Der Fokus dieser Belegarbeit liegt jedoch besonders auf den Expatriates, Arbeitnehmern, welche meist für etwa drei Jahre in einem Residenzland bleiben, wodurch es zu einem einer speziellen Einsatzvor- und Nachbereitung bedarf und zum anderen die Gestaltung des Arbeitsvertrages einige Herausforderungen beinhaltet, welche ein Human Ressource Manager in einem international tätigen Unternehmen kennen sollte. Ziel der Arbeit ist es, die Hintergründe für einen Arbeitsvertrag für Expatriates zu verstehen, um wohlmögliche Erkenntnisse daraus zu ziehen, welche Elemente und Änderungen hilfreich für zukünftiges Recht sein könnten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Allgemeine arbeitsvertragliche Aspekte
3. Entsendungs- und Versendungsmodell
4. Das internationale Arbeitsrecht
5. Rom I
5.1 Inhalt
5.2 Praktische Bewertung der EU-Verordnung
6. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den rechtlichen Herausforderungen bei der Gestaltung von Arbeitsverträgen für Expatriates im Kontext der EU-Verordnung "Rom I". Ziel ist es, die arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen für Auslandseinsätze zu analysieren und die Auswirkungen der Rom I-Verordnung auf die Rechtssicherheit bei grenzüberschreitenden Beschäftigungsverhältnissen innerhalb der Europäischen Union zu bewerten.
- Rechtliche Grundlagen und Pflichten im Arbeitsvertrag
- Unterscheidung zwischen Entsendungs- und Versendungsmodell
- Bedeutung des internationalen Arbeitsrechts und der Rom I-Verordnung
- Günstigkeitsprinzip und Rechtswahlmöglichkeiten
- Analyse der praktischen Anwendbarkeit und Herausforderungen der EU-Verordnung
Auszug aus dem Buch
5. Rom I
Seit 2009 gilt EU weit die Rom I Verordnung. Rom I ist ein Recht welches für vertragliche Schuldverhältnisse anzuwenden ist. Mit dieser sollen innerhalb der EU Rechtsunsicherheiten der Vergangenheit angehören. Rom I ist überstaatlich und hat Anwendungsvorrang im Kollisionsfall. Jedoch gilt dies nur für Arbeitsverträge ab den 01. Dezember 2009. Alle vorher geschlossenen Verträge bleiben davon unberührt. Für sie gelten die alten Regelungen des EGBGB. Die Differenzen sind jedoch gering, da die Rom I Verordnung auf die vorherigen Regelungen der einzelnen Mitgliedstaaten aufbaut.
Bislang sorgten Art. 18 EVÜ und § 36 EGBGB für eine einheitliche Interpretation, jedoch mit mäßigem Erfolg. Die bisherigen Kollisionsregeln waren in § 27 ff. EGBGB aufgeführt. Die Kollisionsregeln werden nun in Rom I Art. 8 und 9 aufgeführt. Die Anwendung des Rom I findet sich in Art. 1-2 Rom I wieder. Die arbeitsrechtlichen und arbeitsvertraglichen Regelungen aus § 30 EGBGB wurden nun in Art. 6 Rom I übernommen. Wie sich schlussfolgern lässt, erfolgte zusammenfassend keine inhaltliche Änderung gegenüber den bisher gültigen § 30 EGBGB, sondern vielmehr eine Angleichung auf Brüssel I.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung von Auslandseinsätzen im Globalisierungsprozess und definiert den Fokus auf Expatriates sowie die daraus resultierenden rechtlichen Herausforderungen für das Human Resource Management.
2. Allgemeine arbeitsvertragliche Aspekte: Dieses Kapitel erläutert die Grundstruktur des Arbeitsvertrags als Austauschvertrag, die beiderseitigen Haupt- und Nebenpflichten sowie die gesetzlichen Anforderungen an die schriftliche Niederlegung von Vertragsinhalten.
