Diese schriftliche Ausarbeitung beschäftigt sich mit der politischen Sozialisation von Kindern und Jugendlichen durch die Massenmedien. Ausgegangen wird von verschiedenen Konzepten zur Sozialisation und einer kurzer Begriffsklärung von politischer Sozialisation. Kern dieser Arbeit soll die Fragen sein, welche Rolle den Massenmedien bei der politischen Sozialisation junger Menschen zukommt. Abrundend fasst ein kurzes Fazit mit einem Ausblick die Ergebnisse dieser Arbeit zusammen.
Ziel der modernen politischen Bildung in der Demokratie ist es, die Bürger zum einen zu einem „mündigen Bürger“ zu „erziehen“, das heißt ihm „Handlungs-Knowhow“ zu vermitteln, aber auch Urteils-, (Selbst-)Reflexions- und Kritikfähigkeit zu vermitteln, um erfolgreich in einer pluralistischen Demokratie wie der unsrigen partizipieren zu können. Anhand von Ergebnissen der Jugendforschung wie der Shell-Jugendstudie gingen das politische Interesse und die Bereitschaft der Jugend sich politisch zu engagieren seit den 1980er Jahren stetig zurück und stagnieren aktuell auf niedrigem Niveau. Es stellt sich die Frage, woraus das „politische Desinteresse“ vieler Jugendlicher resultiert.
Gerade für den heutigen Politikunterricht erscheint es von elementarer Signifikanz sich mit der medialen Berichterstattung der Massenmedien zu beschäftigen, der für die politische Sozialisation von Kindern und Jugendlichen heutzutage eine tragende Rolle zukommt in immer stärkerer Konkurrenz zu den klassischen Sozialisationsinstanzen wie das Elternhaus, Peergroups und die Schule. Aufgabe der Massenmedien ist es das politische Engagement der Bürger zu fördern und diese zuvor als zentrale Sozialisationsinstanz mit den nötigen Prämissen auszustatten zu einem politischen Engagement in der Lage zu sein. Zudem dirigiert die massenmediale Berichterstattung die politische Vorstellung der Bürger und hat gleichzeitig die Macht politische Institutionen zu beeinflussen. Zu Ersterem zählt beispielsweise die mögliche Generierung von Politikverdrossenheit – Malaise – durch eventuell einseitige Berichterstattung. Andererseits ist auch eine politische Mobilisierung des Bürgers durch die fortschreitende Mediatisierung möglich.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sozialisation aus verschiedenen Perspektiven – Politische Sozialisation
3. Die Politische Sozialisation durch die Massenmedien
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Rolle der Massenmedien als zentrale Instanz bei der politischen Sozialisation von Kindern und Jugendlichen im Kontext einer demokratischen Gesellschaft zu untersuchen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie mediale Berichterstattung und Mediennutzungsgewohnheiten das politische Interesse sowie die Partizipationsbereitschaft junger Menschen beeinflussen.
- Bedeutung der Massenmedien als Sozialisationsinstanz
- Einfluss der Medien auf die politische Urteilsbildung
- Zusammenhang zwischen Mediennutzung und politischem Engagement
- Wechselbeziehung zwischen Elternhaus, Schule und Medien
- Auswirkungen der fortschreitenden Mediatisierung auf die politische Beteiligung
Auszug aus dem Buch
3. Die Politische Sozialisation durch die Massenmedien
Die Politisierung des Bürgers erfolgt in erster Linie durch die Massenmedien, laut Schulz (2008: 156/57) im Sinne der „Förderung die Förderung der Partizipationsbereitschaft sowie die Entwicklung von Urteils- und Kritikfähigkeit auf der Basis von Loyalität und Akzeptanz der politischen Ordnung“. Die Medien tragen durch ihre Leistungen Sorge, dass Bürger in einem demokratischen Staat ihre Grundrechte wie Meinungs- und Informationsfreiheit wahrnehmen können und sind damit verfassungsrechtlich geschützt, beziehungsweise haben eine besondere Aufgabe. Sie damit heute eine zentrale Sozialisationsinstanz.
