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Die Kulturerdteiltheorie nach Albert Kolb am Beispiel des Orientalischen Kulturerdteils

Titel: Die Kulturerdteiltheorie nach Albert Kolb am Beispiel des Orientalischen Kulturerdteils

Seminararbeit , 2014 , 21 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Franziska Letzel (Autor:in)

Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Region des Nahen Ostens und Nordafrikas ist gegenwärtig ein Raum, der international mit dauerhaft großem Interesse betrachtet wird, insbesondere durch die Zuspitzung der politischen Lage in Israel, den Bewegungen des Arabischen Frühlings und dem anhaltenden syrischen Bürgerkrieg. Vom Orient als „Pulverfass“ wird in diesem Zusammenhang häufig gesprochen. Doch ist es überhaupt noch angemessen, die Region mit dem eher traditionellen Begriff „Orient“ zu bezeichnen? Hier gehen die Meinungen sowohl zwischen Alltags- und Wissenschaftsdenken, als auch innerhalb der geographischen Forschung weit auseinander. Spricht man nun von Morgenland, Orient, Nahem Osten oder orientalischem Kulturerdteil? Oder ist die Bezeichnung der Region als „Islamischer Kulturerdteil“ viel zutreffender? Nicht zuletzt aufgrund der anhaltenden Kontroversen um Begriffsbestimmungen und Abgrenzungen der Region erscheint es von hohem Wert, sich mit diesem geographischen Raum eingehender zu befassen. Um eine möglichst ganzheitliche Betrachtung der Region zu ermöglichen und dabei sowohl naturräumliche als auch kulturelle Elemente in den Blick zu nehmen, liegt der vorliegenden Arbeit das Konzept der Kulturerdteile zugrunde.
Was aber ist nun das Besondere am Orient als Kulturerdteil? Für welche Merkmale, Ideen und Besonderheiten steht der Kulturerdteil und was unterscheidet ihn von angrenzenden Räumen?
Eben jene Fragen stehen im Fokus der vorliegenden Projektarbeit. Um deren Beantwortung zielführend zu realisieren, erfolgt zunächst eine separate Betrachtung ausgewählter Merkmalskomplexe, anhand derer die zentralen Eigenheiten des Orientalischen Kulturerdteils herausgestellt werden. Die Analyse folgt dabei dem Kulturerdteilkonzept von Albert Kolb, der insgesamt fünf Merkmalskomplexe unterscheidet, die demgemäß auch der vorliegenden Arbeit zugrunde liegen: (1) Geschichte und Kultur, (2) Raum und Umwelt, (3) Menschen und Bevölkerung, (4) Leitsystem und Religion und (5) Wirtschaft und Infrastruktur. Im Anschluss daran erfolgt die Darstellung der spezifischen Strukturqualität des Orientalischen Kulturerdteils, indem bestimmte Merkmalskomplexe miteinander verknüpft und deren Interdependenzen aufgezeigt werden. Abgerundet wird die vorliegende Arbeit durch ein abschließendes Fazit, welches die zentralen Ergebnisse der Analyse noch einmal zusammenfasst.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die fünf Merkmalskomplexe nach KOLB

2.1 Geschichte und Kultur

2.2 Raum und Umwelt

2.3 Menschen und Bevölkerung

2.4 Leitsystem und Religion

2.5 Wirtschaft und Infrastruktur

3. Verknüpfung der Merkmalskomplexe

4. Fazit

Zielsetzung und Themenfelder

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, den Orient als Kulturerdteil ganzheitlich zu analysieren, indem die spezifischen naturräumlichen und kulturellen Merkmalskomplexe nach Albert Kolb untersucht und deren Interdependenzen aufgezeigt werden. Dabei steht die Forschungsfrage im Fokus, welche Merkmale, Ideen und Besonderheiten diesen Raum definieren und wie er sich von angrenzenden Regionen abgrenzen lässt.

  • Analyse des Kulturerdteilkonzepts von Albert Kolb
  • Untersuchung der fünf zentralen Merkmalskomplexe
  • Verknüpfung der Faktoren Natur, Wirtschaft und Stadtentwicklung
  • Herausarbeitung der Besonderheiten des orientalischen Raums
  • Diskussion über Diversität versus Einheitlichkeit

Auszug aus dem Buch

2.2 Raum und Umwelt

Die Länder des orientalischen Kulturerdteils in Nordafrika und Vorderasien liegen hinsichtlich der klimatischen Betrachtung vornehmlich im Bereich des subtropischen Trockengürtels (Abb. 3). Für dieses Gebiet kennzeichnend sind die deutlichen Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter. Im Sommerhalbjahr herrscht eine lange Trockenperiode und große Hitze aufgrund des Einflusses des Nordostpassats. Typisch für das Gebiet südlich des Mittelmeeres ist das sogenannte Mittelmeerklima, dessen wichtigstes Kennzeichen die Niederschlagskonzentration im Winterhalbjahr, verursacht durch die Westwinde, ist. Die Jahresniederschläge nehmen zum einen von den Küsten zum Landesinneren und zum anderen von Westen nach Osten hin ab. Aufgrund der klimatischen Gegebenheiten besteht der Naturraum des Orients zu 75% aus Wüsten und Halbwüsten, zu 15% aus Steppen und zu 10% aus Acker- und Gartenland. Daraus resultieren die charakteristischen Großlandschaften der Küstengebiete, Gebirgsräume, Wüsten und großen Stromtäler (Ed. Hoelzel Verlag 2004: 1).

