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Die individualisierte Eingewöhnung von Kindern unter drei Jahren in die institutionelle Tagesbetreuung

Eine Konzeptentwicklung unter Einbeziehung aktueller Erkenntnisse aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen

Titel: Die individualisierte Eingewöhnung von Kindern unter drei Jahren in die institutionelle Tagesbetreuung

Bachelorarbeit , 2014 , 89 Seiten

Autor:in: Nicole Wiesbeck (Autor:in)

Pädagogik - Kindergarten, Vorschule, frühkindl. Erziehung
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„Selten ist wohl abgegangen, was nicht wohl ist angefangen“ – so ein Zitat des deutschen Dichter Friedrich Freiherr von Logau. Bereits im 17. Jahrhundert erkannte er, dass dem Anfang einer Sache eine große Bedeutung für deren Gelingen beizumessen ist. Auch zahlreiche Philosophen und Lyriker beschäftigt der Begriff seit Beginn der Zeit, so z.B. Hermann Hesse, der in seinem Werk „Stufen“ schreibt: „…Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…“. „Der Anfang“ scheint für uns Menschen eine wichtige Sache zu sein. Anfangen, das bedeutet immer auch ein Stück weit, etwas anderes aufzugeben, Neues, Unbekanntes kennen zu lernen, sich von etwas zu trennen, sich auf andere verlassen zu müssen. So sei zum Beispiel an den Anfang bei einer neuen Arbeitsstelle zu denken, welcher für den Menschen oft schwer ist, obwohl er über die nötigen intellektuellen, sozialen und emotionalen Fähigkeiten verfügt, um ihn zu meistern.
Noch schwerer, als für einen Erwachsenen, ist „Anfangen“ für Kinder. Sie sind noch auf die Erwachsenen ihres Umfeldes angewiesen ist und haben noch nicht die entsprechenden
kompensatorischen Fähigkeiten für den bedeutsamen Prozess des Anfangens.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit einem besonderen Anfang: Dem „Anfang“ von Kindern unter drei Jahren in der institutionellen Tagesbetreuung – der Kinderkrippe.
Der Eintritt in die Kinderkrippe ist für das Kleinkind der erste Anfang, den es meistern muss, nachdem es sich bis dahin meist nur im familiären Umfeld aufhielt. Die erste erhebliche Veränderung der Lebenssituation bringt viel Ungewohntes und Neues mit sich: neue Umgebungen, Geräusche, Kinder und Menschen. Das macht den
Anfang zu einer besonderen Herausforderung. Vom Kind wird dabei eine große Anpassungsleistung verlangt, deren Bewältigung qualitative und überlegte Begleitung und Unterstützung benötigt [...].

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Erkenntnisse aus der Eingewöhnungsforschung

1.1 Aktueller Forschungsstand

1.2 Die Wiener Kinderkrippenstudie

1.3 NUBBEK - Qualität der Kindertagesbetreuung

1.4 Transitionsforschung

1.5 Verhaltensbiologische Forschung von Joachim Bensel

1.6 Folgerungen für die Entwicklung des individualisierten Eingewöhnungskonzeptes:

2. Die Entwicklung des individualisierten Eingewöhnungskonzeptes unter Einbeziehung der Perspektiven von Psychologie, Pädagogik und Biologie

