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Die Aufklärung als Mythos

Adornos und Horkheimers „Dialektik der Aufklärung“

Title: Die Aufklärung als Mythos

Essay , 2013 , 8 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Tobias Molsberger (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Diese Arbeit in Form eines Essays beschäftigt sich mit der Stellungnahme der Autoren Adorno und Horkheimer zum Verhältnis von Mythos und Aufklärung. Dazu wird sich ausschließlich auf den Primärtext, die Vorrede sowie das erste Kapitel „Begriff der Aufklärung“ ihres Werks „Dialektik der Aufklärung“ bezogen. Der Primärtext soll zusammenfassend und kommentierend bearbeitet werden, zur weiteren Illustration werden teilweise eigene Gedanken und Beispiele hinzugezogen.
Das Werk „Dialektik der Aufklärung“ von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno ist als eine Ansammlung von Essays im Zuge des Zweiten Weltkriegs 1944 entstanden und als eine Art Reaktion der Autoren auf die historischen Ereignisse der Entstehungszeit zu verstehen. Sie stellen sich im Allgemeinen die Frage, wie durch Aufklärung entstandener Fortschritt der Menschheit in der Zivilisation durch das Aufkommen des Faschismus des „Dritten Reichs“ einen solchen Rückschritt tun konnte und wie Aufklärung damit verquickt sein könnte. Den Faschismus bezeichnen sie als eine „neue Art von Barbarei“ durch „die rastlose Selbstzerstörung der Aufklärung“, was sie als „Zusammenbruch der bürgerlichen Gesellschaft“ werten (Adorno/Horkheimer 1969: 1). Derselbe resultiere ihrer Meinung nach aus der Philosophie der Aufklärung, die vor allem auf dem Herrschaftsprinzip beruht, das heißt auf der Beherrschung der Natur durch den Menschen und des Menschen durch denselben. (Ebd.: 2-5) Die Autoren ersuchen die Ursachen dieser Entwicklung in der Aufklärung in sich selbst und sprechen von dem Übergang der Aufklärung in Mythisches, von dem sie sich eigentlich loszusagen versuchte.
Dabei wird auch teilweise Kritik an der kapitalistischen Produktionsweise geübt, durch welche in einer Art Kreislauf Überproduktion zu Krisen des kapitalistischen Wirtschaftssystems hervorgerufen werden und Wegfall der Bedeutung des Einzelnen im Wirtschaftskreislauf, auch im engen Zusammenhang mit der „technologischen Erziehung der Massen“ (Ebd.: 3-5).
Ziel des Texts sei jedoch nicht ausschließlich die bloße Kritik an der Aufklärung, sondern die Forderung nach Rückbesinnung auf die ursprünglichen Werte der Aufklärung, weg von „ihrer Verstrickung in blinde Herrschaft“ (Ebd.: 6).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Aufklärung als Mythos

3. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit analysiert kritisch das Verhältnis von Mythos und Aufklärung im gleichnamigen Werk von Adorno und Horkheimer, um zu untersuchen, wie die emanzipatorischen Ziele der Aufklärung in eine neue Form der Herrschaft und Barbarei umschlagen konnten.

  • Ursprung und Bedeutung des Begriffs der Aufklärung
  • Die Transformation der Aufklärung in einen neuen Mythos
  • Herrschaftsmechanismen und die Unterdrückung des Individuums
  • Die Rolle von Arbeitsteilung und wissenschaftlicher Rationalität
  • Kritik an der kapitalistischen Produktionsweise und Massengesellschaft

Auszug aus dem Buch

Die Aufklärung als Mythos

Im Folgenden wird der Frage nachgegangen, wie die Aufklärung aus der Sicht Adornos und Horkheimers selbst zum Mythos werden konnte. Nach Adorno und Horkheimer (1969: 9) war ursprüngliches Ziel der Aufklärung durch „fortschreitendes Denken“ vom „Menschen die Furcht“ vor dem vorzivilisatorischem mythischem Denken „zu nehmen und sie [die Menschen] als Herrscher einzusetzen.“ Mit der „Entzauberung der Welt“ kann des Weiteren die Ablösung des Menschen durch die „Herrschaft“ Religion und allen sonstigen mythischen Mächten, jenseits der logischen, das bedeutet für den menschlichen Verstand erfassbaren und somit nachvollziehbaren Mächten, verstanden werden. (Adorno/Horkheimer 1969: 10-13) Dadurch verliere das Transzendente, also die für die Logik nicht nachweisbare und somit nicht kontrollier- und beherrschbare Welt des Überirdischen und der Götter, ihre Unberechenbarkeit und damit auch ihre Bedeutung für die Herrschaft über Natur und Menschheit.

An ihre Stelle tritt somit folglich der Mensch als Herrscher über Natur und alle Mitmenschen. Allerdings habe gerade Letzteres „die glückliche Ehe des menschlichen Verstandes mit der Natur der Dinge verhindert“. Macht ist in dieser Konstellation das Wissen, über die Natur und die Menschheit zu verfügen und diese somit zu beherrschen. Bin ich nicht im Besitz dieses Wissens, so kann ich auch nicht über dieselben verfügen und diese beherrschen. Dies lässt sich ebenso auf das Verhältnis von Herrscher und Untertanen transferieren, wobei Ersterer durch einen erheblichen Wissensvorsprung über die benötigten Instrumente verfügt, Macht über den Anderen auszuüben (Ebd.: 9/10).

Das Ziel der Aufklärung der Emanzipation des Menschen durch die Zerstörung des Mythos macht die Aufklärung selbst durch deren Anmaßung der Beherrschung der Natur durch Logik einerseits und deren Totalitätsanspruchs andererseits obsolet, gar nichtig. Was sich an „Nützlichkeit und Berechenbarkeit“ der Aufklärung entzieht, wird sofort als verdächtig eingestuft (Ebd.: 12).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit erläutert die Zielsetzung, sich kritisch mit der Vorrede und dem ersten Kapitel der „Dialektik der Aufklärung“ auseinanderzusetzen, um den Rückschritt der Zivilisation in den Faschismus zu untersuchen.

2. Die Aufklärung als Mythos: Dieses Kapitel analysiert, wie die Aufklärung durch ihren eigenen Totalitätsanspruch und die angestrebte Beherrschung der Natur selbst zur mythologischen, repressiven Kraft wurde.

3. Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst zusammen, dass die Aufklärung durch die Verquickung von Fortschritt und Herrschaft sowie die Unterdrückung individueller Freiheit letztlich destruktive Züge annahm und zu einem Mythos der Moderne wurde.

Schlüsselwörter

Aufklärung, Mythos, Adorno, Horkheimer, Dialektik, Herrschaft, Emanzipation, Vernunft, Faschismus, Gesellschaftskritik, Individuum, Naturbeherrschung, Rationalität, Ideologie, Moderne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das von Adorno und Horkheimer beschriebene paradoxe Verhältnis von Mythos und Aufklärung im Rahmen ihres Werkes „Dialektik der Aufklärung“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Kritik an der Instrumentellen Vernunft, das Versagen der Aufklärung gegenüber totalitären Systemen und die Entfremdung des Individuums.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu ergründen, warum der durch Aufklärung erreichte Fortschritt in eine neue Form der Barbarei umschlagen konnte, anstatt den Menschen zu emanzipieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor wählt eine essayistische Herangehensweise, die auf einer textnahen, kommentierenden Analyse des Primärtextes basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit dem Übergang von der Aufklärung in den Mythos, den Machtstrukturen der Gesellschaft und der Rolle der Arbeitsteilung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Aufklärung, Dialektik, Herrschaft, Mythos, Entfremdung und gesellschaftlicher Zwang.

Warum bezeichnen die Autoren die Aufklärung als einen „totalen Betrug“?

Weil die Aufklärung ihre ursprünglichen Ideale der Befreiung verriet und durch die totale Manipulation der Massen und die Unterordnung unter ökonomische Zwänge selbst zur neuen Herrschaftsform wurde.

Welche Rolle spielt die Naturbeherrschung für die Argumentation?

Die Naturbeherrschung ist der Kern des aufklärerischen Herrschaftsprinzips; sie führt zur Entfremdung und zur Verdinglichung des Menschen und der Welt.

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Details

Title
Die Aufklärung als Mythos
Subtitle
Adornos und Horkheimers „Dialektik der Aufklärung“
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Einführung in politische Theorie
Grade
2,3
Author
Tobias Molsberger (Author)
Publication Year
2013
Pages
8
Catalog Number
V273734
ISBN (eBook)
9783656662297
ISBN (Book)
9783656662235
Language
German
Tags
Adorno Horkheimer Dialektik der Aufklärung politische Theorie Mythos der Aufklärung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tobias Molsberger (Author), 2013, Die Aufklärung als Mythos, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273734
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