignisse erinnert wird.[1] Die Auseinandersetzung mit den historischen Ereignissen des zweiten Weltkriegs findet in den ausgewählten Novellen der Gegenwart ihren Niederschlag, die in dieser Arbeit vorgestellt und analysiert werden.

Um eine begriffliche Grundlage für die vorliegende Arbeit zu schaffen, ist anzumerken, dass Gegenwart in diesem Zusammenhang als Zeitraum definiert wird, der sich vom Jahr 2000 bis zum Jahr 2011 erstreckt und Werke einbezieht, die nach dem Jahr 2000 erschienen sind.

Ein weiteres Kriterium zur Auswahl der Werke stellt die explizite Bezeichnung im Titel Novelle als auch die Thematisierung der nationalistischen Vergangenheit dar.

Eine Ausnahme stellt zunächst das Werk Hartmut Langes Das Konzert dar. Diese Novelle stammt aus dem Jahr 1986, zählt somit nicht zur Gegenwart, dient jedoch als Grundlage für die Analyse der Novelle aus dem Jahr 2011 Im Museum und stellt einen wichtigen Beitrag der literarischen Ausdrucksweise Hartmut Langes dar.

Die Auswahl der der Diskussion zu Grunde liegenden Werke bezieht sich auf die explizite Bezeichnung Novelle im Titel. Eine Ausnahme ist in diesem Fall Langes Werk Im Museum, welches nicht explizit die Bezeichnung der Novelle im Titel trägt, so doch von einem Autor stammt, der die Novelle wieder modern gemacht hat und als bekanntester Novellist in Deutschland gilt[2].

Hartmut Lange kann als Schriftsteller bezeichnet werden, der die Gattung der Novelle geprägt und wieder aktuell gemacht hat. Durch seinen einzigartigen Schreibstil ist es ihm gelungen, die Novelle wieder in das Bewusstsein der Leserinnen und Leser zu rücken.[3] Blickt man auf Langes Vergangenheit, wird deutlich, dass er sich seit den 1980er Jahren intensiv mit der Novelle beschäftigt hat. Im Jahr 1984 erschien die Sammlung mit dem Titel Die Waldsteinsonate und im Jahr 1986 das für diese Arbeit besonders wichtige Werk Das Konzert. Weiterhin sind Die Ermüdung, Die Wattwanderung und Die Reise nach Triest zu erwähnen. Die Novellensammlung, Schnitzlers Würgeengel erschien im Jahr 1995. Nach der Jahrtausendwende erschienen Eine andere Form des Glücks, Die Bildungsreise und das Das Streichquartett.[4]

Trotz der Tatsache, dass in der vorliegenden Arbeit Werke beschrieben und analysiert werden, die nach dem Jahr 2000 erschienen sind, findet die Novelle Das Konzert Beachtung, was dadurch gerechtfertigt werden kann, dass sich durch den Aspekt des „Unheimlichen“ eine Verbindung zu dem im Jahr 2011 erschienen Im Museum herstellen lässt.

Weiterhin ist es für die vorliegende Arbeit wichtig, hinsichtlich der Novellentheorie die aktuelle Forschungslage zu betrachten, um so die Verwendung des Novellenbegriffs hinsichtlich der zu analysierenden Werke deutlich zu machen.

Was die Forschungslage zur Novelle angeht, ist das Werk von Hugo Aust mit dem Titel Novelle aus dem Jahr 2006 hervorzuheben, in dem er auf insgesamt sieben Seiten Novellen der Gegenwart, wie beispielsweise Im Krebsgang von Günter Grass, Frühling von Thomas Lehr oder Morire in levitate von Marlene Streeruwitz beschreibt und analysiert.[5]

Rath stimmt mit Aust in jener Hinsicht überein, wonach die Novellen der Gegenwart sich an historischen Ereignissen orientieren.[6] Des Weiteren unterscheidet Wassmann zwei differente Forschungsansätze der Novelle, „die formästhetisch, normative Begriffsbestimmung, die explizit oder implizit eine „Urform“, einen Idealtypus der Novelle Voraussetzt […]“, sowie „die geschichtliche Betrachtungsweise der Novellenform, welche die historische Wandlungsfähigkeit von Gattungen als Ausdruck bestimmter Daseinserfahrungen als gegeben annimmt“[7].

Für die vorliegende Arbeit ist eine Verbindung der beiden Ansatzpunkte sinnvoll, da sich die Werksanalysen auf traditionelle, gattungsspezifische Merkmale bezieht und gleichzeitig ihre literarische Realisierung in den ausgewählten Novellen der Gegenwart darstellt. Rath konstatiert, dass seit den 1960er Jahren eine normative Sicht bezüglich der Definition der Novelle abgelehnt wird[8]. Es steht allerdings außer Frage, dass bis heute Erwartungen an eine einheitliche Form vorherrschend sind. Eine normative Begriffsbestimmung wird für die Novellen der Gegenwart abgelehnt, so dass sich eine offene Novellendefinition, unter Beachtung gattungsspezifischer Merkmale, die sich im Laufe Novellengeschichte etabliert haben, für die vorliegende Arbeit als sinnvoll erweist. Auf diese Weise ist „eine Annäherung an das Gattungsverständnis gegenwärtiger Novellisten“[9] gegeben.

Die Betrachtung der Novellen der Gegenwart soll mit Blick auf die traditionellen Muster und gattungsspezifischen Merkmale in der vorliegenden Arbeit erfolgen, um so der Gattung und der Reflexion der Vergangenheit gerecht zu werden.[10]

In diesem Zusammenhang sind insbesondere die von Goethe, Tieck, Storm und Heyse geprägten Begrifflichkeiten zu nennen, die die Novellentheorie maßgeblich beeinflusst haben.

Goethe definiert die Novelle im Jahr 1827 als ‚unerhörte Begebenheit’[11]. ‚Unerhört’ kann auf vielerlei Art verstanden werden. Unerhört im Sinne von ‚nie gehört’, ‚unmöglich’ oder ‚unglaublich’. Tieck fügt hinzu, dass Novellen „immer jenen sonderbaren auffallenden Wendepunkt haben, der sie von allen anderen Gattungen der Erzählungen unterscheidet.“[12]

Storm rückt durch seine Beschreibungen aus dem Jahr 1881 die Novelle in die Nähe des Dramas. „Gleich dem Drama behandelt sie die tiefen Probleme des Menschenlebens; gleich diesem verlangt sie zu ihrer Vollendung einen im Mittelpunkt stehenden Konflikt, von welchem aus das Ganze sich organisiert […]“[13]. Die Konzentration auf einen einzelnen Konflikt unterscheidet nach Heyse die Novelle vom Roman. Ferner definiert er, unter Rückbezug auf Boccaccios Falkennovelle aus dem Decameron den sogenannten ‚Falken’. Der ‚Falke’ stellt demnach, das Einmalige, da Individuelle einer Novelle dar. Er ist „das Specifische [!], das diese Geschichte von tausend anderen unterscheidet.“[14]

Welche Muster das sein können, hält Degering in seiner Definition der Novelle fest.

„Eine besondere, von bestimmten Gesetzen regierte Art der Erzählung von kürzerem bis mittlerem Umfang, die in straffer, sehr konzentrierter Form eine bedeutende, ungewöhnlich. „unerhörte“, dabei jedoch wahr scheinende „Begebenheit“ zur Darstellung bringt. Häufig steht in ihr ein krisenhafter Konflikt im Zentrum, der durch eine überraschende Entwicklung des Geschehens entschieden wird. Dieser „Wendepunkt“ gehört zu den Ingredienzien vieler, aber nicht aller Novellen, was ebenso gilt für einen anderen formalen Topos- das sogenannte „Dingsymbol“, welches in den Erzeugnissen der novellistischen Kunst die „unerhörte Begebenheit“ bildhaft beleuchtet oder funktional stützt. Fast jede Novelle dagegen besitzt etwas „Hervorspringendes“, „eine Spitze“, „eine scharfe Pointe“ und davon abgesehen einen dem Drama verwandten Aufbau […]“.[15]

Solche Muster, die die Novelle von anderen Gattungen versuchen zu unterscheiden, dürfen nicht als Festschreibung verstanden werden- vielmehr geht es um ein Grundverständnis einer Gattung. Die von Degering beschriebenen Muster dienen in dieser Arbeit der Darstellung des Bezugs auf die novellistische Tradition, welchen jedes einzelne Werk in seiner ganz eigenen Art und Weise herstellt.

Die Auseinandersetzung mit der Geschichte der Novelle, vor allem aber ihre gegenwärtigen Präsenz in der deutschen Literatur stellen die Behauptung Ernés, die Novelle „sei ästhetisch und thematisch ausgereizt, ihre geschlossene Form angesichts des zerrissenen Welt- und Gesellschaftsbildes inadäquat und das zentrale Kriterium der sich ereigneten, unerhörten Begebenheit (Goethe) in einer Zeit der Medienüberflutung absurd und überflüssig […]“[16] mehr als in Frage. In der vorliegenden Arbeit soll an diese Kritik bzw. Behauptung immer wieder angeknüpft werden, um die Frage danach zu klären, ob nicht vielleicht gerade die Novelle jene Gattung ist, die diese Kritik am besten durch ihre Form und Gestalt von sich weisen und unter Umständen das Gegenteil beweisen kann.

