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Die Bildungsphilosophie Rudolf Steiners - Der Versuch einer Bilanz des Forschungsstandes

Title: Die Bildungsphilosophie Rudolf Steiners - Der Versuch einer Bilanz des Forschungsstandes

Term Paper , 2002 , 20 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Dennis Fauerbach (Author)

Pedagogy - Reform Pedagogics
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Summary Excerpt Details

Dieser Arbeit liegt die Fragestellung zu Grunde, ob und inwieweit die Lehre Steiners, die Anthroposophie, als wissenschaftliche Theorie zu betrachten ist. Hierfür ist es unerlässlich, nach einer Vorstellung Steiners, die Anthroposophie darzustellen. Dies wird geschehen, sowohl durch Darstellung ihrer Prämissen, ihrer theoretischen Konstrukte, als auch durch Aufzeigen ihrer Auswirkungen in der Praxis. Immerhin stellt die Anthroposophie auch eine pädagogische Praxis dar, die täglich an etwa 800 Schulen und ca.1600 Kindergärten in Deutschland angewendet wird.
Des weiteren soll untersucht werde, welches Menschenbild der Anthroposophie zu Grunde liegt, denn ohne eine Vorstellung vom Menschen kann keine pädagogische Theorie oder Praxis Aussagen darüber machen, wie ein Mensch behandelt oder erzogen werden sollte und vor allem wohin er erzogen werden soll.
Im weiteren wird diese Arbeit versuchen zu beleuchten, ob rassistische Auswüchse der letzten Zeit an niederländischen Waldorfschulen ,,Verirrungen" einzelner Waldorfpädagogen waren oder das Gedankengut Steiners bereits eine Affinität zum Rassismus besitzt.1

Im Hinblick auf den Umfang der vorliegenden Arbeit ist es nicht möglich den Gesamtforschungsstand, weder über die Anthroposophie, noch über die Hauptfragestellung und die Nebenfragestellungen darzulegen.
Die Literaturdichte zu diesem Thema ist recht hoch und zwar findet sich Literatur älteren Datums, wie auch aus neuester Zeit. Problematisch allerdings ist jeweilige Gesinnung der Autoren. Nur selten ist es möglich Literatur zu finden, die durchgängig objektiv und neutral ist. So verwendet LIPPERT in ihrer Arbeit zwei getrennte Literaturlisten für der Anthroposophie zugewandten Autoren und eher als Kritiker einzuschätzende Autoren.2
Aber fast allen Autoren ist gemein, und in dieser Beziehung macht LIPPERT hier auch keine Ausnahme, dass mancherorts die Frage nach der Sachlichkeit gestellt werden muss. Zu emotional scheint doch dieses Thema besetzt zu sein, dies gilt wie gesagt sowohl für Kritiker, als auch für Befürworter der Anthroposophie und der damit verbundenen Waldorfpädagogik.

[...]

1 Vgl. LIPPERT, Susanne: Steiner und die Waldorfpädagogik. Mythos und Wirklichkeit, Neuwied; Berlin 2001, S. 69.

2 LIPPERT, 2001 S.268-276.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorverständnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1 Kurzer biographischer Abriss Rudolf Steiners

2.2 Darstellung der Anthroposophie

2.2.1. Was ist Anthroposophie?

2.3. Anthroposophie: Geisteswissenschaft und Erkenntniswissenschaft

2.3.1. Die Akasha-Chronik

2.3.1. Die Wissenschaftlichkeit der Anthroposophie

2.4 Das Anthroposophische Menschenbild

2.4.1 Die Menschheitsentwicklung

2.4.2 Das allgemeine Menschenbild

2.4.3. Karmalehre

2.4.4. Das Jahrsiebt

2.4.5. Rassismus in der Anthroposophie?

3. Schlussteil

3.1 Zusammenfassende Bemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die Anthroposophie Rudolf Steiners als wissenschaftliche Theorie betrachtet werden kann. Dabei steht die Analyse der theoretischen Konstrukte, des anthroposophischen Menschenbildes sowie die kritische Auseinandersetzung mit der Anwendung dieser Lehre in der pädagogischen Praxis und dem Vorwurf rassistischer Tendenzen im Zentrum der Untersuchung.

