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Christoph Schlingensief: Politisches Theater oder theatrale Politik?

Titel: Christoph Schlingensief:  Politisches Theater oder theatrale Politik?

Hausarbeit , 2012 , 16 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Ani Kirakosyan (Autor:in)

Theaterwissenschaft, Tanz
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Eine Hausarbeit im Rahmen eines politischen Proseminars über den Theater-, Opern-, Filmregisseur, Aktionskünstler und Moderator Christoph Schlingensief zu schreiben scheint zunächst einmal eine amüsante, wenn nicht sogar dankbare Aufgabe zu sein. Je länger man sich allerdings mit dem Künstler und Menschen Christoph Schlingensief beschäftigt, desto fragwürdiger, widersprüchlicher und rätselhafter werden seine Kunst und die Person. Schlingensief verstarb im Jahre 2001 im Alter von nur 49 Jahren. Er hinterlässt eine beachtliche Anzahl von Theaterarbeiten, Installationen, Filmen und Aktionskünsten, an denen man nicht vorbeikommt, wenn man sich mit politischem Theater des 20. Jahrhunderts beschäftigt. Die vorliegende Arbeit setzt sich mit dem Gesamtkünstler Schlingensief auseinander. Es wird der Versuch unternommen, mit Hilfe einiger ausgewählter Werke, den politischen sowie theatral-ästhetischen Gehalt dieser zu untersuchen. Die Arbeiten Schlingensiefs auf einen Aspekt hin zu begrenzen, stellt eine Herausforderung dar.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Politik und das Politische: Begriffstrennung

3. Politisches Theater

4. Chance 2000

5. Bitte liebt Österreich

5.1 Die politische Dimension von Bitte liebt Österreich

6. Hamlet

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Wirken des Künstlers Christoph Schlingensief unter der zentralen Forschungsfrage, ob sein Schaffen als politisches Theater einzustufen ist oder ob es sich primär um eine theatrale Inszenierungsform handelt, die sich politischer Themen bedient. Anhand ausgewählter Projekte wird analysiert, inwieweit die Grenze zwischen Kunst und Lebenswirklichkeit bewusst durchbrochen wird.

  • Untersuchung des Begriffsverständnisses von Politik und dem Politischen
  • Analyse der Aktionskunst von Christoph Schlingensief als politisches Engagementmedium
  • Fallstudie zu „Chance 2000“ und der Inszenierung von Wahlkampf als Zirkus
  • Untersuchung der Container-Aktion „Bitte liebt Österreich“ hinsichtlich gesellschaftlicher Ausgrenzung
  • Dekonstruktion des Verhältnisses von Theaterwirklichkeit und gesellschaftlicher Realität am Beispiel von „Hamlet“

Auszug aus dem Buch

4. Chance 2000

Der ehemalige deutsche Bundespräsident Roman Herzog forderte einmal: „Theater muss politischer werden!“. Auf dem Parteiprogramm der von Schlingensief zur Bundestagswahl ´98 gegründeten Partei Chance 2000 konnte man dann die Forderung „Politik muss theatraler werden!“ lesen. „Chance 2000 bietet sich allen an, die sich von der herrschenden Gesellschaft erniedrigt, entrechtet und beleidigt fühlen, insbesondere den Behinderten, Sozialhilfeempfängern, den Ausgegrenzten und Außenseitern.“14 Schlingensief definierte seine Kunst-Partei als Handlungsdispositiv für sozial Benachteiligte, als „Partei der Minderheiten“15 und forderte sie auf, unter dem Motto „Wähle dich selbst!“ als Kandidaten bei der Bundestagswahl ´98 anzutreten. Statt einen Parteikandidaten, sollte sich jeder selbst wählen. Mitglied konnte jeder werden, der einen Antrag auf Mitgliedschaft im Verein Chance 2000 unterschrieb.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das komplexe Schaffen Christoph Schlingensiefs ein und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die Zielsetzung der Arbeit, das Spannungsfeld zwischen Kunst und Politik zu beleuchten.

2. Politik und das Politische: Begriffstrennung: Dieses Kapitel erarbeitet ein theoretisches Fundament durch eine differenzierte Trennung der Begriffe Politik und das Politische, um diese als analytischen Rahmen für die weiteren Kapitel zu nutzen.

3. Politisches Theater: Der Autor definiert hier politisches Theater als spezifische Anordnung von menschlichem Verhalten und Versammlung und analysiert, wie das Politische durch die Unterbrechung ästhetischer Strukturen innerhalb des Theaters in Erscheinung tritt.