Im Verlauf der Arbeit wird zunächst kurz auf die Entwicklung der Novelle nach 1945 bis zur Gegenwart eingegangen. Daran anschließend steht sowohl die Frage nach der Erzählbarkeit des Holocaust, als auch die die Auseinandersetzung mit der NS-Thematik in der Gesellschaft nach 1945 im Fokus der Betrachtung. Danach werden die Werke Das Konzert, Frühling, Im Krebsgang, Morire in levitate, Die Vogelwelt von Auschwitz und Im Museum in chronologischer Reihenfolge beschrieben und hinsichtlich der Thematisierung der NS-Vergangenheit analysiert. Von jedem Werk wird kurz der Inhalt geschildert, um daran anschließend die spezifische Darstellungsweise der NS-Thematik zu beschreiben. Weiterhin wird jedes Werk dahingehend analysiert, inwieweit und in welcher Art und Weise es Bezug auf die traditionellen, gattungsspezifischen Merkmale der Novelle Bezug nimmt. Die vorliegende Arbeit findet ihren Abschluss in einer kritischen Schlussbetrachtung, die sich unter anderem mit der Notwendigkeit der Auseinandersetzung der nationalsozialistischen Vergangenheit in der Gegenwartsliteratur beschäftigt.

2. Die Entwicklung der Novelle nach 1945 bis in die Gegenwart

Die Novelle kann sich auf eine 700 jähre Geschichte berufen, die von Höhen und Tiefen gekennzeichnet ist. Insbesondere seit dem 18. Jahrhundert gab es kaum einen Literaturwissenschaftler, der sich nicht mit dem Schreiben einer Novelle beschäftigt hat. Das, was Kleist, Tieck, Büchner, Stifter, Schnitzler, Mann und Kafka im Bereich der Novelle geschrieben haben, zählt zu dem Besten, was „die deutschsprachige Literatur zu diesem Zeitpunkt zu bieten hatte“.[17]

Was die Entwicklung der Novelle nach dem zweiten Weltkrieg angeht, so kann die Annahme, die Novelle sei nach 1945 komplett aus der deutschen Literatur verschwunden, durch die Ausführungen von Aust widerlegt werden. Aust konstatiert, dass die Novellenbezeichnung nach 1945 selten vorkommt und unter anderem der Begriff Erzählung häufiger vertreten ist. Weiterhin hält er fest, dass die Novelle nach 1945 nicht, bedingt durch die Umstände nach dem zweiten Weltkrieg von der Kurzgeschichte abgelöst wurde und schon gar nicht die Novellenform als solche zerstört wurde.[18]

Er beschreibt einige Werke, die in den Nachkriegsjahren den Titel Novelle tragen. Das sind insbesondere Novellen von Hans Franck oder Eine deutsche Novelle von Plievier, die als Werk zur „Aufklärung über die Entstehung des Nationalsozialismus“[19] angesehen werden kann.[20] Im Jahr 1961 erschien, die berühmte Novelle Katz und Maus von Günter Grass und schließlich im Jahr 1978 Ein fliehendes Pferd von Martin Walser. Dieses Werk ist von novellengeschichtlicher Relevanz und stellt einen Text dar, der maßgeblich für den Beginn einer Phase ist, „in der die dezidierte paratextuelle Bezeichnung als Novelle wieder verstärkt und von ernstzunehmenden Autoren verwendet wird […]“[21]. Die Novelle kann als Symbol der Wiederkehr der Novelle angesehen werden – nicht, dass die Novelle an sich in der Vergangenheit gänzlich verschwunden wäre, aber seit dem Erscheinen von Walsers Novelle sind mehr Werke, die sich als Novelle bezeichnen, auf dem Buchmarkt erschienen, als in den Jahren vor 1978.[22]

Heimböckel betont, dass die Annahme, die Novelle sei in der Gegenwart fast vollends ausgestorben und durch die Form der Kurzgeschichte ersetzt, falsch sei, da nach Walser eine regelrechte „Renaissance“ der Novelle erfolgt.[23] Wie gegenwärtig die Novelle in der deutschen Literatur ist, zeigt die Auswahl der Werke, die für die vorliegende Arbeit getroffen wurde. Auch die Tatsache, dass „der Erzähler in Gesellschaft und gutes Berichten von Neuheiten – wie auch immer medial vermittelt – ein Bedürfnis bleiben, erübrigen sich alle weiteren Kommentare zur weit verbreiteten These vom Ende der Novelle. Als elastische Form wird sie sich verändern, aber im günstigen Fall immer wieder neu gestalten“[24].

Weiter bemerkt Heimböckel, dass die Präsenz der Novelle in der Gegenwart, durch ein Bedürfnis nach traditionellen und bewährten Formen, bedingt durch Globalisierung und die damit häufig einhergehende Veränderung einer Gesellschaft, entstanden sei.[25]

Betrachtet man nun die gegenwärtige Gesellschaft als eine, die nicht erst seit der Jahrtausendwende, vom postmodernen Strukturwandel und sich täglich verändernde Begebenheiten gekennzeichnet ist, so ist es nur konsequent, wenn die Novelle in der Gegenwart ganz und gar präsent ist.

So wie die Novelle in der Gegenwart präsent ist, so ist es auch die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, die in der Gegenwart eine Rolle spielt und der Auseinandersetzung bedarf. Besonders die Konfrontation mit der nationalsozialistischen Vergangenheit Deutschlands ist, obwohl sie nun bereits fast 70 Jahre zurückliegt, immer in der Gegenwart präsent.

