„Qualitätsmanagement hat etwas mit Lebensgestaltung zu tun“, so lautet das Zitat einer Leiterin aus einer der Kindertageseinrichtungen die zu der vorliegenden Arbeit befragt wurden. Die Art und Weise wie das Qualitätsmanagementsystem in der Einrichtung umgesetzt wurde, hat sich bei den Mitarbeiterinnen nicht nur auf die pädagogische Arbeit ausgewirkt sondern auch persönliche Veränderungen mit sich gebracht. Die Leiterin berichtete davon, dass es ihren Kolleginnen nicht mehr egal ist, „wie etwas passiert“, ein Bewusstsein für reflektiertes Vorgehen wurde geweckt.
Angeregt wurde dieses Gespräch durch eine Veröffentlichung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Im Rahmen der Qualitätsdebatte wurde ein Diskussionspapier veröffentlicht, das sich mit Qualitätssicherung in Kindertageseinrichtungen befasst. Die AutorInnen entwickelten 8 Kriterien, die als Grundlage für eine Diskussion um Qualitätssicherung in der Elementarpädagogik dienen sollen.
Lesen Sie im Folgenden die Ergebnisse einer ExpertInnenbefragung und sehen Sie, welche Erfahrungen einige Kindertageseinrichtungen mit Qualitätsmanagementsystemen gemacht haben.
Inhaltsverzeichnis
I. EINLEITUNG
II. QUALITÄTSMANAGEMENT IN DER SOZIALEN ARBEIT
1. EINFÜHRUNG DER QUALITÄTSSICHERUNG IN DER SOZIALEN ARBEIT
2. RECHTLICHE HINTERGRÜNDE
3. AUSWIRKUNGEN DES QUALITÄTSMANAGEMENTS AUF DIE SOZIALE ARBEIT
4. DEUTSCHES INSTITUT FÜR WIRTSCHAFTSFORSCHUNG
5. TERMINOLOGIE
5.1) QUALITÄT
5.2) STANDARDS
5.3) HANDBUCH
5.4) QUALITÄTSMANAGEMENT
5.5) QUALITÄTSSICHERUNG
5.6) QUALITÄTSENTWICKLUNG
5.7) KUNDE, KLIENT ODER CO-PRODUZENT
5.8) STRUKTURQUALITÄT, PROZESSQUALITÄT, ERGEBNISQUALITÄT
5.9) ZERTIFIZIERUNG
III. QUALITÄTSMANAGEMENT IN KINDERTAGESEINRICHTUNGEN
1. DEFINITION KINDERTAGESEINRICHTUNG
2. QUALITÄTSMANAGEMENT IN KINDERTAGESEINRICHTUNGEN
2.1) KINDHEIT IN DEUTSCHLAND
2.2) FINANZIELLE GRÜNDE
2.3) EINFÜHRUNG DES QUALITÄTSMANAGEMENTSYSTEMS
3. RECHTLICHE HINTERGRÜNDE
4. BEDEUTUNG DES QUALITÄTSMANAGEMENTS IN KINDERTAGESEINRICHTUNGEN
5. METHODEN
5.1) QUALITÄT IM DIALOG ENTWICKELN - KRONBERGER KREIS
5.2) DIN ISO
5.3) LEISTUNGSBESCHREIBUNG UND QUALITÄTSSICHERUNG
5.4) EVALUATION
5.5) EFQM
IV. EFFEKTE DES QUALITÄTSMANAGEMENTS IN DEN BEFRAGTEN KINDERTAGESEINRICHTUNGEN
1. EXPERTINNENINTERVIEWS
2. VORSTELLUNG DER BEFRAGTEN EINRICHTUNGEN
3. ERGEBNISSE DER INTERVIEWS
4. EFFEKTE
5. BEMERKUNGEN
V. RESÜMEE
VI. LITERATUR
1. BÜCHER
2. ZEITSCHRIFTEN
3. INTERNET
Zielsetzung und Forschungsfragen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Qualitätsmanagementsysteme in Einrichtungen der Elementarpädagogik implementiert werden und welche konkreten Auswirkungen diese auf die pädagogische Praxis, das Teamgefüge und die Arbeit mit Eltern haben. Das zentrale Ziel ist es, die Effekte eines installierten Qualitätsmanagementsystems auf Basis von Expertinneninterviews zu analysieren und kritisch zu hinterfragen, um so ein realistisches Bild der Anwendung in der Praxis zu erhalten.
- Analyse der Einführung von Qualitätsmanagementsystemen in Kindertageseinrichtungen
- Untersuchung der Auswirkungen von Qualitätssicherung auf die pädagogische Arbeit
- Vergleich verschiedener Ansätze (z.B. DIN ISO, Kronberger Kreis, EFQM)
- Reflexion der Rolle von Mitarbeiterinnen, Trägern und Eltern im Qualitätsprozess
- Erforschung von Effekten wie Transparenz, Teambildung und effizienterem Arbeiten
Auszug aus dem Buch
4. Bedeutung des Qualitätsmanagements in Kindertageseinrichtungen
Es wurde bislang schon mehrfach darauf hingewiesen, dass sowohl finanzielle Aspekte wie auch rechtliche Gründe die Kindertageseinrichtungen immer mehr dazu zwingen, ein Qualitätsmanagementsystem in ihren Einrichtungen zu installieren. In Anbetracht der rückläufigen Geburtenrate müssen wir nicht nur um die Sicherheit unserer Renten bangen, die Träger von Kindertageseinrichtungen können auch nicht mehr darauf vertrauen, jährlich Wartelisten zu haben. Um konkurrenzfähig zu bleiben (oder um es zu werden) wird keine Kindertageseinrichtung mehr daran vorbeikommen, sich intensiv mit der Qualität ihrer pädagogischen Arbeit auseinanderzusetzen. Es wäre wünschenswert, wenn dies nicht allein deshalb geschieht, weil Geldgeber und Gesetz dies fordern, sondern die Mitarbeiterinnen müssen den Sinn, den Nutzen und seine Auswirkungen erkennen; erst dann hat ein Qualitätsmanagementsystem auch eine Chance, effektiv zu wirken.
