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Die Relevanz von Respekt in internationalen Konflikten. Die Verhandlungen um das iranische Atomprogramm

Titel: Die Relevanz von Respekt in internationalen Konflikten. Die Verhandlungen um das iranische Atomprogramm

Magisterarbeit , 2009 , 110 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Isabella Hermann (Autor:in)

Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Bezug nehmend auf die bisherige mangelnde Beachtung von Respekt in den internationalen Beziehungen werden mit der vorliegenden Arbeit folgende Ziele verfolgt: Erstens soll Respekt von der Peripherie weiter ins Zentrum der Betrachtungen geholt werden und als Analyseinstrument für staatliches Verhalten im internationalen System eine präzise Definition fern von moralisierenden Implikationen erhalten. Zweitens soll die Relevanz von Respekt als Analyseinstrument und also eigenes Handlungsmotiv von Staaten an dem einschlägigen Fallbeispiel des iranischen Atomkonflikts plausibel gemacht werden. Das Fazit der Analyse ist, dass wenn der Wunsch zur Kooperation bei Staaten Priorität genießt, die Gewährung von Respekt prinzipiell vorteilhaft ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

1.1. Die Relevanz von Respekt

1.2. Respekt in der Disziplin der Internationalen Beziehungen

1.3. Zielsetzung und Vorgehensweise der vorliegenden Arbeit

2. WAS IST RESPEKT?

2.1. Respekt als intrinsischer Wert von staatlichen Akteuren

2.2. Respekt als prozessuale Beziehung zwischen einem Subjekt und einem Objekt

2.3. Respekt als angemessene Berücksichtigung des Objekts

2.4. Konzepte für die inhaltliche Bestimmung von Respekt

2.4.1. Darwalls „Two Types of Respect“

2.4.2. Hudsons „Four Types of Respect“

2.5. Von den Typen zu den Elementen

2.6. Elemente von Respekt und deren Operationalisierung

2.6.1. Berücksichtigung der Präsenz

2.6.2. Berücksichtigung der Interessen

2.6.3. Berücksichtigung der Rechte

2.6.4. Berücksichtigung der Besonderheiten

2.6.5. Respekt im Verhältnis zu den Begriffen Macht und Prestige

2.7. Übersicht

3. DIE VERSCHÄRFUNG VON KONFLIKTEN DURCH MANGELHAFT GEZOLLTEN RESPEKT

3.1. Respektmangel als Ursache von unkooperativem Verhalten und Konfliktverschärfung

3.2. Verstärkende Variablen für den wahrgenommenen Mangel an Respekt

3.3. Übersicht

4. DER KONFLIKT UM DAS IRANISCHE ATOMPROGRAMM VON 2003-2008

4.1. Die Problematik um das iranische Atomprogramm

4.1.1. Die Anfänge des iranischen Atomprogramms

4.1.2. Der Konflikt um das Atomprogramm ab 2003

4.2. Die große Bedeutung des Iran in der Vergangenheit und der Bedeutungsverlust

4.2.1. Das hohe Selbstbild des Iran

4.2.2. Bedeutungsverlust-Erfahrungen und Verlustängste des Iran

4.3. Das Verhältnis zwischen USA und Iran seit der islamischen Revolution

4.3.1. Das Verhältnis bis zum Amtsantritt von George W. Bush

4.3.2. Iran als „rogue state“ auf der Achse des Bösen

4.4. Die Mängel an Respekt aus Sicht des Iran

4.4.1. Respektmangel in Bezug auf Präsenz des Iran

4.4.1.1. Iran als Regionalmacht

4.4.1.2. Verweigerung von Kontakt mit dem Iran

4.4.1.3. Regime Change und die Drohungen mit einem Militärschlag

4.4.2. Respektmangel im Bezug auf Interessen des Iran

4.4.2.1. Das Atomprogramm zu zivilen Zwecken

4.4.2.2. Das Atomprogramm zu militärischen Zwecken

4.4.2.3. Der fehlende faire Prozess

4.4.3. Respektmangel im Bezug auf Rechte des Iran

4.4.3.1. Die Rechte des Iran im Bezug auf das Atomprogramm

4.4.3.2. Der Fall Iran vor dem UN-Sicherheitsrat und die Sanktionen

4.4.4. Respektmangel im Bezug auf Besonderheiten des Iran

4.5. Double Standards im Verhalten der USA gegenüber Pakistan und Indien

4.6. Das konfliktfördernde Verhalten des Iran aus Gründen mangelnden Respekts

4.6.1. Die Verschärfung des Konflikts durch Irans unkooperatives Verhalten und konfrontativer Rhetorik

4.6.2. Erzwingen und Erhalt von Respekt

4.6.3. Respekt um seiner selbst Willen

4.6.3.1. Der Widerspruch zu den wirtschaftlichen Zielen

