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Das Objekt mBerlin 14145. Ein Hausaltar

Titel: Das Objekt mBerlin 14145. Ein Hausaltar

Essay , 2010 , 11 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Christian Huyeng (Autor:in), Andreas Finger (Autor:in)

Ägyptologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Thema des Aufsatzes ist der so genannte Familienaltar mBerlin 14145 aus der Regierungszeit des Echnaton. Zentrales Thema der Arbeit ist die Besprechung der Raumhaftigkeit der Darstellung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Das Objekt mBerlin 14145 – ein „Hausaltar“

1.1 Die Beschreibung des Bildnisses Berlin 14145

2. Zur „Lesung“ des Dargestellten

3. Zur Verortung

4. Deuten mit dem Finger

5. Deutung

6. Küssen

Zielsetzung und Themen der Publikation

Die vorliegende Arbeit untersucht das berühmte Familienbildnis Berlin 14145 aus der Amarna-Zeit, um dessen ikonographische Details, den räumlichen Kontext und die ideologische Bedeutung innerhalb der neuen Sonnenreligion Echnatons durch eine detaillierte Analyse der ägyptischen „Aspektive“ zu erschließen.

  • Analyse der formalen Bildkomposition und Raumdarstellung
  • Interpretation ikonographischer Elemente wie Kronenbänder und Gesten
  • Verortung des Objekts im architektonischen und religiösen Kontext
  • Untersuchung der politisch-religiösen Funktion als „Führerbildnis“

Auszug aus dem Buch

Die Beschreibung des Bildnisses Berlin 14145

Das wohl berühmteste unter den hier zu besprechende Stücken ist ein flaches etwa 33 x 39 cm großes, versenktes Kalksteinrelief. Es zeigt auf der linken Seite den König Echnaton mit nach rechts gewandtem Gesicht. Er trägt die so genannte Chepresch-Krone, also den blauen „Kriegshelm“. Dieser ist mit einem Uräenband verziert, welches die ganze Krone über den Ohren umläuft. Der König trägt einen schlichten Schurz, der – wie in Amarna üblich – am Rücken höher ist als am Bauch. Echnaton hält seine älteste Tochter Meritaton im Arm und küsst sie auf den Mund. Der Kopf der Prinzessin ist kahlgeschoren und sie ist nackt. Sie streckt den linken Arm nach rechts und deutet mit dem Zeigefinger in die gleiche Richtung, scheinbar auf die dem König gegenüber sitzende Königin. Mit ihrer rechten Hand berührt von unten das Kinn des Königs. Die mit Sandalen versehenden Füße des Königs ruhen auf einem gepolsterten Schemel, er selbst sitzt auf einem schlichten, lehnenlosen Stuhl mit sichtbarem Strebewerk und einem Kissen.

Auf der rechten Seite der Stele sehen wir Nofretete. Sie trägt die für sie typische, hohe konische Krone, die wir auch von ihrer Berliner Büste kennen. Neben dem Uräus an der Stirn der König hängen zwei weitere seitlich von dieser herab. Ein erster hängt an der oberen, waagerechten Bereich des Diadems, etwa auf Höhe des Stirnuräus. Eine weitere Kobra ist an einem Ende des um die Krone geschlungenen Diadems befestigt und reicht bis auf die Wange Nofretetes herab. Die Königin blickt nach links, scheinbar in Richtung ihres Gemahls. Nofretete trägt ein reich gefälteltes Gewand, das unter dem Busen den nackten Bauch erkennen lässt. Das Kleid umspielt locker die Füße der Königin, die ebenfalls in Sandalen gekleidet sind und auf einem Schemel ruhen. Kurz unter dem Busen ist das Kleid mit einem breitem Stoffband gegürtet. Der Gürtel fällt in zwei gerippte Stoffbahnen auseinander.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das Objekt mBerlin 14145 – ein „Hausaltar“: Einführung in die Objektgruppe der Familienbildnisse und detaillierte physische Beschreibung des Reliefs Berlin 14145.

2. Zur „Lesung“ des Dargestellten: Erläuterung der ägyptischen „Aspektive“ (Sinnperspektive) als Methode, um dreidimensionale Realität auf zweidimensionalen Flächen darzustellen.

3. Zur Verortung: Untersuchung des architektonischen Kontextes der Szene, die als Darstellung innerhalb eines königlichen Palastes interpretiert wird.

4. Deuten mit dem Finger: Diskussion der Bedeutung der Gesten der Prinzessinnen, die sowohl als magischer Schutz als auch als kommunikative Pantomime gedeutet werden können.

5. Deutung: Analyse der religiös-politischen Dimension, in der das Bildnis als Instrument zur Etablierung des Königs als alleinigen Mittler fungiert.

6. Küssen: Untersuchung der Kussszene zwischen Echnaton und Meritaton als Fortführung alter Traditionen, neu interpretiert in den Kontext der Aton-Religion.

Schlüsselwörter

Amarna-Kunst, Echnaton, Nofretete, Familienbildnis, Aspektive, Aton-Religion, Ikonographie, Berlin 14145, Ägyptisches Museum, Palastdarstellung, Königsfamilie, Persönliche Frömmigkeit, Relief, Archäologie, Herrschaftsideologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Publikation grundsätzlich?

Die Publikation befasst sich mit der ikonographischen und religiösen Interpretation des berühmten „Hausaltars“ Berlin 14145 aus der Amarna-Zeit.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die ägyptische Kunsttheorie der Aspektive, die politische Deutung der königlichen Familie als heilige Triade und die Rolle der Stelen im privaten Kult der Amarna-Zeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die formale Komposition des Bildnisses zu entschlüsseln und zu belegen, dass das Königspaar in einer nebeneinander sitzenden Position dargestellt ist, die eine spezifische theologisch-politische Aussage transportiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autoren nutzen kunsthistorische und ägyptologische Methoden, insbesondere die Analyse der „Aspektive“ sowie den Vergleich mit zeitgenössischen Architekturdarstellungen und epigraphischen Quellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Bildbeschreibung, die räumliche Anordnung der Figuren, die Symbolik der Kronenbänder und Gesten sowie die Funktion als religiöses Propagandamittel.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich das Werk charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Amarna-Kunst, Aspektive, Aton-Religion, Königsfamilie und Herrschaftsideologie.

Warum wird das Bildnis 14145 nicht als einfache Familienidylle verstanden?

Die Autoren argumentieren, dass das Bildnis ein hochgradig durchdachtes religiös-politisches Dokument ist, das den König als den alleinigen Mittler zwischen Mensch und Göttlichem im Kontext der neuen Aton-Religion etabliert.

Welche Bedeutung haben die Gesten der Prinzessinnen?

Die Fingerzeige werden als magische Schutzgesten interpretiert, die sowohl der Abwehr des Bösen als auch der Kommunikation innerhalb der heiligen Familie dienen.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Objekt mBerlin 14145. Ein Hausaltar
Note
1,0
Autoren
Christian Huyeng (Autor:in), Andreas Finger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
11
Katalognummer
V273807
ISBN (eBook)
9783656662891
ISBN (Buch)
9783656662860
Sprache
Deutsch
Schlagworte
objekt hausaltar
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christian Huyeng (Autor:in), Andreas Finger (Autor:in), 2010, Das Objekt mBerlin 14145. Ein Hausaltar, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273807
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Leseprobe aus  11  Seiten
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