Der Begriff und die möglichen Formen von Unternehmenskooperationen


Seminararbeit, 2013

22 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Unternehmenskooperation
2.1 Definition von Unternehmenskooperation
2.2 Merkmale von Kooperationen
2.2.1 Kooperationsrichtungen
2.2.2 Anzahl der Kooperationspartner
2.2.3 Räumliche Herkunft der Kooperationspartner
2.2.4 Bindungsintensität einer Kooperation
2.2.5 Zeitdauer einer Kooperation

3. Formen von Unternehmenskooperationen
3.1 Strategische Allianz
3.2 Unternehmensnetzwerk
3.3 Joint Venture

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Kooperationsebenen und -beziehungen

Abbildung 2: Kooperationen nach Anzahl der Bindungen

Abbildung 3: Charakteristika der der Grundtypen der zwischenbetrieblichen Kooperationen

1. Einleitung

Wo die großen fusionieren, müssen die Kleinen kooperieren.1

Unternehmenskooperation - ein Wort, das nahezu täglich in den Medien auftaucht und immer weiter in den Fokus der Öffentlichkeit rückt. Diese werden sowohl von kleinen, mittleren und großen Unternehmen eingegangen und praktiziert. Kooperationen, wie zum Beispiel das Krombacher Klimaschutz-Projekt in Zusammenarbeit mit dem WWF oder die Kooperation der Eismarke Langnese Cremissimo mit anderen bekannten Lebensmittelherstellern wie Milka, Toblerone oder Niederegger Marzipan sind allgegenwärtig.

Die sich ständig verändernden Marktbedingungen, die Nachfragekomplexität der Kunden und der stetig wachsende technische Fortschritt stellen Unternehmen vor immer neue Herausforderungen.2 Um diese bewältigen und den Anforderungen der Märkte gerecht werden zu können, werden Kooperationen geschlossen. Dadurch erhöhen sich die Möglichkeiten für Unternehmen, sich den Herausforderungen und den veränderten Marktsituationen zu stellen, um weiterhin in der Lage zu sein mit Großkonzernen konkurrieren zu können.3 Denn ohne diese Form der Zusammenarbeit wäre es für einige Unternehmen, aus wirtschaftlicher Sicht, nicht mehr möglich einen Fortbestand des Betriebs zu gewährleisten.

Obgleich Kooperationen helfen wirtschaftliche Chancen zu vergrößern und Risiken zu mini- mieren, sind sie, vor allem bei kleinen- und mittelständischen Unternehmen, nicht sehr beliebt. Das liegt zum einen daran, dass die Unabhängigkeit des Unternehmens ungerne auf- gegeben wird. Zum anderen wird kann eine „Schwerfälligkeit durch einen vergrößerten un- ternehmerischen Apparat“ entstehen.4 Auch hier gibt es bekannte Kooperationen in der Pra- xis, die aus verschiedenen Gründen aufgelöst wurden, beziehungsweise schon in den Ver- handlungen gescheitert sind. Beispiele für gescheiterte Kooperationen sind die ehemalige Adidas-Salomon AG, die geplante Kooperation zwischen Mercedes-Benz und BMW sowie der erfolglose Versuch Apples bei dem Kurznachrichtendienst Twitter einzusteigen.

Im Laufe dieser Seminararbeit sollen die Gründe betrachtet werden, weshalb einige Unter- nehmenskooperationen zum angestrebten Erfolg führen und wiederrum andere, teilweise schon in der Entwicklung, scheitern. Gibt es erfolgsversprechende beziehungsweise erfolgs- hemmende Kooperationsmerkmale und -formen? Welche Voraussetzungen sprechen für Ko- operationen und welche Art von Unternehmen zeichnet sich besonders für eine solche Form der Zusammenarbeit aus?

Im Anschluss an die Einleitung, in Kapitel 2, wird ein Überblick und eine Definition zu dem Begriff Unternehmenskooperation gegeben, bevor eine Unterscheidung einiger ausgewählter Merkmale vorgenommen wird. Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit den Formen einer Un- ternehmenskooperation. Hierbei werden drei ausgewählte Formen vorgestellt, die Unterschie- de beschrieben und jeweils ein Beispiel zur Veranschaulichung gezeigt. Schlussendlich wird im Fazit eine knappe Zusammenfassung und Reflexion der beschriebenen Ausarbeitungen aufgeführt.

2. Unternehmenskooperation

Im folgenden Kapitel wird der Begriff Unternehmenskooperation definiert und festgehalten, was im Allgemeinen darunter zu verstehen ist. Ferner soll aufgezeigt werden, durch welche Merkmale Unternehmenskooperationen voneinander abgegrenzt und klassifiziert werden können.