Die Erinnerung ist ein Vorgang, der versucht, das Vergangene zu vergegenwärtigen und das Interesse nicht auf das historische Datum an sich, sondern auf dessen Präsenz in der Gegenwart zu beziehen. So auch in der Thematisierung der ausgewählten Novellen, die die Vergangenheit in der Gegenwart, wenn auch in ganz und gar unterschiedlicher Weise, darstellen und somit gegenwärtig machen.

3. Zur Erzählbarkeit des Holocaust und der Thematisierung der Ereignisse des zweiten Weltkriegs in der deutschen Gesellschaft

Direkt nach dem zweiten Weltkrieg wurde das, was in der Zeit zwischen 1933 und 1945 erlebt wurde, nicht thematisiert, da man mit dem Wideraufbau und der Herstellung eines geregelten Alltags zu beschäftigt war. Die Frage nach der Darstellbarkeit der Ereignisse des Holocaust, die „in ihrer Unerträglichkeit den erfahrungsbedingten individuellen, wie auch den historischen und somit überindividuellen kulturellen Rahmen des bis dato Erwartbaren und Erfassbaren“[26] sprengte, stellt sich seit langem. Treffend beschreibt Assmann, dass der Holocaust sich nicht mit herkömmlichen Maßstäben messen „und mit traditionellen, psychischen, politischen und kulturellen Verarbeitungsstrategien nicht bewältigen lässt“[27].

In diesem Zusammenhang stellt sich allerdings die Frage, ob der Holocaust überhaupt bewältigt werden muss. Bewältigen bedeutet gleichzeitig etwas abzuschließen, etwas zu beenden. Bewältigung des Holocaust würde also die Auseinandersetzung mit den historischen Ereignissen abschließen, dabei ist die Bedeutung der Erinnerungsfähigkeit, so fragwürdig sie auch erscheint, konstitutiv für die Entwicklung des Selbst. Ohne sie wäre die Kommunikation mit anderen, erinnernden Individuen nicht möglich.[28] Der Aspekt der individuellen Erinnerung und der gesellschaftlichen Auseinandersetzung geht einher mit der Erzählung über den Holocaust, durch den Prozess des Erzählens gleichsam erinnert wird

Zu beachten ist bei der Rezeption individueller Erinnerungen der Zeithorizont, dem sie zugeordnet sind. Dieser wird durch den Wechsel der Generationen bestimmt. Unterschiedliche Generationen befinden sich in einem persönlichen Erfahrungsaustausch, in dem sie eine Erfahrungs-, Erinnerungs- und Erzählgemeinschaft bilden.[29] Die Generation nach dem Krieg war, wenn sie so bezeichnet werden kann eine ‚Generation des Schweigens’. „Das Schweigen war zugleich Symptom des Exzesses einer willkürlichen und schrankenlosen Vernichtungsgewalt, die die Verarbeitungsmuster des Bewusstseins und die Kategorien der Sprache mit zerschlug “[30].

Dieser Prozess des Schweigens ist zum einem dadurch zu erklären, dass man zunächst damit beschäftigt war, am Wiederaufbau des Landes zu helfen und zugleich versuchte, einen geregelten Tagesablauf herzustellen. Des Weiteren bestand die damalige Problematik der deutschen Erinnerungskultur darin, dass „was damals nicht wahrgenommen wurde, weil man es nicht wahrhaben wollte, […] später nicht zu einem Gegenstand der Erinnerung werden“[31] konnte.

Damit etwas erinnert werden kann, muss es zuvor wahrgenommen worden sein, damit es anschließend als Erinnerung wieder abgerufen werden kann. So wurde in den Nachkriegsjahren der Erinnerung kein Platz gewährt. Rüsen sieht in dieser Nicht-Thematisierung allerdings nicht die Verleugnung oder Verschweigen – er bezeichnet diesen Prozess als „Kollektives Beschweigen“[32].

Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass die Erinnerung individuell und heterogen ist und sich im Laufe der Zeit verändert. In der Konsequenz, dass das erinnernde Individuum nicht nur an Lebensalter, sondern an Lebenserfahrung gewinnt, verändern sich damit auch die Erinnerungen. Manche verblassen, verändern sich oder gehen gar ganz verloren. Möglicherweise verändert sich auch die Relevanzstruktur – das eine wird wichtiger das andere aus bestimmten Gründen weniger wichtig.

