Frauen in Führungspositionen. Geschlecht und sozialer Einfluss


Seminararbeit, 2012

17 Seiten, Note: 1,4


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition Geschlecht
2.1. Sex
2.2. Gender

3. Definition Sozialer Einfluss

4. Führung
4.1. Führungsstil
4.1.1. Der autoritäre Führungsstil
4.1.2. Der kooperative Führungsstil

5. Arbeit und Geschlecht
5.1. Geschichtlicher Werdegang
5.2. Familie oder Beruf , Kind oder Karriere

6. Beruf und Familien GmBH

7. Frauen in Führungspositionen

8. Fazit

9. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Haben Frau mehr zu bieten als Heim und Herd oder Kind und Kegel?

Seit Menschen gedenken bringen Frauen Kinder zu Welt, kümmern sich sowohl um die Kindeserziehung, als auch um die Hausarbeit. Der Mann als stärkstes Geschlecht ging auf die Jagt um die Rolle des Ernährers und Beschützers zu übernehmen. In der Neuzeit hat sich dieses Rollenbild erheblich geändert, da der Supermarkt mit dem Auto schneller und bequemer zu erreichen ist und sich so für den Mann neue Beschäftigungs- und Freizeitmöglichkeiten ergeben. Aber was ist mit dem Rollenklischee der Frau? Kinder werden weiterhin geboren und bedarf einer liebevollen Erziehung und ebenso der alltägliche Haushalt fällt jeden Tag aufs neue an. Diese Arbeitsteilung ist so fest verankert im Gesellschaftsbild und der Erziehung der vergangenen Generation, dass es die Aufgabe der Zukünftigen ist, diese verstaubten geschlechterspezifischen Charakteristika von Frau und Mann grundlegend positiv zu verändern (Dialogin, 2012).

Nach dem Gesetzesauszug der Bundesrepublik Deutschland, laut Artikel 3 Absatz 2, wird die Gleichberechtigung der Geschlechter folgendermaßen formuliert: „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich, Männer und Frauen sind gleichberechtigt, niemand darf wegen seines Geschlechtes, benachteiligt oder bevorzugt werden (Bundesministerium der Justiz, 1957). Diese Punkte sind schon in unserem Grundgesetz verankert und sollten ein Symbol für die Gleichberechtigung der Frau darstellen. Obwohl es in der Theorie Gesetze für die Gleichberechtigung von Mann und Frau gibt, werden diese in der Praxis oft nicht oder nur selten umgesetzt. Männer und Frauen haben oftmals den gleichen Abschluss oder Frauen sind sogar überqualifiziert, und dennoch findet man heutzutage kaum Frauen im Top-Management in der deutschen Wirtschaft (vgl.: Wippermann , 2010).

Die folgende Arbeit wird sich mit den theoretischen Grundlagen sowie Definitionen des Geschlechterbegriffs beschäftigen, sowie auf den geschichtlichen Werdegang der Frau und ihre Position in der Gesellschaft eingehen. Des Weiteren werden die Barrieren in Deutschland für Frauen in Führungspositionen beleuchtet und auf bestehende und zukünftige Lösungen eingegangen.

2. Definition Geschlecht

Im Normalfall fällt es dem Menschen leicht zu differenzieren welchem Geschlecht ein anderer angehört. Dieses Wissen scheint selbstverständlich zu sein und man kann auf den ersten Blicke bestimmen, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist, ein Mann oder eine Frau. Während im Deutschen nur das Wort „Geschlecht“ existiert, sind in den 50er 60er Jahren im Englischen zwei Begriffe zur Unterscheidung des sozialen Geschlechts und des biologischen Geschlechts entstanden, „sex“ und „gender“ (vgl.: Ayaß, 2008, S.13)

2.1. Sex

Unter dem Begriff „sex“ versteht man die genetische Zusammensetzung. Jeder Mensch verfügt, unter normalen Umständen, über 23 Chromosomenpaare, von denen eins das biologische Geschlecht bestimmt. Durch die äußeren und inneren Geschlechtsorgane, werden Mann und Frau unterschieden, geprägt durch die Hormone. Hormone bestimmen außerdem, zweitrangige Eigenschaften des Geschlechts, wie den Körperfett-, Muskel- oder Haaranteil am Körper. Des Weiterem wird zwischen dem männlichen und weiblichen Gehirn unterschieden. Frauen besitzen eine stärkere Spezialisierung in der rechten Gehirnhälfte, die für das kreative Denken zuständig ist. Männer hingegen sind stärker auf die rechte Seite gerichtet, die für Analyse und abstraktes Denken zuständig ist. Alle Unterschiede kann man auf die Genetik und die Biologie zurückführen (vgl.: Wood, 2007, S.156).

2.2. Gender

Das soziale Geschlecht (gender) ist laut Ayaß ein „[...] Resultat von gesellschaftlichen Zuschreibungspraktiken und nicht einfach biologisch begründet werden kann.“ (2008, S. 13). Es bezeichnet die sozialen Geschlechtsrollen und die sozialen Geschlechtsmerkmale, somit das typische was von der Gesellschaft für ein bestimmtes Geschlecht angesehen wird. Im Großen und Ganzen ist das soziale Geschlecht bei weitem komplexer als das biologische Geschlecht (vgl.: Wood, 2007, S.156). „Sex“ und „gender“ sind nicht gleichbedeutend. Sex ist biologisch auf die Genetik und Hormone bezogen und der Gender bezieht sich auf die soziale Konstruktion und die Reproduktion der Gesellschaft (vgl.: Wood, 2007, S.156).

