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Gottfried von Straßburg: Tristan; eine Untersuchung von Tristans Kindheit und Jugend

Title: Gottfried von Straßburg: Tristan; eine Untersuchung von Tristans Kindheit und Jugend

Term Paper , 2001 , 17 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Sarah Schmidt (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Einleitung

Der Ursprung des Romans von Gottfried von Straßburg liegt in der keltischen Sagengeschichte und enthält Motive aus antiken, irischen, walisischen und orientalischen Sagen. Das Werk ist realhistorisch und bildete somit eine starke Konkurrenz zum Artusstoff. Die älteste schriftliche Überlieferung ist von dem Franzosen Thomas von Bretagnes, welche Gottfried als Vorlage für seinen Roman diente. Das Ende der Vorlage von Thomas ist allerdings nur noch in Fragmenten erhalten und so ist es nicht verwunderlich, dass Gottfrieds Werk ebenfalls kein Ende vorweisen kann. Man spekuliert, ob Gottfried das absichtlich gemacht hat oder ob es andere Gründe für den fehlenden Schluss gab. Ulrich von Türheim schrieb 1230 ein Ende für den Gottfried- Roman, ebenso tat dies Heinrich von Freiberg 1280. Der älteste deutsche Verfasser der Tristangeschichte ist Eilhart von Oberg, der 1147- 1190 einen eher märchenhaften Roman schrieb. In der Neuzeit komponierte Richard Wagner eine Oper über den Tristanstoff und feierte 1865 ihre Uraufführung.
Als Schriftsteller des 13. Jahrhunderts stützte Gottfried sich auf bestehende Quellen und verbreitete bestehende Ideen. Er verfasste ungefähr im Jahr 1210 seinen Roman, der heute den Höhepunkt der Tristan- Dichtung darstellt. Er ist in 11 Handschriften, Fragmenten aus dem 13. Jahrhundert überliefert und umfasst 20.000 Verse. Über Gottfried selber ist wenig bekannt. Aufgrund seines Literaturexkurses (Vers 4621- 4820) konnte die Forschung einen ungefähren Zeitpunkt ausmachen, in dem Gottfried gelebt hat. Er macht hier eine Dichterschau, in der man sehen kann wer vor, während oder nach ihm gelebt hat. Man vermutet, dass Gottfried ein clericus war, denn er muss hoch gebildet gewesen sein. Ebenso muss sein Publikum von ähnlichem Stand gewesen sein, denn man geht davon aus, dass sie Gottfrieds Sicht der Dinge teilten. Seine große Zuhörerschaft, ist dadurch zu erklären, dass er die Interessen und Ideen des Publikums teilte und sich mit den Problemen seiner Zeit beschäftigte.
Christoph Huber schreibt in seinem Buch: "Gottfrieds perfektes und beinahe unpersönlich glattes Wissen spiegelt sich im Lehrplan des spielerisch lernenden Wunderkindes Tristan" . Gottfried hebt den Erziehungsgedanke in seinem Roman stark hervor. Tristans Bildung, wie sie der Meister beschreibt, gilt daher als typisch für das 13. Jahrhundert.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorgeschichte, Handlung und Struktur des Romans

3. Interpretation

3.1 Tristans frühe Jugend und Ausbildung (Vers 1791- 2148)

3.2 Die Entführung (Vers 2149- 2758)

3.3 Die Jagd und der junge Künstler (Vers 2759- 3756)

3.4 Widersehen und Auflösung der Familiensituation (Vers 3757- 4546)

3.5 Tristans Schwertleite (Vers 4547- 5068)

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung der Kindheit und Jugend des Tristan im gleichnamigen Roman von Gottfried von Straßburg. Ziel ist es zu analysieren, welche Rolle Bildung und Erziehung für die Entwicklung des Protagonisten spielen und inwiefern diese für den höfischen Roman des 13. Jahrhunderts charakteristisch sind.

  • Gottfried von Straßburg als Dichter des 13. Jahrhunderts
  • Die literarische Konstruktion von Tristans Kindheit
  • Die Rolle von Bildung, Tugend und ritterlichen Fertigkeiten
  • Tristan als höfisches Wunschbild und Vorbild
  • Die Funktion von Listen und Täuschung im Lebensverlauf

Auszug aus dem Buch

3.1 Tristans frühe Jugend und Ausbildung (Vers 1791- 2148)

Die Bildung hatte im 13. Jahrhundert je nach Stand der Familie eine unterschiedliche Funktion. Da Tristans Vater ein Fürst war, gebührt ihm eine Ausbildung wie anderen Kindern seiner Klasse. Doch in Tristans Situation ist dies nicht selbstverständlich, denn wie bekannt sind beide Elternteile von Tristan verstorben und er wird von Rual, einem Vasallen, und dessen Frau Blanscheflur aufgezogen. Tristans Geburt hat etwas mythisches, die Situation des Waisenkindes ist typisch für Heldenepen und ist nicht aus dem wahren Leben, der Gesellschaft gegriffen: [...]

