Voraussetzungen, Ziele und Gütekriterien für die Kooperation von Schule und außerschulischen Institutionen

Mit Analyse eines Beispiels


Hausarbeit, 2013
16 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Voraussetzungen, Ziele und Gütekriterien für eine „gelingende“ Kooperation von Schule und außerschulischen Institutionen
2.1 Voraussetzungen und Ziele für die Kooperation von Schule und außerschulischen Partnern
2.2 Gütekriterien für eine „gelingende“ Kooperation von Schule und außerschulischen Institutionen

3. Kriterienorientierte Bewertung des Projekts „ BasKIDball

4. Schlussbetrachtung

5. Literatur
5.1 Internetquellen

6. Eigenständigkeitserklärung

1. Einführung

„Während des Wandels von der Industriegesellschaft hin zur in globaler Konkurrenz stehenden Marktgesellschaft vollziehen sich eine Reihe dramatischer Umwälzungen. Im Zuge dieser verändern sich auch die Bedingungen für das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen. Dem müssen die Bildungsinstitutionen wie Schule, Jugendhilfe und Eltern Rechnung tragen.“ (Pauli 2006: 10)

Im Zuge des gesellschaftlichen Wandels der letzten Jahrzehnte wird sich zu Recht die Frage gestellt, ob die Schule von heute beziehungsweise gestern, den heutigen Anforderungen noch gerecht werden kann. Der gesellschaftliche Individualisierungsprozess, der fortschreitende ökonomische Ausdifferenzierungs-, Spezialisierungs- und Flexibilisierungsprozess, der an die heutige Jugend und damit die Arbeitnehmer von morgen völlig neue, stetig wachsende Anforderungen stellt, ist ein Zeichen des Reformbedarfs des hiesigen Bildungssystems.

Im obigen Zitat wird von Bettina Pauli (2006: 10) von Bildungsinstitutionen gesprochen unter denen sie Schulen, Universitäten, das Elternhaus, Vereine, die Jugendhilfe, Peergroups, die Kirche, die Medien und die Politik versteht. Dies sind alles Institutionen, welche maßgeblich die Sozialisation von Kindern und Jugendlichen beeinflussen und mitgestalten. Als primäre Sozialisationsinstanzen lassen sich heutzutage höchstwahrscheinlich die Schule, das Elternhaus, die Peergroups und die Massenmedien lokalisieren.

Gerade der oben genannte gesellschaftliche und ökonomische Wandel sowie die Ergebnisse von Leistungstests, die mit deutschen Schülern im internationalen Vergleich durchgeführt wurden (PISA) machen ein Hinterfragen der traditionellen Strukturen des deutschen Schulsystems unerlässlich. Es zeigte sich, dass deutsche Schüler in Kernkompetenzen im internationalen Vergleich häufig hinter Ländern lagen, die über völlig andere Schulsysteme verfügen, zum Beispiel Ganztagsschulen. So wäre auch für das stark auf Selektion und Homogensierung ausgelegte Schulsystem der Bundesrepublik die Errichtung der Ganztagsschule anstelle der traditionellen Halbtagsschule als völlig neuen Lehr- und Lernort gewiss eine Alternative und böte ein nicht abzusehendes Potential. Die Forderung der Ganztagsschule mit außerschulischen Kooperationspartnern scheint an dieser Stelle nicht unberechtigt, da die Frage offen bleibt, wie Schule diese Anforderungen allein meistern kann.

Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Voraussetzungen, Zielen und möglichen Gütekritieren zur Bewertung einer „gelingenden“ Kooperation von Schule und außerschulischem Kooperationspartner. Begonnen wird zunächst mit der Frage nach den Vorteilen, welche eine Kooperation von Schule und außerschulischen Partnern für den Lernprozess von Kindern und Jugendlichen haben können und welche Formen der Kooperation denkbar sind. Konsequenterweise wird eben der Frage nachgegangen, welche Ziele und Voraussetzungen eine solche Kooperation haben könnte. Auf Basis dessen soll eine Erarbeitung möglicher Qualitätsstandards beziehungsweise Gütekriterien einer „gelungenen“ Kooperation von Schule und außerschulischen Partnern erfolgen und im nächsten Schritt auf ein Praxisbeispiel, nämlich das Projekt „ BasKIDball “ bezogen werden und zu evaluieren versucht werden. Abschließend soll eine kurze Schlussbetrachtung die Ergebnisse dieser Arbeit zusammenfassend darstellen.

2. Voraussetzungen, Ziele und Gütekriterien für eine „gelingende“ Kooperation von Schule und außerschulischen Institutionen

2.1 Voraussetzungen und Ziele für die Kooperation von Schule und außerschulischen Partnern

Um zu verstehen, warum die Zusammenarbeit von Schule und außerschulischen Institutionen ein besonderes Potential bietet, sollte zunächst darauf eingegangen werden, wie sich eine Kooperation im Allgemeinen charakterisieren lassen könnte.

