Die Arbeit in der Montessori Schule ist stark von Wandel und Veränderung geprägt. Natürlich kommen und gehen Kinder, die im Laufe ihrer Grundschulzeit alle mehr oder weniger die gleichen Lerninhalte erfahren und lernen sollen. Aber die Montessori Pädagogik läßt dem einzelnen Lernenden die Freiheit, die Dinge in seiner Geschwindigkeit, zu seinem Zeitpunkt, in seiner Reihenfolge, mit seinem Lernpartner und oft sogar mit seiner eigenen Methodik zu lernen.
Jeder Durchlauf eines Kindes durch die Montessori Schule ist deshalb wie ein kleines Projekt. Klein für den, der viele Kinder begleitet und beobachtet. Groß für das einzelne Kind, das sich selbst im Zentrum dieses Ablaufes sieht.
Auch die Arbeit der Erwachsenen ist von phasenhaftem Charakter und oft gleicht eine Phase der vorhergehenden nur unter formalen Gesichtspunkten. Die Welt hat sich gedreht, die Kinder sind dann andere, Kollegen haben gewechselt. Nur der Wandel ist wiederkehrend. So ist auch die Arbeit der Erwachsenen in der Montessori Schule meist eine projekthafte. Projekt reiht sich an Projekt.
In das Leben an der Montessori Schule einen kleinen gastronomischen Betrieb einzufügen, ist das Thema des hier beschriebenen Projektes. Er soll der Atmosphäre der Schule gut tun, Gesprächen und Müßiggang Raum bieten. Er soll den mitarbeitenden Kindern ein unternehmerisches Erfahrungsfeld bieten, Entrepreneurship ins Blickfeld rücken. Er soll Cafe Gleitzeit heißen.
Ich hoffe, dass diese Arbeit einen fachlich guten Überblick über das Thema gibt, und diese Seiten so unterhaltsam gestaltet zu haben, dass ich mich guten Gewissens schon jetzt für das aufmerksame Lesen bedanken darf.
Alle in dieser Arbeit genannten männlichen Sprachformen schließen Frauen mit ein und umgekehrt. Der besseren Lesbarkeit wegen habe ich mich entschlossen, auf Sprachschöpfungen zu verzichten und im Wesentlichen die männliche Sprachform zu bevorzugen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Über Projektmanagement in 5 Phasen
1.2. Die Montessori Schule und die Pädagogik Maria Montessoris
2. Vorstudie
2.1. Ist-Analyse
2.1.1. derzeitiger Zustand
2.1.2. Schwachstellen
2.1.3. Verbesserungsmöglichkeiten
2.2. Kriterien für ein Projekt
2.2.1. abgegrenzte Aufgabe
2.2.2. spezielle, einmalige Zielvorgabe
2.2.3. zeitliche Begrenzung
2.2.4. personelle Ressourcen
2.2.5. finanzielle Ressourcen
2.2.6. Abgrenzung gegenüber anderen Vorhaben
2.2.7. projektspezifische Organisation
2.3. Zielkreuz
3. Kick-Off
3.1. Projektorganisation
3.2. Kommunikationsplan
3.3. Kommunikationsregeln
3.4. Das Kick-Off-Meeting
4. Projektplanung
4.1. Projektstrukturplan
4.2. Projektterminplan
4.3. Meilensteinplanung
4.4. Aufgabenliste
4.5. Projektkostenplan
4.6. Risikoanalyse
4.7. magisches Dreieck des Projektmanagements
5. Projektdurchführung
5.1. Ausbalancieren des magischen Dreiecks
5.2. Statusberichte
5.3. Termin- und Kostenverfolgung
6. Projektabschluss
6.1. Ergebnisabnahme und Inbetriebnahme
6.2. Projektabschlussanalyse und Erfahrungssicherung
6.3. Projektauflösung
7. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die strukturierte Planung und erfolgreiche Implementierung des „Café Gleitzeit“ als gastronomischen Betrieb innerhalb der Montessori Grundschule Wiesbaden. Dabei soll die Forschungsfrage beantwortet werden, wie ein solches Projekt nach den Prinzipien des Projektmanagements unter Einbeziehung der Montessori-Pädagogik erfolgreich in den Schulalltag integriert werden kann, um sowohl als Begegnungsort als auch als unternehmerisches Lernfeld für die Kinder zu dienen.
- Anwendung des klassischen 5-Phasen-Projektmanagements auf ein schulisches Umfeld.
- Entwicklung eines pädagogisch wertvollen Erfahrungsfeldes für Entrepreneurship.
- Optimierung der Kommunikationsinfrastruktur und Raumnutzung innerhalb der Schule.
- Etablierung eines nachhaltigen, schülergeführten Betriebsmodells.
- Analyse und Risikomanagement in Bezug auf Hygiene und Wirtschaftlichkeit.
