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Unterrichtsstörungen. Möglichkeiten zur Intervention

Title: Unterrichtsstörungen. Möglichkeiten zur Intervention

Academic Paper , 2006 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christian Manuel Fesler (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
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„Störungsfreier Unterricht ist eine didaktische Fiktion“ (Lohmann 2003, S. 13). Diese These berücksichtigend beschäftigt sich diese Arbeit mit der Konfliktbewältigung, d.h. präventive Maßnahmen waren entweder nicht möglich, wurden nicht eingesetzt oder verfehlten ihre Wirkung: eine Störung des Unterrichts, die nicht ignoriert oder durch nonverbale Maßnahmen gelöst werden kann, tritt auf. Neben einer schwerwiegenden Störung können auch kleinere Konflikte Grund zur massiven Intervention geben, sofern sie wiederkehren.

Im Rahmen dieser Arbeit sollen drei Möglichkeiten des Einschreitens dargestellt werden: die lehrerzentrierte und die kooperative Intervention sowie institutionelle Maßnahmen, die anhand der Beispiele „Meditation“ und „Arizona“-Projekt bzw. „Trainingsraumprogramm“ anschaulich gemacht werden. Obwohl u.a. durch KOUNINS Forschungen bestätigt wurde, dass die Störungsprävention wichtiger als die eigentliche Störungsbewältigung ist, gibt es im Bereich der Intervention gewisse Vorgehensweisen, die Störungen in der Schulklasse wirkungsvoller und dauerhafter abstellen als andere. Die Wahl der geeigneten Methode hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Einschätzung der Störung, der Unterrichtssituation, während der die Störung auftritt oder auch dem Führungsstil und Charakter des Lehrers.

Eines der Hauptprobleme ist, dass der Lehrer durch die aufgetretene Störung emotional tangiert wird und sich in seiner Reaktion auf den Störer Gefühle wie Wut, Entrüstung oder Enttäuschung widerspiegeln (Lohmann 2003, S. 151). Aggressives Ermahnen, Drohen und Strafen sind die meistgebrauchten und zumeist ineffektivsten Methoden der Intervention. Kurzfristig mögen die Maßnahmen eine Störung abstellen, auf längere Sicht vergiften sie jedoch das Lehrer-Schüler-Verhältnis und verbauen gleichzeitig die Sicht auf langfristig wirksamere Methoden. Es ist zwar verständlich, dass Lehrer emotional reagieren – dennoch ist es nicht professionell. Gerade in solchen Situationen sollte der Lehrer nicht als Privatmensch, sondern als „pädagogischer Profi“ handeln. In diesem Fall würde das bedeuten, sowohl emotional Abstand zum Vorfall zu gewinnen als auch sachlich und angemessen zu reagieren (vgl. Nolting 2002, S. 74f.). Eine praktische Konsequenz wäre, dass der Lehrer nach einer Störung und bevor er reagiert eine bestimmte Zeit „durchatmet“, ein Fenster öffnet oder – was allerdings nicht die Regel sein sollte – kurz den Raum verlässt...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Lehrerzentrierte Intervention

1.1 Reaktionen im akuten Konflikt

1.2 Strafen

1.3 Veränderungsstrategien

1.4 Problemdiagnose

2 Kooperative Intervention

2.1 Konstruktives Konfliktgespräch nach Gordon (Lehrer-Schüler-Konferenz)

2.2 Kooperative Verhaltensmodifikation im Unterricht

3 Organisatorische Maßnahmen der Schule zur Störungsintervention

3.1 Mediation

3.2 Die Trainingsraum-Methode

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit setzt sich mit der Bewältigung von Unterrichtsstörungen auseinander, die trotz präventiver Maßnahmen auftreten. Ziel ist es, verschiedene Interventionsmöglichkeiten darzustellen und deren Wirksamkeit sowie Eignung in der schulischen Praxis kritisch zu beleuchten, um Lehrern professionelle Handlungsalternativen aufzuzeigen.

  • Methoden der lehrerzentrierten Intervention bei akuten Konflikten
  • Ansätze kooperativer Konfliktlösung und Verhaltensmodifikation
  • Institutionelle und organisatorische Interventionsstrategien
  • Kritische Analyse von Trainingsraum-Programmen und Peer-Mediation
  • Bedeutung der professionellen Lehrerrolle bei der Störungsbewältigung

Auszug aus dem Buch

1.2 Strafen

Im Zusammenhang mit lehrerzentrierter Intervention im akuten Konflikt muss auch das Thema „Strafen“ Erwähnung finden. Generell sollten Strafen subsidiär angewendet werden, d.h. es sollten andere Maßnahmen zur sanktionsfreien Konfliktregelung vorausgegangen sein (Dreikurs u.a. 1995, S. 106). Wenn der Lehrer straft, sollte er gewisse Regeln berücksichtigen. Sonst kann es, wie in folgendem Witz dargestellt, zu überraschenden Folgen kommen.

