Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Philosophie - Philosophie der Antike

Platon: Die Redundanz-These in "Kratylos"

Titel: Platon: Die Redundanz-These in "Kratylos"

Hausarbeit , 2013 , 12 Seiten , Note: 3

Autor:in: Danny Krämer (Autor:in)

Philosophie - Philosophie der Antike
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Platons Kratylos ist einer der schwierigsten Dialoge. Er ist vielschichtig und voller Anspielungen und Kritik von Zeitgenossen. Außerdem ist er gespickt mit Ironie, was es schwer macht zu erkennen, welche Ansichten Platons Sokrates nun ernst meint und welche nicht. Trotzdem ist er einer der aktuellsten Dialoge, da er wichtige Themen wie Wahrheit, Relativismus, Privatsprache usw. behandelt. Platon bietet dem Leser keine Lösung des Problems, sondern lässt ihn selbst weiter denken. Diese Arbeit versucht einen roten Faden durch den Dialog zu finden. Die Behauptung ist, dass Platon eine bestimmte These kritisiert, die sowohl Kratylos, Hermogenes, als auch andere zeitgenössische Philosophen akzeptieren, die allerdings eine philosophische Betrachtung von Sprache und Welt unmöglich machen. Es wird nicht behauptet, dass dies die einzige oder wichtigste These im Kratylos ist. Aber sie bietet einen Weg, die Struktur des Dialogs besser zu verstehen und einige dunkle Stellen zu erhellen. Platons Dialoge lassen sich nicht verstehen, wenn man nicht betrachtet, welche Personen in ihnen vorkommen. Deswegen wird es eine Vorstellung der Personen geben, die, auf Grund des Umfangs der Arbeit, kurz ausfällt. In der Sekundärliteratur gibt es viel darüber zu lesen. Anschließend wird die besagte These vorgestellt. Der Dialog wird nicht detailliert auseinandergenommen, das haben andere bereits getan. Stattdessen wird versucht zu zeigen, wo die These zu finden ist, welche Folgen sie mit sich zieht und wie Platon sie widerlegt. Diese Arbeit hofft so, eine neue Art den Dialog zu lesen anzuregen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Charaktere

2.1 Hermogenes

2.2 Kratylos

3. Die Redundanz-These

4. Hermogenes‘ Konventionalismus

4.1 Hermogenes These

4.2 Widerlegung des Hermogenes

5. Darstellung des Naturalismus

5.1 Die Etymologien

5.2 Kratylos These

5.3 Widerlegung der These des Kratylos

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Dialog "Kratylos" von Platon mit dem Ziel, eine zentrale philosophische These aufzudecken, die sowohl den Konventionalismus von Hermogenes als auch den Naturalismus von Kratylos durchzieht und deren Widerlegung durch Sokrates den Weg für eine sprachphilosophische Betrachtung bereitet.

  • Kritische Analyse der "Redundanz-These" als gemeinsamer Nenner im Dialog.
  • Gegenüberstellung von Hermogenes‘ Konventionalismus und Kratylos‘ Naturalismus.
  • Untersuchung der Rolle von Wahrheit und Vernunft in Bezug auf die Benennung von Dingen.
  • Dekonstruktion der heraklitischen Lehre vom Fluss im Kontext der sprachlichen Erkenntnis.
  • Erläuterung der Funktion von Etymologien als Kritik an zeitgenössischen Anschauungen.

Auszug aus dem Buch

3. Die Redundanz-These

Sowohl Hermogenes, als auch Kratylos stimmen in einem Punkt überein. Sie identifizieren den Namen eines Gegenstandes, mit dem korrekten Namen eines Gegenstandes. Ein Name ist nur ein Name von einem Gegenstand, wenn es der korrekte Name ist, ansonsten ist es überhaupt kein Name. Ich möchte diese These die Redundanz-These nennen, da es das gleiche bedeuten würde zu sagen, x ist der richtige Name von y und x ist der Name von y. (Ich werde später noch darauf hinweisen, wenn wir diese These im Text wiederfinden.) Während Hermogenes einen Konventionalismus verteidigt und Kratylos einen Naturalismus, stimmen sie doch in dieser grundlegenden Auffassung von Namen überein. Natürlich reden wir hier nicht nur von Namen im engen Sinne, sondern von sprachlichen Ausdrücken überhaupt.

Genau diese These versucht Sokrates zu widerlegen, indem er zeigt, dass mit dieser These als Grundannahme, die Philosophie unmöglich ist. Beide Theorien laufen darauf hinaus, dass man nicht wahr/falsch Reden kann und enden somit im Sophismus. Sokrates versucht so das Feld einer sprachphilosophischen Betrachtung überhaupt zu öffnen, indem er weitverbreitete Annahmen über die Sprache kritisiert.