4. Chance 2000: Hier wird Schlingensiefs Gründung der „Kunst-Partei“ Chance 2000 analysiert, die den Wahlkampf als theatrales Ereignis entlarvt und das traditionelle Parteiensystem durch das Motto „Wähle dich selbst!“ herausfordert.

5. Bitte liebt Österreich: Das Kapitel befasst sich mit der Container-Aktion während der Wiener Festwochen, bei der ausländerfeindliche Narrative der FPÖ mit der Überwachungssituation des TV-Formats „Big Brother“ konfrontiert wurden.

5.1 Die politische Dimension von Bitte liebt Österreich: Dieser Unterpunkt vertieft die Analyse der Aktion, indem er aufzeigt, wie Schlingensief durch die bewusste Provokation und die Thematisierung von Ausgrenzung eine Spiegelung gesellschaftlicher Zustände forcierte.

6. Hamlet: Die Hamlet-Inszenierung am Züricher Schauspielhaus wird als Fallbeispiel für die radikale Verschmelzung von Lebenswirklichkeit und Theaterwirklichkeit untersucht, insbesondere durch die Einbindung rechtsextremer Akteure.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass eine eindeutige Definition von politischem Theater angesichts der fließenden Grenzen bei Schlingensief kaum möglich ist.

Schlüsselwörter

Christoph Schlingensief, Politisches Theater, Theatrale Politik, Chance 2000, Bitte liebt Österreich, Hamlet, Aktionskunst, Inszenierung, Kunst und Realität, Gesellschaftskritik, Minderheiten, Postdramatisches Theater, Dispositiv, Provokation, Systemkritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das künstlerische Schaffen von Christoph Schlingensief, um zu verstehen, wie er durch provokative Aktionen das Verhältnis von politischem Diskurs und theatraler Inszenierung neu definiert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Verschränkung von Lebenswirklichkeit und Theaterwirklichkeit, die Kritik an gesellschaftlichen Ordnungsstrukturen und die Rolle des Künstlers als Störer des politischen Alltags.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, mittels dreier ausgewählter Projekte (Chance 2000, Bitte liebt Österreich, Hamlet) zu untersuchen, ob Schlingensiefs Theater tatsächlich politisch wirkt oder ob es eine Form der theatralen Selbstinszenierung darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Fundierung über den Begriff des Politischen (u.a. nach Ranciére und Lehmann) und verknüpft diese mit einer analytischen Untersuchung der konkreten künstlerischen Aktionen Schlingensiefs.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung sowie in detaillierte Analysen der Projekte „Chance 2000“, der Container-Aktion „Bitte liebt Österreich“ und der Züricher „Hamlet“-Inszenierung.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Politisches Theater, Aktionskunst, Systemkritik, Inszenierung und das Spannungsfeld zwischen Kunst und Realität beschreiben.

Wie unterscheidet Schlingensief laut Arbeit zwischen Politik und Kunst?

Die Arbeit arbeitet heraus, dass Schlingensief das Theater als Versuchslabor nutzt, in dem keine diplomatischen Zwänge gelten, wohingegen die reale Politik an ergebnisorientierte Logiken gebunden ist.

Welche Rolle spielt das Publikum in Schlingensiefs Aktionen?

Schlingensief durchbricht die „vierte Wand“ und zwingt das Publikum aus der passiven Zuschauerrolle in eine aktive Teilnahme, wodurch die Trennung zwischen Theaterereignis und Realität verschwimmt.

Warum wird im Rahmen von „Bitte liebt Österreich“ von einem Spiegelbild gesprochen?

Die Arbeit deutet an, dass die Aktion durch ihre bewusste Provokation die Passivität und die gesellschaftlichen Einstellungen der Zuschauer offenlegte und sie somit unfreiwillig mit ihren eigenen politischen Positionen konfrontierte.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Christoph Schlingensief: Politisches Theater oder theatrale Politik?
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Philosophisches Institut)
Veranstaltung
Politisches (im) Theater im 20. Jahrhundert
Note
1,7
Autor
Ani Kirakosyan (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
16
Katalognummer
V274208
ISBN (eBook)
9783656668701
ISBN (Buch)
9783656668664
Sprache
Deutsch
Schlagworte
christoph schlingensief politisches theater politik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ani Kirakosyan (Autor:in), 2012, Christoph Schlingensief: Politisches Theater oder theatrale Politik?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274208
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Leseprobe aus  16  Seiten
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