Unterrichtsentwurf Religion zum Thema: Pränataldiagnostik - Segen und Fluch


Unterrichtsentwurf, 2014
18 Seiten, Note: 3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Diagnostischer Bedingungsrahmen
1.1 Lernausgangslage für das Vorhaben
1.2 Lernvoraussetzungen für die Unterrichtseinheit
1.2.1 Lerngruppenbezogene Lernvoraussetzungen
1.2.2 Individuelle Lernvoraussetzungen

2 Längerfristige Unterrichtszusammenhänge
2.1 Vorgaben in Richtlinien, Lehrplänen und der didaktischen Jahresplanung
2.2 Didaktisch-methodischen Progressionen innerhalb der Unterrichtsreihe
2.3 Fachdidaktischer Begründungszusammenhang
2.4 Kompetenzorientierte Unterrichtsperspektiven

3 Planung der Unterrichtseinheit
3.1 Abzuleitende Lernzuwächse und anzustrebende Kompetenzen
3.2 Verlaufsplanung
3.3 Didaktisch-methodische Begründungen des Arrangements

4 Literatur

5 Anlagenverzeichnis

1 Diagnostischer Bedingungsrahmen

1.1 Lernausgangslage für das Vorhaben

Die Lerngruppe BFS1A/B setzt sich aus 15 Lernenden zusammen. Die Lernenden befinden sich in der Unterstufe der Zweijährigen Höheren Berufsfachschule für Gesundheit und Soziales gemäß Anlage C5 der APO-BK (vgl. Ministerium für Schule und Weiterbildung, 20013, S. 16-17). Die Lernenden werden in Vollzeit unterrichtet und streben den schulischen Teil der Fachhochschulreife an. Die Lerngruppe besteht aus 13 Schülerinnen und zwei Schülern. Sie sind zwischen 16 und 22 Jahre alt.

1.2 Lernvoraussetzungen für die Unterrichtseinheit

Die Lernvoraussetzungen der Lerngruppe sind bezüglich der formalen Eingangsqualifikation als homogen zu beschreiben, da alle Lernenden über die Fachoberschulreife (FOR) verfügen. Die Schulformen, die die Lernenden vorab besucht haben, um die FOR zu erlangen, sind jedoch heterogen. So kommen die Lernenden zu Teilen aus der Gesamtschule, der Realschule, der 9. Klasse des Gymnasiums oder haben das Berufsgrundschuljahr absolviert und die FOR erreicht.

1.2.1 Lerngruppenbezogene Lernvoraussetzungen

Die BFS1A/B setzt sich aus Lernenden zweier Klassen zusammen. Parallel zum Evangelischen Religionsunterricht wird der katholische Religionsunterricht angeboten. Die jeweiligen Anmeldungen erfolgten zu Schuljahresbeginn 2013/14. Abmeldungen haben während des Schuljahres im Evangelischen Religionsunterricht nicht stattgefunden. Die BFS1A/B hat im Schuljahr 2013/14 mittwochs doppelstündig Evangelischen Religionsunterricht. Für die vorgestellte Unterrichtseinheit ist eine Stundenverlegung erforderlich. Im Rahmen des vorgesehenen Ausbildungsunterrichts erfolgt der Einsatz unter Begleitung der Ausbildungslehrerin Frau Gabriele Dudda seit Anfang November 2013.

Die Konfessionszugehörigkeit stellt sich in der BFS1A/B wie folgt dar:

Tabelle 1 - Konfessionszugehörigkeit der Lernenden

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Lernatmosphäre in der BFS1A/B ist insgesamt als sehr angenehm zu bezeichnen. Der Umgang der Lernenden ist als tolerant und respektvoll zu beschreiben. So wurden im bisherigen Beobachtungszeitraum keine auffälligen Verhaltensweisen im Umgang untereinander oder den Lehrpersonen gegenüber beobachtet. Zu beobachten ist, dass sich kleine Gruppen gebildet haben. Dies wird zumeist an der gewählten Sitzordnung sichtbar. Dabei separieren sich die Lernenden jedoch nicht nach Lerngruppenzugehörigkeit ihrer ursprünglichen Klassen. Vielmehr scheinen Freundschaften zu bestehen.