4.6.3.2. Der Widerspruch zu den Zielen im Bezug auf Sicherheit

4.7. Fazit zum Fallbeispiel um den iranischen Atomkonflikt

5. WEITERE FÄLLE

6. FOLGERUNG: RESPEKT ALS PRINZIPIELLE UND PRINZIPIELL BESSERE STRATEGIE ZUR VERBESSERUNG INTERNATIONALER KOOPERATION

7. AUSBLICK: RESPEKT ALS NEUE STRATEGIE VON US-PRÄSIDENT BARACK OBAMA ?

7.1. Die neue Rhetorik auf Seiten der USA

7.2. Die Reaktion des Iran

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Respekt als Analyseinstrument für staatliches Verhalten im internationalen System. Die zentrale Forschungsfrage ist, inwiefern ein Mangel an Respekt – definiert durch die Berücksichtigung von Präsenz, Interessen, Rechten und Besonderheiten – zu unkooperativem und konfliktverschärfendem Verhalten von Staaten führt. Anhand des Fallbeispiels des iranischen Atomkonflikts wird plausibel gemacht, dass Respekt ein eigenständiges Handlungsmotiv darstellt, das Staaten dazu bewegen kann, sogar materielle Interessen hintanzustellen.

  • Respekt als intrinsischer Wert und soziale Beziehung im internationalen System.
  • Theoretische Konzeptualisierung von Respekt in Anlehnung an philosophische und sozialpsychologische Erkenntnisse.
  • Analyse des Konfliktpotenzials durch mangelnden Respekt und verstärkende Variablen wie Selbstbild, Bedeutungsverlust und Double Standards.
  • Empirische Untersuchung des iranischen Atomkonflikts als Fallbeispiel für Respektmangel.
  • Evaluation von Respekt als Strategie zur Verbesserung internationaler Kooperation und Außenpolitik.

Auszug aus dem Buch

2.1. Respekt als intrinsischer Wert von staatlichen Akteuren

An dieser Stelle soll geklärt werden, ob man im Zusammenhang mit staatlichen Akteuren überhaupt von Respekt sprechen kann und wie Respektstreben intrinsisch – als Wert an sich – motiviert wird. Die grundsätzliche Relevanz von Respekt wird bei der beträchtlichen Anzahl von philosophischen und sozialpsychologischen Arbeiten, die sich mit Respekt und/oder seinen Elemente auseinandersetzen deutlich; Thomas Hill beschreibt Respekt sogar als „common sense morality“ (vgl. Hill 1998). Sozialpsychologisch lässt sich das Streben von Individuen nach Respekt dadurch begründen, dass sie durch Respektbezeugungen der Umwelt eine Bestätigung der eigenen Identität erhalten (vgl. Goffman 2005 und Mead 1973). Auf eine solche Bestätigung sind Individuen in einer sozial konstruierten Welt angewiesen, denn „[w]ithout social identity there is no human world“ (Jenkins 2004: 7). Allerdings stehen bei den Betrachtungen individuelle Personen mit ihrer persönlichen Identität im Vordergrund. Ist es folglich überhaupt möglich, Respekt auf die internationalen Akteure der kollektiv organisierten Staaten zu beziehen? Kann man davon ausgehen, dass ein solcher kollektiver Akteur als Entität nach Respekt strebt und einzelne Personen so handeln, dass das Respektempfinden des Kollektivs erhöht wird und nicht etwa ihr persönliches?

Sozialpsychologische Studien, Experimente und Analysen, die auf den Zusammenhang zwischen individuellen Überzeugungen und Identitätsmerkmalen einerseits, sowie denen von Gruppen andererseits, eingehen, rechtfertigen eine solche Abkürzung, die den Staat als korporativen Akteur betrachtet. Diesen Studien zu Folge schließen sich Individuen, weil sie prinzipiell danach streben, ein positives Selbstbild der eigenen Identität zu erlangen und zu bestätigen, Gruppen mit einer möglichst hohen, das eigene positive Selbstbild unterstützenden Position an. Sind Individuen bereits Teil einer Gruppe, werden sie versuchen, den Status dieser „in-group“ in Relation zu anderen Gruppen, so genannten „out-groups“, zu verbessern, weil eine hohe Position der eigenen Gruppe im Vergleich mit anderen positiv auf das Selbstbild, die individuelle Selbstachtung und das persönliche Selbstwertgefühl zurückwirkt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Relevanz von Respekt in den Internationalen Beziehungen und Darlegung der Zielsetzung und Vorgehensweise.

2. WAS IST RESPEKT?: Theoretische Fundierung von Respekt als soziale Beziehung, Definition der Elemente und deren Operationalisierung.

3. DIE VERSCHÄRFUNG VON KONFLIKTEN DURCH MANGELHAFT GEZOLLTEN RESPEKT: Analyse, wie mangelnder Respekt unkooperatives Verhalten verursacht und durch Variablen wie das Selbstbild verstärkt wird.

4. DER KONFLIKT UM DAS IRANISCHE ATOMPROGRAMM VON 2003-2008: Fallstudie zur empirischen Überprüfung der theoretischen Annahmen anhand des Konflikts um das iranische Atomprogramm.

5. WEITERE FÄLLE: Kurzvorstellung weiterer Fälle, um die universelle Bedeutung von Respekt jenseits des iranischen Beispiels zu verdeutlichen.

6. FOLGERUNG: RESPEKT ALS PRINZIPIELLE UND PRINZIPIELL BESSERE STRATEGIE ZUR VERBESSERUNG INTERNATIONALER KOOPERATION: Zusammenfassende Bewertung der Vorteile einer respektorientierten Strategie in der internationalen Politik.

7. AUSBLICK: RESPEKT ALS NEUE STRATEGIE VON US-PRÄSIDENT BARACK OBAMA ?: Analyse der außenpolitischen Rhetorik unter Barack Obama und deren potenzieller Einfluss auf das Verhältnis zum Iran.

Schlüsselwörter

Respekt, Internationale Beziehungen, Iran, Atomprogramm, Respektmangel, Identität, Selbstbild, Konfliktpotenzial, Double Standards, Außenpolitik, Kooperation, USA, Macht, Prestige, Anerkennung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Respekt als bisher wenig beachtetes, aber entscheidendes Analyseinstrument für staatliches Verhalten in internationalen Konflikten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die theoretische Konzeptualisierung von Respekt, sozialpsychologische Identitätsaspekte staatlicher Akteure sowie deren Einfluss auf die Eskalation internationaler Konflikte.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Respekt als handlungsleitendes Motiv für Staaten zu definieren und am Beispiel des Iran-Atomkonflikts aufzuzeigen, wie Respektmangel zu unkooperativem Verhalten führt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Herleitung aus Philosophie und Sozialpsychologie, kombiniert mit einer tiefgehenden Fallstudienanalyse anhand offizieller Dokumente und politischer Analysen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition der Respekt-Elemente (Präsenz, Interessen, Rechte, Besonderheiten) und die detaillierte empirische Anwendung dieser Kategorien auf den Konflikt zwischen den USA und dem Iran.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Respekt, Internationale Beziehungen, Iran, Atomkonflikt, Respektmangel, Staatliche Identität und Diplomatie.

Warum spielt das Selbstbild des Iran eine so zentrale Rolle?

Das Selbstbild dient als verstärkende Variable; ein hohes Selbstbild führt dazu, dass ein Staat Respektmangel sensibler wahrnimmt und eher zu konfrontativem Verhalten neigt, um Anerkennung zu erzwingen.

Was bedeuten "Double Standards" im Kontext dieser Arbeit?

Double Standards beschreiben die Wahrnehmung eines Staates, dass er von einem anderen Akteur schlechter behandelt wird als andere, vergleichbare Staaten, was als direkter Angriff auf die eigene Identität gewertet wird.

Ende der Leseprobe aus 110 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Relevanz von Respekt in internationalen Konflikten. Die Verhandlungen um das iranische Atomprogramm
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Geschwister-Scholl-Institut für politische Wissenschaft)
Note
1,3
Autor
Isabella Hermann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
110
Katalognummer
V274883
ISBN (eBook)
9783656668565
ISBN (Buch)
9783656668534
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Internationale Beziehungen Respekt Status Iran
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Isabella Hermann (Autor:in), 2009, Die Relevanz von Respekt in internationalen Konflikten. Die Verhandlungen um das iranische Atomprogramm, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274883
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