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Soziale Entwicklung an integrativen Schulen

Titel: Soziale Entwicklung an integrativen Schulen

Hausarbeit , 2010 , 15 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Tatjana Enderle (Autor:in)

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die schulische Sozialisation wird in der heutigen Zeit von Pisa, Schulreform und Schlagzeilen von Amokläufen immer wieder hinterfragt und beobachtet.
Doch wie sieht eine Verwirklichung schulischer Sozialisation aus? In diesem Zusammenhang ist Integration ein beliebtes Diskussionsthema.
Der integrative Unterricht wird oft als ein Musterbeispiel positiver, schulischer Sozialisation vor allem in Bezug auf behinderte Kinder angesehen.
Die Erwartungen an integrativen Unterricht sind nicht nur auf Bildungsebene, also der Vermittlung von möglichst adäquatem Wissen und Kenntnissen angelegt, sondern ebenso im sozialen Bereich. Die Eltern nichtbehinderter Kinder erhoffen sich, dass ihre Kinder offen, ohne Scheu, aber mit Verständnis behinderten Kindern begegnen und aktiv Hilfestellungen geben können. Für Eltern behinderter Kinder heißt integrativer Unterricht, dass ihre Kinder, sich freundschaftliche Netzwerke auch zu nichtbehinderten aufbauen, für Schule und Freundschaften, dass ihre Kinder an dem Leben und Spielen der anderen teilhaben können, ohne sich ausgeschlossen zu fühlen. Das Erkennen natürlicher Grenzen und Schwächen des Anderen und das Kennenlernen von Andersartigkeit kann die Kommunikationskompetenz aller Schüler fördern und ermöglicht ein angenehmes Arbeitsklima, so die Annahme von Maikowski und Podlesch. Doch werden diese Erwartungen erfüllt? Kann man diese Parameter überhaupt empirisch messen und belegen?
Zunächst setzt die Integration soziales Lernen voraus. Doch was genau ist soziale Integration, und soziales Lernen? Wie wird dies ermöglicht?
Jahrelange Forschung und Schulversuche auf diesem Gebiet ergaben eine Menge von Ergebnissen, von denen ich einige ausgewählte in meiner Arbeit vorstellen möchte.

Am besten lässt sich integrativer Unterricht erklären, indem man ihn vom herkömmlichen Regelunterricht unterscheidet.
Zunächst bedeutet integrativer Unterricht, dass behinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinsam in einer Klasse unterrichtet werden, wobei Lehr- und Lernmethoden meist ähnliche sind, die auch für Regelklassen gelten.
Den markantesten Unterschied der Organisationsstrukturen von integrativem und Regelunterricht macht die Rolle des Lehrers aus. Durch gezielte Unterrichtsbeobachtungen wurden Abläufe im Unterricht bewusst herausgefiltert und beschrieben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserläuterungen und Eingrenzung

2.1. Sozialisation

2.2. Integration

3. Sozialisation in integrativen Klassen

3.1. Soziales Lernen

3.2. Integrativer- vs. Regelunterricht

3.3. Soziale Distanz

3.4. Soziale Entwicklungen in integrativen Klassen

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen des integrativen Unterrichts auf die soziale Entwicklung von Kindern. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und wie schulische Integration von behinderten Schülern tatsächlich zu sozialer Integration beiträgt und welche Faktoren – wie etwa das Klassenklima, die Rolle der Lehrkraft oder die Art der Behinderung – diesen Prozess beeinflussen.

  • Grundlegende Begriffsbestimmung von Sozialisation und Integration in pädagogischen Kontexten
  • Analyse des sozialen Lernens und der Unterrichtsformen in integrativen Klassen
  • Vergleich der sozialen Distanz zwischen verschiedenen Schultypen
  • Untersuchung der sozialen Stellung behinderter Kinder innerhalb integrativer Klassen
  • Reflektion über die Möglichkeiten und Grenzen integrativer Beschulung

Auszug aus dem Buch

3.3. Soziale Distanz – Schultypen im Vergleich

Wie stehen Schüler zu einer Behinderung, einer Andersartigkeit? Gibt es signifikante Unterschiede zwischen Integrationsklassen und den anderen Schultypen?

In der Arbeit von Hans Wocken geht es vorallem um die Frage der sozialen Distanz und darum in welcher Beziehung Schüler zu Schülern mit Andersartigkeit (mit Behinderung, mit andrer ethnischer Herkunft ect.) stehen und ob sie sich sympathisch finden oder lieber Abstand halten wollen. Soziale Distanz steht also für ein zwischenmenschliches Verhältnis, meint Gedanken Einstellungen und Gefühle und wie diese den Abstand zwischen Menschen definieren. Zur Untersuchung wurde ein Fragebogen entwickelt „Fragebogen Soziale Distanz“ (FSD) und an Schüler der Klassenstufen 3 bis 9 in verschiedenen Schultypen verteilt. 1055 Bögen wurden Ergebnisse entnommen. Sieben Distanzfragen beziehen sich auf die Nähe der Kinder untereinander und werden je auf Kinder mit verschiedenen Andersartigkeiten bezogen. Zum Beispiel wird ein Bild eines körperbehinderten Mädchens gezeigt und die Frage gestellt, ob der Schüler sich vorstellen könnte mit dem Mädchen befreundet zu sein, mit ihr die Freizeit zu verbringen oder neben ihr zu sitzen.

