Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Modern German Literature

Der Babylonierkönig Belsatzar - historische und biblische Überlieferung, Heines gleichnamige Ballade und andere Tradierungsformen

Title: Der Babylonierkönig Belsatzar - historische und biblische Überlieferung, Heines gleichnamige Ballade und andere Tradierungsformen

Seminar Paper , 2004 , 15 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Ulrike v. Münchhofen (Author)

German Studies - Modern German Literature
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Im Laufe der Geschichte wurde die Figur des Belsatzar, insbesondere die biblische, meist mit Fokus auf das sogenannte „Festmahl des Belsatzer“ zum Subjekt herausragender Kunstwerke in Musik, Malerei und Literatur. Schriftsteller, Maler und Komponisten griffen die biblischen Szenen in ihren Werken auf, gaben Belsatzar Gestalt in Wort, Bild und Klang und damit Macht - die Macht, uns als Betrachter, Zuschauer und Leser noch heute, über 2500 Jahre nach seinem Tod zu beeindrucken, zu betreffen.

Heinrich Heine war nur einer jener Künstler, die sich des biblischen Stoffes bedienten und Belsatzar zu ihrem Sprachrohr machten; daneben sei beispielsweise Johann Wolfgang von Goethe genannt. In seiner Jugendzeit hatte er ein Trauerspiel „Belsazer“ verfasst, welches uns leider heute nicht mehr erhalten ist, da es 1767 einem Autodafé zum Opfer fiel. Auch Lord Byron widmete besagtem König zwei Werke („Vision of Belshazzar“ und „To Belshazzar“) und Charles Jennens nahm bei der Erstellung des Librettos zu Georg Friedrich Händels Oratorium „Belshazzar“ (HWV 61) unter anderem die Bücher Daniel und damit den biblischen Belsatzar zur Vorlage.
1635 stellte Rembrandt sein Gemälde „Das Fest des Belsatzar“ fertig, welches heute in der „National Galery“ in London ausgestellt ist.

Die größte Wirkung aller „Verwertungen“ des Bibelstoffes jedoch erzielte Heinrich Heine mit seiner Ballade „Belsatzar“. Nicht nur, dass Sie in allen Schularten in Deutschland mehr oder weniger in mindestens einer Jahrgangsstufe im Unterricht Behandlung findet; sie war es auch wiederum, die eine weitere Künstlerzunft, nämlich die Musiker, bestach und deshalb heute auf eine Fülle ihrer Vertonungen blicken darf. Bekannt geworden ist vor allem Robert Schuhmanns liedhafte Vertonung (op. 57), aber auch Carl Orffs „Belsazer“ (op.10 Nr.1) oder G.A. Nicolais „Belsazar“ (op.18). Darüber hinaus nahm eine Reihe weiterer Musiker Heines Ballade zum Grunde ihrer Musik.
Somit soll besagter Dichtung Heinrich Heines in dieser vorliegenden Arbeit besondere Aufmerksamkeit zuteil werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I) Einleitung

II) Historischer und biblischer Hintergrund

1. Historische Fakten

2. Die biblische Erzählung

III) Heinrich Heines Ballade

1. Die Ballade und ihre formale Gestaltung

2. Ein Interpretationsansatz

3. Zu Entstehung und Rezeptionsgeschichte

IV) Belsatzar in der Musik - Beispiele

1. Georg Friedrich Händel (1685-1759): Belshazzar (HWV 61)

2. William Walton (1902-1983): Belshazzar´s Feast (Das Fest Belsazars)

3. Robert Schumann (1810-1856): Belsazar (op. 57)

V) Zusammenfassende Worte

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Figur des Babylonierkönigs Belsatzar in ihrer historischen sowie biblischen Überlieferung und analysiert, wie Heinrich Heines gleichnamige Ballade diesen Stoff künstlerisch verarbeitet und politisch kontextualisiert. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Wirkungsgeschichte des Stoffes in der Musik und der Frage, wie die Ballade als politisches Signal in der Zeit der Restauration fungierte.

  • Historische Einordnung der Figur Belsatzar und der biblischen Erzählung
  • Analyse der formalen Gestaltung und Interpretation von Heinrich Heines Ballade
  • Untersuchung der Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte von "Belsatzar"
  • Vergleichende Betrachtung musikalischer Vertonungen des Themas (Händel, Walton, Schumann)

Auszug aus dem Buch

2. Ein Interpretationsansatz

Die ersten drei Versgruppen, gleichsam die Exposition, sind in Reim und Rhythmus „banal“ gehalten: der Leser respektive Zuhörer wird durch das jambische Versmaß bzw. den Anapäst regelrecht behutsam in das Geschehen eingeführt: Es ist Mitternacht, die Stadt liegt ruhig und nur oben im Schloss wähnt der Beobachter etwas Ungewöhnliches, das sein Interesse auf sich zieht. Sind es in besagten Versgruppen sonst je acht Silben pro Zeile, so fällt nur Zeile zwei der zweiten Versgruppe mit neun Silben auf: sie bemerkt das entfernte Flackern und Lärmen „des Königs Troß“.