Ein junger Lehrer bemüht sich, einem seiner kleinen Schüler beizubringen, ihn nicht ständig zu duzen. „Du schreibst bis morgen zehnmal den Satz „Ich darf meinen Lehrer nicht duzen“.“ Am nächsten Morgen überreicht der Junge strahlend seine Strafarbeit. „Warum hast den Satz zwanzigmal geschrieben, ich hatte doch nur zehnmal gesagt?“ „Ich wollte dir eine kleine Freude machen.“ (Grell 2001, S. 95).

Diese kleine Geschichte zeigt, dass Bestrafungen nicht nur der bloßen Sanktionierung wegen erfolgen, sondern natürlich und logisch sein sollten (vgl. Busch 1992, S. 119). Ein Schüler, der nachsitzen muss, weil er nicht mitgearbeitet hat und den Unterricht störte, oder ein Junge, der seinen Tennisball weggenommen bekommt, weil er damit im Unterricht spielt – all das sind Beispiele für natürliche Sanktionen, die in logischem Zusammenhang mit dem Störvorfall stehen. Sie bieten den Vorteil, dass sie in der Regel auch für den Schüler ohne weitere Erklärungen einsichtig sind und somit die Wahrscheinlichkeit von Protestverhalten geringer ist. Weiterhin sollte der Lehrer mit der Klasse über mögliche Konsequenzen störenden Verhaltens bereits vor einem Vorfall sprechen, so dass jeder Schüler weiß, mit welcher Strafe er zu rechnen hat, wenn er in einer bestimmten Form stört (Lohmann 2003, S. 157).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Lehrerzentrierte Intervention: Dieses Kapitel behandelt direkte Interventionsmöglichkeiten wie verbale Aufforderungen, Humor, Ablenkung sowie den korrekten Einsatz von Strafen und Veränderungsstrategien.

2 Kooperative Intervention: Hier werden Ansätze vorgestellt, die den Schüler aktiv in den Prozess der Konfliktlösung einbinden, wie etwa Gordon-Konferenzen oder kooperative Verhaltensmodifikation.

3 Organisatorische Maßnahmen der Schule zur Störungsintervention: Dieses Kapitel fokussiert auf schulweite Programme zur Störungsbewältigung, insbesondere am Beispiel von Mediation und der Trainingsraum-Methode.

Schlüsselwörter

Unterrichtsstörungen, Lehrerzentrierte Intervention, Kooperative Intervention, Konfliktbewältigung, Störungsprävention, Trainingsraum-Methode, Mediation, Verhaltensmodifikation, Schulklima, Pädagogische Professionalität, Erziehungsschwierigkeiten, Klassenführung, Konfliktgespräch, Disziplin, Sanktionen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Intervention bei Unterrichtsstörungen und bietet einen Überblick über verschiedene Strategien, um diese wirksam und professionell zu bewältigen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themenfelder umfassen lehrerzentrierte Reaktionen, kooperative Problemlösungen unter Einbeziehung der Schüler sowie institutionelle Maßnahmen wie das Trainingsraum-Programm und Mediation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Lehrern Orientierung bei der Auswahl geeigneter Interventionsmethoden zu geben und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Störungen nachhaltig abgebaut werden können.

Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender pädagogischer Konzepte zur Konfliktlösung, Klassenführung und Verhaltenspsychologie.

Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?

Der Hauptteil gliedert sich in die drei Hauptkategorien lehrerzentrierter, kooperativer und organisatorischer Ansätze, wobei jeweils theoretische Grundlagen durch praktische Beispiele und Kritik ergänzt werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Störungsintervention, Konfliktbewältigung, Eigenverantwortung der Schüler, Trainingsraum-Methode und professionelles Lehrerverhalten.

Welche Rolle spielt das "Konstruktive Konfliktgespräch" nach Gordon?

Es dient als kooperatives Instrument, das den Schüler durch aktives Zuhören und Ich-Botschaften als gleichberechtigten Partner in die Lösungsfindung integriert, statt nur autoritäre Vorgaben zu machen.

Was ist die Hauptkritik an der Trainingsraum-Methode?

Kritiker führen unter anderem den hohen administrativen Aufwand ("Bürokratisierung"), eine potenzielle Einschränkung der Schüler-Eigenverantwortung und das Fehlen präventiver Aspekte an.

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Details

Title
Unterrichtsstörungen. Möglichkeiten zur Intervention
College
University of Education Heidelberg  (Pädagogische Psychologie)
Grade
1,0
Author
Christian Manuel Fesler (Author)
Publication Year
2006
Pages
24
Catalog Number
V273391
ISBN (eBook)
9783656651291
ISBN (Book)
9783656651307
Language
German
Tags
unterrichtsstörungen möglichkeiten intervention
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Manuel Fesler (Author), 2006, Unterrichtsstörungen. Möglichkeiten zur Intervention, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273391
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