2.1 Definition von Unternehmenskooperation

Der Begriff Kooperation stammt von dem kirchenlateinischen Wort „cooperatio“ ab und bedeutet so viel wie Mitwirkung. Gemeinhin wird es als eine „Zusammenarbeit, auf politischem oder wirtschaftlichem Gebiet“ verwendet.5

Im wirtschaftlichen Kontext existiert hingegen keine einheitliche Definition, welche beschreibt, was eine Unternehmenskooperation auszeichnet. Vielmehr wird in der Literatur von jedem Autor aufs Neue beschrieben, was eine Kooperation von Unternehmen kennzeichnet, sodass sich eine Vielzahl von Definitionen finden lassen.

Im Gabler Wirtschaftslexikon wird die Kooperation von Unternehmen als eine „Zusammen- arbeit zwischen meist wenigen, rechtlich und wirtschaftlich selbstständigen Unternehmungen zur Steigerung der gemeinsamen Wettbewerbsfähigkeit“ beschrieben.6 Damit einhergehend definiert HARZER den Begriff der Unternehmenskooperation, wenn er sagt, dass eine Unter- nehmenskooperation erst dann stattfindet, „wenn sich mindestens zwei Betriebe zu einer frei- willigen und zwischenbetrieblichen Zusammenarbeit verständigen, ohne ihre wirtschaftliche und rechtliche Eigenständigkeit aufzugeben, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen, das jeder alleine nicht erreichen würde“.7 BLOHM definiert die Kooperation als „eine auf stillschweigenden oder vertraglichen Vereinbarungen beruhende Zusammenarbeit zwischen rechtlich selbstständigen und in den nicht von der Zusammenarbeit betroffenen Bereichen auch wirtschaftlich nicht voneinander abhängigen Unternehmungen“.8

Hierbei kann konstatiert werden, dass eine Vielzahl an Definitionen zu dem Nominalkompo- situm Unternehmenskooperation existieren, die dem gleichen Grundgedanken folgen. Daraus lassen sich die folgenden Hauptmerkmale für eine Unternehmenskooperation herausstellen:

-freiwilliger Zusammenschluss von zwei oder mehr Unternehmen, bei dem eine freie Wahl des Kooperationspartners gewährleistet ist
- die wirtschaftlichen und rechtlichen Unabhängigkeiten der Partner werden beibehalten
- die gegenwärtige (Wettbewerbs-)Situation der Kooperationspartner soll durch eine gemeinsame Zielverfolgung verbessert werden
- eine Unternehmenskooperation wird zur Erreichung eines oder mehrerer Ziele als zweckorientierte Arbeitsgemeinschaft geführt.9

Oftmals sind die sich zusammenschließenden Unternehmen Konkurrenten aus der gleichen Branche. Durch die Kooperation soll eine größere Machtposition innerhalb des Marktes erreicht werden, um dadurch einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz zu erlangen. Oder die Unternehmen sind in zwei unterschiedlichen Branchen tätig und versuchen ihr jeweiliges Know-how in die Kooperation einfließen zu lassen, sodass hierüber ein Vorteil gegenüber den Wettbewerbern geschaffen werden kann. Infolgedessen werden Unternehmenskooperationen geschlossen, um Abläufe im Unternehmen zu rationalisieren, Synergien zwischen den beteiligten Partnern besser zu nutzen, Ressourcen zu bündeln und um das Risiko besser zu verteilen und dadurch minimieren zu können.10

2.2 Merkmale von Kooperationen

Neben den in Kapitel 2.1 erwähnten zahlreichen Definitionen gibt es ebenfalls eine Vielzahl von verschiedenen Merkmalen und Charakteristika, die im Zuge der Unternehmenskooperation betrachtet werden sollten.

Es wird eine Unterteilung der Unternehmenskooperation in die zwischen-, inner- und überbetriebliche Kooperation vorgenommen. Die zwischenbetriebliche Kooperation charakterisiert, dass die zusammenarbeitenden Unternehmen eine gemeinsame Leistung erbringen, bei der es sich sowohl um ein Produkt als auch eine Dienstleistung handeln kann. Die innerbetriebliche Kooperation unterscheidet sich dadurch, dass es zwar eine wirtschaftliche, aber keine rechtliche Eigenständigkeit der Unternehmen gibt. So kann die Zusammenarbeit einer Forschungs- und Entwicklungsabteilung mit einer Marketingabteilung als Beispiel angesehen werden. Hierbei wird durch die Kooperation versucht, neu entwickelte Produkte besser auf die Kundenbedürfnisse abzustimmen.

Wenn lediglich Interessen der beteiligten Unternehmen zusammengefasst werden, beispielweise bei der Industrie- und Handelskammer oder Wirtschaftsverbänden, und das Ziel der Kooperation nicht auf die Herstellung von zweckmäßigen Leistungen wie Produktion oder Dienstleistungen ausgerichtet ist, wird von der überbetrieblichen Kooperation gesprochen.11,12 Im weiteren Verlauf dieser Arbeit soll ausschließlich auf die zwischenbetriebliche Kooperation eingegangen werden, da dies die meist beachtete und beschriebene Form der Kooperation ist. Eine zusätzliche Ausarbeitung der über- und innerbetrieblichen Kooperation im Rahmen dieser Seminararbeit würde daher zu komplex ausfallen.