Also fährt die Kamera sogleich hinauf und erfasst in Versgruppe vier und fünf den ganzen Umfang der Festgesellschaft: zunächst die ausgelassene Knechtenschar, dann den „störrigen Könige“. Die Anzahl der Silben erhöht sich zunächst auf zehn, dann zweimal auf elf und dem Blick auf den König werden bereits zwölf Silben zugeteilt: eine Steigerung und gewissermaßen Zuspitzung auf diese Figur bleibt dem Leser nicht verborgen. Diese Erhöhung der Silbenzahl hat zudem die Wirkung einer fast lautmalerischen Gestaltung der Adjektive „schimmernd“ und „funkelnd“ sowie der Verben klirren, jauchzen, klingen.

Zusammenfassung der Kapitel

I) Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die kulturelle Bedeutung der Belsatzar-Figur in Musik, Literatur und Malerei und begründet das spezifische Interesse an Heinrich Heines Ballade.

II) Historischer und biblischer Hintergrund: Dieses Kapitel arbeitet die historischen Fakten um den Kronprinzen Belsatzar sowie den biblischen Bericht aus dem Buch Daniel wissenschaftlich auf.

III) Heinrich Heines Ballade: Es erfolgt eine detaillierte Analyse der formalen Struktur, der Interpretation sowie der Entstehungsgeschichte und politischen Intention von Heines Werk.

IV) Belsatzar in der Musik - Beispiele: Anhand ausgewählter Kompositionen von Händel, Walton und Schumann wird die musikalische Umsetzung des Belsatzar-Stoffes dargestellt.

V) Zusammenfassende Worte: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die anhaltende Aktualität der Macht- und Missbrauchsthematik in der Belsatzar-Erzählung.

Schlüsselwörter

Belsatzar, Heinrich Heine, biblische Erzählung, Babylon, Ballade, Literaturgeschichte, Musikgeschichte, Georg Friedrich Händel, Robert Schumann, Machtmissbrauch, politische Lyrik, Restauration, Exil, Menetekel, Rezeptionsgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die historische und biblische Figur des Babylonierkönigs Belsatzar und deren literarische sowie musikalische Bearbeitung über die Jahrhunderte, mit einem besonderen Fokus auf Heinrich Heines berühmte Ballade.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die biblische Erzählung des Festmahls, Heines politische Interpretation des Stoffes sowie die Adaption des Themas in der klassischen Musik durch verschiedene Komponisten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Transformation des biblischen Stoffs in ein politisches Werk des 19. Jahrhunderts zu analysieren und zu verdeutlichen, wie Heine die Ballade zur Kritik an gesellschaftspolitischen Zuständen nutzte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt literaturwissenschaftliche Analyseansätze (Versifikation, Inhaltsanalyse) und vergleicht diese mit historischen Quellen und musikalischen Rezeptionsbeispielen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung, eine detaillierte Analyse von Heines Ballade hinsichtlich Struktur und Intention sowie die Vorstellung musikalischer Umsetzungen durch Händel, Walton und Schumann.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Belsatzar, Heinrich Heine, Ballade, Bibel, Machtkritik und musikalische Rezeption.

Warum wählte Heine gerade den Belsatzar-Stoff für seine Ballade?

Heine nutzte den historischen Stoff als "Tarnung" für seine revolutionäre Intention, um die deutschen Fürsten der Zeit der Restauration vor Machtmissbrauch zu warnen und das Volk zum Widerstand aufzurufen.

Wie unterscheidet sich Heines Ballade von der biblischen Vorlage?

Während die Bibel die Flammenschrift und Daniels Deutung in den Vordergrund stellt, konzentriert sich Heine stärker auf das Verhältnis zwischen dem König und seinem Gefolge und lässt Belsatzar am Ende durch seine eigenen Knechte umbringen.

Excerpt out of 15 pages  - scroll top

Details

Title
Der Babylonierkönig Belsatzar - historische und biblische Überlieferung, Heines gleichnamige Ballade und andere Tradierungsformen
College
LMU Munich  (Germanistisches Institut)
Course
Die Ballade vom 18. Jh. bis zur Gegenwart
Grade
2,0
Author
Ulrike v. Münchhofen (Author)
Publication Year
2004
Pages
15
Catalog Number
V27411
ISBN (eBook)
9783638294683
ISBN (Book)
9783638774963
Language
German
Tags
Babylonierkönig Belsatzar Heines Ballade Tradierungsformen Ballade Gegenwart
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ulrike v. Münchhofen (Author), 2004, Der Babylonierkönig Belsatzar - historische und biblische Überlieferung, Heines gleichnamige Ballade und andere Tradierungsformen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27411
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  15  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint