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Postmoderne Existenzen: Über die Lebenssituation vietnamesischer ehemaliger VertragsarbeiterInnen der DDR nach der Wende

Titel: Postmoderne Existenzen: Über die Lebenssituation vietnamesischer ehemaliger VertragsarbeiterInnen der DDR nach der Wende

Diplomarbeit , 2001 , 109 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anka Gehre (Autor:in)

Soziologie - Politik, Majoritäten, Minoritäten
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Kurz, wir denken in den Ordnungsmustern der ersten Moderne, leben und handeln aber in den Grauzonen und Turbulenzen der zweiten Moderne.“ (Beck 2000, S. 34).

„Konkret meine ich damit Formen einer deterritorialisierten Gesellschaft, die es in bestimmten Bereichen und Gruppen bereits gibt, wie etwa den 'global players', [...]. Es gibt sie aber auch im unteren Bereich der Gesellschaft, bei den Migranten, bei all jenen, die am Rande der Gesellschaft leben und die transnationale Lebensformen entwickeln müssen.“ (a.a.O., S. 34 / 35; Hervorh. im Orig.)

Aus diesen Zitaten lassen sich die zwei für meine vorliegende Diplomarbeit grundlegenden Annahmen herauslesen. Ich gehe einerseits davon aus, daß unsere Lebensrealität, also unserer aller Lebenslage und –situation bereits von Merkmalen der wie Beck sie nennt `zweiten Moderne´, oder wie Bauman sie bezeichnet `Postmoderne´ gekennzeichnet ist. Diese neue Realität hat sich aber noch nicht im Handeln, wie ich meine vor allem im politischen Handeln, niedergeschlagen. Dies hat weitreichende Konsequenzen für die Lebensumstände vor allem der gesellschaftlichen Gruppen, welche in ihrem gesamten existentiellen Status von eben diesem politischen Handeln abhängig sind, den MigrantInnen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Prolog