2.2.1 Kooperationsrichtungen

Kooperationen lassen sich ebenfalls anhand ihrer Richtungen differenzieren. So kann zwischen horizontaler, vertikaler und diagonaler Kooperation unterschieden werden (siehe hierzu auch Abbildung 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Kooperationsebenen und -beziehungen

(Quelle: Vahs, D.; Schäfer-Kunz, J. 2005, S. 123).

Anhand der Abbildung wird deutlich, dass sobald zwei Betriebe auf der gleichen Wertschöp- fungsstufe tätig sind und auf dieser Stufe zusammenwirken, von einer Kooperation auf hori- zontaler Ebene gesprochen wird. Das Besondere ist, dass die Erzeugnisse der Betriebe oftmals sehr nah miteinander verwandt sind und die Unternehmen in direkter Konkurrenz zueinander stehen, wodurch Probleme in der gemeinsamen Zielverfolgung nicht auszuschließen sind. Ungeachtet dessen werden durch das Zusammenwirken eine stärkere Position am Markt so- wie eine Verbesserung in der Koordination und Durchführung einzelner Funktionen ange- strebt.13 Dabei ist allerdings zu beachten, dass diese Form der Kooperation in Deutschland strengen Regularien unterliegt und unter bestimmten Umständen kartellrechtlich genehmi- gungspflichtig sein kann. Die bevorzugten Bereiche in denen horizontale Kooperationen ein- gegangen werden, zielen auf die Abteilungen Einkauf, Logistik und Produktion ab.

Vertikale Kooperationen, auch als klassische Zulieferer-Abnehmer-Beziehungen beschrieben, bezeichnen Verbindungen zwischen Partnern, die auf aufeinanderfolgenden Produktionsstufen liegen. Hierbei kann zudem nach vorwärts- oder rückwärtsgelagerten Kooperationen unterschieden werden. Die letztgenannte Form beschreibt zum Beispiel die enge Verbindung zwischen Lieferanten und Produzenten, wobei die Zulieferer die Herstellung von den benötigten Vorprodukten übernehmen. Des Weiteren stellt die vorwärtsgelagerte vertikale Kooperation die Verbindung mit nachfolgenden Produktionsstufen dar, wobei es sich beispielsweise um Vertriebsgesellschaften oder um das Franchising-System handelt.14

Als dritte Richtung, die in der Literatur als Sonderform der horizontalen Kooperation be- zeichnet wird, ist die diagonale Kooperation zu nennen. Diese ist eine fachübergreifende und sich ergänzende Kooperation, bei der die beteiligten Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen stammen und eine Erweiterung des jeweiligen Leistungsspektrums zum Ziel ha- ben.15

2.2.2 Anzahl der Kooperationspartner

Die Anzahl der kooperierenden Partner kann sehr stark variieren. Ein Zusammenschluss kann natürlich nur vollzogen werden, sofern zwei Parteien bereit sind miteinander zu kooperieren, darüber hinaus sind bei der Partneranzahl nahezu keine Grenzen gesetzt. Die simpelste Verbindung ist die sogenannte bilaterale Bindung. Hier treten lediglich zwei Partner miteinander in Verbindung, wodurch kein allzu hoher Koordinationsaufwand anfällt.

[...]


1 Becker, T., Dammer, I.; Howaldt, J.; Loose, A. et al. 2005, S. 4.

2 Die Begriffe „Unternehmen“, „Unternehmung“ und „Betrieb“ werden im Rahmen dieser Arbeit synonym ver- wendet.

3 Vgl. Harzer, K. 2006, S. 10ff..

4 Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit 2003, S. 4.

5 http://www.duden.de/ (24.08.2013)

6 http://wirtschaftslexikon.gabler.de/ (10.09.2013)

7 Harzer, K. 2007, S.26.

8 Vgl. Blohm, H. 1980, S. 1112 .

9 Vgl. Killich, S.; Luczak, H. 2003, S. 8, siehe auch Zentes et al. 2005, S. 1284.

10 Vgl. Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit 2003, S. 6.

11 Vgl. Hagenhoff, S. 2008, S. 33.

12 Vgl. Bouncken, R.B.; Lotter, F., 2008, S. 32ff.

13 Vgl. Killich, S.; Luczak, H. 2003, S. 18.

14 Morschett, D. 2005, S. 393.

15 Vgl. Harzer, K. 2006, S. 45.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Der Begriff und die möglichen Formen von Unternehmenskooperationen
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Veranstaltung
Seminar Organisation
Note
1,5
Autor
Jahr
2013
Seiten
22
Katalognummer
V273416
ISBN (eBook)
9783656656463
ISBN (Buch)
9783656656449
Dateigröße
902 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
begriff, formen, unternehmenskooperationen
Arbeit zitieren
Philipp Dohle (Autor), 2013, Der Begriff und die möglichen Formen von Unternehmenskooperationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273416

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