Die Diplomarbeit zeigt, welche Kriterien für die Integration eines Shopping-Centers in die Innenstadt bestimmend wirken und welche Auswirkungen eine Center-Ansiedlung mit sich bringen kann. Diese Aspekte werden speziell für Mittelstädte anhand des Fallbeispiels der Stadtgalerie in Witten mit einer ex-post Integrations- und Wirkungsanalyse aufbereitet.
Eine Shopping-Center Ansiedlung ist nur dann als Chance für eine mittelstädtische Innenstadt zu sehen, wenn die positiven Auswirkungen auf die Innenstadt überwiegen. So können sie einen Beitrag zu Erhaltung und Förderung der für die Innenstädte wichtigen Leitfunktion des Einzelhandels leisten. Nur durch eine gelungene Integration in die innerstädtischen Strukturen können die positiven Auswirkungen eines Shopping-Centers maximiert werden. Für Mittelstädte ergeben sich dabei spezielle Anforderungen und Potentiale, die es zu berücksichtigen gilt. Auf Basis der theoretischen Auseinandersetzung und der Fallbeispielanalyse werden konkrete Empfehlungen zur Weiterentwicklung ausgesprochen.
Der Einzelhandel unterliegt einem andauernden Strukturwandel, bedingt durch Änderungen in der Nachfrage der Konsumenten sowie den stetig zunehmenden Wettbewerb zwischen den Einzelhandelsunternehmen. Folge ist eine Ausdifferenzierung der Betriebsformen bei einem gleichzeitigen Bedeutungsverlust klassischer Typen wie dem Warenhaus und dem inhabergeführten Fachgeschäft.
Auch die Innenstädte werden so vom Strukturwandel im Einzelhandel beeinflusst. Sie sind der direkten Konkurrenz der peripheren Lagen ausgesetzt. In den letzten Jahren gewinnen Shopping-Center, die ursprünglich für die Peripherie entwickelt wurden, auch in den Innenstädten immer mehr an Bedeutung. Jedoch ergeben sich für Shopping-Center in Innenstädten andere Anforderungen an die Integration in das räumliche Umfeld als in den nicht-integrierten Lagen.
Gerade mittelstädtische Innenstädte sind aufgrund ihrer kleinteiligen Strukturen besonders anfällig für negative Auswirkungen von Shopping-Centern (sowohl im städtebaulichen als auch im funktionalen Bereich). Gleichzeitig ergibt sich für diese Innenstädte in der Ansiedlung eines Shopping-Centers die Möglichkeit der Erweiterung der Angebotsstruktur und damit der Steigerung ihrer Attraktivität.
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- Martin Stolz (Author), André Stadermann (Author), 2012, Integration und Auswirkungen innerstädtischer Shopping-Center in Mittelstädten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274067