Als Trainingsgeräte werden im leistungsorientierten Schwimmsport oftmals Paddles eingesetzt. Ihr Gebruach ist jedoch nicht ganz unbedenklich. Ob und inwiefern durch Einsatz von Paddles vielleicht mehr Schaden als Nutzen erreicht wird, soll auf Grundlage von Anatomie und Biomechanik in dieser Arbeit erläutert werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Anatomie der Schulter
2.1 Gelenke
2.2 Muskeln
2.2.1 Schultergürtelmuskeln
2.2.2 Oberarmmuskeln
3 Biomechanik der Schwimmtechniken
3.1 Kraulschwimmen
3.2 Delphinschwimmen
3.3 Rückenschwimmen
3.4 Gemeinsamkeiten
4 Schulterbeschwerden im Schwimmsport
4.1 Das Impingement-Syndrom
4.2 Verletzungen der Rotatorenmanschette
4.3. Tendopathie der langen Bizepssehne
4.4 Wissenschaftliche Untersuchungen
5 Training mit Paddles
5.1 Funktion von Paddels
5.2 Anwendungsbereiche
5.3 Praktische Hinweise
6 Resümée
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verletzungsrisiko von Leistungsschwimmern durch den Einsatz von Paddles, wobei die anatomischen und biomechanischen Grundlagen des Schultergelenks im Fokus stehen, um zu klären, ob der gesundheitliche Nutzen dieses Trainingsgeräts das Risiko für Überlastungsschäden rechtfertigt.
- Anatomische Grundlagen des Schultergelenks und seiner muskulären Sicherung
- Biomechanische Analyse der Kraul-, Delphin- und Rückenschwimmtechnik
- Klinische Einordnung von Schulterbeschwerden wie dem Impingement-Syndrom
- Auswertung wissenschaftlicher Studien zum Zusammenhang von Paddles und Schulterverletzungen
- Empfehlungen für den präventiven und dosierten Einsatz von Trainingsgeräten im Schwimmsport
Auszug aus dem Buch
4.1 Das Impingement-Syndrom
Das Impingement-Syndrom (to impinge: anstoßen, „anschlagen“) kann mit dem Begriff der Schwimmerschulter gleichgesetzt werden. Es handelt sich hierbei um ein funktionelles Syndrom, bei dem es zur Überlastung und entzündlichen Reaktion zweier anatomischer Strukturen im engen subakromialen Raum kommt, und zwar der Entzündung des Schleimbeutels (Bursa subacromialis) und der Sehnenplatte der Rotatorenmanschette, v.a. der Supraspinatussehne (vgl. Haaker). Das Syndrom tritt öfter auf der Atemseite des Schwimmers auf und äußert sich meist erst nach 6-8 Jahren leistungsorientiertem Schwimmtraining. Das Ausmaß der Schulterschmerzen lässt sich nach Blatz (1985) in vier Kategorien einteilen (vgl. Costill et al.):
Kategorie I: Der Athlet hat ausschließlich nach der Belastung leichte Schmerzen in der Schulter
Kategorie II: Der Athlet verspürt sowohl während als auch nach der Belastung ‘Unbehagen’ oder leichten Schmerz.
Kategorie III: Der Schmerz während der Belastung ist so weit fortgeschritten, dass er die Leistung des Athleten beeinträchtigt.
Kategorie IV: Dieses Stadium ist dann erreicht, wenn der Athlet extrem in seinem Leistungsvermögen beeinträchtigt ist und nicht mehr an Wettkämpfen teilnehmen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den hohen Gesundheitswert des Schwimmens, thematisiert jedoch die Diskrepanz zwischen Breitensport und Leistungssport hinsichtlich der hohen Verletzungsanfälligkeit, insbesondere im Schulterbereich.
2 Anatomie der Schulter: Dieses Kapitel erläutert den komplexen Aufbau des Schultergürtels, der durch das Zusammenspiel von echten und unechten Gelenken sowie einer speziellen Muskulatur stabilisiert wird.
3 Biomechanik der Schwimmtechniken: Hier werden die Bewegungsabläufe von Kraul-, Delphin- und Rückenschwimmen analysiert und deren gemeinsame kinematischer sowie dynamische Strukturmerkmale aufgezeigt.
4 Schulterbeschwerden im Schwimmsport: Das Kapitel behandelt typische Überlastungsschäden wie das Impingement-Syndrom, Verletzungen der Rotatorenmanschette sowie Tendopathien und untermauert diese durch wissenschaftliche Studien.
5 Training mit Paddles: Der Abschnitt beschreibt Funktion und Anwendungsbereiche von Paddles im Schwimmtraining und gibt praktische Hinweise zur Vermeidung von Überlastungen.
6 Resümée: Das Fazit stellt fest, dass Paddles bei korrekter Dosierung und technischer Sorgfalt einen Nutzen bieten können, jedoch bei Überbeanspruchung zu schwerwiegenden Schulterverletzungen führen.
Schlüsselwörter
Schwimmsport, Schulterbeschwerden, Paddles, Impingement-Syndrom, Biomechanik, Sportverletzungen, Rotatorenmanschette, Schwimmerschulter, Überlastung, Trainingssteuerung, Anatomie, Leistungsdiagnostik, Schultergelenk, Leistungsschwimmen, Muskelapparat
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die gesundheitlichen Auswirkungen des Trainings mit Paddles im Leistungsschwimmen unter besonderer Berücksichtigung der Schulterbelastung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Anatomie des Schultergelenks, der Biomechanik verschiedener Schwimmstile sowie der klinischen Betrachtung sportbedingter Schulterverletzungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, auf Grundlage biomechanischer und anatomischer Fakten zu beurteilen, ob der Einsatz von Paddles im Schwimmtraining in einem angemessenen Verhältnis zum Verletzungsrisiko steht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine fundierte Literaturanalyse unter Einbeziehung anatomischer Fachgrundlagen, biomechanischer Technikbeschreibungen und bestehender sportmedizinischer Studien durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die anatomische Beschreibung der Schulter, die biomechanische Analyse der Schwimmtechniken, eine detaillierte Auflistung von Schulterbeschwerden und eine praxisorientierte Diskussion über den Einsatz von Trainingspaddles.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Schwimmsport, Schulterbeschwerden, Impingement-Syndrom, Biomechanik und Trainingssteuerung beschreiben.
Warum ist gerade das Schultergelenk beim Schwimmen so anfällig?
Aufgrund der enormen Beweglichkeit und der geringen knöchernen Führung ist das Schultergelenk stark von Muskulatur und Bändern abhängig, die durch die repetitiven Bewegungen beim Schwimmen mit Paddles stark überlastet werden können.
Ab wann sollten laut Arbeit Paddles im Training verwendet werden?
Der Autor empfiehlt, den Einsatz von Paddles erst nach Abschluss der Pubertät (ca. 17/18 Jahre) zu beginnen, um das kindliche Skelett- und Muskelsystem zu schützen.
- Arbeit zitieren
- Christina Rogler (Autor:in), 2009, Ist Schwimmen mit Paddles schädlich?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273861