Inka Wischmeier und Hildegard Macha (2012: 125) sprechen in ihrem Buch von zwei wesentlichen, eigentlich konträren Unterschieden zwischen schulischer und außerschulischer Jugendbildung. Letztere ließe sich als möglicher außerschulischer Kooperationspartner für die Schule der Zukunft identifizieren. Die genannten Unterschiede ergeben sich aus der unterschiedlichen Zielsetzung beider Institutionen: In der außerschulischer Jugendbildung stehen die beiden Prinzipien Freiwilligkeit und Offenheit an oberster Stelle, wobei letzteres die Offenheit „der Inhalte und Themen, der Ziele, des Zugangs zu Angeboten etc.“ bedeutet. Bedeutend ist die Lern- und Entwicklungsprozessorientierung im Gegensatz zur reinen Ergebnisorientierung schulischen Lernens, wobei Bildungsprozesse selbst reflektiert und nicht „von oben“ gesteuert werden sollen. Die Angebote der Jugendarbeit orientieren sich hierbei an den Interessen der Jugendlichen und lassen eine aktive Mitgestaltung durch eben diese zu, während im schulischen Kontext durch „curriculare Vorgaben“ eines zu erwerbenden „Wissenskanons“ die Mitbestimmung durch die Lernenden viel stärker eingeschränkt ist. „Leistungsdruck und der soziale Vergleich bestimmen den Schulalltag“, da Schule für die Zukunft des Schülers durch die Vergabe von Leistungszertifikaten wegweisend ist, wohingegen Hauptziel der Jugendarbeit die individuelle Hilfe bei der Bewältigung der Persönlichkeitsentwicklung ist, wofür in der Schule kaum Raum zu sein scheint. Dem „formellen Bildungssystem“ scheint es nicht gelungen, die Korrelation von sozialen Unterschieden sowie Herkunft und schulischem und gesellschaftlichem Erfolg beziehungsweise Misserfolg zu verringern, sondern sie scheint sie sogar noch zu verstärken (Wischmeier/Macha 2012: 125/126, Pauli 2006: 30).

Nur das „Zusammenspiel“ von informellen Bildungsprozessen, also Wissen, was außerhalb der Schule zum Beispiel durch sonstigen Sozialisationsinstanzen unbewusst und ungesteuert erworben wird, von formellen, also schulischen Bildungsprozessen und nicht-formellen (Wissen, das außerschulisch durch freiwillige Angebote erworben wird) Bildungsprozessen kann junge Menschen die nötige Handlungsfähigkeit vermitteln und ihnen somit ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen (Ebd.).

Nicht sofort klar erscheint, dass eine Kooperation zunächst die Zusammenarbeit zweier ursprünglich voneinander völlig unabhängiger Bildungsinstitutionen bedeutet, nämlich Schule und Jugendarbeit, Jugendbildung oder Jugendhilfe, wozu es bis heute zahlreiche Einschätzungen gibt (Krüger/Stange 2008: 13). Den Autoren zufolge solle die Schulsozialarbeit nicht mit Kooperation gleichgesetzt werden, da sie lediglich eine mögliche Ausprägungsform dessen ist. Nach der Kultusministerkonferenz und der Arbeitsgemeinschaft für Jugendhilfe lassen sich folgende „Aufgabenbereiche der Zusammenarbeit“ von Schule und Sozialarbeit ausmachen: Erstens „Tageseinrichtungen für Kinder und Schule“, also Betreuungselemente, zweitens „Freizeit- und interessengebundene Angebote“, das heißt schulbezogene Angebote der Jugendarbeit, drittens die Unterstützung des Übergangs von Schule in Ausbildung, viertens „erzieherischer Kinder- und Jugendschutz“ (vor Gewalt, sexuellem Missbrauch), fünftens „Kinder und Jugendliche in besonderen Problemlagen“ und sechstens „Schulsozialarbeit und schulbezogene Angebote der Kinder- und Jugendhilfe.“ Siebtens werden erzieherische Hilfen für Eltern und Lehrer genannt um durch Kooperation von Schule und Erziehungshilfen benachteiligte, verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche mit „Erziehungsdefiziten“ zu fördern und achtens „Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung“ durch den regelmäßigen Kontakt zwischen Eltern, Lehrern, Schülern und Beratungsstellen (Krüger/Stange 2008: 13-16).

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Voraussetzungen, Ziele und Gütekriterien für die Kooperation von Schule und außerschulischen Institutionen
Untertitel
Mit Analyse eines Beispiels
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Institut für Schulpädagogik und Didaktik der Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Kooperation von Schulen und außerschulischen Institutionen
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
16
Katalognummer
V273735
ISBN (eBook)
9783656667896
ISBN (Buch)
9783656667865
Dateigröße
502 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kooperation Schule außerschulische Partner, Baskidball, Gütekriterien
Arbeit zitieren
Tobias Molsberger (Autor), 2013, Voraussetzungen, Ziele und Gütekriterien für die Kooperation von Schule und außerschulischen Institutionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273735

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