2.1 Psychologische Perspektive

2.1.1 Bindungstheoretische Erkenntnisse

2.1.2 Entwicklungspsychologische Erkenntnisse

2.1.3 Familienpsychologische Erkenntnisse

2.2 Biologische Perspektive

2.2.1 Verhaltensbiologische Erkenntnisse

2.2.2 Neurobiologische Erkenntnisse

2.3 Pädagogische Perspektive

2.3.1 Säuglingsforschung

2.3.2 Transitionsansatz

3. Die Eingewöhnung in die Kinderkrippe als Konzept

3.1 Was ist ein Konzept?

3.2 Zwei bereits bestehende Eingewöhnungskonzepte

3.3 Praktische Erfahrung und Einschätzung der bestehenden Konzepte

3.4 Was am individualisierten Eingewöhnungskonzept anders ist

4. Konzeptinhalte „individualisiertes Eingewöhnungskonzept“

4.1 Grundlegende Konzeptempfehlungen

4.2 Vorbereitende Konzeptempfehlungen

4.3 Zeitliche Konzeptempfehlungen

4.4 Elternbezogene Konzeptempfehlungen

4.5 Fachkraftbezogene Konzeptempfehlungen

4.6 Pädagogische Konzeptempfehlungen (Vorgehen und Maßnahmen)

5. Voraussetzungen für die Konzeptumsetzung

5.1 Personenbezogene Rahmenbedingungen

5.2 Organisatorische Rahmenbedingungen

6. Fazit

7. Literatur

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelorarbeit entwickelt ein individualisiertes Eingewöhnungskonzept für Kinder unter drei Jahren in der institutionellen Tagesbetreuung. Ziel ist es, den Krippeneintritt emotional belastungsfrei zu gestalten und die Voraussetzungen für eine gesunde seelische sowie körperliche Entwicklung der Kinder zu schaffen.

  • Analyse aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse aus Psychologie, Biologie und Pädagogik.
  • Kritische Auseinandersetzung mit bestehenden Eingewöhnungsmodellen.
  • Entwicklung praktischer Konzeptempfehlungen für Pädagogen und Eltern.
  • Bedeutung von Elternbeteiligung und individueller Bedürfnisorientierung.
  • Berücksichtigung von Bindungstheorie, Stressforschung und Neurobiologie.

Auszug aus dem Buch

Konzeptempfehlung: Pädagogen-initiierte Interaktion

Der Aufbau der Erzieher-Kind-Bindung gelingt vor allem durch das Verhalten der Erzieherin. Wie oben bereits erläutert wurde, ist es prinzipiell möglich, dass das Kind in der Tagesbetreuung Bindungen aufbaut. „Die Bindungstheorie sieht durchaus eine begleitete Öffnung und behutsame schrittweise Erweiterung der Zweierbeziehung Mutter-Kind bzw. der Dreierbeziehung Mutter-Vater-Kind als Vorbereitung auf die weitere Sozialisation vor.“ (Haug-Schnabel 2013b, S.7) Genau dies geschieht in einer sanften Eingewöhnung unter Elternbeteiligung. Während die Mutter als sichere Bindungsperson anwesend ist, kann die Erzieherin beginnen, durch Interaktion eine Beziehung zum Kind aufzubauen. Die alleinige Präsenz der Erzieherin reicht nicht aus, sie sollte aktiv auf das Kind zugehen und im Spiel und Gespräch mit ihm agieren. Anhand von angeregten Schlüsselsituationen, fühlen sich Kinder verstanden und wahrgenommen. Klassische Spiele wie Antwort-Spiele oder „Geben und Nehmen“ erfüllen die Bindungserwartung des Kindes, dass seine Signale richtig gedeutet und beantwortet werden (vgl. Bethke et al. 2009, S.31). Es fühlt sich willkommen und beachtet. Auch das Anbieten von interessantem Spielmaterial und Gegenständen mit Aufforderungscharakter sowie anregende Spielangebote fördern die Kontaktaufnahme. Lustbetonte Interaktionen fördern den Beziehungsaufbau umso mehr, weil das Kind mit der Erzieherin positive Erfahrungen macht und diese verinnerlicht. Die Interaktion alleine reicht jedoch für den Aufbau einer Bindung nicht aus. Sie muss eine gewisse Qualität sowie gewisse Eigenschaften aufweisen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Erkenntnisse aus der Eingewöhnungsforschung: Dieses Kapitel wertet aktuelle Studien (z.B. Wiener Kinderkrippenstudie, NUBBEK) aus, um wissenschaftliche Grundlagen für eine bedürfnisorientierte Eingewöhnung zu identifizieren.

2. Die Entwicklung des individualisierten Eingewöhnungskonzeptes unter Einbeziehung der Perspektiven von Psychologie, Pädagogik und Biologie: Die Autoren untersuchen disziplinspezifische Erkenntnisse, um daraus konkrete Anforderungen und pädagogische Empfehlungen für eine schonende Eingewöhnung abzuleiten.

3. Die Eingewöhnung in die Kinderkrippe als Konzept: Hier wird der Begriff des Konzepts definiert und eine kritische Gegenüberstellung des Berliner und Münchner Modells vorgenommen, um die Notwendigkeit des individualisierten Ansatzes zu begründen.

4. Konzeptinhalte „individualisiertes Eingewöhnungskonzept“: Dieser Abschnitt dient als kompakter Praxisleitfaden, der alle Empfehlungen für Eltern und pädagogisches Fachpersonal strukturiert zusammenfasst.

5. Voraussetzungen für die Konzeptumsetzung: Es werden die notwendigen personellen und organisatorischen Rahmenbedingungen in der Kindertageseinrichtung dargelegt, die für eine erfolgreiche Implementierung erforderlich sind.

6. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass eine wissenschaftlich fundierte und individualisierte Eingewöhnung entscheidend für die emotionale Stabilität des Kindes ist.

Schlüsselwörter

Eingewöhnung, Kinderkrippe, Bindungstheorie, Kleinkindpädagogik, Fremdbetreuung, Elternbeteiligung, Transitionsforschung, Stressregulation, Feinfühligkeit, neurobiologische Entwicklung, Übergangsobjekt, Bedürfnisorientierung, pädagogische Qualität, institutionelle Betreuung, Resilienz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert die konzeptionelle Gestaltung der Eingewöhnung von Kindern unter drei Jahren in Kinderkrippen mit dem Ziel, emotionale Belastungen zu minimieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder umfassen die psychologische Bindungstheorie, verhaltensbiologische Stressfaktoren, entwicklungspsychologische Meilensteine und pädagogische Qualitätsansprüche.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Entwicklung eines innovativen, individualisierten Eingewöhnungskonzepts, das sich nicht an starren Zeitplänen orientiert, sondern an den individuellen Bedürfnissen des Kindes.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf Basis umfassender Literaturrecherchen sowie aktueller empirischer Studien (z.B. NUBBEK, Wiener Kinderkrippenstudie) basiert.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Anforderungen aus verschiedenen Disziplinen und leitet daraus konkrete Handlungsempfehlungen für Eltern, pädagogische Fachkräfte und die Einrichtungsgestaltung ab.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Eingewöhnung, Bindung, Feinfühligkeit, Transition, Stressreduktion und Elternbeteiligung.

Warum wird das Berliner und das Münchner Modell kritisiert?

Die Verfasserin kritisiert, dass diese Modelle oft zu starr und zeitlich zu eng getaktet sind, was den individuellen Bedürfnissen und dem tatsächlichen Beziehungsaufbau nicht immer gerecht wird.

Welche Rolle spielt die Elternbeteiligung in diesem Konzept?

Elternbeteiligung ist laut Arbeit der wichtigste Grundpfeiler; sie dient als Methode, um Vertrauen zu schaffen, Ängste abzubauen und das Kind durch die Anwesenheit der Hauptbindungsperson sicher in die neue Umgebung zu begleiten.

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Details

Titel
Die individualisierte Eingewöhnung von Kindern unter drei Jahren in die institutionelle Tagesbetreuung
Untertitel
Eine Konzeptentwicklung unter Einbeziehung aktueller Erkenntnisse aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen
Hochschule
Hochschule für angewandte Wissenschaften München
Autor
Nicole Wiesbeck (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
89
Katalognummer
V273689
ISBN (eBook)
9783656657439
ISBN (Buch)
9783656657422
Sprache
Deutsch
Schlagworte
eingewöhnung kindern jahren tagesbetreuung eine konzeptentwicklung einbeziehung erkenntnisse wissenschaftsbereichen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nicole Wiesbeck (Autor:in), 2014, Die individualisierte Eingewöhnung von Kindern unter drei Jahren in die institutionelle Tagesbetreuung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273689
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Leseprobe aus  89  Seiten
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