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Störungen im Unterricht. Die verschiedenen Arten und ihre Ursachen

Titel: Störungen im Unterricht. Die verschiedenen Arten und ihre Ursachen

Akademische Arbeit , 2006 , 23 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Christian Manuel Fesler (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Psychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Komplexität des Themengebietes „Unterrichtsstörung“ offenbart sich bereits in der Suche nach einer Definition. Was ist eine Unterrichtsstörung? Wo fängt Unterrichtsstörung an? Daran anschließen würde sich folgerichtig die Frage, wer bestimmt, wann der Unterricht gestört wird (vgl. Bessoth 1989, S. 4). Das Geräusch eines heruntergefallenen Füllers wird von dem einen Lehrer bewusst oder unbewusst übergangen, für den anderen stellt dies eine Provokation und damit eine Unterrichtsstörung dar. Dementsprechend unterschiedlich fallen die verbundenen Konsequenzen aus, von der unbeeindruckten Fortführung des Unterrichts bis hin zur harschen Ermahnung oder gar Bestrafung. Hier wird deutlich, dass Unterrichtsstörung stets eine Frage der subjektiven Wahrnehmung und Bewertung der beteiligten Personen ist.

Die Literatur bietet eine Fülle von mehr oder weniger abstrakten Definitionen, wobei die Begriffsbestimmung von WINKEL die am meisten verbreitete ist: „Eine Unterrichtsstörung liegt dann vor, wenn Unterricht gestört ist, d.h. wenn das Lehren und Lernen stockt, aufhört, pervertiert, unerträglich oder inhuman wird“ (Winkel 2005, S. 29). Auch diese Definition lässt den subjektiven Spielraum erkennen: Ob der Unterricht und der Lernprozess stockt oder unerträglich wird, hängt sowohl vom Lehrer als auch von der Klasse ab. So bemerkt vielleicht nur der Lehrer das Stuhlwackeln eines Schülers, während erst die Ermahnung „Lars, jetzt hör’ doch endlich mal auf, mit dem Stuhl zu wackeln“ zu einem Stocken oder Abbruch des Lern¬prozesses bei den Schülern führt. Gemäß WINKEL stellt damit aus Schülersicht nicht der eigentliche Vorfall „Stuhlwackeln“ die Störung dar, sondern die Reaktion des Lehrers.
BILLER greift Winkels Gedanken auf, fasst seine Definition allerdings etwas weiter: „alles, was den Prozess oder das Beziehungsgefüge von Unterrichtssituationen unterbricht oder unterbrechen […] könnte“ (Biller 1979, S. 28). Damit schließt er nicht nur die tatsächliche Unterbrechung sondern auch die potentielle Störung in seine Deutung ein.

Die Diskussion um eine adäquate Definition wird auch immer wieder erweitert um die Problematik der Terminologie...

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 UNTERRICHTSSTÖRUNG – DEFINITION UND PROBLEMHORIZONT

2 Arten und Klassifizierungen von Unterrichtsstörungen

3 Gründe und Ursachen für Unterrichtsstörungen

3.1 Lehrerbezogene Ursachen für Unterrichtsstörungen

3.2 Schülerbezogene Ursachen und Ziele von Unterrichtsstörungen

3.3 Unterrichtsbezogene Ursachen für Unterrichtsstörungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert das komplexe Phänomen der Unterrichtsstörungen, beleuchtet deren verschiedene Erscheinungsformen und untersucht die zugrunde liegenden Ursachen aus lehrer-, schüler- sowie unterrichtsbezogener Perspektive, um daraus effektive Ansätze für Prävention und Intervention abzuleiten.

  • Definition und Problematisierung des Begriffs Unterrichtsstörung
  • Klassifizierung von Störungsarten und deren Bedeutung
  • Psychologische, soziologische und pädagogische Einflussfaktoren des Lehrers
  • Individuelle, gesellschaftliche und institutionelle Ursachen auf Schülerebene
  • Perspektivwechsel von der Ursachenforschung ("Warum") zur zielorientierten Analyse ("Wozu")

Auszug aus dem Buch

1 Unterrichtsstörung – Definition und Problemhorizont

Die Komplexität des Themengebietes „Unterrichtsstörung“ offenbart sich bereits in der Suche nach einer Definition. Was ist eine Unterrichtsstörung? Wo fängt Unterrichtsstörung an? Daran anschließen würde sich folgerichtig die Frage, wer bestimmt, wann der Unterricht gestört wird (vgl. Bessoth 1989, S. 4). Das Geräusch eines heruntergefallenen Füllers wird von dem einen Lehrer bewusst oder unbewusst übergangen, für den anderen stellt dies eine Provokation und damit eine Unterrichtsstörung dar. Dementsprechend unterschiedlich fallen die verbundenen Konsequenzen aus, von der unbeeindruckten Fortführung des Unterrichts bis hin zur harschen Ermahnung oder gar Bestrafung. Hier wird deutlich, dass Unterrichtsstörung stets eine Frage der subjektiven Wahrnehmung und Bewertung der beteiligten Personen ist.