1.2 Zum Inhalt

2 Theorieteil

2.1 Bemerkungen

2.2. Das Theoriekonzept Zygmunt Baumans

2.2.1 Die Moderne

2.2.2 Der Nationalstaat als Verkörperung des modernen Denkens

2.2.3 Der Fremde

2.2.4 Die Assimilationsfalle

2.2.5 Exkurs I: der Fremde bei Simmel

2.2.6 Die Postmoderne

2.2.7 Gesellschaftlichkeit

2.2.8 Vorgestellte Gemeinschaften

2.2.9 Vagabunden und Touristen

2.2.10 Exkurs II : Der Begriff der Leitkultur bei Bassam Tibi

2.3 Die Theorie der Wanderungssoziologe bei Esser

2.3.1 Spiegelbild moderner Vorstellungen

2.3.2 Zentrale Begrifflichkeiten

2.3.3 Die Wirkung der Umwelteinflüsse auf das assimilative Handeln

2.3.4 Die Eingliederung als Prozeß

2.3.5 Innerethnische Enklaven

2.3.6 Formen der partiellen Anpassung

2.3.7 Die multiethnische Gesellschaft bei Esser

2.4 Zusammenfassung und Abgleich der theoretischen Ausarbeitung

2.5 Überleitung zum zweiten Komplex

3 Die VertragsarbeitnehmerInnen

3.1 Statistische Angaben

3.2 Zur Situation der vietnamesischen VAN in der DDR

3.2.1 Politisch – rechtliche Rahmenbedingungen

3.2.2 Der Aufenthaltsstatus

3.2.3 Aufenthaltsdauer

3.2.4 Die Sprachkurse

3.2.5 Die Wohnsituation

3.3 Wendezeit

3.3.1 Die politische Entwicklung

3.3.2 Der Einigungsvertrag

3.3.3 Die Wendezeit im Leben der VAN

3.4 Die ehemaligen VertragsarbeitnehmerInnen nach der Wende

3.4.1 Der Aufenthaltsstatus

3.4.2 Der Weg zum Bleiberecht

3.4.3 Die Bleiberechtsregelung

3.4.4 Probleme bei der Umsetzung des Bleiberechts

3.4.5 Schlußpunkt: Das neue Staatsangehörigkeitsgesetz

4 Bewertung der Lebenssituation der vietnamesischen ehemaligen VAN

4.1 Die Lebenssituation vor der Wende

4.2 Die Lebenssituation während und nach der Wende

4.2.1 Die Auswirkungen der aufenthaltsrechtlichen Bestimmungen

4.2.2 Die ethnische Ökonomie

4.2.3 Die Selbstverortung der vietnamesischen VAN

4.2.4 Touristen und Vagabunden II

5 Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Lebenssituation ehemaliger vietnamesischer VertragsarbeiterInnen der DDR nach der politischen Wende als eine "postmoderne Existenz" zu charakterisieren, indem sie den Wandel von den restriktiven, als "modern" eingestuften Lebensbedingungen in der DDR hin zu einer Situation der Ambivalenz und Unsicherheit nach der Wende analysiert.

  • Analyse des Theoriekonzepts der Moderne und Postmoderne nach Zygmunt Bauman.
  • Untersuchung des Integrations- und Assimilationsmodells von Hartmut Esser als Gegensatz zur Postmoderne.
  • Bewertung der spezifischen Lebensumstände vietnamesischer VertragsarbeiterInnen in der DDR vor und nach der Wende.
  • Diskussion der politischen Rahmenbedingungen, einschließlich der Bleiberechtsregelungen und des Staatsangehörigkeitsgesetzes.
  • Anwendung soziologischer Typologien (Vagabunden und Touristen) auf die Migrationserfahrungen dieser Gruppe.

Auszug aus dem Buch

Die Postmoderne

Mit der Erkenntnis der Unmöglichkeit der Assimilation erlischt nach Bauman auch der assimilatorische Eifer der Moderne. Die Moderne muß also lernen, mit ihrer eigenen Unmöglichkeit zu leben, muß lernen, sich in Werturteilen zurückzuhalten und Toleranz zu üben (vgl. Bauman 1995b, S. 333). Dies ist der erste Schritt hin zu einer postmodernen Existenz, einer Welt der universalen Partikularität die durch Vielfalt und nicht länger durch Einheitlichkeit gekennzeichnet ist. Wichtig anzumerken ist hierbei auch, daß der Umgang mit Ambivalenz nun nicht mehr eine Sache des Staates oder generell übergeordneter Institutionen ist, sondern auf das einzelne Individuum verlagert wurde (a.a.O., S. 239). Dieser erste Schritt zur Emanzipation ist also die Anerkennung der Tatsache, daß außer der unseren noch andere Lebensarten existieren, die nicht weniger wert sind als unsere eigene Lebensweise.

Die eigene Kontingenz muß also akzeptiert werden (a.a.O., S. 285). Damit erlischt auch die Vorstellung von der einen Wahrheit und – in der Konsequenz – das Gefühl der Sicherheit in jeglicher Hinsicht (a.a.O., S. 288). Die postmoderne Existenz ist also als bar jeglicher Gewißheit zu bezeichnen (a.a.O., S. 288).

Der Nationalstaat sieht somit seine Rolle nicht länger darin, Ordnung und Homogenität in jeder Hinsicht zu schaffen. Die Ambivalenz wurde also von der öffentlichen in die private Sphäre verlagert. Jedes Individuum ist von nun an aufgerufen, selbst mit den Uneindeutigkeiten des Lebens umzugehen. An dieser Stelle bezieht sich Bauman auch ausdrücklich auf das Luhmansche Bild des `sozial ortlosen´ Menschen (vgl. a.a.O., S. 123), der Mitglied in vielen verschiedenen Teilsystemen der Gesellschaft ist, keinem aber vollständig angehört. Der (post)moderne Mensch ist somit überall ein Fremder, muß lernen, mit Unsicherheiten und Uneindeutigkeiten umzugehen, also das beste daraus zu machen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik ein und begründet die Anwendung baumanscher und esserscher Theorien zur Analyse der Lebenssituation vietnamesischer ehemaliger VertragsarbeiterInnen.