Das individuelle Gedächtnis ist also ein dynamisches Medium der subjektiven Erfahrungsverarbeitung[33] und das kollektive Gedächtnis spiegelt die Verarbeitungsstrukturen einer Gesellschaft wieder. Der Gesellschaft kommt bezüglich des Erinnerungsprozesses eine ganz besondere Rolle zu: „Die Gesellschaft legt sowohl für die Wahrnehmung in der Gegenwart als auch nachträglich für die Erinnerung die Bezugsrahmen und Deutungsmuster fest, die darüber entscheiden, wie und was (von der Vergangenheit) Aufmerksamkeit auf sich zieht und zur Sprache gebracht wird“[34]. Hinsichtlich der Entwicklung der deutschen Erinnerungskultur ist eine Veränderung bedingt durch die 68er Generation festzustellen. „Wer das Schwiegen privilegierte, machte sich der Komplizenschaft schuldig; aus kommunikativen Beschweigen wurde komplizitäres Verschweigen“[35] und aus diesem Grund folgte auf der Seite der Opfer auf die Erklärung der Nichtartikulierbarkeit des Traumas des Holocaust zunehmend die Forderung nach Artikulation und der Darstellung der erlebten Ereignisse. Die Generation der 1968 forderte, dass die eigenen Geschichten nun erzählt werden sollten und das Schweigen nicht mehr Teil der deutschen Gesellschaft sein sollte. Assmann konstatiert in diesem Zusammenhang, dass solche Verbrechen gegen die Menschlichkeit nicht durch aktives Vergessen entsorgt werden können, sondern in der von Opfern und Täter geteilten Erinnerung erhalten bleiben.[36] Durch den Wechsel der Generation trat an die Stelle der Erfahrungsgeneration die der Bekenntnisgeneration, und diese Generation identifizierte sich mit den Opfern der nationalsozialistischen Vergangenheit Deutschlands. Diese Identifizierung legte zugleich den Fokus auf die Schuld der Deutschen, und die Auseinandersetzung der Täter- bzw. Opferkinder mit ihren Eltern wurde durch die 68er Generation in der Öffentlichkeit gefordert. Damit einhergehend wurde die Erzählung bzw. das Erzählen wieder wesentlicher Bestandteil der deutschen Erinnerungskultur.

Die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit der heutigen Generation ist eine Synthese der Opfer-Täter-Perspektive und „der wachsende Abstand zum Holocaust im Generationenwechsel eröffnet nun die Chance, den mentalen Bruch zu schließen, der die Deutschen von heute von ihren Vätern und Großvätern in der historischen Perspektive ihres Selbstverständnisses trennt“[37]. Die Frage nach der Erzählbarkeit des Holocaust hat sich bedingt durch die erläuterten gesellschaftlichen Veränderungen neu geformt und die Problematik der Darstellbarkeit sich im Laufe der Zeit grundlegend verändert. Der Fokus liegt nicht auf der Produktion, sondern auf der Rezeption. Was kann durch die emotionale und kognitive Auseinandersetzung wirklich angeeignet werden und was kann in das kulturelle Gedächtnis übergehen? Diese Frage stellt sich jede Generation anders und wird in Folge dessen auch anders beantwortet.

Die heutige Generation bezieht sich in ihrer Rezeption nicht mehr auf die direkt nachwirkende Präsenz der historischen Ereignisse, sondern bezieht sich auf einen Holocaust, der als soziale Konstruktion und kulturelle Repräsentation vermittelt wird.[38]

Durch die Annäherung von Geschichte, dem individuellen und dem kollektivem Gedächtnis hat sich eine Struktur entwickelt, die dazu geführt hat, dass die mündliche Tradierung und die Aufwertung der Befragung von Zeitzeugen deutlich zugenommen hat.[39] Hinsichtlich der deutschen Literatur spielt insbesondere die Aufwertung der Erzählung eine wichtige Rolle, denn gerade in der Literatur werden gesellschaftliche Prozesse verarbeitet.

Die Gegenwartsliteratur greift zu unterschiedlichen ästhetischen Mitteln, um den Holocaust zu beschreiben und darzustellen. Für die Novellen der Gegenwart spielt der soziale Faktor, der Generationenwechsel innerhalb einer Gesellschaft, eine entscheidende Rolle, denn so entstehen neue Formen der Erzählung. Und wieder stellt sich die Frage heute nach der Erzählbarkeit des Holocaust. Hayden White vertritt die Ansicht, dass der Holocaust sich keinesfalls der Repräsentierbarkeit entzieht. Es komme nur auf die Wahl der geeigneten, darstellerischen Mittel an und auf eine Schreibweise, die sich an der literarischen Moderne orientierte.[40]

Ist es vielleicht gerade die Novelle, die durch ihre variablen Gestaltungsmöglichkeiten und ihre flexible Form diese Kriterien erfüllen kann?

Auf diese Frage wird im Schlussteil der vorliegenden Arbeit, nach der Analyse der unterschiedlichen Werke versucht eine Antwort zu finden.

4 Hartmut Lange: Das Konzert 1986

4.1 Zum Inhalt

Frau Altenschul, die Opfer des Holocaust geworden ist, empfängt in ihrer Villa in der Voßstraße in Berlin Max Liebermann und weitere Personen, die sich in Gesellschaft bei Champagner angeregt unterhalten möchten. Der begabte Pianist Rudolf Lewanski, der mit 28 Jahren von Nationalsozialisten in Litzmannstadt erschossen worden ist, besucht ebenfalls die Gesellschaft in der Villa Altenschul.

