In Deutschland waren im Jahr 2011 ca. 1.545.000 Personen in verschiedenen Pflegeberufen der voll- und teilstationären, sowie ambulanten Pflege beschäftigt. Wachsende Anforderungen, zunehmender Zeitdruck, ständig steigende Qualitätsanforderungen, dazu der stete Personalmangel sind Bedingungen die jeden einzelnen von ihnen betreffen. Und diese Voraussetzungen sind es, die gerade in Pflegeberufen häufig zu Gesundheitsproblemen führen.
Antonovsky widmete sich in seinen Forschungen der Frage warum unter gleichen Voraussetzungen manche Menschen gesünder und widerstandsfähiger sind als andere. Seine Ergebnisse führten zum Salutogenetischen Modell.
Wenn man den vielen Sprichwörtern glaubt, die es zum Thema Humor und Lachen gibt, sollten Menschen die mit viel Humor durch diese Welt gehen, die häufiger Lachen auch gesünder sein.
Nachdem ich das salutogenetische Modell von Antonovsky vorgestellt habe möchte ich hier der Frage nachgehen, ob Humor im Pflegeberuf ein salutogenetischer Ansatz sein kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Annäherung an das Thema
2. Entwicklung der Stressforschung
3. Salutogenese und Pathogenese
4. Das Konzept der Salutogenese
4.1. Das Kohärenzgefühl
4.2. Die Entwicklung des Kohärenzgefühls
4.3. Stressoren und Widerstandsressourcen
5. Humor
6. Humor und Salutogenese
7. Humor und Pflege
8. Abschluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung des salutogenetischen Modells von Aaron Antonovsky im Kontext des Pflegeberufs, mit einem besonderen Fokus auf die Frage, inwieweit Humor als salutogenetischer Ansatz zur Bewältigung beruflicher Belastungen dienen kann.
- Grundlagen des salutogenetischen Modells nach Antonovsky
- Analyse des Kohärenzgefühls und dessen Komponenten
- Differenzierung zwischen pathogenetischen und salutogenetischen Ansätzen
- Die Funktion und Facetten von Humor in sozialen und psychologischen Kontexten
- Humor als Strategie zur Belastungsbewältigung in der professionellen Pflege
Auszug aus dem Buch
5. Humor
Der Begriff des Humors hat sich in den letzten Jahrhunderten einer starken Wandlung unterzogen. So stand das Wort „Humores“ zunächst für die Säftelehre, die den Temperamenten eine unterschiedliche Mischung der Körpersäfte unterstellt. Seit dem 18. Jahrhundert wird mit Humor eine menschliche Grundhaltung in Verbindung gebracht, unabhängig von den Körpersäften. Im Duden wird das Wort Humor derzeit definiert als „Fähigkeit und Gabe eines Menschen, der Unzulänglichkeit der Welt und der Menschen, den Schwierigkeiten und Missgeschicken des Alltags mit heiterer Gelassenheit zu begegnen, sie nicht so tragisch zu nehmen und über sie und sich lachen zu können“. Peter L. Berger bezeichnet den Sinn für Humor als die Fähigkeit, das Komische wahrzunehmen (vgl. Berger, 1998). Somit ist Humor vor allem eine Geisteshaltung. Aber Humor hat viele Facetten, positive wie auch negative. Siegel unterscheidet in ihrer Arbeit die soziale, kommunikative, psychologische und physiologische Funktion des Humors.
Auf der sozialen Ebene kann Humor die Entwicklung sozialer Kompetenzen bereits bei Kleinkindern fördern, Simons, McCluskey-Fawcett und Papini gehen noch einen Schritt weiter und sehen im Humor sogar eine Überlebensstrategie für Kinder. Auch Nähe und Distanz können mit Hilfe des Humors deutlich gemacht werden. So kann ein er helfen das Eis zwischen den Menschen zu brechen und Angst vor dem Unbekannten zu nehmen, andererseits aber auch ein Gefühl das Ausgelachtwerdens erzeugen und somit Distanz schaffen. Auch Macht kann mit Humor zum Ausdruck gebracht werden, besonders in sozialen Gruppen. In Bezug auf soziale Gesellschaften kann Humor dazu beitragen, Wert- und Machtordnungen zu sichern oder aufzubrechen, indem er karikativ eingesetzt wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Annäherung an das Thema: Einführung in die Arbeitsbelastungen in der Pflege und Fragestellung, ob Humor als salutogenetischer Ansatz fungieren kann.
2. Entwicklung der Stressforschung: Darstellung der klassischen Stressmodelle von Hans Seyle und Richard S. Lazarus als theoretischer Hintergrund.
3. Salutogenese und Pathogenese: Gegenüberstellung der pathogenetischen Sichtweise und des salutogenetischen Konzepts nach Antonovsky.
4. Das Konzept der Salutogenese: Detaillierte Erläuterung des Gesundheits-Krankheits-Kontinuums und der zentralen Faktoren wie Kohärenzgefühl und Stressoren.
5. Humor: Analyse der Definition und der vielfältigen Funktionen von Humor auf sozialer, kommunikativer und psychologischer Ebene.
6. Humor und Salutogenese: Zusammenführung der Konzepte zur Untersuchung der positiven Auswirkungen von Humor auf die Handhabbarkeit von Belastungen.
7. Humor und Pflege: Praxisbezogene Betrachtung von Humor als Bewältigungsinstrument im klinischen Alltag und im Umgang mit Patienten.
8. Abschluss: Fazit zur Relevanz des salutogenetischen Modells und Zusammenfassung der Erkenntnisse zum Humor in der Pflege.
Schlüsselwörter
Salutogenese, Antonovsky, Kohärenzgefühl, Stressforschung, Pflegemanagement, Gesundheitswissenschaft, Humor, Belastungsbewältigung, Coping, Resilienz, Arbeitsbedingungen, Gesundheits-Krankheits-Kontinuum, Widerstandsressourcen, Klinikclowns, Interaktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das salutogenetische Modell von A. Antonovsky und dessen Relevanz für den Pflegeberuf, insbesondere im Hinblick auf die Frage, ob Humor als Strategie zur Gesundheitsförderung eingesetzt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Stressforschung, dem salutogenetischen Konzept (insbesondere dem Kohärenzgefühl) und den vielschichtigen Funktionen des Humors in der professionellen Pflege.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die wissenschaftliche Analyse, ob Humor als salutogenetischer Ansatz bei den hohen Anforderungen im Pflegealltag einen Beitrag zur Gesunderhaltung der Pflegekräfte leisten kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf der Analyse bestehender Fachliteratur und theoretischer Modelle zur Stressbewältigung und Salutogenese basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Salutogenese, die Analyse der verschiedenen Ebenen von Humor und die praktische Verknüpfung dieser Ansätze im Pflegekontext.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch die Begriffe Salutogenese, Kohärenzgefühl, Humor und Stressbewältigung charakterisieren.
Wie unterscheidet sich Antonovskys Modell von der klassischen Pathogenese?
Während die Pathogenese primär nach den Ursachen von Krankheit fragt, konzentriert sich Antonovsky darauf, welche Faktoren Menschen trotz Belastungen gesund erhalten und stärken.
Welche Rolle spielen die drei Komponenten des Kohärenzgefühls in diesem Zusammenhang?
Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Bedeutsamkeit bilden gemeinsam das Kohärenzgefühl, welches darüber bestimmt, wie effektiv eine Person Stressoren bewältigen und sich auf dem Gesundheits-Kontinuum bewegen kann.
Inwiefern kann Humor bei Pflegekräften problematisch sein?
Wenn Humor negativ, aggressiv oder distanzierend eingesetzt wird, kann er Arbeitsbeziehungen belasten, Mobbing begünstigen und die Arbeitszufriedenheit senken, statt zur Entspannung beizutragen.
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- Kerstin Kase (Author), 2013, Humor bei Pflegekräften - (k)ein salutogenetischer Ansatz?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273500