2 Theorieteil: Dieser Abschnitt erläutert die theoretischen Grundlagen des Konzepts der Postmoderne nach Bauman sowie der Wanderungssoziologie nach Esser, um einen Rahmen für die Untersuchung zu schaffen.

3 Die VertragsarbeitnehmerInnen: Hier werden die politischen Rahmenbedingungen, statistische Daten und die spezifische Situation der VertragsarbeiterInnen in der DDR sowie der Wendezeit detailliert beschrieben.

4 Bewertung der Lebenssituation der vietnamesischen ehemaligen VAN: Das Kapitel verknüpft die theoretischen Modelle mit den realen Erfahrungen der Migrantengruppe und belegt deren postmoderne Existenzweise durch die Analyse von Selbstverortung und Migrationsbiografien.

5 Resümee: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Lebenssituation der ehemaligen vietnamesischen VertragsarbeiterInnen als postmoderne Existenz begriffen werden kann, die sich durch den Übergang vom Vagabundentum zum Touristen charakterisieren lässt.

Schlüsselwörter

Postmoderne, Moderne, VertragsarbeiterInnen, Migration, Assimilation, Integration, Fremdheit, Nationalstaat, Ambivalenz, Lebenssituation, Identität, DDR, Wendezeit, Vagabund, Tourist.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht die Lebenssituation vietnamesischer ehemaliger VertragsarbeiterInnen in der DDR nach der politischen Wende vor dem Hintergrund soziologischer Konzepte der Moderne und Postmoderne.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt die Themen Migration, Integration, Assimilation, nationale Identität und die soziologischen Bedingungen, unter denen Migranten in einer sich wandelnden Gesellschaft leben.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Lebenssituation der betroffenen Migranten nach der Wende als "postmoderne Existenz" verstanden werden kann, nachdem ihre Situation in der DDR als typisch "modern" zu klassifizieren war.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit verwendet einen theoretisch-analytischen Ansatz. Sie stützt sich auf die soziologischen Modelle von Zygmunt Bauman und Hartmut Esser, um empirische Daten und Aussagen aus anderen Untersuchungen zu interpretieren und einzuordnen.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine historische Beschreibung der Lebensbedingungen der VertragsarbeiterInnen in der DDR sowie eine Bewertung dieser Situation vor, während und nach der Wende.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören: Postmoderne, Moderne, Assimilation, Integration, Fremdheit, VertragsarbeiterInnen, Ambivalenz und Identität.

Warum wird die Situation der VertragsarbeiterInnen als "postmoderne Existenz" bezeichnet?

Weil sie sich zwischen der Herkunfts- und Aufnahmegesellschaft befinden, von existenzieller Unsicherheit geprägt sind, eine hohe Flexibilität zeigen müssen und keine eindeutige, dauerhafte Zugehörigkeit mehr erleben, was typisch für postmoderne Lebensentwürfe ist.

Welche Rolle spielen die Konzepte "Vagabund" und "Tourist" in der Analyse?

Diese dienen als Metaphern für die verschiedenen Stadien der Migrationserfahrung: Die Phase unmittelbar nach der Wende ist durch die unfreiwillige Prekarität des "Vagabunden" gekennzeichnet, während die spätere Stabilisierung eher der Wahlfreiheit des "Touristen" entspricht.

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Details

Titel
Postmoderne Existenzen: Über die Lebenssituation vietnamesischer ehemaliger VertragsarbeiterInnen der DDR nach der Wende
Hochschule
Technische Universität Chemnitz  (Soziologie)
Note
1,3
Autor
Anka Gehre (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2001
Seiten
109
Katalognummer
V27346
ISBN (eBook)
9783638294218
ISBN (Buch)
9783656397403
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Postmoderne (Zygmunt Bauman) Leitkultur Assimilation Integration
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anka Gehre (Autor:in), 2001, Postmoderne Existenzen: Über die Lebenssituation vietnamesischer ehemaliger VertragsarbeiterInnen der DDR nach der Wende, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27346
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  109  Seiten
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