In der vorliegenden Studie wird der Versuch unternommen, aus einer Experten-Stichprobe mit Arbeitserfahrung in 21 Ländern Einflussfaktoren zu analysieren, die das Arbeitsleben im internationalen Kontext negativ oder positiv beeinflussen. Diese Misserfolgsfaktoren oder Erfolgsfaktoren werden mittels web-basierter schriftlicher Leitfaden-Befragung aus der Experten-Stichprobe erhoben. In einem ersten Analyseschritt werden die einzelnen Faktoren auf Schnittmengen mit dem von Heyse vorgelegten KompetenzAtlas untersucht (vgl. Heyse et al, 2010, S. 95).
Die so gewonnenen Einflussfaktoren werden nach den Hauptaspekten des Handelns, Person, Umwelt und Aufgabe, gegliedert und aus handlungstheoretischer Perspektive betrachtet (vgl. Nitsch 2004). Das Resultat der Analyse der erhobenen Daten mit den Hauptaspekten des Handelns und dem KompetenzAtlas dient als Basis des Versuchs, Interkulturelle Handlungskompetenz (Cross Cultural Action Competence) als eigenständige und ökonomisch messbare Handlungsdeterminante zu extrahieren, die als zuverlässiger Prädiktor den personalen Anteil des beruflichen Erfolgs im internationalen Kontext prognostiziert.
Inhaltsverzeichnis
0. Zusammenfassung
1. Allgemeine Aspekte internationaler Mitarbeitereinsätze
2. Organisationale Aspekte internationaler Mitarbeitereinsätze
3. Personale Aspekte internationaler Mitarbeitereinsätze
4. Erhebung von Einflussfaktoren internationaler Mitarbeitereinsätze
4.1 Untersuchungsmethode
4.2 Untersuchungsverlauf
4.3 Untersuchungsstichprobe
4.4 Untersuchungsergebnisse
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Einflussfaktoren auf das Arbeitsleben im internationalen Kontext zu analysieren, indem diese mittels einer Expertenbefragung erhoben und handlungstheoretisch eingeordnet werden. Durch die Identifikation von Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren soll ein Anforderungsprofil entwickelt werden, das als Grundlage für die Definition und Messung interkultureller Handlungskompetenz dient.
- Analyse von Einflussfaktoren in internationalen Mitarbeitereinsätzen
- Anwendung handlungstheoretischer Perspektiven auf den internationalen Arbeitseinsatz
- Integration der Ergebnisse in den KompetenzAtlas
- Entwicklung eines Anforderungsprofils für interkulturelle Handlungskompetenz
- Untersuchung von Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren durch Expertenbefragung
Auszug aus dem Buch
1. Allgemeine Aspekte internationaler Mitarbeitereinsätze
Eine aktuelle Herausforderung für die Personalabteilungen international agierender Unternehmen ist das erfolgreiche Personalmanagement in der personellen Ausstattung internationaler Projekte. Der Anteil internationaler Projekte am Gesamtumsatz liegt häufig über 50 % (vgl. Kühlmann & Stahl, 2006, S. 674). Die Versuche mit verschiedenen Modellen und Hilfsmitteln die Rekrutierung und Personalentwicklung für Auslandsmitarbeiter zu optimieren sind ebenso nachvollziehbar wie heterogen (vgl. Kühlmann & Stahl, 2006, S. 680) und wo Verfahren verfügbar sind, werden sie nicht breit genutzt (vgl. Holtbrügge, 2003).
Mitarbeiter die in kulturell unterschiedlichen Umwelten eingesetzt sind, können die bisherigen Arbeitsstrategien nicht ohne Adaption weiter nutzen und die Aufklärung der personalen Voraussetzungen eines Mitarbeiters, der diese Adaption mit großer Wahrscheinlichkeit erfolgreich im internationalen Einsatz umsetzt, wäre als Meilenstein zu verstehen (vgl. Wilpert, 2007, S. 651).
Als Arbeitshypothese wird daher zugrunde gelegt, dass sich Interkulturelle Handlungskompetenz positiv auf internationale Mitarbeitereinsätze auswirkt und sich basierend auf den vier Grundfunktionen menschlichen Handelns (vgl. Nitsch, 2004) durch Teilkompetenzen aus dem KompetenzAtlas (vgl Heyse et al., 2010) aufklären lässt.
