Zur Sura al-Fatiha


Quellenexegese, 2004

8 Seiten, Note: 1


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INHALTSVERZEICHNIS

1 Bismil-lahir-rahmanir-rahim: Im Namen Allahs, Des Allgnade Erweisenden, Des Allgnädigen,

2 Alhamdulillah: Alles Lob gebührt Allah, Dem Herrn aller Geschöpfe,

3 Dem Allgnade Erweisenden, Dem Allgnädigen,

4 Dem Herrscher am Tage des Din (Tag des Gerichts, der jüngste Tag).

5- Dir allein dienen wir, und Dich allein bitten wir um Hilfe!

6 Leite uns recht auf den geradlinigen Weg,

7- den Weg derer, denen Du Wohlergehen hast zuteil werden lassen, die weder vom Zorn geplagt werden noch abgeirrt sind!

Jeder Muslim rezitiert diese Sura, die aus 7 Versen besteht, mindestens 17 Mal am Tag in seinen rituellen Gebeten. Wenn er dazu noch die Sunna Gebete verrichtet, verdoppelt sich die Anzahl der Rezitationen dieser Sura bis zu 40 Mal. Und wenn wir annehmen, dass er noch dazu Nafila (freiwillige) Gebete verrichtet, ist die Wiederholungsanzahl der Fâtiha unbegrenzt.

Wenn bei der Verrichtung des rituellen Gebetes die Sura Al-Fâtiha nicht rezitiert wird, so wird das Gebet annulliert (ungültig): Buchari und Muslim überliefern über Ubada bin Samit, dass der Gesandte folgenden Hadtih gesagt hat: „Derjenige, der die Sura al-Fâtiha bei seinem Gebet nicht rezitiert, so ist sein Gebet ungültig.

Der Grund für das Rezitieren der Sura al- Fâtiha bei allen Raka’s (Gebetseinheiten) ist der, dass diese Sura die Grundlagen der islamischen Glaubenslehre, des islamischen Gedankengutes und Denkweises und der islamischen Erziehung in sich vereinigt.

Daß die Fâtiha unter allen Suren eine besondere, herausragende Stellung einnimmt, bezeugen viele Hadithe:

Buchari übeliefert, dass der Prophet Muhammad zu Abu Sa’id ibn al-Mu’alli sagte: „Bevor du die Moschee verlässt, will ich dir eine Sura lehren, die die bedeutendste Sura des Quran ist – Al hamdu lil lâhi rabbi –l âlemîn…, sie besteht aus den sieben zu Wiederholenden (Verse der Fâtiha), sie ist der großartige Quran, der mir gegeben wurde“

Die Fâtiha hat aber auch besondere wichtige Züge, welche den Kern des Glaubens berühren: In ihr werden einige Eigenschaften bzw. Namen Allahs genannt, sie lehrt den Tauhid (Einheit Gottes) und legt das Verhältnis Allahs zu den Menschen in seinen Grundzügen dar.

Die Sura al Fâtiha besteht aus 7 Versen, 27 Wörtern und 140 Buchstaben.

Offenbarungszeitpunkt

Die Mehrheit der Gelehrten ist der Meinung, dass diese Sura in Mekka offenbart wurde. Sie berufen sich dabei auf die Sura al Hidschr (Sura 15: Vers 87) „Und gewiss, bereits ließen WIR dir sieben von Al-mathani (die erste Sura des Qurans) und den gigantischen Quran zuteil werden.

Sie ist die erste Sura, die vollständig als Sura offenbart wurde. Vor ihr wurden Teile von den Suren, Alak, Muzzammil und Muddassir niedergesandt, die sich inhaltlich sehr ähneln.

Weitere Namen dieser Sura

Diese Sura wird al-Fâtiha, „ das Erste, diejenige, mit der begonnen wird, die Eröffnung genannt“, weil sie der Schlüssel ist, der die Tür zu dem großen Buch öffnet. Sie wird weiterhin als „Umm-ul Quran (Kitab) – Mutter aller Bücher“ genannt. Da man mit ihr auch das Gebet beginnt, heißt sie auch „Sura al-Salah – Sura des Gebets“. Weitere Bezeichnungen sind „Sura al-Hamd – Sura des Lobes“, „Al-Wâfiya – die Vollkommene“, „Al-Wâqiya – Die Schüztende“, „Al-Kâfiya – Die Ausreichende“, „Asâs al-Quran – Die Grundlage des Quran“ und „Al-Schifâ – Die Heilung“