3. Entsendungs- und Versendungsmodell: Hier werden die wesentlichen Vertragsmodelle für Auslandseinsätze, das Entsendungsmodell und das Versendungsmodell, gegenübergestellt und deren Auswirkungen auf das bestehende Arbeitsverhältnis analysiert.
4. Das internationale Arbeitsrecht: Dieses Kapitel führt in die historische Entwicklung des internationalen Arbeitsrechts ein und benennt Franz Gamillscheg als maßgeblichen Pionier auf diesem Gebiet.
5. Rom I: Der Hauptteil analysiert den Inhalt der Rom I-Verordnung, vergleicht sie mit vorherigen Regelungen wie dem EGBGB und bewertet ihre praktische Anwendung sowie die Rolle des Europäischen Gerichtshofs.
6. Schlussbemerkung: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, dass die Rom I-Verordnung zur Harmonisierung des Rechts beiträgt, jedoch weiterhin Potenzial für eine noch arbeitnehmerfreundlichere Gestaltung von Arbeitsverträgen bei Auslandseinsätzen besteht.
Schlüsselwörter
Expatriates, Auslandseinsatz, Arbeitsvertrag, Rom I, Entsendungsmodell, Versendungsmodell, Internationales Arbeitsrecht, Rechtswahl, Günstigkeitsprinzip, Kollisionsrecht, EU-Verordnung, Arbeitsrecht, EGBGB, EVÜ, Rückkehrgarantie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den rechtlichen Rahmenbedingungen und Herausforderungen bei der Gestaltung von Arbeitsverträgen für Mitarbeiter, die für einen längeren Zeitraum ins Ausland entsandt werden (Expatriates).
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf den verschiedenen Vertragsmodellen für Auslandseinsätze, der Rechtswahl in internationalen Arbeitsverhältnissen und der Funktionsweise der EU-Verordnung Rom I.
Was ist das primäre Ziel der Belegarbeit?
Das Ziel ist es, die Hintergründe der rechtlichen Gestaltung von Arbeitsverträgen für Expatriates zu durchleuchten und zu analysieren, wie die Rom I-Verordnung zur Vereinheitlichung und Harmonisierung des internationalen Arbeitsrechts beigetragen hat.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Rechtsgrundlagen, Verordnungen und rechtswissenschaftlicher Fachliteratur, um die Entwicklung des internationalen Arbeitsrechts nachzuvollziehen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die allgemeinen arbeitsvertraglichen Grundlagen, die Unterscheidung zwischen dem Entsendungs- und dem Versendungsmodell sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Rom I-Verordnung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den prägenden Begriffen gehören Expatriates, Arbeitsvertrag, Rom I, Entsendungsmodell, Versendungsmodell, Rechtswahl und Internationales Arbeitsrecht.
Worin besteht der wesentliche Unterschied zwischen dem Entsendungs- und dem Versendungsmodell?
Beim Entsendungsmodell bleibt das ursprüngliche Arbeitsverhältnis im Heimatland bestehen und wird durch eine Nebenabrede ergänzt, während beim Versendungsmodell das Inland-Arbeitsverhältnis ruht und ein neuer lokaler Arbeitsvertrag mit dem Arbeitgeber im Zielland geschlossen wird.
Welche Rolle spielt der Europäische Gerichtshof (EuGH) im Kontext der Rom I-Verordnung?
Der EuGH ist für die einheitliche Interpretation der Verordnung zuständig, was dazu führt, dass arbeitsrechtliche Bestimmungen innerhalb der EU nicht mehr unterschiedlich ausgelegt werden können.
Warum wird die Rechtswahlfreiheit in Arbeitsverträgen für Expatriates kritisch hinterfragt?
Die Rechtswahl wird als einseitig betrachtet, da meist der Arbeitgeber den Vertrag formuliert; zudem schränken das Günstigkeitsprinzip und der Schutz des Arbeitnehmers die tatsächliche Freiheit der Rechtswahl stark ein.
- Arbeit zitieren
- Norman Richter (Autor:in), 2013, Die EU-Verordnung 'Rom I' bei Expatriates. Herausforderungen eines Arbeitsvertrages für Auslandseinsätze, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273822