In der vorliegenden Arbeit möchte ich ein inszeniertes Gespräch aus dem bekannten Film des Jh. „Sissi“ unter gesprächsanalytischen Gesichtspunkten analysieren. Die Bedeutung dieser Szene, dieses Dialogs für den gesamten Film, die persönlichen Entwicklungen der Figuren, aber auch die Aktualität der Sprache sollen bei dieser Analyse irrelevant sein. Gleich nach dem ersten Anhören des ausgewählten Gesprächs, war mir klar, dass die Gesprächspartnerverhältnisse einen ungleichen sozialen Charakter tragen. Aber welche sprachlichen Merkmale haben mich auf diese Folgerung gestoßen? Dank welcher Mittel empfinde ich das Gespräch als asymmetrisch? Das Ziel dieser Analyse ist, mittels soziopragmatischen Kategorien Antworten auf diese Fragen zu finden. Interessant wäre für mich auch, die Besonderheiten eines inszenierten Gesprächs auszuarbeiten. Als Grundlage für die Gesprächsanalyse werden Erarbeitungen aus dem Seminar und vor allem gesprächsanalytische Aspekte nach Henne und Rehbock dienen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
I Soziologische und pragmatische Situierung des Gesprächs
II Das Gespräch zwischen Kaiserin von Österreich und Sissi in gesprächsanalytischer Notation
III Die Makrostruktur des Gesprächs
III.1 Die Anfangsphase des Gesprächs
III.2 Die Gesprächsmitte
III.3 Die Beendigungsphase
IV Die Meso- und Mikroebene des Gesprächs
Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, ein inszeniertes Gespräch aus dem Historienfilm "Sissi" einer detaillierten gesprächsanalytischen Untersuchung zu unterziehen, um die Asymmetrie der Kommunikation zwischen der Kaiserin und Sissi anhand soziopragmatischer Kategorien zu belegen.
- Analyse der Gesprächsstruktur (Makroebene)
- Untersuchung von Meso- und Mikroebene (Sprechakte, Sequenzen)
- Charakterisierung des asymmetrischen sozialen Verhältnisses
- Erörterung der Besonderheiten inszenierter, fiktionaler Dialoge
- Anwendung gesprächsanalytischer Methoden nach Henne und Rehbock
Auszug aus dem Buch
Die Meso- und Mikroebene des Gesprächs
Die Mesoebene ist die mittlere Ebene einer Gesprächsanalyse. Auf dieser Ebene werden die kleineren Organisationseinheiten eines Gesprächs untersucht: der Gesprächsschritt (turn), Turn-Taking (Selbst- oder Fremdwahl) und die Gesprächssequenzen. Dazu werden wir auch die Klasse und die Art der einzelnen Sprechakte bestimmen. Die größte Einheit dieser Ebene ist die Gesprächssequenz, die kleinste der Sprechakt. In unserer Analyse werden wir von den handlungsbezogenen Gesprächssequenzen ausgehen. Meistens stimmen sie in diesem Gespräch auch mit den thematischen Sequenzen überein. Solche Vorgehensweise erleichtert die umfangreiche und komplexe Gesprächsanalyse. Gleichzeitig gewinnt die Analyse an Strukturiertheit und Anschaulichkeit.
Parallel zu der Untersuchung der Mesoebene möchte ich die Einheiten der Mikroebene – syntaktische, lexikalische, phonologische und prosodische Strukturen - kommentieren. Parallel wird es nicht wegen Zeit- oder Platzersparnis gemacht, sondern weil die Einheiten dieser beiden Ebenen so eng miteinander verflochten sind und sich gegenseitig beeinflussen, dass die separate Analyse einfach wenig Sinn macht.
Unter der Anwendung der oben erwähnten Analysekategorien lässt sich der Transkriptionstext wie folgt kommentieren:
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung erläutert die Zielsetzung der Arbeit, ein inszeniertes Gespräch aus dem Film "Sissi" gesprächsanalytisch auf Asymmetrien zu untersuchen.
I Soziologische und pragmatische Situierung des Gesprächs: Dieses Kapitel liefert den filmischen Kontext und charakterisiert das Gespräch als dyadische, interpersonale Kommunikation mit einem asymmetrischen sozialen Verhältnis.
II Das Gespräch zwischen Kaiserin von Österreich und Sissi in gesprächsanalytischer Notation: Hier wird der Dialog des Films in einer formalen gesprächsanalytischen Notation mitsamt Kommentaren zu Gestik und Mimik wiedergegeben.
III Die Makrostruktur des Gesprächs: Der Abschnitt gliedert das Gespräch in Eröffnung, Mitte und Beendigung und analysiert die thematische Kohärenz sowie die Rollenverteilung.
IV Die Meso- und Mikroebene des Gesprächs: Hier erfolgt die detaillierte Untersuchung der einzelnen Sprechakte, Turn-Takings und der syntaktischen sowie prosodischen Strukturen des Dialogs.
Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, welche die soziale Asymmetrie und die Charakteristika des inszenierten Gesprächs bestätigt.
Schlüsselwörter
Gesprächsanalyse, Sissi, Asymmetrie, Makroebene, Mesoebene, Mikroebene, Sprechakt, Rollenkonstellation, inszeniertes Gespräch, Historienfilm, Kommunikation, Soziolinguistik, Pragmatik, Kaiserin, Dialogstruktur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert ein konkretes, inszeniertes Gespräch aus dem Film "Sissi" aus sprachwissenschaftlicher Perspektive.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die gesprächsanalytische Struktur, das soziale Gefälle zwischen den Gesprächspartnern und die Besonderheiten fiktionaler Dialoge.
Welches Ziel verfolgt die Analyse?
Ziel ist es, mithilfe soziopragmatischer Kategorien zu beweisen, dass das Gespräch zwischen der Kaiserin und Sissi eine ausgeprägte soziale Asymmetrie aufweist.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?
Die Arbeit basiert primär auf den gesprächsanalytischen Ansätzen von Henne und Rehbock, unterteilt in Makro-, Meso- und Mikroebene.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Transkription, der strukturellen Gliederung und der linguistischen Untersuchung der Sprechakte und Interaktionsmuster.
Durch welche Merkmale ist die Arbeit charakterisiert?
Sie zeichnet sich durch die Verbindung von theoretischen Kategorien mit der praktischen Analyse eines konkreten Filmtranskripts aus.
Warum wird das Gespräch als "asymmetrisch" eingestuft?
Aufgrund der Machtverhältnisse: Die Kaiserin eröffnet und beendet das Gespräch, kontrolliert die Themen und unterbricht Sissi, während diese primär reagiert.
Was unterscheidet das untersuchte Gespräch von spontaner Sprache?
Als inszeniertes Gespräch weist es eine hohe Glattheit, vollständige Sätze und einen logischen, fast fehlerfreien Aufbau auf, was für natürliche Sprache untypisch ist.
Welche Rolle spielt das "Siezen" in diesem Dialog?
Der Wechsel von der Tante-Nichte-Konstellation zur Kaiserin-Untertanin-Konstellation wird durch die Aufforderung zur förmlichen Anrede unterstrichen und verstärkt das Machtgefälle.
- Arbeit zitieren
- Natalja Groo (Autor:in), 2011, Komplexe linguistische Gesprächsanalyse am Beispiel eines Dialoges aus dem Film „Sissi“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274051