Die BFS1A/B ist eine offene und interessierte Klasse und zeigt eine mittlere Leistungsbereitschaft. Die Lernenden beteiligen sich rege am Unterrichtsgeschehen und bringen sich ein. Sie lassen sich auf neue Methoden ein und folgen den Inhalten. Jedoch fällt auf, dass viele Lernende leicht ablenkbar sind. Aufgrund des regen Interesses der Lerngruppe an ihrer Umwelt fällt es ihnen manchmal schwer, die Aufmerksamkeit dauerhaft auf den Lernprozess zu fokussieren und die Motivation langfristig aufrecht zu erhalten. Auf Grundlage von Beobachtungen lässt sich festhalten, dass einzelne Lernende sich sehr häufig und qualitativ hochwertig am Unterricht beteiligen. Andere Lernende wiederum sind eher zurückhaltend, wobei die geleisteten Unterrichtsbeiträge das Geschehen ebenso positiv voranbringen.

1.2.2 Individuelle Lernvoraussetzungen

Eine Lernende der Klasse weist eine sehr starke Sehbehinderung auf. Daher sind für sie Inklusionsmaßnahmen zu ergreifen, um ihr eine aktive Teilnahme am Unterricht sowie individuelle Förderung zu ermöglichen. In Absprache mit der Lernenden sind Textvergrößerungen auf mindestens 18 pt auf Arbeits- und Informationsblättern zu ergreifen. Eingesetzte Bilder müssen der Lernenden als gesonderter Ausdruck und gegebenenfalls vergrößert vorliegen.

2 Längerfristige Unterrichtszusammenhänge

2.1 Vorgaben in Richtlinien, Lehrplänen und der didaktischen Jahresplanung

Die rechtliche Grundlage für das Unterrichtsvorhaben bildet die APO-BK gemäß Anlage C5 für den Bildungsgang der Zweijährigen Höheren Berufsfachschule (vgl. Ministerium für Schule und Weiterbildung, 20013, S. 16-17). Nachfolgend ist die curriculare Skizze und die dazugehörige Stundentafel der Zweijährigen Höheren Berufsfachschule im Sozial- und Gesundheitswesen zu nennen, welche das Fach Religionslehre mit 80 Stunden im Schuljahr vorsieht, zu nennen (vgl. Ministerium für Schule und Weiterbildung, 2012, S. 5). Fachspezifisch ist der Lehrplan zur Erprobung für das Fach Evangelische Religionslehre und die dort beschriebene „Kompetenz zum ethisch begründeten Handeln“ sowie die Themenbereiche „Gottesbild und Menschenbild“ und „Welt und Verantwortung“ heranzuziehen (vgl. Ministerium für Schule und Weiterbildung, 2006, S. 15). Abschließend ist die didaktische Jahresplanung, die unter dem Themenschwerpunkt „Der Mensch in der Schöpfung“, welche eine Schwerpunktsetzung zur Pränataldiagnostik aufweist, aufzuzeigen (vgl. Berufskolleg des Märkischen Kreises in Iserlohn, 2013, S. 1).

2.2 Didaktisch-methodischen Progressionen innerhalb der Unterrichtsreihe

Im Folgenden werden die vier Unterrichtsstunden der Reihe „Vom Segen und Fluch der Pränataldiagnostik“ hier dargestellt. Die hier vorgestellte Unterrichtsstunde stellt die dritte Unterrichtseinheit in dieser Reihe dar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.3 Fachdidaktischer Begründungszusammenhang