Bezüglich des großmorphologischen Aufbaus gliedert sich der orientalische Kulturerdteil im Norden in die alpidische Faltengebirgsregion und im Süden in die daran angrenzende Tafel- und Schollenlandregion (Nohlen & Nuscheler 1993: 16).

Die Geofaktoren bedingen sich gegenseitig und führen zu zwei zentralen Ausprägungen der Vegetation des Orients. Die mediterrane Vegetation ist von Sommerruhe und Winterregen charakterisiert. Das Vegetationsbild ist zumeist von Koniferen und trockenliebenden Eichen geprägt, wobei Wälder selten sind. Buschland ist häufiger als Wald anzutreffen, da im Laufe der Geschichte eine massive Entwaldung zugunsten von Ackerland, für den Schiffsbau und zur Gewinnung von Holzkohle stattfand. Daher herrschen auf den nährstoffarmen und felsigen Böden vor allem die Pflanzengesellschaften der Macchie und Garrigue vor. Die Steppenvegetation, die im Atlasgebirge und in den Gebirgen und Hochländern der westlichen, zentralen und der Ostsahara vorherrscht, ist sogar noch karger.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Begriffsbestimmung des Orients ein und stellt das Kulturerdteilkonzept von Albert Kolb als theoretischen Rahmen vor.

2. Die fünf Merkmalskomplexe nach KOLB: Hier werden die Bereiche Geschichte/Kultur, Raum/Umwelt, Bevölkerung, Leitsystem/Religion sowie Wirtschaft/Infrastruktur detailliert analysiert.

3. Verknüpfung der Merkmalskomplexe: Dieses Kapitel erläutert die Interdependenzen zwischen den Einzelbereichen, insbesondere unter dem Begriff der „Orientalischen Trilogie“.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Eignung des Kulturerdteilkonzepts unter dem Einfluss globaler Dynamiken.

Schlüsselwörter

Orient, Kulturerdteil, Albert Kolb, Merkmalskomplexe, Naher Osten, Nordafrika, Orientalische Trilogie, Rentenkapitalismus, Aridität, Wasserknappheit, Islam, Stadtentwicklung, Nomadismus, Diversität, Globalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der geographischen und kulturellen Definition des Orients als „Kulturerdteil“ unter Anwendung des Konzepts von Albert Kolb.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Analyse deckt fünf Hauptbereiche ab: Geschichte und Kultur, Raum und Umwelt, Bevölkerung, Leitsysteme und Religion sowie die Wirtschaftsstruktur.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die spezifischen Eigenschaften des orientalischen Raums herauszuarbeiten und zu prüfen, inwieweit das Konzept der Kulturerdteile geeignet ist, diese Region zu definieren und abzugrenzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen analytischen Ansatz, der auf der strukturierten Untersuchung von fünf Merkmalskomplexen und deren gegenseitiger Verknüpfung basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Einzelbetrachtung der fünf Merkmalskomplexe nach Kolb sowie eine abschließende Synthese dieser Faktoren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe sind Kulturerdteil, Orient, Wasserknappheit, Rentenkapitalismus, Islam, Nomadismus und die Orientalische Trilogie.

Was versteht der Autor unter dem Begriff „Rentenkapitalismus“?

Es handelt sich um eine spezifische Wirtschaftsweise des Orients, die auf der Abschöpfung von Renten aus Produktionsfaktoren beruht, was soziale Ungleichheit fördert und Investitionen hemmt.

Warum spielt Wasser eine so kritische Rolle im orientalischen Raum?

Aufgrund der klimatischen Bedingungen und der vorherrschenden Aridität ist Wasser ein limitierender Faktor, der sowohl die landwirtschaftliche Produktion als auch das Konfliktpotential zwischen Staaten und Bevölkerungsgruppen maßgeblich bestimmt.

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Details

Titel
Die Kulturerdteiltheorie nach Albert Kolb am Beispiel des Orientalischen Kulturerdteils
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Geographie)
Veranstaltung
Seminar Entwicklungsprobleme
Note
1,3
Autor
Franziska Letzel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
21
Katalognummer
V274794
ISBN (eBook)
9783656678694
ISBN (Buch)
9783656678700
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kulturerdteiltheorie albert kolb beispiel orientalischen kulturerdteils
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Franziska Letzel (Autor:in), 2014, Die Kulturerdteiltheorie nach Albert Kolb am Beispiel des Orientalischen Kulturerdteils, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274794
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  21  Seiten
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