Auszug aus dem Buch
4.6. Risikoanalyse
Die ökonomische Definition des Begriffes Risiko lautet: „Risiko ist der Grad der Wahrscheinlichkeit, dass durch ein bestimmtes Verhalten ein Nachteil eintreten oder ein erwarteter Vorteil ausbleiben kann.“
Die Risikoanalyse ist Teil des Risikomanagements. Ihr vorgeschaltet ist die Risikoidentifikation, also die Benennung der Risiken, ihrer Ursachen und ihrer Symptome. Die Hauptrisiken für das Cafe Gleitzeit waren unserer Ansicht nach Hygienemängel (Eintreten von Nachteilen) und Gästemangel (Ausbleiben von Vorteilen).
In der Bewertung unterscheiden sich diese beiden Risiken erheblich. Hygienemängel können zur sofortigen Schließung und zum totalen Scheitern des Projektes führen. Besonders wenn jemand nachweislich oder auch nur mutmaßlich durch einen wahrnehmenbar im Cafe zu findenden hygienischen Mangel erkrankt, ist das Projekt tot und eine mitunter erhebliche Haftungsfrage ist geboren. Hygienemängel haben im Cafe keine kleine Eintrittswahrscheinlichkeit und ein immenses Schadenspotential. Der Gästemangel hat kein großes Schadenspotential. Wenn die Gäste weniger werden, dann muss man etwas für sie tun, dann werden sie wieder mehr. Die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos ist auch nicht gerade klein, das Schadenspotential ist aber gering, so dass die Multiplikation auch zu keinem alarmierenden Wert führt. Die Hygiene darf also ruhig den Großteil der Aufmerksamkeit beanspruchen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das fünfphasige Projektmanagementmodell ein und beschreibt das schulische Umfeld der Montessori Schule Wiesbaden sowie deren pädagogische Ausrichtung.
2. Vorstudie: Hier erfolgt eine Ist-Analyse der vorhandenen Strukturen, die Identifikation von Schwachstellen und die Prüfung der Projektwürdigkeit anhand spezifischer Kriterien sowie eines Zielkreuzes.
3. Kick-Off: Das Kapitel beschreibt die Organisation des Projektteams, die Festlegung von Kommunikationsregeln und den Ablauf des offiziellen Kick-Off-Meetings.
4. Projektplanung: Es werden die Werkzeuge zur Planung detailliert dargestellt, darunter Projektstrukturplan, Terminplan, Meilensteinplanung, Aufgabenliste, Kostenplanung und eine fundierte Risikoanalyse.
5. Projektdurchführung: Dieser Abschnitt widmet sich der aktiven Steuerung des Projekts, der Ausbalancierung des magischen Dreiecks aus Zeit, Kosten und Qualität sowie dem Berichtswesen.
6. Projektabschluss: Hier werden die Ergebnisabnahme, die Inbetriebnahme und die abschließende Analyse der Projekterfahrungen zur Sicherung des nachhaltigen Erfolgs erläutert.
7. Ausblick: Der Ausblick resümiert die ersten Erfahrungen nach der Inbetriebnahme und gibt einen Ausblick auf die weitere Integration des Cafés in den Schulalltag.
Schlüsselwörter
Projektmanagement, Montessori-Pädagogik, Café Gleitzeit, Schule, Entrepreneurship, Risikomanagement, Projektplanung, Inbetriebnahme, Schulverpflegung, Prozesssteuerung, Kommunikation, Schulentwicklung, Teamorganisation, Projektphasen, Wirtschaftlichkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert die Planung und Einführung eines schulinternen Cafés, das als Lern- und Begegnungsort fungiert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf Projektmanagement-Methoden, pädagogischer Integration, Risikomanagement und der Gestaltung von unternehmerischen Erfahrungsräumen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Eröffnung des „Café Gleitzeit“ bis zum Ende des Schuljahres 2011/2012, um einen lebendigen Treffpunkt für die Schulgemeinde zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor orientiert sich an einem klassischen fünfphasigen Modell des Projektmanagements, ergänzt durch spezifische Werkzeuge wie Mindmapping und Gantt-Charts.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst alle Phasen von der Vorstudie und Planung über die Kick-Off-Organisation bis hin zur Durchführung und dem Projektabschluss.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Projektmanagement, Montessori, Entrepreneurship, Risikomanagement und Schulentwicklung bilden den Kern der terminologischen Basis.
Wie werden Hygienerisiken im Café minimiert?
Durch konsequente Risikovermeidung, etwa den Verzicht auf heiße Milch oder leicht verderbliche Lebensmittel wie Sahne oder Buttercreme.
Wie stellt der Autor die Einbindung der Kinder sicher?
Die Kinder übernehmen aktiv die Bedienung und Bewirtung, was ihr unternehmerisches Handeln und ihre Handlungskompetenzen fördert.
- Quote paper
- Ulrich Mann-Rosenberg (Author), 2012, Eröffnung und Einführung des Café Gleitzeit in der Montessori Grundschule in Wiesbaden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274802