Frau Altenschul versucht Lewanski dazu zu überreden in Berlin zu bleiben und ein Klavierkonzert zu geben. Einige Zeit später findet ein Konzert im Westflügel des Charlottenburger Schlosses statt, welches erfolgreich ist.

Ein von Schulze-Bethmann angekündigter Besucher möchte Lewanski zu seinem Erfolg gratulieren. Als Lewanski die SS-Uniform des Mannes erblickt, bewirft Lewanski ihn und versucht ihn zu vertreiben; der Mann in Uniform taucht allerdings immer wieder plötzlich auf und der Pianist merkt die Narbe an seinem Hals, die auf seine Hinrichtung deutet. Auf die Bitte von Frau Altenschul willigt Lewanski schließlich ein, ein großes Konzert vor großem Publikum in der Alten Philharmonie zu geben.

Auf dem Weg zur Philharmonie verirrt sich Lewanski und steht plötzlich vor einem Erdhügel in der Wilhelmstraße. Von dem Uniformierten wird er durch die neue Reichskanzlei geführt. Dort sind tausende Menschen versammelt und eine Frau begrüßt ihn und heißt ihn willkommen. Lewanski spielt die E-Dur-Sonate Opus 109 von Ludwig van Beethoven, bricht diese dann plötzlich ab, steht auf und sagt:

„Litzmannstadt, Litzmannstadt. Ich bitte um Entschuldigung, Sie hören es selbst. Um diese spielen zu können, sollte ich erwachsen sein. Man hat mich zu früh aus dem Leben gerissen.“[41]

Seit diesem Zeitpunkt ist Lewanski plötzlich verschwunden und bleibt unauffindbar.

Frau Altenschul kann nicht begreifen, warum Lewanski lieber vor den Mördern als vor seinen Leidensgenossen spielt und daraufhin entgegnet ihr Schulze-Bethmann:

„Sehen Sie, es hat doch keinen Zweck, jene Unterscheidung, die wir im Leben treffen, nämlich die zwischen Gut und Böse, im Tode beizubehalten […]“.[42]

4.2 Darstellungsweise der NS-Thematik

4.2.1 Die Welt der Toten und die Wirkung des Unheimlichen

Die Handlung der Novelle spielt sich nur unter Toten ab, in einer Art Parallelwelt. Trotz der Tatsache, dass die Protagonisten nicht mehr am Leben sind, bewegen sie sich im Nachkriegsberlin und zugleich in jenem Berlin, wie es vor der Zerstörung zur Zeit des zweiten Weltkriegs war. Deutlich wird das an folgendem Zitat:

„Für ihn war die Gegend, die man Unter den Linden nannte, noch in dem Zustand, den er vor Augen gehabt hatte, bevor er gestorben war. Aber er hatte auch, und ist das Geheimnis der Toten, den Blick für das Gegenwärtige, und so sah er gleichzeitig, daß es diese Schloß nicht mehr gab und dass man eben an jenem Platz, auf den er sich zu bewegte, eine Monstrosität aus Glas und Beton errichtet hatte.“[43]

Immer wieder gerät der Leser in Zweifel, was nun an der Beschreibung real ist und was nicht – schließlich wird erst nach einiger Zeit deutlich, dass die Toten zwar die Lebenden wahrnehmen, die Lebenden jedoch nicht die Toten. Die Verwirrung entsteht vor allem durch die nüchterne Beschreibung Langes, wo Tote Zigaretten rauchen, übermüdet sind, im Tiergarten spazieren gehen, ihre Garderobe wechseln und in Villen wohnen, die es nicht mehr gibt.[44]

Schon bei dem ersten Satz der Novelle ist erkennbar, dass die Parallelwelt ganz ähnlich der der Lebenden gestaltet wird. Die Toten treffen sich in einer alten Villa bei Frau Altenschul, um in feiner Gesellschaft zu verweilen und die Erlebnisse ihrer schrecklichen Todesumstände zu vergessen.

„Wer unter den Toten Berlins Rang und Namen hatte, wer es überdrüssig war, sich unter die Lebenden zu mischen, wer die Erinnerungen an jene Jahre, in denen er sich in der Zeit befand, besonders hochhielt, der bemühte sich früher oder später darum, in den Salon der Frau Altenschul geladen zu werden, und da man wusste, wie sehr die elegante, zierliche, den Dingen des schönen Scheins zugetane Jüdin dem berühmten Max Liebermann verbunden war, schrieb man an die Adresse jene Villa am Wannsee, in der man die Anwesenheit des Malers vermutete.“[45]

Die Toten machen also genau das, was die Lebenden auch machen. Nur eins, und das fällt auf, machen sie nicht – sie werden nicht älter und verharren in ihrer Situation – so auch der Protagonist Lewanski, der mit 28 Jahren aus dem Leben gerissen wurde.[46]

Wie selbstverständlich erscheint es dem Leser, dass der Protagonist Lewanski als Grenzgänger zwischen Diesseits und Jenseits, zwischen dem Nachkriegsberlin und dem Berlin der NS-Zeit wahrgenommen wird. Die Feststellung, dass Lange „in vielen seiner Novellen solche Situationen des Grenzüberschreitung thematisiert und die faktische Realitätserfahrung seiner Protagonisten so zum Imaginären hin öffnet, dass die Wirklichkeitsrequisiten jede Zuverlässigkeit verlieren und sich schemenhaft auflösen“[47], trifft auf Das Konzert unbestritten zu.

