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Des Knaben Wunderhorn - alte Lieder und neue Ideale in der Heidelberger Romantik

Title: Des Knaben Wunderhorn - alte Lieder und neue Ideale in der Heidelberger Romantik

Term Paper , 2004 , 11 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Jennifer Ruwe (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Eine Definition des Begriffs Volkslied besagt:
„...vom Gesellschafts- und Kunstlied unterscheidet es sich durch Alter und Langlebigkeit,
eine zunächst nicht schriftliche, sondern mündlich- gedächtnismäßige Überlieferung und die
daraus resultierende Veränderlichkeit des Textes und der Melodie...“1
Wie die meisten Definitionen entstand auch diese erst nachdem sich der zu definierende
Gegenstand über einen gewissen Zeitraum hinweg verändert und die Erfahrungen der
Menschen im Umgang mit Ebendiesem eine Eingrenzung möglich gemacht hat. Dabei ist es
meist noch schwerer, das, was im Alltag so selbstverständlich als Begriff gebraucht wird,
genau zu definieren. So ist es auch in diesem Fall. Es stellt sich die Frage, durch welche
Einflüsse die allgemeine Vorstellung von einem Volkslied und damit auch die erwähnte
Definition geprägt wurden. Als eine wichtige Quelle des deutschen Volksliedes wird die
Liedersammlung Des Knaben Wunderhorn angesehen. Warum dies so ist soll im Folgenden
dargestellt werden. Des Weiteren möchte ich auf die identitätsstiftende Wirkung der
Sammlung im Kontext ihrer Entstehungszeit eingehen und in diesem Zusammenhang auf die
viel diskutierte Frage nach der Originalität der Texte zurückgreifen. Zunächst soll jedoch ein
einführender Blick auf Heidelberg zur Zeit der Romantik geworfen werden. Hier begegnen
uns die beiden Editoren des Wunderhorns, Clemens Brentano und Achim von Arnim. Es folgt
eine Schilderung ihres Lebens, insbesondere der Entstehungsgeschichte des Wunderhorns.
Über die Beweggründe, die zur Entstehung der Sammlung geführt haben, soll dann
schließlich ein Einstieg in oben genannte Fragen gefunden werden.
1 Meyers grosses Taschenlexikon, s.v. Volkslied

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Heidelberg zur Zeit der Romantik

2. Die Liedersammlung Des Knaben Wunderhorn

2.1. Clemens Brentano und Archim von Arnim

2.2. Beweggründe und Quellenarbeit

2.3. Identitätsstiftende Wirkung der Sammlung

3. Der Stand des Volksliedes heute

4. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Hausarbeit untersucht die Entstehung und Bedeutung der Liedersammlung „Des Knaben Wunderhorn“ im Kontext der Heidelberger Romantik. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Editoren durch gezielte Umdichtungen und die Suche nach nationaler Identität das deutsche Volkslied prägten und dessen Wahrnehmung bis in die Gegenwart maßgeblich beeinflussten.

  • Historischer Kontext der Heidelberger Romantik zwischen 1805 und 1808.
  • Biografische Hintergründe und die Zusammenarbeit von Clemens Brentano und Achim von Arnim.
  • Analyse der Beweggründe, Quellenarbeit und der literarischen Umgestaltung der Texte.
  • Untersuchung der identitätsstiftenden Funktion der Sammlung für das deutsche Volk.
  • Kritische Reflexion über die Rezeption und den heutigen Stellenwert des Volksliedes.

Auszug aus dem Buch

2.2. Beweggründe und Quellenarbeit

Clemens Brentano und Achim von Arnim haben mit zahlreichen Werken zur literarischen Romantik beigetragen. Doch die Liedsammlung Des Knaben Wunderhorn muss nach wie vor für die Volkskunde von besonderem Interesse sein, da sie aufgrund ihrer Entstehungsweise Einblick in die Identitätssuche des deutschen Volkes zur Zeit der Romantik gibt. Den Blick neidisch nach Frankreich und England gerichtet, erkennt das deutsche Volk nach Jahrhunderten der territorialen Zerstückelung, dass es ihm an einer nationalen Identität fehlt. Abgeschreckt von der Schnelligkeit der Industrialisierung und der kalten Regelhaftigkeit der Klassik wendet sich der romantische Geist ab von politischen Ideen und sucht nach einem nationalen Geborgenheitsgefühl. Es entsteht der „Mythos vom Volkslied als dem anonymen Produkt der Völkerindividuen“.

Im Volkslied glauben die Romantiker noch etwas von der ursprünglichen Gemeinschaft am Anfang der Geschichte zu finden. „Dies soll helfen, den Zustand der Freiheit und Gleichheit auf neuer Stufe wiederherzustellen.“ In diesen ideologischen Rahmen fällt nun die Entstehung des Wunderhorns: Brentano und Arnim wollen Volkslieder sammeln. Jedoch nicht aus philologischem Antrieb (als Grund für die Notwendigkeit einer neuen Sammlung nennt Brentano u.a. Unzufriedenheit mit dem „platten, oft unendlich gemeinen“ Mildheimischen Liederbuch von 1799) , sondern als Vorlagen für eine künstlerische Herausforderung: die Schaffung einer Sammlung von Volkliedern, die den romantischen Vorstellungen eines Volkliedes entsprechen.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Es wird die Definition des Begriffs Volkslied erläutert und die zentrale Fragestellung zur Rolle der Sammlung „Des Knaben Wunderhorn“ für das deutsche Volkslied sowie die identitätsstiftende Wirkung der Romantik formuliert.