Daher erscheint es sinnvoll, sich auf die Suche nach der Antwort zu begeben und aus dem Fundus an Fertigkeiten, Fähigkeiten, Kompetenzen und Persönlichkeitseigenschaften diejenigen zu suchen, die interkulturell erfolgreich handelnde Mitarbeiter in sich vereinen. Zur theoretischen Einbettung dieser Faktoren wird im vorliegenden Beitrag auf zwei theoretische Ansätze zurückgegriffen. Zum einen auf die von Heyse et al (Heyse, Erpenbeck & Ortmann, 2010, S. 18) vorgestellten Kompetenzforschung und zum zweiten wird sich dem Gegenstand aus handlungstheoretischer Perspektive genähert (vgl. Arnold & Gomez Tutor, 2007, S. 125). Beide Ansätze zeigen Anknüpfungspunkte, Interkulturelle Handlungskompetenz als eigenständige Eigenschaft zu extrahieren oder zugrunde liegende Elemente nach den Hauptkomponenten der Handlung zu analysieren.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Zusammenfassung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über das Ziel der Studie, die Expertenstichprobe und die methodische Vorgehensweise zur Analyse von Einflussfaktoren im internationalen Kontext.
1. Allgemeine Aspekte internationaler Mitarbeitereinsätze: Hier werden die Herausforderungen des Personalmanagements bei internationalen Projekten thematisiert und die Arbeitshypothese zur positiven Wirkung interkultureller Handlungskompetenz formuliert.
2. Organisationale Aspekte internationaler Mitarbeitereinsätze: Dieses Kapitel behandelt die Bedeutung des Entsendemanagements, steuerliche und administrative Rahmenbedingungen sowie die Auswirkungen von Kommunikationsverhalten auf den Projekterfolg.
3. Personale Aspekte internationaler Mitarbeitereinsätze: Es werden die persönlichen Voraussetzungen und Komponenten, wie Empathie und Flexibilität, erörtert, die für effizientes Handeln im interkulturellen Kontext notwendig sind.
4. Erhebung von Einflussfaktoren internationaler Mitarbeitereinsätze: Hier wird der methodische Ablauf, die Auswahl der Stichprobe und die qualitative Analyse der sieben Antwortkategorien (Eigene Ansprüche, Arbeitsklima, Soziales Netz, Arbeitsgestaltung, Gesundheit, Stresswahrnehmung, Prävention) detailliert dargestellt.
5. Fazit: Die Ergebnisse werden interpretiert und in den KompetenzAtlas eingeordnet, wobei die erhobenen Faktoren als Basis für ein erstes Anforderungsprofil zur Interkulturellen Umsetzungskompetenz dienen.
Schlüsselwörter
Internationaler Mitarbeitereinsatz, Interkulturelle Handlungskompetenz, Entsendemanagement, Erfolgsfaktoren, Misserfolgsfaktoren, KompetenzAtlas, Arbeitsklima, Personalmanagement, Stresswahrnehmung, Handlungstheorie, Expertenbefragung, Auslandserfahrung, Beruflicher Erfolg, Personale Kompetenz, Interkulturelle Kompetenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, welche Faktoren das Arbeitsleben von Mitarbeitern in einem internationalen Kontext positiv oder negativ beeinflussen, und leitet daraus Anforderungen für interkulturelle Handlungskompetenz ab.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind das Entsendemanagement, die Analyse von Stressoren und Erfolgsfaktoren im Auslandseinsatz sowie die theoretische Fundierung durch Kompetenzforschung und handlungstheoretische Modelle.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aus einer Expertenstichprobe Einflussfaktoren zu extrahieren, die durch Invertierung von Stressoren in Erfolgsfaktoren umgewandelt werden, um als Prädiktor für beruflichen Erfolg im Ausland zu dienen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine web-basierte, schriftliche Leitfaden-Befragung (qualitative und quantitative Analyse) bei einer Expertenstichprobe mit Arbeitserfahrung in 21 Ländern durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert organisationale und personale Aspekte des Entsendemanagements sowie die Ergebnisse der Befragung in sieben spezifischen Kategorien, von den eigenen Ansprüchen bis hin zu Präventionsmaßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe umfassen internationale Mitarbeitereinsätze, interkulturelle Handlungskompetenz, Entsendemanagement, KompetenzAtlas und Erfolgsfaktoren.
Welche Rolle spielt der KompetenzAtlas in der Studie?
Der KompetenzAtlas nach Heyse et al. dient als theoretischer Rahmen, um die erhobenen Einflussfaktoren in spezifische Kompetenzklassen einzuordnen und daraus ein Anforderungsprofil abzuleiten.
Warum wurde "Sport" als signifikanter Faktor genannt?
Über 93 % der Befragten nannten Sport als positiven Faktor für die Gesundheit, was darauf hindeutet, dass sportliche Betätigung ein wesentliches Mittel zum Stressabbau und zur Stärkung der Stresstoleranz im Auslandseinsatz ist.
- Quote paper
- M.A. Personalentwicklung; Diplom Sportwissenschaftler univ. Michael Buhl (Author), 2014, Einflussfaktoren internationaler Mitarbeitereinsätze: Entwicklung interkultureller Handlungskompetenz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273900