Die Aufteilung der Fâtiha zwischen Allah und seinem Diener

In einem Hadith Qudsi sagt Allah: „Das Gebet ist in zwei Teilen geteilt, die eine Hälfte für Mich, die andere für Meinen Diener. Wenn der Diener Gottes sagt: „Gelobt sei Allah, dem Herrn der Welten“, so sagt Allah: „Mein Diener preist Mich“. Wenn der Diener Gottes sagt: „Dich allein beten wir an, bei Dir allein suchen wir Hifle“, so sagt Allah: „Dieser Vers ist geteilt zwischen Mir und Meinem Diener, und für Meinen Diener ist das, worum er bittet“. Und wenn der Diener Gottes sagt: „Führe uns den geraden Weg, den Weg derer, denen du gnädig bist, nicht (den Weg) derer, die Deinen Zorn verdienen, und derer, die in die Irre gehen“, so sagt Allah „Diese Worte sind für Meinen Diener, und ihm wird zugeteilt, worum er bittet “.

بِسْمِ اللهِ الرَّحْمنِ الرَّحِيمِِ {1}

Ar-Rahman weist auf die allumfassende Barmherzigkeit Gottes im Diesseits hin, die uns umfaßt. Da ist die Sonne, die uns Licht und Wärme spendet; Wasser, der unseren Durst stllt; Feuer, welches wir zum aufwärmen der Nahrung benutzen; Ackerland, das uns nährt und vieles mehr. Die Unzählbarkeit solcher Gaben beschränkt sich nicht auf eine bestimmte Zeitspanne unseres Lebens, so daß der Mensch diese Welt verläßt, und von all diesen Gaben sich versorgt hat. Wie umfassend und mannigfach die Barmherzigkeit Allahs ist, tritt uns auch klar vor Augen in Sura 55, die den Titel Ar-Rahmân trägt.

Al- Rahîm, der andere Name Gottes, welches seine Gnade am Jüngsten Tag kennzeichnet, steht ausschließlich dem Gläubigen zu. Wenn der Mensch nach der ganzen Fülle der Gaben Gottes, Ihn verleugnet oder verspottet, und versäumt hat, an Ihn zu glauben und die Gaben, die Gott ihm gab wie körperlichen und geistigen Fähigkeit zu unrecht gebraucht, so wird dieser Mensch im Jenseits keine Gnade finden. Gott verheißt ihm eine qualvolle und schmerzhafte Strafe. Aus diesem Grund betrachtet der Quran das Sterben im Glauben an Gott und an all seinen Gesandten, als die höchste Gabe, die einem Menschen auf der Welt zu Teil werden kann. Und welch höhere Gabe kann es im Diesseits geben, als im Glauben zu sterben? Der Mensch ist unfähig diese Gabenfülle zu zählen. Der rechte Gebrauch der Gaben im Sinne des Qurans, ist sie zur Erfüllung der religiösen Gebote zu benutzen und das Verwerfliche zu unterlassen.

Um uns zum Nachdenken über diese uneingeschränkten Gaben Gottes zu bringen, wird der Satz "Im Namen Gottes, des Sich Erbarmenden, des Barmherzigen" jeder Sure des Korans (mit Ausnahme der neunten) vorangestellt. Die Meinungen darüber, ob dieser Satz als eigener Vers nummeriert werden sollte oder nicht, gehen auseinander. Allgemeine Übereinstimmung besteht darüber, dass er einen Teil des Korans darstellt. Deshalb erscheint es besser, ihn in der ersten Sure eine eigene Nummer zu geben. In den folgenden Suren wird er als Einleitung behandelt oder als Überschrift und deshalb nicht nummeriert. (Yusuf Ali)

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Details

Titel
Zur Sura al-Fatiha
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Interdisziplinäres Zentrum für Islamische Religionslehre)
Veranstaltung
Tafsir – Korankommentar
Note
1
Autor
Jahr
2004
Seiten
8
Katalognummer
V274842
ISBN (Buch)
9783656679011
Dateigröße
457 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Islam, Tafsir, Koran, Quran, Fatiha, Sura
Arbeit zitieren
Erkan Erdemir (Autor), 2004, Zur Sura al-Fatiha, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274842

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