Zugleich scheint es fast so, „als bestünde die Möglichkeit, das jetzt zu Ende zu führen, das ihnen die faktische Realität vorgehalten hat“[48].

Hartmut Lange schafft es wie kaum ein anderer die Thematik des Holocaust und insbesondere die Beziehung zwischen Opfern und Tätern auf ganz besondere Art und Weise darzustellen. Die Massenvernichtung der Juden, die damit einhergehende Brutalität und vor allem die Grausamkeit werden in Das Konzert durch die Protagonistin benannt und dargestellt. Die Opfer und die Täter begegnen sich in der Parallelwelt und sind, aller Gegensätzlichkeiten zum Trotz, durch den Tod miteinander verbunden.

Die Konfrontation der Opfer mit den Tätern fällt in der Novelle Langes unterschiedlich aus. Während der Novellist Schulze-Bethmann sich mit seinem Mörder konfrontiert, wird bei der Schilderung des Spaziergangs von Frau Altenschul und Lewanski deutlich, dass Lewanski seinen Mörder verachtet:

„[…] Lewanski erkannte in der Dunkelheit eine Gestalt, die eine Schirmmütze in den Händen hielt und die, den Kopf erhoben, den Oberkörper leicht nach vorn gebeugt, zu ihnen herüber sah, so, als wollte sie mit einem Anflug von Unterwürdigkeit grüßen, „jener dort“, sagte Frau Altenschul, „bemüht sich seit Jahren darum, mir seine Visitenkarte zu überreichen. Aber glauben Sie mir, er wird meinen Salon nicht betreten.“[49]

Bei der Betrachtung der Auseinandersetzung der Opfer und Täter wird besonders deutlich, dass die Begleichung der Schuld nicht im Tod nachgeholt werden kann.[50]

Dies gilt jedoch in der Novelle selbst nicht für den Novellist Schulze-Bethmann. Der Zirkel von Hass und Gewalt findet für ihn im Tod sein Ende.

„Denn eines müsse der Mörder, spätestens nachdem er den Zustand seines Opfers erreicht hätte, erfahren: Daß seine Tat sinnlos gewesen sei und dass er sie ebenso gut hätte unterlassen können. Und daß dies, fügte er hinzu und war ganz ernst und darum bemüht, seine Augen, die allen Glanz verloren hatten, nur noch auf die Spitzen seiner Schuhe zu richten, daß dies, wiederholte er, solange wir bei Atem sind, nie geschieht, daß wir einander bei guter Gesundheit und in bester Absicht immer nur hassen, demütigen, quälen, töten können, daß es uns nie gelingt, unserem Dasein wenigstens, indem wir einander freundlich begegnen, einen Schein von Berechtigung zu geben… „Dies“, sagte Schulze-Bethmann , „nenne ich den Wahnsinn des Lebens, und Sie werden einsehen, daß ich keine allzu große Lust habe, einen derartigen Zustand, nachdem man mich frühzeitig darum gebracht hat, im Tode nachzuholen.“[51]

[...]


[1] Vgl. Assmann, Aleida: Der lange Schatten der Vergangenheit: Erinnerungskultur und Geschichtspolitik. München: C.H. Beck 2006. S. 15. (im Folgenden: Assmann 2006).

[2] Vgl. Wassmann, Elena: Die Novelle als Gegenwartsliteratur. Intertextualität, Intermedialität und Selbstreferentialität bei Martin Walser, Friedrich Dürrenmatt, Patrick Süskind und Günter Grass. St. Ingbert: Röhrig 2009. S. 41 (Im Folgenden: Wassmann 2009).

[3] Vgl. Aust, Hugo: Novelle. Stuttgart: Metzler 2006. S. 199. (Im Folgenden: Aust 2006).

[4] Vgl. Kiefer, Sascha: Die Novelle des 20. Jahrhunderts. Eine Gattungsgeschichte. Köln: Böhlau 2010. S. 405 (diese Aufzählung stellt nur einen Teil der bisher erschienen Werke von Hartmut Lange dar und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.) (Im Folgenden: Kiefer 2010).

[5] Siehe Aust 2006, S. 203-209.

[6] Vgl. Wassmann 2009, S. 28.

[7] Ebd. S. 31f.

[8] Vgl. Rath, Wolfgang: Die Novelle. Konzept und Geschichte. Göttingen: Vandenhoeck& Ruprecht 2000. S. 9. (Im Folgenden: Rath 2000).

[9] Vgl. Wassmann 2009, S. 38.

[10] Vgl. Kiefer 2010, S. 512.

[11] Goethe zit. nach: Degering, Thomas: Kurze Geschichte der Novelle: von Boccaccio bis zur Gegenwart.

München: Fink 1994. S.8. (Im Folgenden: Degering 1994).

[12] Tieck zit. nach: vgl. Ebd. S.9.

[13] Storm zit. nach: vgl. ebd.

[14] Heyse, zit. nach: Rath 2000. S. 246.

[15] Vgl. Degering 1994. S. 9f.

[16] Erné zit. nach Wassmann 2009, S. 21.

[17] Heimböckel, Dieter: Das Unerhörte der Erinnerung des Unerhörten. Zur ästhetischen Produktivität der memoria in der Nach-Wende Novellistik. In: Literatur im Krebsgang. Totenbeschwörung und memoria in der deutschsprachigen Literatur nach 1989. Hg. Von Arne de Winde/ Anke Gilleir. Amsterdam: Radopi 2008. S. 199. (Im Folgenden. Heimblöckel 2008).

[18] Vgl. Aust 2006, S. 183.

[19] Ebd. S. 184.

[20] Da in der vorliegenden Arbeit nicht alle Werke, die nach 1945 erschienen sind, aufgezählt werden können, verweise ich auf die detaillierte Übersicht von Aust in dem Kapitel Spät- und Nachmoderne, auf den Seiten 185-188 in der vierten Auflage seines Buches Novelle aus dem Jahr 2006.

[21] Vgl. Kiefer 2010, S. 359

[22] Vgl. Wassmann 2009, S. 19.

[23] Vgl. Heimböckel 2008, S. 200.

[24] Vgl. Rath 2008, S. 329.

[25] Vgl. Heimböckel 2008, S. 202.

[26] Vgl. Zinn, Katja: „Literarische Versionen des Gettos Litzmannstadt : Holocaustliteratur als Spiegel von Erinnerungskultur dargelegt an Texten von Opfern, Tätern, Zuschauern und Nachgeborenen“, unter: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2009/7144/ (abgerufen am 30.10.2011) (Im Folgenden: Zinn).

[27] Vgl. Assmann 2006, S. 15.

[28] Vgl. Ebd. S. 24.

[29] Vgl. Assmann 2006, S. 25.

[30] Vgl. Ebd. S. 176.

[31] Vgl. Ebd. S. 175.

[32] Vgl. Rüsen, Jörn: Zerbrechende Zeit. Über den Sinn der Geschichte. Köln: Böhlau 2001. S. 288. (Im Folgenden: Rüsen 2001).

[33] Vgl. Assmann 2006. S. 25.

[34] Vgl. Ebd. S. 176.

[35] Vgl. Ebd. S. 102.

[36] Vgl. Ebd. S. 79.

[37] Vgl. Rüsen 2001, S. 288.

[38] Vgl. Assmann 2006, S. 237.

[39] Vgl. Ebd. S. 47.

[40] Vgl. Vordermark, Ulrike: „Den Holocaust erzählen? Historiographie zwischen wissenschaftlicher Empirie und narrativer Kreativität“. Tagung in Jena (09.- 11.6.2011), unter:

http://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&month=1109&week=c&msg=SvoCVCvD3oL%2BrRSWoBb7mQ&user=&pw (abgerufen am 20.10.2011). (Im Folgenden: Vordermark).

[41] Vgl. Lange, Hartmut: Das Konzert. 5. Auflage. Zürich: Diogenes 1988. S. 124. (Im Folgenden: Konzert 1988).

[42] Vgl. Konzert 1988, S. 132f.

[43] Vgl. Ebd. S. 6.

[44] Vgl. Kiefer 2010, S. 411.

[45] vgl. Konzert 1988, S. 5.

[46] Vgl. Kiefer 2010. 412.

[47] Vgl. Durzack, Manfred: Opfer und Täter. Hartmut Langes Beitrag zur Holocaust–Literatur in seiner Novelle „Das Konzert“. In: Der Dramatiker und Erzähler Hartmut Lange. Hg. Manfred Durzack. Würzburg: Königshausen & Neumann 2003. S. 178. (Im Folgenden: Durzack 2003).

[48] vgl. Ebd.

[49] Vgl. Konzert 1988, S. 19.

[50] Vgl. Durzack 2003, S. 184.

[51] Vgl. Konzert 1988 S. 83.

Ende der Leseprobe aus 74 Seiten

Details

Titel
Die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit in ausgewählten Novellen der Gegenwart
Hochschule
Universität zu Köln
Note
2,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
74
Katalognummer
V273380
ISBN (eBook)
9783668154926
ISBN (Buch)
9783668154933
Dateigröße
584 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
aufarbeitung, vergangenheit, novellen, gegenwart
Arbeit zitieren
Kaja Börner (Autor), 2011, Die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit in ausgewählten Novellen der Gegenwart, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273380

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