Hypothesen gehen davon aus, dass Soziale Distanz von zwei Bedingungsfaktoren abhängt. 1. Das Varianzerleben (Erleben von Unterschiedlichkeit), 2. Devianzerleben (Erleben von Andersartigkeit), bei beiden Aspekten wird erwartet, das sowohl Heterogenität und als auch Schülergruppen mit betroffenen soziale Distanz positiv beeinflusst.

Die Annahme war, dass Schüler in Integrationsklassen das geringste Maß an sozialer Distanz zeigen, an Sonder- Grund- und Gesamtschulen ein mittleres Maß herrscht und die soziale Distanz an Hauptschulen und Gymnasien durch die Homogenität am ausgeprägtesten ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Erwartungen an den integrativen Unterricht und führt in die wissenschaftliche Fragestellung bezüglich der sozialen Integration und des sozialen Lernens ein.

2. Begriffserläuterungen und Eingrenzung: Dieses Kapitel definiert die zentralen Fachbegriffe Sozialisation und Integration aus soziologischer und pädagogischer Perspektive.

3. Sozialisation in integrativen Klassen: Der Hauptteil analysiert das soziale Lernen, den Vergleich zwischen Integrations- und Regelunterricht sowie empirische Befunde zur sozialen Distanz und Entwicklung in integrativen Lerngruppen.

4. Schluss: Das Fazit reflektiert die Erkenntnisse der Arbeit, diskutiert die Widersprüchlichkeit der Forschungslage und betont die Bedeutung individueller Förderentscheidungen.

Schlüsselwörter

Integrativer Unterricht, Soziale Entwicklung, Sozialisation, Integration, Soziales Lernen, Soziale Distanz, Inklusion, Schulklima, Behindertenpädagogik, Heterogene Lerngruppen, Schulische Sozialisation, Sonderpädagogik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit befasst sich mit der sozialen Entwicklung von Schülern innerhalb integrativer Schulformen.

Welche Themenfelder sind zentral?

Zentrale Themen sind die theoretische Abgrenzung von Sozialisation und Integration sowie die empirische Untersuchung sozialer Interaktionen und Einstellungen im schulischen Alltag.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, auf Basis bestehender Forschungsergebnisse zu beleuchten, inwiefern die integrative Beschulung die soziale Kompetenz und die Akzeptanz gegenüber behinderten Schülern fördert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse und wertet diverse Studien und Unterrichtsbeobachtungen aus, um Schlussfolgerungen zur Wirksamkeit der Integration zu ziehen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Bedeutung des sozialen Lernens, dem Vergleich von Organisationsstrukturen (Integrations- vs. Regelunterricht) und der Analyse der sozialen Distanz sowie der Stellung behinderter Kinder im Klassenverband.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind unter anderem Integrativer Unterricht, Sozialisation, Soziale Distanz, heterogene Lerngruppen und soziale Integration.

Warum spielt das "Zwei-Lehrer-System" eine wichtige Rolle für die soziale Entwicklung?

Es ermöglicht eine intensivere Interaktion zwischen Lehrkräften und Schülern und sorgt für eine differenzierte Unterstützung, was wiederum zu einem positiveren Arbeitsklima beiträgt.

Welche Rolle spielt die Art der Behinderung bei der sozialen Akzeptanz?

Studien zeigen, dass die Art der Behinderung die soziale Distanz beeinflusst; so wurde gegenüber verhaltensgestörten Schülern eine höhere Distanz gemessen als gegenüber körperbehinderten oder lernbehinderten Schülern.

Widerlegen die Ergebnisse die Sorge vor sozialer Isolation?

Ja, die untersuchten Daten widerlegen die Befürchtung, dass eine differenzierte Förderung in integrativen Klassen zwangsläufig zur systematischen sozialen Isolation führt.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Soziale Entwicklung an integrativen Schulen
Hochschule
Universität zu Köln  (Humanwissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Schulische Integration
Note
2,3
Autor
Tatjana Enderle (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
15
Katalognummer
V273925
ISBN (eBook)
9783656663553
ISBN (Buch)
9783656663584
Sprache
Deutsch
Schlagworte
soziale entwicklung schulen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tatjana Enderle (Autor:in), 2010, Soziale Entwicklung an integrativen Schulen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273925
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Leseprobe aus  15  Seiten
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