Ich behaupte nicht, dass dies die einzige These des Kratylos ist. Es ist ein vielschichtiger und schwieriger Dialog, in dem viele Anspielungen auf zeitgenössische Anschauungen gemacht werden. Allerdings denke ich, dass sich dieser Strang durch den Dialog zieht und seine Struktur erkennbar macht. Während der Konventionalismus des Hermogenes schnell und offensichtlich zu Annahmen führt, die eine Philosophie unmöglich machen würden, ist es bei Kratylos Heraklitismus, der weit verbreitet war, nicht so offensichtlich und es muss herausgearbeitet werden, dass er durchgeführt, zu denselben Folgen für die Philosophie führt, wie die Gegenposition.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt den "Kratylos" als komplexen Dialog vor und formuliert die Absicht, eine zugrundeliegende, problematische These zu identifizieren, die eine philosophische Betrachtung von Sprache erschwert.

2. Charaktere: Dieses Kapitel gibt eine kurze Einführung in die Gesprächspartner Hermogenes und Kratylos sowie deren philosophische Hintergründe und Haltungen zur Sprache.

3. Die Redundanz-These: Hier wird die zentrale Arbeitshypothese definiert, nach der sowohl Hermogenes als auch Kratylos fehlerhaft annehmen, dass ein Name nur dann existiert, wenn er korrekt ist, was zu philosophischen Sackgassen führt.

4. Hermogenes‘ Konventionalismus: Das Kapitel analysiert den Konventionalismus des Hermogenes und zeigt auf, wie Sokrates diesen durch die Einführung der Begriffe Wahrheit und Vernunft widerlegt.

5. Darstellung des Naturalismus: Dieses Kapitel befasst sich mit der naturalistischen Position des Kratylos, der Rolle der Etymologien und wie Sokrates schließlich auch diesen Ansatz als erkenntnistheoretisch unhaltbar entlarvt.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Platon durch die Kritik beider Sprachauffassungen den Raum für eine tragfähige Philosophie öffnet, indem er die Unmöglichkeit von Erkenntnis unter den Prämissen von radikalem Konventionalismus oder Fluss-Lehren aufzeigt.

Schlüsselwörter

Platon, Kratylos, Sprachphilosophie, Redundanz-These, Konventionalismus, Naturalismus, Etymologie, Heraklit, Wahrheit, Relativismus, Sophismus, Erkenntnistheorie, Sokrates, Benennung, Philosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht Platons Dialog "Kratylos" und identifiziert eine verborgene "Redundanz-These", die sowohl den Konventionalismus des Hermogenes als auch den Naturalismus des Kratylos als philosophisch unhaltbar kennzeichnet.

Welche sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die Natur der Benennung von Dingen, die Verknüpfung von Sprache und Erkenntnis sowie die kritische Auseinandersetzung mit zeitgenössischen philosophischen Strömungen wie dem Heraklitismus und dem Relativismus des Protagoras.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es, einen roten Faden durch den vielschichtigen Dialog zu ziehen und zu zeigen, dass Platon durch die Widerlegung einer spezifischen Grundannahme über Namen den Weg für eine echte sprachphilosophische Untersuchung bereitet.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine hermeneutische Textanalyse, bei der der Dialog in seiner Struktur betrachtet und die Argumentation des Sokrates gegen die Positionen seiner Gesprächspartner systematisch herausgearbeitet wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Charaktere, die Definition der Redundanz-These, die Analyse und Widerlegung des Konventionalismus nach Hermogenes sowie die Untersuchung des Naturalismus nach Kratylos inklusive der Funktion der Etymologien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch die Begriffe Platon, Kratylos, Redundanz-These, Konventionalismus, Naturalismus, Erkenntnistheorie und Sprachphilosophie beschreiben.

Wie argumentiert Sokrates gegen Hermogenes‘ Konventionalismus?

Sokrates zeigt auf, dass der Konventionalismus, bei dem jeder die Sprache beliebig bestimmen kann, den Begriff der Wahrheit unmöglich macht, da kein objektiver Bezug mehr zwischen Wort und Ding besteht.

Warum hält der Autor die heraklitische Fluss-Lehre für erkenntnistheoretisch problematisch?

Der Autor legt dar, dass die Lehre, alles sei im Fluss, Erkenntnis und Philosophie unmöglich macht, da Erkenntnis ein stabiles Objekt oder eine feste Basis voraussetzt, die bei einem ständigen Wandel nicht gegeben ist.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Platon: Die Redundanz-These in "Kratylos"
Hochschule
Universität Erfurt
Note
3
Autor
Danny Krämer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
12
Katalognummer
V274710
ISBN (eBook)
9783656668244
ISBN (Buch)
9783656693529
Sprache
Deutsch
Schlagworte
platon redundanz-these kratylos
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Danny Krämer (Autor:in), 2013, Platon: Die Redundanz-These in "Kratylos", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274710
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  12  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum