Der Dativ im Französischen

Eine sprachwissenschaftliche Erläuterung


Hausarbeit, 2012

20 Seiten, Note: 3,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung/Introduction/Abstrait

2. Die Verbalgruppe als Objektergänzung
2.1 Transitive und intransitive Verben
2.2 Die direkte Objektergänzung
2.3 Verben mit drei Objektergänzungen

3. Der Dativ im Französischen
3.1 Das Dativ als indirekte Objektergänzung
3.2. Unterschiedliche Ausprägungen des Dativs
3.2.1 Der lexikale Dativ
3.2.2 Der benefaktive Dativ
3.2.3 Der ethische Dativ
3.2.4 Der „ datif de la totalité impliquée
3.2.5 Der Dativ in Infinitivkonstruktionen

4. Schlussbetrachtung

5. Literatur

1. Einleitung

Der Dativ wird im Französischen anders realisiert als im Deutschen. Ein Beispiel hierfür ist folgender Satz: „Die Verfassung hat den Frauen das Wahlrecht gegeben“. Wörtlich übersetzt hieße dieser Satz im Französischen * La constitution a les femmes le droit de voter donné. Richtigerweise muss es allerdings heißen: La constitution a donné le droit de voter aux femmes.

Während im Französischen beispielsweise eine Präposition wie de oder á zur Realisierung des Dativs gebraucht wird, gibt es dies im Deutschen nicht. Im Deutschen wird das Subjekt dekliniert, vor allem im Nominativ-Fall, sodass herauskommt, dass lediglich der Nominativ durch die Nominalgruppe in Verbindung mit dessen Deklination erkennbar wird. Im Gegensatz dazu werden die anderen Fälle, also Genetiv, Akkusativ und der Dativ durch einen entsprechenden Artikel wie „dem, deren, dessen“, oder „den“ realisiert und lassen sich durch die entsprechenden Fragen („Wessen? / Wen oder Was? / Wem oder Was?“) bestimmen. Die Satzstruktur des Deutschen entspricht im Großen und Ganzen derjenigen des Französischen, was bedeutet, dass das Nomen bevorzugt ebenfalls vor dem Verb erscheint, mit dem signifikanten Unterschied des Dativs anstelle des Akkusativs. (Muller 2008: 179)

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Dativ im Französischen. Die Frage, die gestellt werden müsste um den Dativ in einem französischen Satz herauszufiltern wäre ungefähr, im Gegensatz zur „Wem-oder-Was-Frage“ im Deutschen, „ à qui / de qui / chez qui / à quoi / de quoi/ …?“.

Ziel dieser Arbeit ist es, den Dativ aus der Sicht verschiedener französischer und nichtfranzösischer frankophoner Sprachwissenschaftler genauer zu beleuchten. Dazu wird zunächst ein Überblick über die Verbergänzungen gegeben, begonnen mit einem Kontrast der transitiven und intransitiven Verben sowie der direkten Objekteergänzung. Darauf folgt der Hauptteil dieser Art, nämlich der Dativ im Französischen, indem zunächst eine allgemeine Beschreibung der indirekten Objektergänzung oder Dativ-Objektergänzung getätigt wird. Es folgt eine Analyse der verschiedenen Ausprägungen des Dativs im Französischen mit der Analyse der entsprechenden Besonderheiten. Beispielsätze, die mit Sternchen (*) versehen sind, sind falsch.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse am Ende der Arbeit soll diese in Verbindung mit einem kurzen Ausblick auf die zukünftige Vermittlung der Fremdsprache des Autors an einer Schule, das heißt das Lehren von Schülern, abrunden.

Die Sprache dieser Arbeit ist das Deutsche, obwohl sich mit einem sprachlichen Phänomen im Französischen beschäftigt wird. Dennoch wird die Einleitung in Form eines Abstracts im Französischen mitgeliefert.

1. Introduction / Abstrait

Le datif en français se réalise différemment que celui en allemand. Un exemple qui nous illustre celle-ci est l’énoncé: « Die Verfassung hat den Frauen das Wahlrecht gegeben ». En Français cette phrase signifierait traduit littéralement * La constitution a les femmes le droit de voter donné . A juste titre, il faudrait dire: La constitution a donné le droit de voter aux femmes .