Allgemein nehmen die Medien als kulturelle Ressource, von der jeder Einzelne zehrt, heutzutage im Leben des Jugendlichen eine besondere Rolle im Sozialisationsprozess ein. Eine „kritische Medienkompetenz“, die ebenso als Komponente politischen Lernens verstanden werden kann, mit dem Ziel des „mündigen Bürgers“. Ein bedeutender Unterschied zu anderen Sozialisationsinstanzen ist bei den Medien das Fehlen von „spezifischen Erziehungszielen“ und das Fehlen von persönlicher Interaktion durch keine direkte Kommunikation. Außerdem bieten die Medien ein breites Spektrum an Nutzungsangeboten. (Rippl 2008: 452)
Im Sinne verschiedener sozialwissenschaftlicher Perspektiven kommen der politischen Sozialisation durch die Medien verschiedene Rollen zu: Erstens dient die politische Sozialisation im systemtheoretischen Rahmen der Erhaltung, dem Wandel und der Anpassung des demokratischen, politischen Systems, wozu die Bürger durch die politische Sozialisation befähigt werden sollten und den Medien eine tragende Rolle zugestanden wird. In der politischen Bildung sind Massenmedien wichtige Vermittler von Wissen, über das die Bürger in ihrer späteren „Staatsbürgerrolle“ verfügen sollten. Die Kommunikationswissenschat geht davon aus, dass die Medien eine „unabhängige Variable“ und ein „Aspekt von politischen Engagement“ seien, also ein Teil des Prozesses politisches Lernen (Schulz 2008: 157/58).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert den Rückgang des politischen Interesses Jugendlicher und definiert die Aufgabe der politischen Bildung sowie die wachsende Bedeutung der Massenmedien als Sozialisationsinstanz.
2. Sozialisation aus verschiedenen Perspektiven – Politische Sozialisation: Das Kapitel erläutert theoretische Konzepte der allgemeinen und politischen Sozialisation und betont die Bedeutung lebenslangen Lernens für die Identitätsbildung und Partizipation.
3. Die Politische Sozialisation durch die Massenmedien: Hier wird die Rolle der Medien als Vermittler politischer Kompetenzen analysiert und die Interdependenz zwischen Mediennutzung, Elternhaus und politischem Bewusstsein hervorgehoben.
4. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass Massenmedien klassische Instanzen verdrängen und unterstreicht die Notwendigkeit, den Zusammenhang zwischen sozialer Ungleichheit, Mediennutzung und Politikverdrossenheit stärker zu berücksichtigen.
Schlüsselwörter
Politische Sozialisation, Massenmedien, Jugendforschung, Mediennutzung, politische Partizipation, Demokratie, Sozialisationsinstanz, Medienkompetenz, Politikunterricht, Staatsbürgerrolle, Informationsgesellschaft, politisches Interesse, Mediatisierung, Shell-Studie, politische Bildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Einfluss von Massenmedien auf die politische Sozialisation von Kindern und Jugendlichen im Kontext der heutigen Mediengesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den zentralen Themen gehören die Definition der politischen Sozialisation, die Funktion der Massenmedien als Bildungsinstanz sowie die Wechselwirkung zwischen familiärer Sozialisation und dem Konsum medialer Inhalte.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Rolle der Massenmedien bei der Förderung oder Hemmung politischer Beteiligung junger Menschen zu beleuchten und kritisch zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse politikwissenschaftlicher Konzepte und der Auswertung empirischer Studien zur Mediennutzung von Jugendlichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung der politischen Sozialisation und eine detaillierte Auseinandersetzung mit der spezifischen Rolle der Massenmedien bei der Herausbildung politischer Kompetenzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird vor allem durch Begriffe wie Politische Sozialisation, Mediennutzung, Partizipationsbereitschaft und Sozialisationsinstanzen charakterisiert.
Warum spielt das Elternhaus weiterhin eine so wichtige Rolle?
Laut der Arbeit wirken Eltern als Vorbilder, die durch ihr eigenes Informationsverhalten maßgeblich beeinflussen, wie Jugendliche Medien zur politischen Meinungsbildung nutzen.
Wie verändert das Internet die politische Sozialisation?
Obwohl das Internet den Zugang zu Informationen massiv erweitert hat, wird es laut den zitierten Studien bisher nur selten gezielt für die politische Information genutzt, was die erhoffte Mobilisierungswirkung relativiert.
- Arbeit zitieren
- Tobias Molsberger (Autor:in), 2012, Politische Sozialisation von Kindern und Jugendlichen durch die Massenmedien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273741