Eine Bedeutung des Qualitätsmanagements zeigt sich im Trend der „einrichtungsübergreifenden Ansätze“. Einrichtungen öffnen sich und kooperieren miteinander, das heißt, die verschiedenen Einrichtungen profitieren nicht nur voneinander sondern, bezogen auf Kindertageseinrichtungen, auch den Kindern und ihren Eltern wird der Übergang von der einen zur anderen Institution erleichtert. Das verlangt natürlich auch eine Offenheit gegenüber anderen und zugleich eine Öffnung der eigenen Einrichtung. Dies erfordert Interesse an der anderen Profession und ein partnerschaftliches Denken. Hinderlich kann es hingegen sein, wenn eine Kindertageseinrichtung aus Sorge darum, Kompetenz zu verlieren sich nicht öffnet sondern isoliert. Leidtragende sind hier die Kinder, denen unter Umständen ein Förderangebot verwehrt bleibt, weil die Mitarbeiterinnen der Kindertageseinrichtung der Ansicht sind, dies im Rahmen ihrer pädagogischen Arbeit selbst übernehmen zu können. Wertvolle Synergieeffekte gehen so verloren.
Zusammenfassung der Kapitel
I. EINLEITUNG: Die Autorin legt die Motivation für die Arbeit dar, die aus eigenen Erfahrungen als Erzieherin und der Auseinandersetzung mit Qualitätsdebatten in der Elementarpädagogik resultiert.
II. QUALITÄTSMANAGEMENT IN DER SOZIALEN ARBEIT: Dieses Kapitel beleuchtet die historischen Ursprünge des Qualitätsmanagements in der Industrie und dessen Übertragung in den sozialen Sektor sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen.
III. QUALITÄTSMANAGEMENT IN KINDERTAGESEINRICHTUNGEN: Hier werden spezifische Methoden der Qualitätssicherung, wie der Kronberger Kreis oder DIN ISO, vorgestellt und der notwendige Wandel der Einrichtungen hin zu lernenden Organisationen diskutiert.
IV. EFFEKTE DES QUALITÄTSMANAGEMENTS IN DEN BEFRAGTEN KINDERTAGESEINRICHTUNGEN: Auf Basis von Expertinneninterviews werden die tatsächlichen Auswirkungen der Systemimplementierung, wie etwa Effizienzsteigerung und verbesserte Transparenz, empirisch und reflexiv aufgearbeitet.
V. RESÜMEE: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Würdigung, die betont, dass Qualitätsmanagement kein Selbstzweck ist, sondern die pädagogische Reflexionsfähigkeit stärken und das Wohl des Kindes in den Mittelpunkt rücken sollte.
VI. LITERATUR: Umfassendes Verzeichnis der verwendeten Fachliteratur, Zeitschriften und Internetquellen.
Schlüsselwörter
Qualitätsmanagement, Kindertageseinrichtung, Elementarpädagogik, Qualitätssicherung, Standardisierung, Teambildung, Transparenz, Evaluation, Erziehungspartnerschaft, Fachkräfte, Sozialgesetzbuch, Konzeptionsentwicklung, Reflexion, Kundenorientierung, Prozessmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Implementierung und den Effekten von Qualitätsmanagementsystemen in Kindertageseinrichtungen sowie den damit verbundenen Chancen und Herausforderungen für die pädagogische Praxis.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Qualitätssicherung in der Sozialen Arbeit, die rechtlichen Rahmenbedingungen, verschiedene QM-Methoden in Kitas und die empirische Untersuchung von Effekten durch Experteninterviews.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu analysieren, wie Kitas mit Qualitätsanforderungen umgehen und welche Auswirkungen die Systematisierung der Arbeit auf die tägliche Pädagogik, die Zusammenarbeit im Team und die Kooperation mit Eltern hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin führt Expertinneninterviews mit Leiterinnen verschiedener Kindertageseinrichtungen durch, um qualitativen Einblick in die praktische Umsetzung von QM-Systemen zu erhalten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen zu QM und Fachbegriffen vor allem die Ergebnisse der durchgeführten Interviews sowie eine detaillierte Diskussion der Effekte (wie Effizienz, Transparenz und Teambildung) präsentiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe wie Qualitätsmanagement, Elementarpädagogik, Kindertageseinrichtung, Evaluation und Erziehungspartnerschaft definieren den inhaltlichen Kern der Arbeit.
Welche Bedeutung kommt der Rolle der Eltern bei der Qualitätssicherung zu?
Eltern werden als Erziehungspartner begriffen, deren Bedürfnisse in ein Qualitätsmanagementsystem integriert werden sollten, um eine partnerschaftliche Kooperation zu erreichen.
Warum spielt die Qualifikation der Mitarbeiterinnen eine so zentrale Rolle?
Die Qualifikation gilt als eine der wichtigsten Grundlagen für erfolgreiche Erziehung; QM-Systeme fördern zudem durch Reflexion und Austausch die fachliche Professionalisierung der Mitarbeiterinnen.
- Quote paper
- Claudia Degenhardt (Author), 2004, Qualitätsmanagement in Kindertageseinrichtungen. Grundlagen und Kriterien für Qualitätssicherung in der Elementarpädagogik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27414