Lorsqu’en français il faut d’une préposition comme de ou à par exemple pour la réalisation du datif, cela n’existe pas en allemand. En allemand le sujet est décliné, surtout le cas nominatif, de façon que le même sera perceptible associé à sa déclination. En revanche, les autres cas, le génitif, l’accusatif et le datif, se réalisent par l’article corrélatif comme « dem », « deren », « dessen » ou bien « den » et sont déterminable par les questions suivantes : (« Wessen ? / Wen oder Was ? / Wem oder Was ?) Dans l’ensemble, la structure de la phrase correspond à celle du français ce que signifie que le nom apparait surtout avant le verbe attaché à la différence signifiante du datif au lieu de l’accusatif (Muller 2008: 179).

Dans ce travail il s’agit du datif à la langue française. La question pour filtrer le datif dans une phrase française sera à peu près, contrairement à la « Wem-oder-Was-Frage » en allemand, « à qui / de qui / chez qui / à quoi / de quoi/ …? ». Les exemples qui sont marqués par un astérisque (*) ne sont pas juste. Le but de ce travail est l’illumination du datif en français à l’aide des perspectives des linguistes français et pas-français, mais tous francophones. D’abord ce travail commence par une vue globale sur les compléments du verbe, commençant par le contraste des verbes transitifs et intransitifs ainsi que le complément de l’objet indirect. Il suit la partie principale de ce travail, concernent une explication du datif en français en faisant une description du complément de l’objet indirect, ca veut dire du complément de l’objet datif. En suivant une analyse des extensions diverses du datif en français, nous analysons leurs particularités syntaxiques et sémantiques.

Un résumé des résultats à la fin doit compléter ce travail attaché à une vue à la transmission future de la langue française aux élèves à l’école.

2. Die Verbalgruppe als Objektergänzung

Die Verbalgruppe kann aus einem einzigen Verb oder einer Verbergänzung bestehen. Das Verb kann des Weiteren auch durch ein Adjektiv ergänzt werden. Dies ist allerdings nicht obligatorisch, sondern fakultativ. Nicht-attributive Verbalgruppen können nicht von einer Adjektivgruppe gefolgt werden. Der Unterschied zwischen direkten und indirekten Objektergänzungen liegt in der Notwendigkeit einer Präposition wie à und de . Bei direkten Objektergänzungen sind Präpositionen nicht nötig, bei indirekten allerdings schon (direkt: Paul mange une pomme, indirekt: Paul donne un livre à Jules) (Maingueneau 1994: 85/86).

2.1 Transitive und intransitive Verben

Es gibt transitive und intransitive Verben, wobei auf erstere stets eine Ergänzung folgt. Folglich werden transitive Verben stets von einer direkten oder indirekten Objektergänzung begleitet, zum Teil auch von zwei. Das typische Hilfsverb transitiver Verben im Französischen ist avoir.

Intransitive Verben benötigen keinerlei Ergänzung, das heißt sie stehen allein ( Je cours. ). Hilfsverben dieser Verbkategorien können einerseits être und andererseits avoir sein. Wenn einem Verb ein se vorausgeht, es also reflexiv wird, wird être gebraucht ( Le vin s’est vendu ). Einige transitive Verben verlangen eine Objektergänzung, andere nicht. So wäre der Satz Paul se dirige ohne jegliche Ergänzung falsch beziehungsweise praktisch sinn- und inhaltslos, mit der Ergänzung vers moi allerdings durchaus möglich.

Darüber hinaus verändern manche Verben den Sinn, wenn sie eine Ergänzung erhalten ( Marie a poussé/ Marie a poussé la voiture ). Ob beim transitiven Verb allerdings häufiger eine Ergänzung für die Erhaltung des Sinns enthalten sein muss, bleibt umstritten (Ebd.: 85/86).