Tristans Leben beginnt also mit einer Lüge, einer List, die ihn sein ganzes Leben begleiten und für später prägen wird. Rual nimmt dieses Kind wie sein eigenes Fleisch und Blut auf aus Loyalität zu seinem Herren Rivalin. Die ersten Jahre wächst Tristan unter einer liebevollen Betreuung der Mutter auf, sie widmet ihm all ihre Zeit und ihr Denken. Schon von Beginn an ist es Gottfried sehr wichtig zu zeigen, dass Tristan besonders ist, denn man kümmert sich mehr um ihn als um andere Kinder: [...]

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die historischen Quellen des Tristan-Stoffes sowie den biographischen und gesellschaftlichen Kontext von Gottfried von Straßburg im 13. Jahrhundert.

2. Vorgeschichte, Handlung und Struktur des Romans: Hier wird der Handlungsverlauf des Romans kurz zusammengefasst, um das Fundament für die anschließende Analyse der Kindheits- und Jugendjahre Tristans zu legen.

3. Interpretation: In diesem zentralen Teil wird die Entwicklung Tristans von der frühen Kindheit über die Entführung und Ausbildung bis hin zur Schwertleite detailliert unter philologischen Gesichtspunkten interpretiert.

3.1 Tristans frühe Jugend und Ausbildung (Vers 1791- 2148): Dieses Kapitel analysiert Tristans Herkunft und seine außergewöhnliche frühkindliche Erziehung unter der Obhut von Rual und Floraete.

3.2 Die Entführung (Vers 2149- 2758): Hier wird die prekäre Situation der Entführung durch norwegische Kaufleute und die damit verbundene erste Konfrontation Tristans mit einer feindlichen Welt beschrieben.

3.3 Die Jagd und der junge Künstler (Vers 2759- 3756): Dieses Kapitel behandelt die Darstellung Tristans als begabten Jäger und Musiker, der durch seine ritterliche Bildung am Hofe König Markes beeindruckt.

3.4 Widersehen und Auflösung der Familiensituation (Vers 3757- 4546): Hier wird das Wiedersehen mit seinem Ziehvater Rual und die damit verbundene Enthüllung seiner wahren Herkunft thematisiert.

3.5 Tristans Schwertleite (Vers 4547- 5068): Dieses Kapitel untersucht die ritterliche Initiation Tristans und die Bedeutung der prunkvollen Beschreibung für das Idealbild des Ritters.

4. Fazit: Das Fazit resümiert, dass Tristan als ideales höfisches Wesen konzipiert ist, dessen Erfolg untrennbar mit seiner hohen Bildung und seiner Kunst der Verstellung verbunden ist.

Schlüsselwörter

Gottfried von Straßburg, Tristan, höfischer Roman, Mittelalter, Kindheit, Erziehung, Bildung, Tugend, Ritterlichkeit, Artistenfakultät, Literatur, Heldendichtung, Handlungsanalyse, Musik, Täuschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Kindheit und Jugend des Protagonisten Tristan im Versroman von Gottfried von Straßburg und analysiert, wie diese Lebensphase den späteren Werdegang des Helden prägt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die höfische Erziehung, das Bildungsideal des 13. Jahrhunderts, die Rolle des Adels und die Darstellung von Tugend und Einzigartigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Gottfried von Straßburg durch die Beschreibung der Erziehung und der erlernten Fähigkeiten Tristans ein Idealbild des höfischen Ritters entwirft.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die den Text des Romans eng an den Versstellen interpretiert und durch fachwissenschaftliche Sekundärliteratur stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine strukturierte Interpretation der Lebensstationen Tristans, von seiner mythischen Geburt und Ausbildung bis hin zur ritterlichen Schwertleite.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlüsselwörter umfassen Tristan, höfische Erziehung, Bildung, Tugend, Ritterlichkeit und Gottfried von Straßburg.

Welche Bedeutung hat die "Kunst der Verstellung" für Tristan?

Die Kunst der Verstellung ist ein zentrales Werkzeug Tristans, mit dem er lebensbedrohliche Situationen bewältigt und seinen sozialen Aufstieg sichert, was ihn als perfekten Schauspieler ausweist.

Warum spielt die Beschreibung von Kleidung eine so wichtige Rolle im Roman?

Gottfried von Straßburg nutzt die Beschreibung von Kleidung als Allegorie für die inneren Werte, die Eleganz und die moralische Tugendhaftigkeit seines Helden.

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Details

Title
Gottfried von Straßburg: Tristan; eine Untersuchung von Tristans Kindheit und Jugend
College
University of Trier  (FB Germanistik)
Course
Höfische Kultur
Grade
1.0
Author
Sarah Schmidt (Author)
Publication Year
2001
Pages
17
Catalog Number
V2745
ISBN (eBook)
9783638116572
Language
German
Tags
Gottfried Straßburg Tristan Untersuchung Tristans Kindheit Jugend Höfische Kultur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sarah Schmidt (Author), 2001, Gottfried von Straßburg: Tristan; eine Untersuchung von Tristans Kindheit und Jugend, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2745
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