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DIE AUTOBIOGRAFIE - Eine Gegenüberstellung der Theorien von Georges Gusdorf und Philippe Lejeune

Title: DIE AUTOBIOGRAFIE - Eine Gegenüberstellung der Theorien von Georges Gusdorf und Philippe Lejeune

Intermediate Examination Paper , 2002 , 23 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Verena Roelvink (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Der Begriff „Autobiografie“ wird im Duden umschrieben als eine „literarische Darstellung des eigenen Leben.“ In dem Proseminar „Weder Literatur-oder-Leben noch Mann-oder-Frau, sondern...“ im Wintersemester 2001/2002 haben wir die Autobiografie anhand von theoretischen, literarischen und autobiografischen Texten untersucht. Dabei standen vor allem die Geschlechterdifferenz, die Gattungsdiskussion und die Opposition von Literatur und Leben im Mittelpunkt. Wir haben festgestellt, dass die Autobiografie ein Bereich ist, an dem Kategorien wie Autor, Werk und Gattung zusammentreten. Die Diskussion um die Definition dieser Kategorien und die Definition der Autobiografie selber, hat mich am meisten interessiert. Deswegen habe ich für meine Hausarbeit zwei Aufsätze ausgesucht, die versuchen, die Autobiografie zu definieren und die mit ihr auftauchenden Probleme aufzuzeigen. Einer der Aufsätze ist von dem Franzosen Georges Gusdorf und trägt den Titel „Voraussetzungen und Grenzen der Autobiographie.“ Der andere Aufsatz, „Der autobiographische Pakt“, ist von Philippe Lejeune, ebenfalls ein Franzose. In den fünfziger Jahren setzte eine neue Phase der Autobiografie-Forschung ein, bei der Frankreich und die angelsächsischen Länder für längere Zeit die Führung übernahmen, vor allem in der gattungstheoretischen Diskussion. Die Formgesetzte der Gattung traten hier erstmals in das Blickfeld. Es wurde versucht, die Gattung der Autobiografie von anderen Selbsterzeugnissen und von der Biografie, wie auch ihre verschiedenen Typen untereinander, formal zu unterscheiden. Der Begriff „Kunstwerk“ tauchte im Zusammenhang mit der Autobiografie zum ersten Mal 1956 bei Georges Gusdorf auf. Philippe Lejeune stellte in seinem Aufsatz heraus, dass die Beziehung des Autobiografen zum Leser eine sehr wichtige Rolle spielt. „Der autobiographische Pakt“ erschien fast zwanzig Jahre nach dem Aufsatz von Gusdorf (nämlich 1974). In dieser Zeitspanne hat sich die Diskussion um die Autobiografie stark weiterentwickelt und somit sind Lejeune´s Überlegungen und Gedankengänge natürlich ausgereifter. Im ersten Kapitel meiner Hausarbeit werde ich den Aufsatz von Georges Gusdorf mit eigenen Worten zusammenfassen und erklären und im zweiten Kapitel den von Philippe Lejeune. Im Schlussteil werde ich dann auf Verknüpfungspunkte der beiden Aufsätze eingehen und meine eigene Meinung darstellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Selbsterkenntnis eines Menschen als Kunstwerk

2. Eine vertragliche Gattung

Schlussteil

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit den autobiografietheoretischen Ansätzen von Georges Gusdorf und Philippe Lejeune auseinander. Ziel ist es, die unterschiedlichen Definitionen und Konzepte der Autobiografie sowie die Bedeutung von Autorschaft und Identität innerhalb dieser literarischen Gattung zu untersuchen und zu vergleichen.

  • Gusdorfs Verständnis der Autobiografie als "Kunstwerk" und Mittel zur Selbsterkenntnis.
  • Lejeunes Theorie des "autobiografischen Pakts" und die Bedeutung der Identität von Autor, Erzähler und Protagonist.
  • Die Rolle des Eigennamens und der Referenzialität in autobiografischen Texten.
  • Kritische Reflexion der Gattungsgrenzen zwischen Biografie, Roman und Autobiografie.

Auszug aus dem Buch

1. Selbsterkenntnis eines Menschen als Kunstwerk

In seinem Aufsatz „Voraussetzungen und Grenzen der Autobiographie“ bezeichnet Georges Gusdorf die Autobiografie als eine fest etablierte Gattung, an deren Existenz für ihn kein Zweifel besteht. Er definiert Autobiografie als eine ganzheitliche und zusammenhängende Darstellung eines gesamten Lebens, die von demjenigen, um dessen Leben es sich handelt, selber geschrieben wird. Sie ist für Gusdorf ein Dokument über ein Leben, ein Zeugnis eines Menschen über sich selbst. Doch in allererster Linie ist die Autobiografie für ihn ein Kunstwerk, das verborgene Stellen des persönlichen Wesens zutage bringt und uns damit den inneren Menschen zeigt. Er sagt, die Autobiografie habe etwas Schöpferisches an sich. Sie bewirke eine Erschaffung des eigenen Ichs durch den Autor selber und sei somit Mittel der Selbsterkenntnis.