In Bezug auf Riegel/Pellat/Rioul (2009: 400) lassen sich des Weiteren Verben ausmachen, die transitiv und intransitiv zugleich gebraucht werden können. Einerseits verändert dies den Sinn ( Son cœur bat. / Il bat les cartes.). Andererseits können intransitive Verben, die normalerweise keine Objektergänzung benötigen, dennoch einen Sinn erzeugen, der einer Ergänzung entspricht wie in boursicoter [ = jouer à la Bourse ]. Sie lassen sich hin und wieder in transitiven Konstruktionen sogar als „ verbes d'énonciation “ interpretieren, so zum Beispiel in Le chien aboya und L’adjudant aboya un ordre (Ebd.). Die Verben obéir, pardonner oder désobéir zum Beispiel erhalten im Dativ auch eine Objektergänzung (Muller 2008: 241).

2.2 Die direkte Objektergänzung

Wie bereits angesprochen folgen transitiven Verben direkte Objektergänzungen ohne Präposition. Beispiele hierfür sind Il connait bien la musique classique, Il veut que Paul parte oder Invitez qui vous voudrez (Riegel/Pellat/Rioul 2009: 397).

Die direkte Objektergänzung genießt innerhalb der Ergänzungen des Verbs einen privilegierten Stand, so kann es beispielsweise in einer Passivkonstruktion die Rolle eines Subjekts übernehmen ( Le chat a été mangé par la souris ). Wichtig ist gleichzeitig die fehlende Beweglichkeit des Objektes im Satz, da dieses im Passiv stets am Ende des Satzes stehen muss (* La souris le chat mange / La souris mange le chat ) und auch nicht durch eine Adjektivgruppe ergänzt werden kann. Allerdings ist eine Ersetzung der Objektergänzung, also der Nominalgruppe, durch ein entsprechendes Relativpronomen le, la oder les möglich, was dann seine Position wechselt und vor das konjugierten Verb, das heißt die Verbalgruppe, rückt ( La souris le mange ) (Maingueneau 1994: 86). Die Ersetzung vom indirekten Pronomen en wie in Les fruits étaient excellents. J’en ai mangé ist möglich wenn ein unbestimmter Determinant vorliegt. So könnte in diesem Fall en durch un/plusieurs oder quelques-uns ersetzt werden, da eine nicht genau bestimmte Mengenangabe vorliegt (Riegel/Pellat/Rioul 2009: 398).

Des Weiteren kann die direkte Objektergänzung durch Dislokationen im Satz verschoben oder hervorgehoben werden ( La musique classique, il la connait bien.) sowie durch c‘est…que extrahiert werden (C’est la musique classique qu’il connait bien. – Ce qu’il connait bien, c’est la musique classique). Verneint im Allgemeinen wird durch den indirekten Artikel de/d‘, das entsprechende Interrogativpronomen des indirekten Objekts ist qui oder que (Ebd.).

Laut Maingueneau (1994: 86) weist dies auf zwei Beziehungen zwischen Verbalgruppe und Nominalgruppe hin: Erstens eine semantische Beziehung und zweitens eine syntaktische Beziehung mit der Aufnahme einer Komponente in die Verbalgruppe. Problematisch sind diese Beziehungen bei folgenden Ergänzungen: Zum einen sind Ergänzungen des Gewichts, bei Maßeinheiten oder Ergänzungen des Geruchs wie * Un mètre est mesuré par le chien durchaus problematisch. Zum anderen birgt auch die Ergänzung des internen Objekts wie vivre sa vie oder courir sa course bestimmte Problematik, die sich weder durch die semantische, noch die syntaktische Beziehung von Objektergänzungen erklären lassen. Zum dritten können Verbalphrasen und feststehende Idiome wie faire peur, rendre justice oder prendre part Probleme entstehen lassen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Der Dativ im Französischen
Untertitel
Eine sprachwissenschaftliche Erläuterung
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Institut für Romanistik)
Veranstaltung
Französische Syntax
Note
3,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
20
Katalognummer
V273732
ISBN (eBook)
9783656662310
ISBN (Buch)
9783656662266
Dateigröße
558 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Französische Syntax, Dativ, Direkte Objektergänzung, Indirekte Objektergänzung
Arbeit zitieren
Tobias Molsberger (Autor), 2012, Der Dativ im Französischen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273732

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