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Goethes Leben in Leipzig und die damit verbundenen Werke

Einordnung in die Epochen und Traditionen der deutschen Literatur

Titel: Goethes Leben in Leipzig und die damit verbundenen Werke

Hausarbeit , 2014 , 14 Seiten , Note: 1

Autor:in: Lisa Gebauer (Autor:in)

Germanistik - Literaturgeschichte, Epochen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Johann Wolfgang von Goethe, einer der wohl bekanntesten deutschen Dichter, hat seine Studienzeit in Leipzig zu einem bedeutenden Lebensabschnitt gemacht. Er traf dort nicht nur prägende Persönlichkeiten oder seine erste große Liebe, auch Erfahrungen und Erlebnisse die ihn sein ganzes Leben lang begleiteten, machte er in jener Stadt, die schon im Ankunftsjahr des jungen Goethes 1765 von Kunst und Kultur geformt war. Auch der langsame Aufbruch vom spielerischen und nicht selten erotischen Rokoko ist in dieser Zeit zu verzeichnen. Die Briefe Goethes an seine Freunde, in welchen er seinen Gefühlsströmungen freien Lauf lässt, scheinen fast zu bedeutungsschwer für ein Rokokospiel. Somit könnte Goethes Zeit in Leipzig als die Endphase des Rokoko oder als die Anfangsphase des Sturm und Drang gelten.
Der Leipziger Zeit kann man das Buch Annette oder die kleine Gedichtsammlung Neue Lieder zuordnen. Auch die Idee zu dem Stück Die Mitschuldigen stammt aus dieser Zeit. Es scheint, als hätte der junge Goethe seine Gefühle notiert, um sie später in anderen Werken wieder einfließen zu lassen. Somit findet man auch in den Wahlverwandtschaften und in dem Briefroman Die Leiden des jungen Werther Spuren aus der Studentenzeit. Prägend war diese Zeit auch für Faust, in welchem er beispielweise einen Leipziger Schauplatz, den Auerbachs Keller, verwendet.
Auf Grund dieser Vernetzungen möchte ich in der folgenden Arbeit ausgewählte Texte aus Goethes Studienzeit in Leipzig näher analysieren und den Versuch unternehmen, diese in eine literarische Epoche einzuordnen. Des Weiteren erscheint es mir sinnvoll, auch spätere Werke auf mögliche Einflüsse zu durchleuchten und sie an Hand dieser Charakteristika den Traditionen der deutschen Literatur zuzuordnen. Ich werde mich zum einen auf die Autobiographie Dichtung und Wahrheit von Goethe konzentrieren, um den Hintergrund der Texte besser verstehen zu können, und zum anderen die Texte und Werke kritisch betrachten. Was hat der junge Goethe in Leipzig erlebt? Welche der Begegnungen und Erfahrungen haben seine Arbeit, das Schreiben, in den darauffolgenden Jahren geprägt und wie können die ausgewählten Texte zugeordnet werden? Mit dieser Arbeit starte ich den Versuch, diese Fragen zu beantworten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Goethe in Leipzig

2.1 Christian Fürchtegott Gellert

2.2 Anna Katharina Schönkopf

3. Epochen und Traditionen

3.1 Rokoko und Anakreontik

3.2 Empfindsamkeit

4. Leipziger Einfluss auf spätere Werke

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den prägenden Einfluss von Goethes Studienzeit in Leipzig auf sein literarisches Schaffen und dessen Einordnung in die zeitgenössischen literarischen Epochen des Jahres 1774. Ziel ist es, anhand von autobiografischen Zeugnissen und ausgewählten Werken aufzuzeigen, wie persönliche Erfahrungen und Begegnungen in Leipzig die Entwicklung des jungen Dichters maßgeblich beeinflussten.

  • Die Bedeutung der Leipziger Studienjahre für Goethes persönliche und künstlerische Entwicklung.
  • Analyse der Einflüsse von Christian Fürchtegott Gellert und Anna Katharina Schönkopf auf das Schreiben Goethes.
  • Die literarhistorische Einordnung der Leipziger Werke in Rokoko, Anakreontik und Empfindsamkeit.
  • Untersuchung der Spuren Leipziger Erlebnisse in späteren Hauptwerken wie Faust und den Wahlverwandtschaften.

Auszug aus dem Buch

3.1 Rokoko und Anakreontik

Ein wichtiges Merkmal des Rokoko, wie übrigens auch der Romantik, ist die Geselligkeit. Das Rokoko strebt nach einem Leben, das immer auch in Kunstübung und ästhetischer Geselligkeit beruht. Ein wichtiges Stichwort der Literatur über das Rokoko ist die gesellige Bildung. In den weit verbreiteten Mustern der Rokokoliteratur in Goethes Leipziger Zeit ist ein Geselligkeitsideal bereits vorgeformt, das Goethe für seine frühen Gedichte adaptierte. Somit könnte man sagen, dass sich das Erwachsenwerden Goethes von real erfahrenen Gesellschaftskontakten, also die Erlebnisse in Leipzig, und literarisch vermitteltem Geselligkeitsideal vollzog. Dies kann man an verschiedenen Gedichten von Goethe aus dem Jahr 1767 beobachten.

Die Gedichtsammlung Annette wurde von Behrisch in Reinschrift zusammengetragen, welche erst im Jahr 1896 zum ersten Mal gedruckt wurde. Das typische Charakteristika nämlich, dass der erotisch-sexuelle Genuss in den Dichtungen ohne Vorbehalte und als selbstverständlich angepriesen wird, möchte ich an einem Ausschnitt des 10. Gedichtes aus Annette aufzeigen. Ab der dritten Strophe des Gedichts An den Schlaf heißt es:

An meines Mädgens Seite Sizz’ ich, ihr Aug’ spricht Lust, Und unter neid’scher Seite Steigt fühlbar ihre Brust, Oft hatte meinen Küssen Sie Amor zugebracht, Dieß Glück muß ich vermissen, Die strenge Mutter wacht.

