In der in diesem Entwurf verschriftlichten Lehrprobe zum Hitler-Putsch 1923 setze ich einen Unterrichtsfilm ein. Die Schüler versetzen sich in die Rolle der Staatsanwaltschaft und bringen möglichst viele Informationen zum Tathergang in Erfahrung. Danach bilden sie sich ein eigenes Urteil und tragen es in Form eines Plädoyers vor. Komplett mit didaktisch-methodischer Begründung und Lernzielen. Mit Abschrift des Filmkommentars, also ggf. auch ohne Film einsetzbar!
Inhaltsübersicht
1. Überlegungen zum Unterrichtsinhalt
1.1 Das Thema im Kontext der Unterrichtsreihe
1.2 Das Thema aus fachlicher Perspektive
1.3 Das Thema aus der Perspektive der Voraussetzungen der Lerngruppe
2. Überlegungen zur methodischen Gestaltung
3. Lernziele
4. Verlaufsplan
5. Unterrichtsmaterial
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit dient als Unterrichtsentwurf für eine Lehrprobe im Fach Geschichte, in der die Lernenden das Scheitern der Weimarer Republik durch die Agitation von rechts am Beispiel des Hitler-Putsches von 1923 analysieren sollen. Das Hauptziel besteht darin, die Schüler durch eine produktionsorientierte Methode zur kritischen Auseinandersetzung mit historischen Quellen und Medien zu befähigen.
- Analyse der Hintergründe und des Verlaufs des Hitler-Putsches
- Einsatz historischer Unterrichtsfilme zur Veranschaulichung
- Untersuchung der Rolle politischer Akteure und der Reichswehr
- Förderung der historischen Urteilskompetenz durch Rollenübernahme (Staatsanwaltschaft)
- Kritische Reflexion von Deutungsmustern der politischen Rechten
Auszug aus dem Buch
Die Staatsanwaltschaft ermittelt im Fall des Putschversuchs eines gewissen Adolf Hitlers
[...] Dass diese vom Glutrauch hypnotischer Massenerregung befeuerten Rituale ganz ungestört ablaufen können, dafür sorgen drinnen im Saal und draußen vor der Tür die stämmigen Burschen in grauen Windjacken mit den Hakenkreuzarmbinden, Hitlers SA. [...] Im Reichswehrkommando München betreut der Hauptmann Röhm die Ausbildung und Bewaffnung dieser illegalen Truppen aus ehemaligen Freikorpseinheiten, Heimatschutzverbänden und jetzt auch der SA. [...] Der bayrischen Staatsregierung ist Hitlers Privatarmee unheimlich. Andererseits zählt sie auf sie als Wellenbrecher im Kampf gegen die rote Flut. Und natürlich kann sie auch die Reichswehrführung nicht bloßstellen.
Da spitzen sich 1923 die Verhältnisse zur absoluten Existenzkrise zu. Überall redet man von Umsturz. Und seit vor einem Jahr in Italien der Journalist Mussolini mit seinen faschistischen Schwarzhemden die Macht an sich riss, heißt es ganz offen bei der SA: Den Mussolini haben wir auch in Bayern, er heißt Adolf Hitler. Der ist nun schon längst nicht mehr der kleine Gefreite, sondern spricht schon mit ganz hohen Herren über den Umsturz, besonders mit dem General Ludendorff, dem Idol der ganzen Rechten. Ohne den zwar genialen, aber eigentümlich schmalspurigen und eitlen Exfeldherrn kann man sich keine Aktion vorstellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Überlegungen zum Unterrichtsinhalt: Dieses Kapitel bettet das Thema in den Kontext der Weimarer Republik ein und beleuchtet die fachlichen sowie lerngruppenspezifischen Hintergründe für die Planung.
2. Überlegungen zur methodischen Gestaltung: Hier wird der Einsatz eines historischen Unterrichtsfilms kritisch begründet und die didaktische Entscheidung für die produktionsorientierte Ermittlungsmethode erläutert.
3. Lernziele: Es werden die Grob- und Feinziele der Unterrichtsstunde definiert, die primär auf die Erkenntnis der Agitation von rechts als Demokratiegefährdung abzielen.
4. Verlaufsplan: Dieser Abschnitt strukturiert die 45-minütige Unterrichtsstunde in sechs Phasen mit konkreten Zeitvorgaben und methodischen Schritten.
5. Unterrichtsmaterial: Hier werden die verwendeten Quellen wie Karikaturen, Bildmaterial und der begleitende Filmkommentar zusammengestellt.
Schlüsselwörter
Weimarer Republik, Hitler-Putsch, Novemberverbrecher, Dolchstoßlegende, Geschichtsunterricht, Lehrprobe, Nationalsozialismus, Medienkompetenz, Staatsanwaltschaft, Ludendorff, 1923, Politische Rechte, Unterrichtsentwurf, historisches Lernen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Unterrichtsentwurf grundsätzlich?
Die Arbeit stellt einen detaillierten Plan für eine Geschichtsstunde in einer 10. Klasse dar, die sich mit dem gescheiterten Hitler-Putsch von 1923 befasst.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Mittelpunkt stehen die Ursachen des Putschversuchs, die Rolle der politischen Rechten, die wirtschaftliche Krise sowie die Einstellung der Bevölkerung und staatlicher Organe wie der Reichswehr.
Was ist das primäre Ziel der Stunde?
Das Hauptziel ist, dass die Lernenden die Agitation von rechts als wesentliche Bedrohung und Ursache für das Scheitern der Weimarer Republik am konkreten Beispiel des 8./9. November 1923 erkennen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine produktionsorientierte Methode angewandt, bei der die Schüler die Rolle der Staatsanwaltschaft übernehmen, um den Fall „Hitler“ anhand von Film- und Quellenanalysen zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die fachliche und didaktische Begründung des Themas, die Zielanalyse sowie einen präzisen Verlaufsplan der Unterrichtseinheit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Weimarer Republik, Hitler-Putsch, Geschichtsdidaktik und produktionsorientiertes Lernen geprägt.
Warum wurde ausgerechnet die Rolle der Staatsanwaltschaft für die Schüler gewählt?
Die Rollenübernahme dient dazu, das historische Ereignis aktiv zu rekonstruieren und die Schüler zur kritischen Auseinandersetzung mit der Beweislage und der Motivation der Putschisten anzuregen.
Welche Bedeutung kommt dem Filmkommentar im Unterrichtsmaterial zu?
Der Filmkommentar dient als zentrale historische Quelle, die den Schülern ermöglicht, die Atmosphäre und die politischen Verstrickungen der damaligen Zeit jenseits trockener Fakten zu erschließen.
- Quote paper
- Marcel Haldenwang (Author), 2004, Die Staatsanwaltschaft ermittelt im Fall des Putschversuchs eines gewissen Adolf Hitlers (Unterrichtsentwurf für die 10. Klasse), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27375