In den letzten Jahren, hervorgerufen durch den globalen Wettbewerb, ist ein zunehmend dynamischer und turbulenter „Markt“ mit internationaler Konkurrenz entstanden. Deutsche Standorte befinden sich verstärkt im Konkurrenzkampf mit internationalen Unternehmen, da diese meist mit dem Vorteil der günstigeren Lohnkosten kalkulieren können. Damit ist es für diese häufig ein vermeintlich besserer Weg, Kosteneinsparungen durch Verlagerung, von solch kostenintensiven Faktoren wie Lohnkosten, ins Ausland zu erreichen, als Produktivitätsverbesserungen zu erschließen. Allerdings bieten die Dynamik der Nachfragemärkte und die zunehmende Individualisierung von Produkt- und Leistungsan-geboten Chancen für Unternehmen, die in der Lage sind, sich zeitnah an Veränderungen im Markt anpassen zu können. Dies erfordert einerseits eine hohe Flexibilität in der Leistungserstellung und andererseits eine hohe Wandlungsfähigkeit in Prozessen, Ressourcen und Strukturen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Ausgangslage und Problemstellung
1.2. Logistiksysteme im turbulenten Umfeld
1.3. Zielsetzung
2. Zusammenhang der Logistikbranche und der Wirtschafts- und Finanzkrise
2.1. Logistik und Logistiksysteme in Unternehmen
2.1.1. Definition des Begriffs Logistik
2.1.2. Definition des Begriffs Logistiksystem
2.2. Entstehung der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise
2.3. Auswirkungen der Krise auf die Logistikbranche am Beispiel der Schifffahrtsbranche
3. Wandlungsfähigkeit und Beherrschung von Umfeldeinflüssen
3.1. Definition des Begriffs Wandlungsfähigkeit
3.1.1. Abgrenzung der Flexibilität
3.1.2. Charakterisierung der Reaktionsfähigkeit
3.1.3. Zusammenhang zwischen Wandlungsfähigkeit, Flexibilität und Reaktionsfähigkeit
3.2. Bewertung von Umfeldeinflüssen auf Logistiksysteme
3.3. Messung des Potenzials der Wandlungsfähigkeit
4. Planung und Gestaltung logistischer Systeme
4.1. Planung von Logistiksystemen
4.2. Modellierung von Logistiksystemen
4.3. Gestaltung wandlungsfähiger Logistiksysteme
4.3.1. Wandlungsfähigkeit in Unternehmen
4.3.2. Wandlungsfähigkeit in der Logistik
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie Logistiksysteme durch gesteigerte Wandlungsfähigkeit an turbulente Marktbedingungen angepasst werden können, insbesondere vor dem Hintergrund globaler Wirtschafts- und Finanzkrisen.
- Analyse des Einflusses von Marktvolatilität auf die Logistik.
- Theoretische Fundierung der Begriffe Wandlungsfähigkeit, Flexibilität und Reaktionsfähigkeit.
- Systematische Bewertung von Umfeldeinflüssen auf Logistiksysteme.
- Entwicklung von Strategien zur Gestaltung wandlungsfähiger Logistikstrukturen.
- Untersuchung von operativen Ansätzen in der Auftragsabwicklung zur Steigerung der Wandlungsfähigkeit.
Auszug aus dem Buch
3.1.1. Abgrenzung der Flexibilität
Flexibilität ist die Fähigkeit, sich geänderten Umweltbedingungen und alternativen Situationen, die in der Zukunft eintreten können, anzupassen16. Verallgemeinert kann Flexibilität als Möglichkeit zur Veränderung in vorgehaltenen Dimensionen und Szenarios bezeichnet werden17. Hinsichtlich logistischer Belange wird nach Wiendahl18 die Flexibilität als die taktische Fähigkeit eines ganzen Logistikbereichs, sich auf eine neue, aber ähnliche, Materialflusse- und Logistikfunktionen in mittlerer Zeit mit mittlerem Aufwand hinsichtlich Hard- und Software umstellen zu können, bezeichnet. Die Umstellung erfolgt überwiegend manuell und bedarf in der Regel eines Planungsvorlaufs mit einer anschließenden Hochlauf- und Optimierungsphase.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die zunehmende Marktdynamik sowie den steigenden Wettbewerbsdruck und leitet daraus die Notwendigkeit von Wandlungsfähigkeit ab.
2. Zusammenhang der Logistikbranche und der Wirtschafts- und Finanzkrise: Untersucht die Definitionen von Logistik und Logistiksystemen und analysiert beispielhaft die negativen Auswirkungen der Finanzkrise auf die Schifffahrtsbranche.
3. Wandlungsfähigkeit und Beherrschung von Umfeldeinflüssen: Definiert das Konzept der Wandlungsfähigkeit, grenzt es von Flexibilität und Reaktionsfähigkeit ab und bewertet verschiedene Umfeldeinflüsse auf Logistiksysteme.
4. Planung und Gestaltung logistischer Systeme: Behandelt Methoden zur Planung und Modellierung von Logistiksystemen sowie konkrete Ansätze zur Umsetzung von Wandlungsfähigkeit in Unternehmen und Logistik.
5. Fazit: Fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit proaktiver Strategien zur Wandlungsfähigkeit sowie zukünftiger Ansätze zur objektiven Messung dieser Potenziale.
Schlüsselwörter
Logistiksysteme, Wandlungsfähigkeit, Flexibilität, Reaktionsfähigkeit, Umfeldturbulenz, Wirtschafts- und Finanzkrise, Auftragsabwicklung, Modularisierung, Dezentralisierung, Planungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit, Lieferkette, Prozessorientierung, Unternehmensumfeld.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen, denen sich Logistiksysteme in einem zunehmend turbulenten und globalen Marktumfeld gegenübersehen, und erarbeitet Konzepte zu deren Wandlungsfähigkeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Abgrenzung von Wandlungsfähigkeit, Flexibilität und Reaktionsfähigkeit, die Analyse von Umfeldeinflüssen sowie Ansätze zur Gestaltung wandlungsfähiger Logistiksysteme.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist das Aufzeigen und Entwickeln von Strategien und Methoden, um Logistiksysteme wandlungsfähig zu gestalten und somit an ständige Marktveränderungen anzupassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse basiert, um Begriffe zu definieren und Gestaltungsansätze abzuleiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Wandlungsfähigkeit, die Auswirkungen externer Schocks wie der Finanzkrise, die Modellierung von Logistiksystemen und Ansätze zur Umsetzung von Wandlungsfähigkeit in der Praxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Wandlungsfähigkeit, Logistiksysteme, Umfeldturbulenz, Flexibilität und Wettbewerbsfähigkeit.
Wie unterscheidet sich Wandlungsfähigkeit von der klassischen Flexibilität?
Während Flexibilität eine reversible Anpassung innerhalb eines vorgegebenen Korridors ohne zusätzliche Investitionen beschreibt, erfordert Wandlungsfähigkeit das Überschreiten dieser Grenzen, was in der Regel zusätzliche Investitionen bei einer Anpassung notwendig macht.
Welche Rolle spielt der Mensch bei der Gestaltung wandlungsfähiger Systeme?
Der Mensch steht mit seinem Ideenreichtum und seiner Kreativität im Mittelpunkt, wobei die Umsetzung von Wandlungsfähigkeit eine Unternehmenskultur erfordert, die durch Aktivität und Engagement der Mitarbeiter gekennzeichnet ist.
- Arbeit zitieren
- Tobias Fritsch (Autor:in), 2013, Wandlungsfähigkeit von Logistiksystemen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273854