Ist Schwimmen mit Paddles schädlich?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2009
11 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

1 Einleitung

„... Schwimmen hat einen sehr hohen Gesundheits- und Freizeitwert. ... Schwimmen ist vom Kleinkindalter bis ins hohe Alter von großer Bedeutung, sowohl für die körperliche Entwicklung als auch zur Gesunderhaltung. ... Schwimmen wird als sinnvolle Therapie gerade bei vorgeschädigten Gelenken und Abnutzungserscheinungen der Wirbelsäule empfohlen. ... Das Verletzungsrisiko

beim Schwimmen ist sehr gering. ...“ (Cotta, 1988, S. 368 u. 369).

Wie vorliegendes Zitat anklingen lässt, kann Schwimmen im Bereich des Breitensports einen wertvollen Beitrag zur Aufrechterhaltung der physischen als auch psychischen Gesundheit leisten. Dass diese Aussage allerdings auch für Leistungsschwimmer gilt, ist eher unwahrscheinlich; bei Tageskilometerumfängen von bis zu 20km im Wasser sowie zusätzlichem Krafttraining an Land, sind Verletzungen und Überlastungsschäden keine Seltenheit. Eine Untersuchung des Krankenhauses für Sportverletzte Lüdenscheid-Hellersen an 225 Nationalmannschaftsschwimmer-/innen des A-, B- und C-Kaders des Deutschen Schwimmverbandes zeigte, dass rund ein Drittel der Kaderathleten, manchmal, oft oder sogar regelmäßig an Schulter- oder Kniebeschwerden leidet (siehe Tabelle 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1

Für vorliegende Arbeit scheint vor allem das Auftreten der Schulterbeschwerden interessant. Als Trainingsgeräte werden im Schwimmsport oftmals Paddles angewendet; deren Einsatz ist jedoch nicht ganz unbedenklich. Ob und inwiefern durch Gebrauch von Paddles vielleicht mehr Schaden als Nutzen erreicht wird, soll auf Grundlage von Anatomie und Biomechanik im Folgenden erläutert werden.

2 Anatomie der Schulter

2.1 Gelenke

Der Hauptantrieb erfolgt im Schwimmen durch die Arme, welche in dieser Sportart über ein hohes Maß an Beweglichkeit verfügen müssen. Durch ein enges Zusammenspiel der Schultergürtelgelenke mit dem Schultergelenk und den zusätzlichen Schulternebengelenken wird diese jedoch gewährleistet. Das „Arm“ kreisen im Sport beispielsweise geschieht nicht nur aus dem eigentlichen Schultergelenk, sondern erfordert die Zusammenarbeit von fünf Gelenken im Schulterbereich: drei „echten“ und zwei „unechten“ Gelenken. Inneres Schlüsselbeingelenk, Schultereckgelenk sowie das eigentliche Schultergelenk können zu den echten Gelenken gezählt werden, während Schulterdach-Oberarmkopfgelenk und Schulterblatt- Brustkorbgelenk unechte Gelenke darstellen (vgl. Strass et al.).

Das Schulterdach-Oberarmkopfgelenk (subacromiales Nebengelenk) besteht aus der Schulterhöhe, dem Rabenschnabelfortsatz (proc. coracoideus) sowie einem kräftigen Band, welche gemeinsam eine pfannenartige Aushöhlung bilden. Bei Aufwärtsbewegen des Oberarmkopfes, gleitet dieser unter dem Schulterdach hindurch, wobei die unter dem Schulterdach liegenden Schleimbeutel (Bursa subacromialis und Bursa subdeltoidea) die Gleitbewegung verstärken.

Das Schulterblatt-Brustkorb-Gelenk ist auch ein Nebengelenk. Es kommt dadurch zustande, dass bei Armbewegungen das Schulterblatt mitbewegt wird, da es auf den Rippen des Brustkorbes hin- und herverschoben wird. Das Gleiten erfolgt in einer Gleitschicht zwischen dem auf der Vorderseite sitzenden M.subscapularis und dem auf dem Rippenfell liegenden M.serratus anterior.

Das innere Schlüsselbeingelenk (articulatio sternoclavicularis), ein Kugelgelenk, befindet sich zwischen Clavicula (Schlüsselbein) und Sternum (Brustbein). Der Gelenkkopf befindet sich am sternalen Ende des Schlüsselbeins und ist kolbenförmig verbreitert. Am Brustbein liegt die dazugehörige Gelenkpfanne, in welche der Gelenkkopf mündet. Zur Erweiterung der Gelenkbeweglichkeit ist zwischen den Gelenkflächen eine Art Meniskus eingelagert. Ein großzügiger Bandapparat unterstützt die Gelenkkapsel des art. sternoclavicularis und beugt somit der Ausrenkung des Gelenkes vor.

Das Schultereckgelenk (art. acromioclavicularis) kann anatomisch ebenso als Kugelgelenk aufgefasst werden, der Bewegungsumfang ist jedoch begrenzt. Es befindet sich zwischen dem äußeren Ende des Schlüsselbeins und der Schulterhöhe (Acromion). Zwischen den beiden Gelenkflächen ist wiederum ein faserknorpeliger Meniskus eingelagert, der zur besseren Druckübertragung dient. Die Stabilität des Gelenks wird wiederum durch Bänder gewährleistet.

Das eigentliche Schultergelenk (art. glenohumeralis) ist ein Kugelgelenk. Es wird von Schulterblatt (scapula) und dem Oberarmknochen (humerus) gebildet. Die Gelenkpfanne befindet sich am äußersten Rand des Schulterblatts, ist sehr flach und zeichnet sich durch eine birnenförmige Kontur aus. Eine Gelenklippe aus Knorpel und Bindegewebe verstärkt sie und führt somit zu einer Vergrößerung der Kontaktfläche zum Oberarm. Da nur ein Drittel bis ein Viertel des Oberarmkopfes die Gelenkpfanne direkt berührt, besteht eine hohe Inkongruenz zwischen Kopf und Pfannengröße. Folglich ist eine knöcherne Führung nicht vorhanden; die Gelenksicherung wird nur durch Muskulatur und Bänder gewährleistet.

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Ist Schwimmen mit Paddles schädlich?
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Institut für Sport und Sportwissenschaft)
Veranstaltung
Schwerpunktfach Schwimmen
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
11
Katalognummer
V273861
ISBN (eBook)
9783656665342
ISBN (Buch)
9783656665328
Dateigröße
438 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schulterporbleme, Anatomie Schulter, Biomechanik Schwimmtechniken, Impingement Syndrom, Paddles
Arbeit zitieren
Christina Rogler (Autor), 2009, Ist Schwimmen mit Paddles schädlich?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273861

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