In dieser Seminararbeit werde ich zunächst das neuseeländische Modell der FGC vorstellen und dabei auf die Entstehung, den Ablauf, die Grundprinzipien, die Bedeutung für auf die Teilnehmer, einige Zahlen und Fakten und zum Schluss auf Kritikpunkte der FGC eingehen.
Im zweiten Teil werde ich dann untersuchen, inwieweit man das Konzept der FGC auf die alltägliche Arbeit im Internat anwenden könnte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das neuseeländische Modell Family Group Conference
2.1 Entstehung und Entwicklung der Family Group Conference
2.2 Ablauf der Family Group Conference
2.2.1 Die Vorbereitungsphase
2.2.2 Die eigentliche Family Group Conference
2.2.3 Die Überprüfungsphase
2.3 Grundprinzipien und Merkmale der Family Group Conference
2.4 Die Bedeutung der FGC für die Teilnehmer
2.4.1 Die Familie und ihr Netzwerk
2.4.2 Der Koordinator
2.4.3 Die fallverantwortliche Fachkraft
2.5 Family Group Conference in Zahlen
2.5.1 Organisation der Family Group Conferences
2.5.2 Ausgangssituationen, die zur Family Group Conference führten
2.5.3 Zusammensetzung der Family Group Conference
2.5.4 Die entwickelten Lösungspläne
2.6 Kritik
3. Ist das Modell Family Group Conference auch in der alltäglichen Internatsarbeit anwendbar?
3.1 Vorstellung meiner Praxiseinrichtung
3.2 Übertragung der Family Group Conference auf die alltägliche Internatsarbeit
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das theoretische Potenzial des aus Neuseeland stammenden Hilfeplanverfahrens "Family Group Conference" (FGC) und analysiert, inwiefern dieses partizipationsorientierte Modell erfolgreich auf den Kontext der alltäglichen Internatsarbeit übertragen werden kann.
- Strukturelle Grundlagen und Prozessphasen der Family Group Conference
- Rollenverständnis und Verantwortungsabgabe in der modernen Hilfeplanung
- Evaluation und kritische Auseinandersetzung mit der FGC-Praxis in Deutschland
- Empowerment-Ansätze im institutionellen Rahmen der Jugendhilfe
- Theoretische Übertragung des Modells auf Konfliktlösungen im Internatsalltag
Auszug aus dem Buch
Die Familienphase („family-only-Phase”)
Daraufhin beginnt die family-only-Phase (vgl. Straub, U. 2005, S.38) Sowohl der Koordinator, als auch die fallverantwortliche Fachkraft und die weiteren Experten verlassen für diese Phase den Raum. Sie (insbesondere Koordinator und Fachkraft) bleiben aber in der Nähe und stehen für evtl. aufkommende Fragen zur Verfügung.
„In Abwesenheit der Fachkräfte entsteht ein Raum für die Familie“ (Plewa, M./Picker, D. 2010, S.355), um sich über denkbare Lösungsmöglichkeiten auszutauschen und zu prüfen, ob eigene Ressourcen und Anteile aus dem Netzwerk dafür zur Verfügung stehen und wie sie einsetzbar sind (vgl. Hansbauer, P./Hensen, G./Müller, K./Spiegel, H. 2009, S.23). Dabei kommen unter Umständen auch unkonventionelle Lösungsmöglichkeiten zustande (vgl. Früchtel, F. 2002, S.15), die Fachkräfte in der herkömmlichen Hilfeplanung nie berücksichtigt hätten.
Die Ergebnisse werden schriftlich in einem Plan festgehalten, wobei auch die Verantwortlichen der einzelnen Hilfe- und Unterstützungsarten aufgeschrieben werden, mit einzelnen, überprüfbaren Handlungsschritten (vgl. Hansbauer, P./Hensen, G./Müller, K./Spiegel, H. 2009, S.23).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Konzepts der Family Group Conference als Gegenentwurf zur expertenlastigen Hilfeplanung und Definition der Forschungsfrage.
2. Das neuseeländische Modell Family Group Conference: Umfassende Darstellung der Entstehungsgeschichte, des strukturierten Ablaufs, der Kernprinzipien sowie einer kritischen Evaluation des Modells.
3. Ist das Modell Family Group Conference auch in der alltäglichen Internatsarbeit anwendbar?: Vorstellung der Praxiseinrichtung und theoretische Erarbeitung eines Interventionsmodells zur Konfliktlösung im Internat mittels FGC.
4. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der Übertragbarkeit und Reflexion der notwendigen Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen Einsatz des Modells.
Schlüsselwörter
Family Group Conference, Hilfeplanung, Partizipation, Jugendhilfe, Familienrat, Soziale Arbeit, Empowerment, Netzwerkperspektive, Lösungsabstinenz, Internatsarbeit, Konfliktlösung, Koordinator, Fallverantwortung, Familiennetzwerk, Jugendhilfeplan
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Family Group Conference-Modell und prüft dessen theoretische Übertragbarkeit auf den Kontext der alltäglichen Internatsarbeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert auf Partizipation, die Rolle von sozialen Netzwerken in der Hilfeplanung und das Konzept des Empowerments.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die theoretische Erarbeitung, wie ein partizipationsorientiertes Verfahren aus der Jugendhilfe zur Konfliktbewältigung im Internatsalltag genutzt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung auf Basis von Literaturrecherche und der reflexiven Übertragung des Modells auf eine Fallbeschreibung aus der Praxis.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Erläuterung des neuseeländischen Modells (Struktur, Prinzipien, Kritik) und eine anschließende Übertragung auf die Praxisbeispiele im Internat.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören die professionelle Lösungsabstinenz, das soziale Netzwerk und die Klientenzentrierung.
Wie könnten Koordinatoren im Internatsalltag ausgebildet werden?
Die Autorin schlägt vor, beispielsweise ältere Schüler in speziellen Kursen ähnlich wie Streitschlichter auszubilden, betont jedoch die Herausforderung der Neutralität.
Welche Rolle spielt die „family-only-Phase“ bei der Lösungsfindung?
Diese Phase ist entscheidend, da sie den Familien einen ungestörten Raum bietet, um eigene Ressourcen zu aktivieren, was oft zu unkonventionelleren und tragfähigeren Lösungen führt.
- Arbeit zitieren
- Stephanie Duttenhöfer (Autor:in), 2013, Family Group Conference, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273419