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Das Hempel-Oppenheim-Schema. Möglichkeiten und Grenzen wissenschaftlicher Erklärung

Titel: Das Hempel-Oppenheim-Schema. Möglichkeiten und Grenzen wissenschaftlicher Erklärung

Studienarbeit , 2014 , 24 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Dr. phil. Jona Kirchner (Autor:in)

Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Was wissenschaftliche Modelle darstellen, hängt stark von der jeweiligen Fragestellung ab. Die Gegebenheiten einer komplexen Welt müssen auf wenige Parameter reduziert werden, um die ihr zugrundeliegenden Gesetze formulieren zu können. Wie sich wissenschaftliche Erklärungen im Wechselspiel zwischen gezielter Beobachtung und Theoriebildung aufbauen, haben C.G. Hempel und P. Oppenheim in ihrem Schema aufzuweisen gesucht. Einigermaßen überzeugend funktioniert dies im Bereich der Naturwissenschaften, in Physik, Chemie oder Biologie. Will man aber versuchen, mit Hilfe der gleichen Mittel und Methoden menschliche Motive und Handlungsweisen zu verstehen, tun sich zunehmend Schwierigkeiten auf. Politische und soziale Institutionen liegen nicht einfach vor und können nicht mit naturgesetzlicher Stringenz erfasst werden. Die Menschen müssen sie erst schaffen und haben dabei einen großen Gestaltungsspielraum. Mit dem Schema von Hempel und Oppenheim lässt sich aber immerhin zeigen, warum wissenschaftliche Erklärungsversuche hier an ihre Grenzen stoßen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Die Wirklichkeit zwischen Subjekt und Objekt

Das deduktiv-nomologische Erklärungsmodell

Das induktiv-statistische Erklärungsmodell

Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen wissenschaftlicher Erklärungsmodelle, insbesondere anhand des Hempel-Oppenheim-Schemas (H-O-Schema). Dabei wird analysiert, wie diese Modelle zwischen der naturwissenschaftlichen Suche nach universellen Gesetzen und der Komplexität menschlichen Handelns und sozialer Gestaltung vermitteln.

  • Grundlagen der wissenschaftlichen Erklärung und Erkenntnistheorie
  • Das deduktiv-nomologische Erklärungsmodell (D-N-Modell)
  • Das induktiv-statistische Erklärungsmodell (I-S-Modell)
  • Differenzierung zwischen Natur- und Geisteswissenschaften in Bezug auf Erklärungsansprüche
  • Die Rolle der Subjektivität und des Handelns in der Wissensgenerierung

Auszug aus dem Buch

Das deduktiv-nomologische Erklärungsmodell

Im Schema der wissenschaftlichen Erklärung nach Hempel und Oppenheim kehren besagte Zutaten wieder, sofern es zwei Grundforderungen gerecht werden muss. Die Forderung der Autoren (a) nach Relevanz für den zu erklärenden Sachverhalt (requirement of explanatory relevance) bezieht sich auf die Seite der Theoriebildung; und die Forderung (b) nach dessen Überprüfbarkeit (requirement of testability) zielt auf den experimentellen Nachweis. Unter (a) sind jene allgemeingültigen Aussagen und Gesetze aufgelistet, deren Wirkung das Ereignis oder Phänomen hervorruft. Dass mindestens ein Gesetz angegeben werden muss, macht den Unterschied zwischen einer Erklärung und einer Beschreibung aus. Eine Erklärung soll schließlich nicht nur wiedergeben, was vorhanden ist, sondern auch warum.

Und weil das nicht ausreicht, wird (b) als zweite notwendige Bedingung die Aufnahme sogenannter Antezedensdaten gestellt. Diese umfassen zum einen eine genaue Beschreibung des Phänomens und zum anderen die in gezielter Beobachtung bzw. im Experiment erhobenen Daten, welche die Erklärung empirisch stützen. Ohne diese Bezüge zur Empirie ist eine Erklärung im Grunde nichts wert, oder wie Hempel selbst sagt: “the statements constituting a scientific explanation must be capable of empirical test“. Die Antezedensdaten bilden das empirische Sinnkriterium, welches sicherstellen soll, dass die angewandten Gesetze tatsächlich auf etwas da draußen in der Welt referieren. Die Forderungen (a) und (b) bilden zusammen die Prämissen der Erklärung und stellen das Explanans, also das Erklärende dar. Die Aussagen, die aus den Prämissen geschlussfolgert werden, heißen Explanandum, das ist auf Deutsch gesagt die Erklärung.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dieses Kapitel führt in die grundlegende Problematik ein, Phänomene und Ereignisse unter verschiedenen wissenschaftlichen Rücksichten zu erklären, und stellt das Modell von Hempel und Oppenheim vor.