3. Definition Sozialer Einfluss

„Sozialer Einfluss bezieht sich auf eine Veränderung von Urteilen, Meinungen und Einstellungen eines Menschen infolge einer Konfrontation mit den Urteilen, Meinungen, und Einstellungen anderer Personen“ (Hewstone, 2003, S. 452)

Soziale Beeinflussung läuft nicht ausschließlich bewusst ab. Es handelt sich hierbei meistens um einen unterbewussten Einfluss, den beispielsweise eine Gruppe auf eine einzelne Person ausübt. Wir haben dabei in unserem Verhalten bestimmte, kaum bedachte Regeln die wir oftmals befolgen, um etwas oder jemandem zu entsprechen (vgl.: Roth, 2000, S.4). Die Methode der Beeinflussung kann auch gezielt verwendet werden, um Personen in ihren Entscheidungen zu manipulieren. Das Ziel hierbei ist es, einen Menschen in seinem Denken und Handeln so zu beeinflussen, dass er einer Gruppennorm entspricht. Man möchte den Erwartungen anderer entsprechen, man gibt demnach die Meinung anderer wieder um schlussendlich in das Bild der Konformität zu passen (vgl.: Dietrich, 2009, S.4). Arthur Jenness hat 1932 versucht die Beeinflussung durch eine Gruppe mittels eines Bohnenbeispiels darzustellen. Hierbei ließ er Testteilnehmer die Anzahl der Bohnen schätzen die in einem Beutel waren, um herauszufinden wie die Konformität in einer Gruppe ist. Anfangs sollten die Teilnehmer ihre Einzelmeinung abgeben um später in der Gruppe gemeinsam ein Ergebnis zu bestimmen, wie viele Bohnen in einem Beutel sind. Später wurden sie wieder gebeten, ihre Einzelmeinung der Anzahl der Bohnen abzugeben und bei dieser zweiten Schätzung waren sich fast alle Einzelmeinungen mit der vorigen Gruppenmeinung ähnlich (vgl.: Dietrich, 2009, S.5).

4. Führung

Der Begriff Führung kann unterschiedlich dargestellt werden. Er ist kein neutraler Ausdruck und kann je nach Perspektive unterschiedlich aufgefasst werden: Eine Definitionsmöglichkeit wäre zum Beispiel laut Ion und Brand: „Führung ist ein intentionaler und ein Beeinflussungsprozess, bei dem eine Person versucht, eine andere Person zur Erfüllung gemeinsamer Aufgaben und das Erreichen gemeinsamer Ziele zu veranlassen“ (2009, S. 29).

Somit stellt Führung eine Interaktionsbeziehung dar, um die bestmögliche Arbeitsleistung abgeben zu können und auch um gestellte Aufgaben optimal zu lösen. Eine Führungsperson zeichnet sich dadurch aus, dass sie/er besondere Eigenschaften und Fähigkeiten besitzt, die nicht notwendigerweise mit der Vererbung, also mit dem biologischen Geschlecht zu tun haben, jedoch mit der Person, dem sozialen Geschlecht oder vielleiht auch dem Charakter. Es ist wichtig, dass eine solche Person die Voraussetzungen hat um Leute zu Motivieren und ihr Potenzial aktivieren zu können (vgl.: Beer, 2001, S. 98-100).

4.1. Führungsstil

Der Führungsstil bezieht sich auf die Art und Weise wie ein Vorgesetzter seine Mitarbeiter führt, um bei diesen ein zielorientiertes Arbeiten zu erreichen (vgl.: Brabandt, 2010, S.47). Dabei unterscheidet man zwischen zwei Arten: dem autoritärem und dem kooperativem Führungsstil (vgl.: Brabandt, 2010, S.48). Im Folgenden werden diese zwei Führungsstile erläutert, die sich in ihrer Umsetzung grundlegend unterscheiden.

4.1.1. Der autoritäre Führungsstil

Beim autoritären Führungsstil wird streng nach Rangordnung gearbeitet. Somit werden die Befehle von oben nach unten weitergeleitet. „Damit beruht dieser Führungsstil auf einem Befehls-, Gehorsamsverhältnis zwischen der Führungskraft und den Mitarbeitern“ (Brabandt, 2010, S.48). Wenn Entscheidungen getroffen werden, können Mitarbeiter durch eigene Vorschläge mit einbezogen werden, jedoch stellt die führende Person unmissverständlich klar, dass sie alleine die Entscheidungsgewalt besitzt, und der Mitarbeiter zu gehorchen hat. Die führende Person ist sehr stark leistungsorientiert und wenn der Erfolg ausbleibt, sind seine Mitarbeiter die Schuldigen, da sie, zum Beispiel zu wenig Einsatz gezeigt haben. Die Leitung ist den Angestellten gegenüber sehr distanziert und geht nicht auf deren Bedürfnisse, Probleme oder Wünsche ein (vgl.: Brabandt, 2010, S.50).

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Frauen in Führungspositionen. Geschlecht und sozialer Einfluss
Hochschule
Cologne Business School Köln
Veranstaltung
Wirtschaftspsychologie
Note
1,4
Autor
Jahr
2012
Seiten
17
Katalognummer
V274651
ISBN (eBook)
9783656667285
ISBN (Buch)
9783656667278
Dateigröße
612 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
frauen, führungspositionen, geschlecht, einfluss
Arbeit zitieren
Sascha Gnoss (Autor), 2012, Frauen in Führungspositionen. Geschlecht und sozialer Einfluss, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274651

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