Für Kant sind republikanisch verfasste Staaten friedfertiger, da die Allgemeinheit der Bürger in ihnen die Last des Krieges zu tragen hat. Sie werden sich daher nach Kant gegen einen Krieg entscheiden. Diese These Kants findet heute in der These des demokratischen Friedens eine prominente Entsprechung.
Im Rahmen dieser Arbeit wird untersucht, inwieweit sich die Allgemeinheit in Demokratien bei Entscheidungen für oder gegen einen Krieg durchzusetzen vermag oder ob nicht auch in Demokratien gesellschaftliche Eliten diesen Prozess dominieren können.
Als leitende Theorie dient hierbei der Neoliberalismus von Andrew Moravcsik. Untersuchungsgegenstand ist der Irak-Kriegs 2003 wobei die Länder USA und Deutschland untersucht werden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Methodik
- Der Neoliberalismus nach Andrew Moravcsik
- Politische Rahmenbedingungen
- USA
- Deutschland
- Interessen gesellschaftlicher Eliten
- USA
- Deutschland
- Der politische Prozess zum Irak-Krieg
- USA
- Deutschland
- Die Einstellung der Bevölkerung zum Irak-Krieg
- USA
- Deutschland
- Schlussbetrachtung
- Literatur- und Quellenverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht den Einfluss gesellschaftlicher Eliten auf Kriegsentscheidungen in Demokratien am Beispiel des Irakkriegs 2003. Dazu wird ein Vergleich zwischen Deutschland und den USA durchgeführt. Die Arbeit befasst sich mit dem Neoliberalismus nach Andrew Moravcsik, der die Bedeutung von gesellschaftlichen Interessen für die Außenpolitik von Staaten betont.
- Der Einfluss gesellschaftlicher Eliten auf die Kriegsentscheidung in Demokratien
- Die Rolle des Neoliberalismus in der Analyse von Kriegsentscheidungen
- Ein Vergleich der politischen Rahmenbedingungen in den USA und Deutschland
- Die Interessen gesellschaftlicher Eliten im Irakkonflikt
- Die Einstellung der Bevölkerung in den USA und Deutschland zum Irakkrieg
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Forschungsfrage und die Hypothese der Arbeit vor. Sie beleuchtet die Bedeutung der These vom demokratischen Frieden und stellt die Relevanz von gesellschaftlichen Eliten für den politischen Entscheidungsprozess in Frage.
Das Kapitel zur Methodik beschreibt das Vorgehen der Arbeit. Es erläutert das Most Similar Systems Design und die Bedeutung des Neoliberalismus für die Analyse der Genese außenpolitischer Entscheidungen.
Das Kapitel zum Neoliberalismus nach Andrew Moravcsik stellt die theoretischen Grundlagen der Arbeit dar. Es werden die drei Faktoren des ideational liberalism, commercial liberalism und republican liberalism erläutert, die für die Interessenbildung und -durchsetzung gesellschaftlicher Akteure relevant sind.
Das Kapitel zu den politischen Rahmenbedingungen untersucht die politischen Systeme in den USA und Deutschland im Hinblick auf ihre Offenheit gegenüber gesellschaftlichen Akteuren. Es werden die jeweiligen Stärken und Schwächen der beiden Systeme im außenpolitischen Entscheidungsprozess beleuchtet.
Das Kapitel zu den Interessen gesellschaftlicher Eliten analysiert die Interessen einflussreicher gesellschaftlicher Akteure in den USA und Deutschland im Irakkonflikt. In den USA werden die Neokonservativen und deren Einfluss auf die Bush-Administration sowie die Rolle von Think Tanks und der Rüstungsindustrie beleuchtet. In Deutschland werden die Interessen der Koalitionsparteien, der Wirtschaft und der Bevölkerung betrachtet.
Das Kapitel zum politischen Prozess zum Irakkrieg untersucht die Entscheidungen der Regierungen in den USA und Deutschland im Hinblick auf den Irakkrieg. In den USA wird die Rolle der Neokonservativen, die Kommunikation der Regierung und die Manipulation der öffentlichen Meinung betrachtet. In Deutschland wird die Position der Bundesregierung, die Rolle der Koalitionsparteien und die Bedeutung der Bevölkerung für die Entscheidung gegen den Irakkrieg beleuchtet.
Das Kapitel zur Einstellung der Bevölkerung zum Irakkrieg untersucht die öffentliche Meinung in den USA und Deutschland zum Irakkrieg. Es wird der rally round the flag Effekt in den USA und die geringe Bedeutung außenpolitischer Themen in Deutschland betrachtet.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen den Einfluss gesellschaftlicher Eliten, Kriegsentscheidungen, Demokratien, Irakkrieg 2003, Neoliberalismus, Andrew Moravcsik, politische Rahmenbedingungen, Interessen gesellschaftlicher Eliten, politischer Prozess, öffentliche Meinung, USA, Deutschland, demokratischer Frieden.
Häufig gestellte Fragen
Was besagt Kants These zum demokratischen Frieden?
Kant argumentiert, dass Demokratien friedfertiger sind, weil die Bürger, die die Lasten des Krieges tragen müssen, gegen kriegerische Auseinandersetzungen stimmen würden.
Welchen Einfluss haben gesellschaftliche Eliten auf Kriege?
Die Arbeit untersucht am Beispiel des Irak-Kriegs 2003, ob Eliten (z.B. Rüstungsindustrie, Think Tanks) politische Entscheidungen stärker dominieren als der Wille der Bevölkerung.
Was ist der Neoliberalismus nach Andrew Moravcsik?
Dieser Theorieansatz betont, dass die Außenpolitik eines Staates maßgeblich durch den Wettbewerb organisierter gesellschaftlicher Interessengruppen bestimmt wird.
Wie unterschieden sich die USA und Deutschland beim Irak-Krieg?
Während in den USA Eliten die öffentliche Meinung erfolgreich manipulierten, führte in Deutschland der Druck der Bevölkerung und der Wirtschaft zur Entscheidung gegen den Krieg.
Was ist der "Rally round the flag"-Effekt?
Es beschreibt die kurzfristige Steigerung der Unterstützung für die Regierung in Krisen- oder Kriegszeiten, wie sie in den USA zu Beginn des Irak-Konflikts beobachtet wurde.
- Quote paper
- Dennis Diestertich (Author), 2014, Der Einfluss gesellschaftlicher Eliten auf Kriegsentscheidungen in Demokratien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274296