Der kompetenzorientierte Religionsunterricht nach Gabriele Obst (vgl. Obst, 2010, S. 138-148) bildet die didaktische Grundlage der hier vorgestellten Reihe: „Vom Segen und Fluch der Pränataldiagnostik“ und der darin enthaltenen Unterrichtseinheit: „Vom Fluch der Pränataldiagnostik“, welche hier vorgestellt wird. Nachhaltige Lernprozesse sind Zielsetzung der kompetenzorientierten Unterrichtsgestaltung. Wissen, Fähigkeiten und Einstellung der Lernenden sind dabei längerfristig abrufbar und verankert. Solches Lernen ist auf Sicherungen und Übungen der individuellen Lernprozesse angewiesen, um die Vernetzung von Wissen und Verankerung herzustellen. Obst schlägt dafür den Zugang zu Unterricht über den Weg der Anforderungssituationen vor. Anforderungssituationen bergen Aufgaben in sich, welche bestimmte Fähigkeiten und Fertigkeiten bedürfen, um ihnen begegnen zu können (vgl. Obst, 2010, S.138-140). Das Thema der Reihe: „Vom Segen und Fluch der Pränataldiagnostik“ ist für die Lernenden jetzt noch nicht aktuell. Der berufliche Weg, den die Lernenden im Sozial- und Gesundheitswesen beschreiten werden, aber auch die spätere Familienplanung und eine gesellschaftliche Verankerung, werden die hier dargestellte Dilemmasituation (vgl. Adam, 2006, S. 25-27) und die daraus resultierende ethische Fragestellung aufkommen lassen. Durch die Auseinandersetzung mit dem Dilemma und der daraus resultierenden ethischen Fragestellung zum aktuellen Zeitpunkt haben die Lernenden die Möglichkeit, bereits jetzt Handlungsoptionen zu beleuchten, ohne dass sie akut von dieser Dilemmasituation betroffen sind. Diese Analyse erfüllt die ersten drei Schritte, die Obst bei der Konstruktion kompetenzorientiertem Religionsunterricht vorsieht: 1. Identifikation einer Anforderungssituation, 2. Analyse der Bedeutung im Kontext der Lebens- und Lerngeschichte und 3. der Analyse der Erfahrungen und Kenntnisse der Lernenden in diesem Themenbereich (vgl. Obst, 2010, S. 139-142). Schritt vier, die Bestimmung der erforderlichen Kompetenzen und Schritt fünf, die Planung der kompetenzförderlichen Lehr- und Lernprozesse (vgl. Obst, 2010, S. 142-144) sind bei der Konstruktion und Durchführung der hier vorgestellten Reihe unter Einbeziehung der Lernenden erfolgt. In Kapitel 2.2, welches die didaktisch-methodische Progression ausweist, wird dies an der Zielsetzung der 1. Unterrichtseinheit deutlich. Den Lernenden wird somit eröffnet, festzulegen, welche Kompetenzen sie benötigen, um der Anforderungssituation begegnen zu können. Bei der Erarbeitung in der 1. Unterrichtseinheit haben die Lernenden die Pränataldiagnostik und die im Arztbrief von Dr. Wunderlich aufgeführten pränataldiagnostischen Methoden thematisiert. Sie wollten zunächst genaue Informationen über diese Aspekte erwerben. Dabei wurde festgelegt, dass die Durchführung der pränataldiagnostischen Methoden, die Zuverlässigkeit der Ergebnisse, die Kosten und die Nachteile genauer beleuchtet werden sollten. Aus dieser Kompetenzbeschreibung entwickelte sich die Zielsetzung der 2. Unterrichtseinheit der Reihe (vgl. Kapitel 2.2). Die Erarbeitung der pränataldiagnostischen Methoden fällt jedoch nicht explizit in den Aufgabenbereich des Religionsunterrichtes. Vielmehr wäre diese Thematik in dem Fach Gesundheitswissenschaften anzusiedeln. Da eine Thematisierung der Pränataldiagnostik im Lehrplan für Gesundheitswissenschaften nicht vorgesehen ist, erfolgt die Erarbeitung im Kontext der hier vorgestellten Anforderungssituation. Da ich als 2. Fach Gesundheitswissenschaften unterrichte, war diese Fächerverbindung leicht herzustellen. In der hier vorgestellten Unterrichtseinheit, welche die 3. in der Reihe darstellt, werden die Lernenden mit einer Dilemmasituation, welche die Ergebnisse der Pränataldiagnostik hervorbringen können, konfrontiert. Der abschließende, von Obst vorgesehene Schritt, der Ergebnisüberprüfung (vgl. Obst, 2010, S. 144-145) wird in der Sicherungsphase der hier vorgestellten Unterrichtseinheit durch die ethische Auseinandersetzung begonnen und findet seinen Abschluss in der nachfolgenden Unterrichtseinheit vier, welche eine Relevanz der medizinischen Indikation der Spätabtreibung unter gesellschaftlichen, beruflichen und christlich-religiösen Aspekten vorsieht.

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsentwurf Religion zum Thema: Pränataldiagnostik - Segen und Fluch
Hochschule
Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Hagen
Veranstaltung
Fachseminar Evangelische Religionslehre
Note
3
Autor
Jahr
2014
Seiten
18
Katalognummer
V273641
ISBN (eBook)
9783656665618
ISBN (Buch)
9783656665595
Dateigröße
567 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
unterrichtsentwurf, religion, thema, pränataldiagnostik, segen, fluch
Arbeit zitieren
Bachelor Bettina Schmidt (Autor), 2014, Unterrichtsentwurf Religion zum Thema: Pränataldiagnostik - Segen und Fluch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273641

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