Die Literatur bietet eine Fülle von mehr oder weniger abstrakten Definitionen, wobei die Begriffsbestimmung von WINKEL die am meisten verbreitete ist: „Eine Unterrichtsstörung liegt dann vor, wenn Unterricht gestört ist, d.h. wenn das Lehren und Lernen stockt, aufhört, pervertiert, unerträglich oder inhuman wird“ (Winkel 2005, S. 29). Auch diese Definition lässt den subjektiven Spielraum erkennen: Ob der Unterricht und der Lernprozess stockt oder unerträglich wird, hängt sowohl vom Lehrer als auch von der Klasse ab. So bemerkt vielleicht nur der Lehrer das Stuhlwackeln eines Schülers, während erst die Ermahnung „Lars, jetzt hör’ doch endlich mal auf, mit dem Stuhl zu wackeln“ zu einem Stocken oder Abbruch des Lernprozesses bei den Schülern führt. Gemäß WINKEL stellt damit aus Schülersicht nicht der eigentliche Vorfall „Stuhlwackeln“ die Störung dar, sondern die Reaktion des Lehrers.

Zusammenfassung der Kapitel

1 UNTERRICHTSSTÖRUNG – DEFINITION UND PROBLEMHORIZONT: Dieses Kapitel erörtert die Schwierigkeit einer eindeutigen Definition und verdeutlicht, dass Unterrichtsstörungen maßgeblich von der subjektiven Wahrnehmung und Bewertung aller Beteiligten abhängen.

2 Arten und Klassifizierungen von Unterrichtsstörungen: Hier werden verschiedene Kategorien von Störungen, wie Disziplinstörungen oder Provokationen, differenziert, um wiederkehrende Muster für den pädagogischen Handlungsspielraum zu identifizieren.

3 Gründe und Ursachen für Unterrichtsstörungen: Dieses zentrale Kapitel analysiert die Ursachen komplex und unterteilt sie in lehrer-, schüler- und unterrichtsbezogene Faktoren, wobei der Fokus auf dem Lehrer-Schüler-Verhältnis und der Zielgerichtetheit des Störverhaltens liegt.

Schlüsselwörter

Unterrichtsstörung, Lehrer-Schüler-Verhältnis, Störverhalten, Disziplin, Klassenzimmer, Konfliktlösung, Pädagogik, Lernprozess, Interventionskonzepte, Prävention, Schülerrolle, Lehrerrolle, subjektive Wahrnehmung, Ursachenanalyse, Verhaltensauffälligkeiten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Unterrichtsstörung als komplexes Zusammenspiel verschiedener Akteure und Bedingungen, um das Verständnis für Störfaktoren im Schulalltag zu schärfen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Unterrichtsstörungen, ihrer systematischen Klassifizierung sowie der detaillierten Analyse ihrer Ursachen durch Lehrer, Schüler und die schulischen Rahmenbedingungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Lehrern Hilfestellungen zu geben, um Störverhalten besser einzuordnen, die eigenen Interventionsmöglichkeiten zu erweitern und von der reinen Ursachensuche zu einer effektiven, zielorientierten Praxis zu gelangen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender pädagogischer und psychologischer Theorien, die durch verschiedene Ansätze zur Konfliktdeutung (z.B. nach Winkel, Biller oder Dreikurs) verknüpft werden.

Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Differenzierung von Störungsarten und der Untersuchung von Ursachen, unterteilt in die drei Bereiche: Lehrer (biografisch/rollenspezifisch), Schüler (individuell/sozial) und das unterrichtliche Arrangement.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Fachbegriffe sind unter anderem Lehrer-Schüler-Verhältnis, Störungsarten, Intervention, Prävention, Übertragung und Zielorientierung bei Störungen.

Wie unterscheidet sich der "kausale" vom "zielbezogenen" Ansatz?

Der kausale Ansatz sucht nach Ursachen in der Vergangenheit (Warum stört das Kind?), was oft spekulativ bleibt. Der zielbezogene Ansatz fragt nach der Intention des Schülers im Hier und Jetzt (Wozu stört das Kind?), was dem Lehrer konkret handhabbare Interventionswege eröffnet.

Welche Rolle spielt der Lehrer bei der Entstehung von Störungen?

Der Autor zeigt auf, dass Lehrer durch psychologische, soziologische oder pädagogische Faktoren, wie etwa unbewusste Übertragungsphänomene oder einseitige Rollenauffassungen, das Lehrer-Schüler-Verhältnis belasten und somit Störverhalten mit provozieren können.

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Details

Titel
Störungen im Unterricht. Die verschiedenen Arten und ihre Ursachen
Hochschule
Pädagogische Hochschule Heidelberg  (Pädagogische Psychologie)
Note
1,0
Autor
Christian Manuel Fesler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
23
Katalognummer
V273393
ISBN (eBook)
9783656651321
ISBN (Buch)
9783656651345
Sprache
Deutsch
Schlagworte
störungen unterricht arten ursachen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christian Manuel Fesler (Autor:in), 2006, Störungen im Unterricht. Die verschiedenen Arten und ihre Ursachen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273393
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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