Stromhandelsunternehmen sind einer Vielzahl an Risiken ausgesetzt , daher legt der Autor den Fokus auf die Messung und Steuerung der Marktpreis- und Kreditrisiken, die aus seiner Sicht die Risiken mit dem größten Schadenspotential im Stromgroßhandel darstellen.
Aus dem Inhalt:
- Marktrisiken im Stromgroßhandel,
- Dynamik von Strompreisen,
- Messung des Strompreisrisikos,
- Strompreissicherungsinstrumente
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Management von Marktpreisrisiken im Stromgroßhandel
2.1 Marktrisiken im Stromgroßhandel
2.1.1 Marktliquiditätsrisiko
2.1.2 Basisrisiko
2.1.3 Volumensrisiko
2.1.4 Marktpreisrisiko
2.2 Strompreisbildungsfaktoren
2.2.1 Fundamentale Einflussfaktoren
2.2.2 Nicht fundamental begründete Einflussfaktoren
2.3 Dynamik von Strompreisen
2.3.1 Volatilität
2.3.2 Saisonalität und Zyklität
2.3.3 Mean Reversion
2.3.4 Preissprünge
2.4 Messung des Strompreisrisikos
2.4.1 Das Konzept des Value-at-Risk
2.4.2 Profit-at-Risk
2.4.3 Earnings-at-Risk
2.4.4 Integral-Earnings-at-Risk
2.4.5 Cash-Flow-at-Risk
2.4.6 Energy-RAROC
2.4.7 Limitsteuerung mittels VaR
2.4.8 Das Konzept der „Griechen“
2.5 Strompreissicherungsinstrumente
2.5.1 Derivatebegriff
2.5.2 Stromderivate
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die fundierte Analyse und Erläuterung des Risikomanagements im Stromgroßhandel, wobei ein besonderer Fokus auf die Quantifizierung und Steuerung von Marktpreis- und Kreditrisiken gelegt wird. Der Autor untersucht die physikalischen und ökonomischen Besonderheiten des Strommarktes, um darzulegen, warum standardisierte Risikomodelle aus dem Finanzsektor nur bedingt übertragbar sind und welche spezialisierten Instrumente zur effektiven Absicherung notwendig sind.
- Analyse der Marktrisiken und Einflussfaktoren auf die Strompreisbildung
- Systematische Untersuchung der Volatilitätsdynamik im Stromsektor
- Vergleich und Bewertung von Risikomessmethoden (u.a. VaR, PaR, EaR)
- Untersuchung von Sicherungsinstrumenten und Derivaten zur Risikokompensation
Auszug aus dem Buch
2.4.1.3 Berechnung des Value-at-Risk
Die Berechnungsverfahren des VaR können in analytischen Verfahren und in Vollbewertungsverfahren unterteilt werden, wobei die Varianz-Kovarianz-Methode, die historische Simulation und die Monte-Carlo-Simulation [MCS] hauptsächlich zum Einsatz gebracht werden. Wie im Folgenden dargestellt, eignet sich erstere Methode ausschließlich für Stromhandelsportfolios mit physischen Produkten, die MCS vor allem für Stromhandelsportfolios mit Strom-Optionen. Der österreichische Stromversorger VERBUND etwa bedient sich im Finanzbereich des Varianz-Kovarianz-Ansatzes und im Stromhandelsbereich der Monte-Carlo-Simulation.
Die für die Berechnung des VaR am häufigsten eingesetzte Methode ist die Varianz-Kovarianz-Methode, die auf einer Normalverteilungsannahme basiert. Dieser Ansatz basiert auf der Analyse von Volatilitäten der verschiedenen Risiko-Exposures des Handelsportfolios und ergibt sich aus den Volatilitäten und Kovarianzen der zugrunde liegenden Stromgroßhandelsprodukte, deren Schwankungen annahmegemäß einen linearen Einfluss auf den Wert der offenen Positionen haben.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung gibt einen Überblick über die Entwicklung des Stromgroßhandels von der monopolistischen Regulierung bis hin zur liberalisierten Wettbewerbsstruktur und betont die Notwendigkeit eines spezialisierten Risikomanagements.
2 Management von Marktpreisrisiken im Stromgroßhandel: Dieses Kapitel behandelt detailliert die verschiedenen Marktrisiken, die Faktoren der Strompreisbildung, die Dynamik von Strompreisen sowie die Konzepte zur Messung von Preisrisiken und Sicherungsinstrumente.
Schlüsselwörter
Stromgroßhandel, Marktpreisrisiko, Volatilität, Risikomanagement, Value-at-Risk, Stromderivate, Strompreisbildung, Merit-Order, Hedging, Kreditrisiko, Monte-Carlo-Simulation, Basisrisiko, Marktliquidität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Identifizierung, Quantifizierung und Steuerung von Marktpreis- und Kreditrisiken im Kontext des liberalisierten europäischen Stromgroßhandels.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Preisbildungsfaktoren am Strommarkt, die Dynamik von Strompreisen (wie Volatilität und Preissprünge), moderne Risikomessverfahren sowie den Einsatz derivativer Sicherungsinstrumente.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis für das Risikomanagement in der Strombranche zu vermitteln und aufzuzeigen, wie Unternehmen sich gegen preisbedingte Unsicherheiten absichern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor führt eine tiefgehende Literaturanalyse durch, kombiniert mit der Darstellung quantitativer Risikomodelle und der praxisnahen Erläuterung von Handelsinstrumenten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Marktrisiken, die Determinanten der Strompreisbildung, die Dynamik von Strompreisen, Verfahren zur Risikomessung sowie eine detaillierte Betrachtung von Sicherungsinstrumenten wie Futures, Swaps und Optionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Marktpreisrisiko, Value-at-Risk, Stromderivate, Volatilität und Risikomanagement im Stromsektor.
Warum ist das Value-at-Risk-Konzept im Stromhandel problematisch?
Da das VaR-Konzept häufig auf Annahmen wie Normalverteilung basiert, die den tatsächlichen Gegebenheiten am Strommarkt (z.B. "Fat Tails" und extreme Preissprünge) oft nicht gerecht werden, stößt es in diesem Sektor an seine Grenzen.
Welche Rolle spielen Wetterderivate in der Arbeit?
Wetterderivate werden als ergänzendes Instrument vorgestellt, da eine starke Korrelation zwischen Wetterdaten (Temperatur, Niederschlag) und dem Stromverbrauch sowie der Stromerzeugung (Wind/Wasserkraft) besteht, was sie für das Hedging von Mengenrisiken relevant macht.
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- Doktor Andreas Pschick (Author), 2008, Management von Marktpreisrisiken im Stromgroßhandel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274700