Aus technischer Sicht ist der Werbespot zum Deodorant "Axe Peace" als stark kontrastiv und plakativ anzusehen: Er arbeitet vor allem mit starken Kontrasten und bemüht sich kaum um eine ästhetische Kohärenz, die über die Sequenz seiner analogen Bild-folgen und inhaltlichen Gags hinausgeht. Die Schnittfolge ist extrem kurzat-mig; es handelt sich durchgehend um Einstellungen von etwa einer Sekunde Länge, die wie gesagt vor allem kontrastiv und sequenziell und nur in weni-gen Fällen assoziativ oder logisch an einander gereiht sind. Die zentrale inhaltliche Idee des Spots ist die technische Repräsentation von Männlichkeitskonzepten, die auf einen kriegerischen Körperpanzer abstellen: Diese Repräsentation beruht nicht nur auf der Ikonologie des Krieges, des Terrors und der Gewaltherrschaft, die im Spot auf unterschiedlichen Schauplätzen sequenziell abgehandelt wird, sondern auch auf einer filmischen Technik, die solche Männlichkeitskonzepte zur Grundlage der filmischen Sprache macht.
Inhaltsverzeichnis
1. Filmanalyse Werbespot „Axe Peace“
2. Analyse der technischen und ikonographischen Gestaltung
3. Sequenzierung und narrative Auflösung
4. Psychologische Botschaft und Weltkonstruktion
5. Zielgruppenbestimmung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Werbespot „Axe Peace“ hinsichtlich seiner semiotischen Struktur, seiner narrativen Gestaltung und der eingesetzten filmischen Mittel. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, wie der Spot durch die ironische Überzeichnung männlicher Klischees und eine spezifische Weltkonstruktion eine psychologische Verbindung zwischen dem beworbenen Produkt und dem Abbau von männlichen Hemmungen herstellt.
- Analyse der technischen Bildsprache und Schnittfolgen
- Dekonstruktion von Männlichkeitskonzepten und Gewaltlogik
- Untersuchung der motivischen Variationstechnik
- Einfluss der psychologischen Botschaft auf die Zielgruppe
- Kritische Einordnung des Werbespots als narratives System
Auszug aus dem Buch
Filmanalyse Werbespot „Axe Peace“
Der hier zu untersuchende Werbespot wurde offensichtlich primär für Kinopublikum produziert; darauf deuten sowohl die radikale Machart als auch die zielgruppenspezifische Ausrichtung der semiotischen Struktur hin. Weiter ist zu sagen, dass der Spot 59 Sekunden lang (im Fernsehen Überlänge) und durchgehend in Farbe produziert worden ist.
Aus technischer Sicht ist dieser Spot als stark kontrastiv und plakativ anzusehen: Er arbeitet vor allem mit starken Kontrasten und bemüht sich kaum um eine ästhetische Kohärenz, die über die Sequenz seiner analogen Bildfolgen und inhaltlichen Gags hinausgeht. Die Schnittfolge ist extrem kurzatmig; es handelt sich durchgehend um Einstellungen von etwa einer Sekunde Länge, die wie gesagt vor allem kontrastiv und sequenziell und nur in wenigen Fällen assoziativ oder logisch aneinander gereiht sind.
Die zentrale inhaltliche Idee des Spots ist die technische Repräsentation von Männlichkeitskonzepten, die auf einen kriegerischen Körperpanzer (vgl. Theweleit 1987, S. 57f) abstellen: Diese Repräsentation beruht nicht nur auf der Ikonologie des Krieges, des Terrors und der Gewaltherrschaft, die im Spot auf unterschiedlichen Schauplätzen sequenziell abgehandelt wird, sondern auch auf einer filmischen Technik, die solche Männlichkeitskonzepte zur Grundlage der filmischen Sprache macht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Filmanalyse Werbespot „Axe Peace“: Einleitung in die Rahmenbedingungen des Spots, inklusive technischer Spezifikationen und einer ersten Einschätzung der ästhetischen Gestaltung.
2. Analyse der technischen und ikonographischen Gestaltung: Untersuchung der eingesetzten filmischen Mittel, insbesondere der Kontraste zwischen Naheinstellung und Halbtotale, sowie der Darstellung von Männlichkeit.
3. Sequenzierung und narrative Auflösung: Detaillierte Betrachtung der Handlungsräume und der überraschenden narrativen Wendungen, die klischeehafte Gewaltbilder erotisch auflösen.
4. Psychologische Botschaft und Weltkonstruktion: Interpretation der Werbebotschaft als Angebot zur Überwindung männlicher Isolation durch das Produkt Axe.
5. Zielgruppenbestimmung und Fazit: Identifikation der avisierten Zielgruppe und kritische Reflexion über die sexistische Komponente sowie die Gesamtwirkung des Werbemodells.
Schlüsselwörter
Axe Peace, Werbespot, Filmanalyse, Männlichkeitskonzepte, Semiotik, Action-Genre, Narrative, Weltkonstruktion, Geschlechterpolarität, Konsumpsychologie, Ironie, Werbekommunikation, Körperpanzer, Produktplatzierung, Identifikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Analyse grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Werbespot „Axe Peace“ hinsichtlich seiner filmischen Gestaltung und seiner narrativen Struktur, um zu verstehen, wie das Produkt Axe in den Kontext männlicher Verhaltensweisen eingebettet wird.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Fokus stehen die filmische Technik, die Dekonstruktion von Männlichkeitsbildern, die mediale Vermittlung von Gewalt und die psychologische Wirkung der Werbebotschaft auf die Zielgruppe.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der Werbespot durch die ironische Inszenierung von „harten“ Männlichkeitsklischees einen Wunsch nach erotischer Öffnung erzeugt und diesen durch das Deo-Produkt als lösbar darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine systematische Filmanalyse angewandt, die sowohl die technische Ebene (Schnitt, Einstellung, Kamera) als auch die inhaltliche Ebene (Ikonologie, Narration) einbezieht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Sequenzierung des Spots, die Variation technischer Motive und die übergeordnete Weltkonstruktion, die eine polare Trennung zwischen verpanzerter Männlichkeit und Weiblichkeit errichtet.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Filmanalyse, Männlichkeitskonzepte, Semiotik, Narrative, Geschlechterpolarität und Konsumpsychologie definieren.
Wie erklärt der Autor den Wechsel vom Soldaten zum Liebhaber?
Der Autor führt dies auf eine ironische Brechung zurück, bei der das Produkt „Axe“ als Katalysator dient, um die kriegerische „Verpanzerung“ des Mannes zugunsten einer erotischen Begegnung aufzubrechen.
Warum wird die Assoziation zwischen dem Deo und Massenmördern als problematisch eingestuft?
Die Analyse kritisiert, dass das Produkt als Lösung für archaische, durch Gewalt und Hass geprägte Männlichkeitsformen inszeniert wird, was eine geschmacklose Verbindung zwischen Alltagskonsum und grausamen Machtstrukturen herstellt.
- Arbeit zitieren
- Daniel Lorenzer (Autor:in), 2014, Filmanalyse des Werbespots zu „Axe Peace“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274707