  • Wissenschaftstheoretische Einordnung der Anthroposophie
  • Darstellung des anthroposophischen Menschenbildes und der Karmalehre
  • Analyse der Entwicklungsphasen (Jahrsiebte) in der Waldorfpädagogik
  • Kritische Untersuchung zum Vorwurf von Rassismus innerhalb des anthroposophischen Gedankenguts

Auszug aus dem Buch

2.3.1. Die Akasha-Chronik

Jede Wissenschaft ist auf eine Erkenntnismethode und eine Quelle der Erkenntnisse angewiesen. Für die Anthroposophie stellt sich diese Quelle als ‚Akasha-Chronik’ dar. Was aber ist diese Akasha-Chronik? Im „ABC der Anthroposophie“ könne wir lesen „Nach anthroposophischer Auffassung ist nichts Vergangenes unwiederbringlich verloren. Alles Geschehene hat sich dem Weltengrund eingeprägt und kann durch einen Forscher mit entwickelten höheren Organen in diesem Weltgedächtnis wiedergefunden werden. Diese feine geistige ‚Substanz’ heißt mit indischem Ausdruck ‚Akasha’, die darin eingetragenen ‚Notizen’ sind die Akasha-Chronik.“

Mit anderen Worten bedeutet dies, dass STEINER mit Hilfe dieses ‚Weltengedächtnisses’ in der Lage gewesen sein soll alle vergangenen Ereignisse zu erfahren und zu analysieren. Allerdings sind die Befunde STEINERS nicht für jeden nachprüfbar, denn nur sozusagen ‚erleuchtete’ Personen können in dieser Chronik lesen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hier wird die Fragestellung entwickelt, ob die Anthroposophie wissenschaftlichen Kriterien genügt, und die Notwendigkeit begründet, ihr Menschenbild und ihre Praxis zu untersuchen.

2. Hauptteil: Dieser Abschnitt bietet eine biographische Skizze Steiners, definiert die Anthroposophie als Geisteswissenschaft, beleuchtet das Menschenbild mit seinen Reinkarnations- und Karma-Konzepten sowie die Entwicklungslehre der Jahrsiebte und diskutiert die Rassismus-Problematik.

3. Schlussteil: Die Arbeit resümiert, dass die Anthroposophie aufgrund mangelnder Objektivität und Falsifizierbarkeit nicht als wissenschaftliche Theorie im herkömmlichen Sinne gelten kann und weist auf die kritische Diskrepanz zwischen anthroposophischen Annahmen und modernen europäischen Werten hin.

Schlüsselwörter

Anthroposophie, Waldorfpädagogik, Rudolf Steiner, Wissenschaftstheorie, Menschenbild, Reinkarnation, Karmalehre, Jahrsiebte, Geisteswissenschaft, Akasha-Chronik, Rassismus, Pädagogische Praxis, Erkenntnismethode.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die wissenschaftliche Legitimität der Anthroposophie und hinterfragt ihre theoretischen Grundlagen sowie deren Anwendung in der Waldorfpädagogik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernpunkten gehören die Erkenntnistheorie Steiners, das anthroposophische Menschenbild, die Reinkarnationslehre, die Entwicklungsphasen des Kindes sowie die Diskussion um rassistische Ansätze.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel besteht darin zu klären, ob die Anthroposophie als wissenschaftliche Theorie betrachtet werden kann und wie ihre Lehren mit gängigen wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Standards vereinbar sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine bilanzierende Literaturanalyse, um den Forschungsstand kritisch aufzuarbeiten und die Aussagen der Anthroposophie mit wissenschaftlichen Kriterien zu vergleichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine biographische Einleitung, eine begriffliche Definition der Anthroposophie, eine Analyse der anthropologischen Konzepte und eine kritische Auseinandersetzung mit der Rassismus-Thematik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich über die Begriffe Anthroposophie, Waldorfpädagogik, Wissenschaftlichkeit, Menschenbild, Karma und Reinkarnation definieren.

Welche Rolle spielt die Akasha-Chronik in Steiners Lehre?

Sie dient als metaphysische Quelle der Erkenntnis, durch die Steiner behauptet, vergangene Ereignisse im sogenannten Weltengedächtnis nachlesen zu können, was jedoch wissenschaftlich nicht verifizierbar ist.

Warum sieht die Autorin die Karmalehre kritisch?

Die Autorin weist darauf hin, dass eine deterministische Deutung von Krankheit und Missbildung als „Strafe“ für frühere Leben im Widerspruch zu modernen Menschenrechten und demokratischen Werten steht.

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Details

Title
Die Bildungsphilosophie Rudolf Steiners - Der Versuch einer Bilanz des Forschungsstandes
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg  (Professur für allgemeine Pädagogik)
Course
Wissenschaftstheoretische und methodologische Grundlagen pädagogischer Theoriebildung
Grade
2,3
Author
Dennis Fauerbach (Author)
Publication Year
2002
Pages
20
Catalog Number
V2734
ISBN (eBook)
9783638116534
Language
German
Tags
Anthroposophie Waldorf Waldorfpädagogik Steiner Thema Waldorf-Pädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dennis Fauerbach (Author), 2002, Die Bildungsphilosophie Rudolf Steiners - Der Versuch einer Bilanz des Forschungsstandes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2734
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