An diesen Strophen kann man sehr gut die allgemein geltenden Merkmale des Rokoko aber auch typische Elemente der Anakreontik erkennen. Im Mittelpunkt des Gedichtes steht die Situation der Verführung, welche in diesem Gedicht aus dem realen Leben des Autors gegriffen ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der Forschungsfrage bezüglich der Bedeutung der Leipziger Studienzeit für Goethes Werkentwicklung.

2. Goethe in Leipzig: Darstellung der Ankunft in Leipzig, des Studiums sowie der prägenden Begegnungen mit Christian Fürchtegott Gellert und Anna Katharina Schönkopf.

3. Epochen und Traditionen: Einordnung der frühen Leipziger Texte in die literarischen Kontexte von Rokoko, Anakreontik und Empfindsamkeit.

4. Leipziger Einfluss auf spätere Werke: Untersuchung, wie Motive und Erfahrungen aus der Leipziger Zeit in bedeutende spätere Werke wie Faust und die Wahlverwandtschaften einflossen.

5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Entwicklung des jungen Goethe in Leipzig und seiner künstlerischen Reifung.

Schlüsselwörter

Goethe, Leipzig, Rokoko, Anakreontik, Empfindsamkeit, Literaturgeschichte, Christian Fürchtegott Gellert, Anna Katharina Schönkopf, Dichtung und Wahrheit, Liebeslyrik, Eifersucht, Schäferspiel, Faust, Werther, Studienzeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die zweijährige Studienzeit von Johann Wolfgang von Goethe in Leipzig und deren nachhaltigen Einfluss auf sein literarisches Schaffen sowie die Zuordnung dieser Werke zu den literarischen Strömungen der Zeit.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die biografische Prägung durch den akademischen Lehrer Gellert und die Liebesbeziehung zu Kätchen Schönkopf sowie die ästhetischen Merkmale von Rokoko, Anakreontik und Empfindsamkeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Entwicklung vom jungen Frankfurter Dichter zum angehenden Autor durch die Leipziger Erlebnisse zu analysieren und aufzuzeigen, wie sich diese Erfahrungen in seinem späteren Werk spiegeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Textanalyse angewandt, die autobiografische Schriften wie Dichtung und Wahrheit mit den frühen Werken Goethes vergleicht und in den zeitgenössischen Kontext einordnet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine biografische Einleitung, eine detaillierte Auseinandersetzung mit literarischen Epochenkonzepten und eine Analyse konkreter inhaltlicher Übertragungen aus Leipziger Texten in spätere Hauptwerke.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind vor allem Epochenbegriffe wie Rokoko und Anakreontik, biografische Fixpunkte wie die Studienzeit in Leipzig und Goethes zentrale Werke wie Faust oder Werther.

Wie beeinflusste Christian Fürchtegott Gellert den jungen Goethe?

Gellert prägte als akademischer Lehrer die Vorstellungen Goethes von den „schönen Wissenschaften“ und lieferte durch seine literarischen Werke und Korrekturen wichtige Impulse für die frühe dichterische Entwicklung des Studenten.

Warum spielt die Figur Anna Katharina Schönkopf eine so wichtige Rolle?

Sie gilt als Goethes erste große Liebe in Leipzig. Die damit verbundene emotionale Dynamik, insbesondere das Thema der Eifersucht, wirkte als direkter Antrieb für die Schaffung zahlreicher Gedichte und die Auseinandersetzung mit dem Briefroman-Genre.

Inwiefern zeigt sich der Einfluss Leipzigs in späteren Werken wie Faust?

Goethe griff auf konkrete Leipziger Schauplätze wie den Auerbachs Keller zurück und integrierte Motive aus seinen früheren Briefen und „Werklein“ in seine späteren, bedeutenden Dramen und Romane.

Was unterscheidet das Leipziger Schreiben von Goethes früheren Arbeiten?

In Leipzig gab Goethe die pathetisch-rhetorische Haltung seiner Frankfurter Kindheitsdichtungen auf und orientierte sich stärker an der spielerischen, erotisch geprägten Ästhetik der Anakreontik und des Rokoko.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Goethes Leben in Leipzig und die damit verbundenen Werke
Untertitel
Einordnung in die Epochen und Traditionen der deutschen Literatur
Hochschule
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck  (Germanistik)
Veranstaltung
extanalyse und Interpretation: Literarische Epochen des Jahres 1774: Aufklärung, Empfindsamkeit, Sturm und Drang, frühe Schauerromantik
Note
1
Autor
Lisa Gebauer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
14
Katalognummer
V274545
ISBN (eBook)
9783656672425
ISBN (Buch)
9783656693796
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Goethe Leipzig Studienzeit Fürchtegott Gellert Anna Katharina Schönkopf Rokoko Anakreontik Empfindsamkeit 1765 Johann Wolfgang Johann Wolfgang von Goethe Weimar Schäferspiel Jugend junge Goethe Werther Epochen Epochendisskusion Universität Leipzig Auerbachskeller Briefe Behrisch Literaturgeschichte Geselligkeit Annette An den Schlaf Die Laune des Verliebten
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lisa Gebauer (Autor:in), 2014, Goethes Leben in Leipzig und die damit verbundenen Werke, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274545
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  14  Seiten
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