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The Stanford Prison Experiment

Ein psychologisches Experiment zur Erforschung menschlichen Verhaltens unter den Bedingungen der Gefangenschaft

Title: The Stanford Prison Experiment

Seminar Paper , 2004 , 16 Pages , Grade: 1,2

Autor:in: Gabriel Dischereit (Author)

Sociology - Methodology and Methods
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Der Verhaltensforscher und Psychologe Professor Philip Zimbardo untersuchte in den 70er und 80er Jahren die Auswirkungen außergewöhnlicher Situationen auf den Menschen. Zimbardo lag dabei weniger daran, die persönlichen Situationen, Entwicklungen und die psychologischen Fallstudien einzelner darzulegen, er war vielmehr auf der Suche nach allgemeingültigen Zusammenhängen zwischen äußeren Einflüssen und dem Verhalten der Betroffenen.

Solche Einflüsse lassen sich in Situationen extremer Belastung, wie diese beispielsweise in Gefängnissen auftreten, beobachten. Nach dem zweiten Weltkrieg gab es eine Vielzahl von Berichten Gefangener über das persönliche Erleben, die Eindrücke und Auswirkungen ihrer jeweiligen Gefängnissituationen. Zimbardo wollte nun die Auswirkungen der Gefängnissituation auf allgemeingültiger Ebene untersuchen. Er trennte damit deutlich die persönliche Psyche des einzelnen von den Faktoren, die von „außen“ an ihn herangetragen werden und auf alle Gefangenen gleichermaßen wirken.

Die Zentrale Frage, die Zimbardo untersuchte, war die Frage nach dem „Guten“ und dem „Bösen“ im Menschen. Würde in Menschen, die extremem Druck ausgesetzt und zur Anwendung von Gewalt aufgefordert würden, das Gute oder das Böse siegen? Welchen Einfluss hat die Umwelt auf diese Entscheidung? Wer ist tatsächlich dafür verantwortlich, dass von außergewöhnlicher Gewalt in Gefängnissen berichtet wird? Für Zimbardo war die Durchführung eines Experimentes erforderlich, das unter nahezu realistischen Bedingungen die Ausnahmesituation eines Gefängnisses nachstellte. Das Gefängnis, ein Ort, der gekennzeichnet ist von künstlichen Machtstrukturen und unnatürlichen Autoritäten, schien dem Wissenschaftler eine geeignete Umgebung für die Untersuchung der Frage nach dem Einfluss äußerer Faktoren auf das Machtverhalten und die Gewaltbereitschaft des Menschen zu sein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Methoden

2.1 Versuchspersonen

2.2 Das Gefängnis

2.3 Richtlinien innerhalb des Gefängnisses

3 Durchführung

3.1 Ankunft im Gefängnis

3.2 Die Strafvollzugsbeamten

3.3 Beginn des Experiments

3.4 Der Versuchsablauf

3.4.1 Tages- und Nachtprogramm

3.4.2 Der Aufstand

3.4.3 Psychologische Taktiken

3.4.4 Entlassung von Gefangenen

3.4.5 Das Ende der Untersuchung

4 Ergebnisse und Diskussion

4.1 Effekte des psychischer Drucks

4.2 Realitätsverlust

4.3 Situation und Anordnung

4.4 Vergleichende Beobachtungen

4.5 Wirklichkeit vs. Simulation

4.6 Die Macht der Strafvollzugsbeamten

4.7 Das Pathologische-Gefangenen-Syndrom

4.8 Abhängigkeit durch den psychischen Verlust der Männlichkeit

5 Problematik der Gefängnisstrafen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologischen Auswirkungen einer künstlich geschaffenen Gefängnissituation auf menschliches Verhalten, um allgemeingültige Erkenntnisse über die Dynamik zwischen äußeren Machtstrukturen und dem Verhalten von Individuen zu gewinnen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob situative Faktoren und Rollenzuweisungen Gewaltbereitschaft und pathologisches Verhalten unabhängig von der persönlichen Disposition provozieren können.

  • Analyse des Stanford Prison Experiments als Simulationsstudie
  • Untersuchung der psychologischen Mechanismen von Macht und Unterdrückung
  • Evaluation des Einflusses von Rollenidentitäten auf das Individuum
  • Kritische Reflexion der Eigendynamik in geschlossenen Institutionen
  • Diskussion über die ethische Vertretbarkeit und die Konsequenzen der Untersuchung

Auszug aus dem Buch

Psychologische Taktiken

Der Aufstand wurde niedergeschlagen, aber jetzt sahen sich die Strafvollzugsbeamten einem neuen Problem gegenüber. Sicherlich, neun Beamte mit Gummiknüppeln konnten einen Aufstand von neun Gefangenen unter Kontrolle bringen, aber es war unmöglich, ständig neun Strafvollzugsbeamte im Dienst zu haben. Was würden sie also tun? Einer der Strafvollzugsbeamten kam auf die Lösung. "Versuchen wir es doch mit psychologischer Taktik statt mit physischer Gewalt." Psychologische Taktik bedeutete in diesem Fall die Einrichtung einer Vorzugszelle (HANEY, BANKS & ZIMBARDO, 1973).