Die Wirklichkeit zwischen Subjekt und Objekt: Hier wird der erkenntnistheoretische Rahmen zwischen den Polen Rationalismus, Empirismus, Realismus und Idealismus aufgespannt, um die Positionen menschlicher Erkenntnistätigkeit zu verorten.

Das deduktiv-nomologische Erklärungsmodell: Dieses Kapitel erläutert das D-N-Modell als strenges, logisch-deduktives Verfahren, das auf der Ableitung von Ereignissen aus allgemeinen Gesetzen und Antezedensdaten basiert.

Das induktiv-statistische Erklärungsmodell: Hier wird das I-S-Modell für Fälle eingeführt, in denen eine strikte deterministische Erklärung nicht möglich ist und statistische Gesetze zur Anwendung kommen.

Schlussfolgerungen: Dieses Kapitel fasst die Diskussion zusammen und zieht eine Bilanz über die unterschiedliche Reichweite und Anwendbarkeit der Erklärungsmodelle in den Natur- und Humanwissenschaften.

Schlüsselwörter

Wissenschaftstheorie, Hempel-Oppenheim-Schema, deduktiv-nomologisches Modell, induktiv-statistisches Modell, Erklärung, Kausalität, Erkenntnistheorie, Naturwissenschaften, Sozialwissenschaften, Gesetzmäßigkeit, Empirie, Falsifizierbarkeit, Subjektivität, Objektivität, Immanuel Kant.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie wissenschaftliche Modelle Phänomene erklären können und welche Grenzen diese Ansätze bei der Untersuchung komplexer menschlicher Handlungsfelder haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die wissenschaftliche Logik, Erkenntnistheorie sowie die Anwendbarkeit von Modellen auf die Naturwelt einerseits und die soziale Lebenswelt andererseits.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu zeigen, warum wissenschaftliche Erklärungsversuche bei der Beschreibung menschlichen Verhaltens und sozialer Institutionen an ihre Grenzen stoßen und wie sich die Erklärungsmodelle dazu verhalten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine wissenschaftstheoretische Analyse der Modelle von Hempel und Oppenheim (D-N-Schema und I-S-Schema) und setzt diese in einen erkenntnistheoretischen Kontext zu philosophischen Positionen wie denen von Kant und Popper.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des deduktiv-nomologischen Modells für deterministische Sachverhalte und des induktiv-statistischen Modells für Wahrscheinlichkeitsaussagen sowie deren Einordnung in ein vierpoliges Diagramm menschlicher Erkenntnis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem das H-O-Schema, logische Ableitbarkeit, Kausalität, Empirie, Determinismus und die Unterscheidung von Natur- und Geisteswissenschaften.

Welches Beispiel wird zur Veranschaulichung des H-O-Schemas genutzt?

Zur Illustration des deduktiv-nomologischen Modells wird die historische Vorhersage der Wiederkehr des Kometen Halley herangezogen.

Warum stoßen Erklärungen in den Humanwissenschaften an Grenzen?

Weil das menschliche Handeln nicht in rein naturgesetzlicher Stringenz erfasst werden kann, da Menschen einen Gestaltungsspielraum besitzen, der über deterministische Kausalketten hinausgeht.

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Details

Titel
Das Hempel-Oppenheim-Schema. Möglichkeiten und Grenzen wissenschaftlicher Erklärung
Hochschule
Hochschule für Philosophie München
Veranstaltung
Grundlegende Konzepte der Wissenschaftstheorie
Note
1,3
Autor
Dr. phil. Jona Kirchner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
24
Katalognummer
V274395
ISBN (eBook)
9783656673897
ISBN (Buch)
9783656673873
Sprache
Deutsch
Schlagworte
möglichkeiten grenzen erklärung beispiel hempel-oppenheim-schemas Philosophie Wissenschaftstheorie Erkenntnistheorie Physik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dr. phil. Jona Kirchner (Autor:in), 2014, Das Hempel-Oppenheim-Schema. Möglichkeiten und Grenzen wissenschaftlicher Erklärung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274395
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Leseprobe aus  24  Seiten
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