Gusdorf bezeichnet sie als Spiegel, in dem der Mensch sein eigenes Bild wiedergibt. Er ist der Meinung, ein Autor will mit einer Autobiografie sein Leben zur Vollendung bringen, ihm einen Sinn geben. Bevor ich jedoch näher auf Gusdorf´s Verständnis von Autobiografie eingehe, möchte ich zunächst zusammenfassen, wie er die historische Entstehung begreift und beschreibt. Er sagt, dass die Gattung der Autobiografie räumlich und zeitlich begrenzt auftritt. Das Anliegen, das eigene Leben zusammenzufassen, zeige sich nur auf einem kleinen Teil der Weltkarte und erst seit einigen Jahrhunderten.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die Themenstellung ein, erläutert die Auswahl der Aufsätze von Georges Gusdorf und Philippe Lejeune und skizziert das Forschungsinteresse an der Gattungsdefinition der Autobiografie.

1. Selbsterkenntnis eines Menschen als Kunstwerk: Dieses Kapitel arbeitet Gusdorfs Konzept der Autobiografie als schöpferisches Kunstwerk und Spiegel der Selbsterkenntnis heraus, welches sich historisch als Ausdruck des abendländischen Individualitätsbewusstseins etabliert hat.

2. Eine vertragliche Gattung: Dieses Kapitel analysiert Lejeunes Theorie des autobiografischen Pakts, der über die Identität zwischen Autor, Erzähler und Protagonist definiert wird und die Autobiografie von fiktionalen Formen wie dem Roman abgrenzt.

Schlussteil: Der Schlussteil führt die Positionen beider Theoretiker zusammen, reflektiert Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in ihren Ansätzen und formuliert die eigene Position der Autorin zu den behandelten Gattungsfragen.

Schlüsselwörter

Autobiografie, Georges Gusdorf, Philippe Lejeune, autobiografischer Pakt, Selbsterkenntnis, Identität, Literaturtheorie, Gattungsdiskussion, Referenzialität, Eigenname, Biografie, Roman, autobiografisches Schreiben, Innerlichkeit, Individualität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Definition der Gattung Autobiografie anhand der einflussreichen Aufsätze von Georges Gusdorf und Philippe Lejeune.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Möglichkeiten der Selbsterkenntnis durch autobiografisches Schreiben, die Identitätskonstitution zwischen Autor und Erzähler sowie die formale Abgrenzung der Autobiografie gegenüber Roman und Biografie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Gegenüberstellung der theoretischen Ansätze von Gusdorf und Lejeune, um aufzuzeigen, wie unterschiedliche Kriterien (wie das Kunstwerk-Konzept versus den Pakt-Begriff) das Verständnis der Gattung prägen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der vergleichenden Literaturanalyse und Gattungstheorie, ergänzt um eine eigene kritische Reflexion der theoretischen Thesen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in zwei Abschnitte: Zuerst wird Gusdorfs Sicht auf die Autobiografie als historisch gewachsene Ausdrucksform des Inneren dargelegt, gefolgt von Lejeunes strukturanalytischem Ansatz, der den autobiografischen Vertrag in den Mittelpunkt stellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Autobiografie, Selbsterkenntnis, Identität, autobiografischer Pakt, Gattung, Referenzialität und Autorschaft.

Wie unterscheidet Gusdorf Autobiografie von Biografie?

Gusdorf betont, dass in der Autobiografie Künstler und Modell identisch sind, während der Historiker bei einer Biografie stets eine Distanz zum Untersuchungsgegenstand einnimmt.

Warum hält Lejeune den Eigennamen für so bedeutsam?

Der Eigenname fungiert für Lejeune als eine Art Signatur, die den "autobiografischen Pakt" rechtlich und konventionell besiegelt und den Text als referenzielles Zeugnis statt als Fiktion ausweist.

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Details

Title
DIE AUTOBIOGRAFIE - Eine Gegenüberstellung der Theorien von Georges Gusdorf und Philippe Lejeune
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Germanistisches Seminar)
Grade
2,0
Author
Verena Roelvink (Author)
Publication Year
2002
Pages
23
Catalog Number
V27345
ISBN (eBook)
9783638294201
Language
German
Tags
AUTOBIOGRAFIE Eine Gegenüberstellung Theorien Georges Gusdorf Philippe Lejeune
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Verena Roelvink (Author), 2002, DIE AUTOBIOGRAFIE - Eine Gegenüberstellung der Theorien von Georges Gusdorf und Philippe Lejeune, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27345
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