Eine der drei Zellen wurde als "Vorzugszelle" gekennzeichnet. Die drei Gefangenen, die sich am wenigsten an dem Aufstand beteiligt hatten, erhielten eine Vorzugsbehandlung. Sie erhielten ihre Uniformen und Betten zurück und ihnen wurde erlaubt, sich zu waschen und die Zähne zu putzen. Den anderen Gefangenen wurde dies untersagt. Außerdem erhielten sie in Anwesenheit der anderen Gefangenen besonderes Essen. Dies bewirkte, dass die Solidarität unter den Gefangenen zusammenbrach.

Nachdem diese Behandlung einen halben Tag lang gedauert hatte, verlegten die Strafvollzugsbeamten einige der "guten" Gefangenen in die "bösen" Zellen und einige der "bösen" Gefangenen in die "gute" Zelle, um Verwirrung unter den Gefangenen zu stiften. Einige der Insassen, die mittlerweile die Anführer waren, glaubten, dass die Gefangenen aus der Vorzugszelle Spitzel sein müssten, so entstand Misstrauen unter den Gefangenen.

Der Aufstand der Gefangenen trug außerdem entscheidend dazu bei, den Zusammenhalt unter den Strafvollzugsbeamten zu stärken. Jetzt handelte es sich nicht mehr nur um eine wissenschaftliche Untersuchung, um bloße Simulation. Stattdessen betrachteten die Strafvollzugsbeamten die Gefangenen als Unruhestifter, die darauf aus waren, sie fertig zu machen, und die ihnen wirklich etwas antun konnten. Als Reaktion auf diese Bedrohung erhöhten sie ihre Kontrolle, Überwachung und Aggressivität.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Fragestellung nach dem Einfluss extremer situativer Bedingungen auf das Verhalten des Menschen unter Bezugnahme auf Philip Zimbardos Forschungsinteresse.

2 Methoden: Darstellung des Versuchsaufbaus, der Auswahl der Teilnehmer sowie der baulichen und inhaltlichen Rahmenbedingungen des simulierten Gefängnisses.

3 Durchführung: Detaillierte Schilderung des Ablaufs, von der polizeilichen Festnahme über die täglichen Routinen und den Aufstand bis hin zum vorzeitigen Abbruch des Experiments.

4 Ergebnisse und Diskussion: Analyse der psychologischen Wirkungen, wie Realitätsverlust und Machtdynamiken, sowie der Vergleich mit realen Gefängnissituationen.

5 Problematik der Gefängnisstrafen: Kritische Auseinandersetzung mit der Eigendynamik in Strafvollzugssystemen und den ethischen Konsequenzen der Versuchsergebnisse für die heutige Praxis.

Schlüsselwörter

Stanford Prison Experiment, Philip Zimbardo, Sozialpsychologie, Gefängnissimulation, Rollenverhalten, Machtstrukturen, Deindividuation, psychischer Druck, Gefangenen-Wärter-Dynamik, Gehorsam, Aggressivität, Ethik, Institutionelle Gewalt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das bekannte Stanford Prison Experiment, um die Auswirkungen von situativen Faktoren und künstlichen Machtstrukturen auf das Verhalten von Menschen zu untersuchen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die psychologischen Mechanismen von Autorität, den Verlust der Individualität durch Rollenzuweisung sowie die Eigendynamik von Machtmissbrauch in geschlossenen Institutionen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob ein „Gutes“ oder „Böses“ Verhalten primär durch die Persönlichkeit des Individuums oder durch die aufoktroyierte Umgebung bestimmt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Philip Zimbardo nutzte eine kontrollierte Feldstudie in Form einer realistischen Gefängnissimulation mit freiwilligen Versuchsteilnehmern.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beschreibt detailliert den Versuchsaufbau, den eskalierenden Ablauf des Experiments sowie die daraus resultierenden Ergebnisse hinsichtlich der psychischen Verfassung von Gefangenen und Wärtern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Sozialpsychologie, Machtstrukturen, Rollenverhalten, Deindividuation und institutionelle Gewalt.

Warum musste das Experiment vorzeitig abgebrochen werden?

Das Experiment wurde nach sechs Tagen abgebrochen, da die Misshandlungen der Wärter eskalierten und eine Außenstehende die ethische Unvertretbarkeit der Zustände aufzeigte.

Welche Rolle spielten die psychologischen Taktiken der Wärter?

Die Wärter setzten psychologische Mittel wie die Einrichtung einer "Vorzugszelle" ein, um Misstrauen unter den Gefangenen zu säen und so deren Solidarität gezielt zu untergraben.

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Details

Title
The Stanford Prison Experiment
Subtitle
Ein psychologisches Experiment zur Erforschung menschlichen Verhaltens unter den Bedingungen der Gefangenschaft
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Medizinische Soziologie)
Grade
1,2
Author
Gabriel Dischereit (Author)
Publication Year
2004
Pages
16
Catalog Number
V27343
ISBN (eBook)
9783638294195
ISBN (Book)
9783638778336
Language
German
Tags
Stanford Prison Experiment
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gabriel Dischereit (Author), 2004, The Stanford Prison Experiment, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27343
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