1. Heidelberg zur Zeit der Romantik: Das Kapitel beschreibt Heidelberg zwischen 1805 und 1808 als Zentrum der Hochromantik, in dem der Heidelberger Kreis um Brentano, Arnim und Görres wirkte.

2. Die Liedersammlung Des Knaben Wunderhorn: Dieses Kapitel behandelt das Leben der Editoren, die Entstehungsgeschichte der Sammlung sowie ihre ideologische Ausrichtung und die Art der Quellenarbeit.

2.1. Clemens Brentano und Archim von Arnim: Hier werden die Biografien von Brentano und Arnim sowie ihre Zusammenarbeit bei der Erstellung der Liedersammlung detailliert beleuchtet.

2.2. Beweggründe und Quellenarbeit: Das Kapitel analysiert die romantische Sehnsucht nach nationaler Identität als Antrieb für die Sammlung und untersucht, wie die Editoren mit Originalquellen verfuhren.

2.3. Identitätsstiftende Wirkung der Sammlung: Es wird dargelegt, wie die Sammlung trotz ihrer inhaltlichen Abweichungen vom Original Volksgut wurde und den Bekanntheitsgrad deutscher Lieder steigerte.

3. Der Stand des Volksliedes heute: Hier wird die heutige Rezeption des Volksliedes kritisch reflektiert, insbesondere im Hinblick auf die Amerikanisierung der Musik und den Stellenwert der deutschen Sprache.

4. Zusammenfassung: Die Ergebnisse werden gebündelt und die Erkenntnis unterstrichen, dass „Des Knaben Wunderhorn“ trotz der Umdichtungen als Basis für das moderne Verständnis des deutschen Volksliedes fungiert.

Schlüsselwörter

Des Knaben Wunderhorn, Heidelberger Romantik, Clemens Brentano, Achim von Arnim, Volkslied, nationale Identität, Volkskunde, Quellenarbeit, Literaturgeschichte, Liedtradition, deutsche Romantik, Identitätsstiftung, Kulturgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der berühmten Liedersammlung „Des Knaben Wunderhorn“ und deren Bedeutung für das kulturelle Selbstverständnis während der Heidelberger Romantik.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind der historische Kontext der Heidelberger Romantik, die editorische Arbeitsweise von Brentano und Arnim sowie der Mythos des Volksliedes als Ausdruck nationaler Identität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu zeigen, wie die Sammlung entstand, warum die Editoren Texte veränderten und inwieweit das Werk zur Bildung einer kollektiven Identität beitrug, die bis heute nachwirkt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Die Autorin wählt einen literaturwissenschaftlichen und volkskundlichen Ansatz, um die Entstehungsgeschichte, die Briefwechsel der Editoren und die Rezeptionsgeschichte der Sammlung zu analysieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Akteure (Brentano und Arnim), die Analyse der Beweggründe für die Sammlung, die Untersuchung der Quellenkritik sowie eine kritische Auseinandersetzung mit dem modernen Volksliedverständnis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind „Des Knaben Wunderhorn“, Heidelberger Romantik, Volkslied, nationale Identität und literarische Umdichtung.

Welchen Einfluss hatte Johann Heinrich Voß auf die Heidelberger Romantik?

Johann Heinrich Voß gilt als scharfer Kritiker der romantischen Strömung; durch seine öffentliche Meinung spaltete er das Lehrpersonal der Universität, was maßgeblich zum Ende der Heidelberger Romantik im Jahr 1808 beitrug.

Wie bewerten die Autoren heute den Unterschied zwischen dem historischen Volkslied und dem „Wunderhorn“?

Die Arbeit stellt klar, dass es sich inhaltlich nicht um „originales“ Volksgut handelt, sondern um eine künstlerische Neuerschaffung, die jedoch durch ihre Popularität selbst den Status von Volksgut erlangt hat.

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Details

Title
Des Knaben Wunderhorn - alte Lieder und neue Ideale in der Heidelberger Romantik
College
University of Würzburg  (Germanistik/ Volkskunde)
Course
Grundzüge der Volkskunde I
Grade
1,5
Author
Jennifer Ruwe (Author)
Publication Year
2004
Pages
11
Catalog Number
V27383
ISBN (eBook)
9783638294461
Language
German
Tags
Knaben Wunderhorn Lieder Ideale Heidelberger Romantik Grundzüge Volkskunde
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jennifer Ruwe (Author), 2004, Des Knaben Wunderhorn - alte Lieder und neue Ideale in der Heidelberger Romantik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27383
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