Analyse des Jugendbuches "Liebe Tracey. Liebe Mandy" und der Vergleich zu Mirjam Münteferings "Katta@Frauenknast.de"

Unter Einbezug des Themas Jugendstrafvollzug


Hausarbeit (Hauptseminar), 2001
27 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Teil A: Einleitung

Teil B: Liebe Tracey, liebe Mandy
1. Inhaltsangabe
2. Buchanalyse
2.1. Formale Analyse
2.2. Mandys Welt
2.2.1. Mandy und die Personen um sie herum
2.2.2. Problem Steve
2.2.3. Mandys Sicht über Tracey
2.3. Traceys Welt
2.3.1. Tracey und die Personen um sie herum
2.3.2. Traceys Situation im Gefängnis und die Hintergründe
2.3.3. Traceys Sicht über Mandy
2.4. Vergleich

Teil C: Katta@Frauenknast.de
1. Buchvorstellung
2. Inhaltsangabe

Teil D: Vergleich der Jugendbücher

Teil E: Jugendstrafvollzug
1. Daten & Fakten
2. Beispiel Jugendanstalt Hameln
3. Tagesablauf im Gefängnis
4. Briefgeheimnis

Teil F: Schluss

Teil G: Literaturverzeichnis

Teil H: Anhang

A) Einleitung

Im Seminar „Vom Problembuch zur sozialpsychologischen Fallstudie. Moderne Jugendromane im didaktischen Kontext“ wurde unter anderem gemeinsam das Jugendbuch „Liebe Tracey, liebe Mandy“ von John Marsden gelesen. Dieses Buch hat mir aus verschiedenen Gründen sehr gut gefallen. Zum einen fand ich die Form des Briefromans sehr attraktiv und zum anderen war die Thematik Jugendstrafvollzug für mich etwas ganz Neues.

Durch Zufall stieß ich im Buchhandel auf das Buch von Mirjam Müntefering „Katta@Frauenknast.de“, welches mich des Themas wegen sofort interessierte. Dabei kam mir dann auch die Idee, über die beiden Bücher meine Hausarbeit zu schreiben.

Ursprünglich hatte ich vor, beide Bücher zu analysieren und zu vergleichen. Dies musste ich aber leider verwerfen, da es über beide Bücher so viel zu sagen gibt, dass es den Rahmen dieser Arbeit hier sprengen würde.

Deshalb werde ich im Folgenden nur näher auf Marsdens Buch eingehen, beschränke mich bei Münteferings Werk dann aber auf eine Buchvorstellung. Trotzdem wird „Katta@Frauenknast.de“ nicht zu kurz kommen, da der Leser noch im Vergleich einiges über das Buch erfahren wird. Schließlich gebe ich noch einen Einblick in das Thema Jugendstrafvollzug.

Ich hoffe, dass ich mit dieser Arbeit die Spannung der Bücher vermitteln und einen Einblick in das Thema Jugendstrafvollzug geben kann. Denn dann wird der Leser genauso viel Spaß am Lesen meiner Arbeit haben, wie ich ihn beim Erstellen dieser hatte. Also, – viel Vergnügen!

B) Liebe Tracey, liebe Mandy

1. Inhaltsangabe

Der Briefroman „Liebe Tracey, liebe Mandy“ wurde 1991 von John Marsden geschrieben und wurde in Australien unter dem Originaltitel „Letters from the Inside“ veröffentlicht. In Deutschland erschien das Jugendbuch erstmals 1995 im Beltz Verlag.

Das Buch beginnt mit einem Brief der 15jährigen Mandy. Sie schreibt an die gleichaltrige Tracey, die eine Anzeige zwecks Briefkontakt aufgegeben hatte. Tracey antwortet auch gleich und so entsteht eine gute Brieffreundschaft.

Mandy lebt zusammen mit ihren Eltern und ihrem 17jährigen Bruder Steve in einer australischen Kleinstadt, Acasia Park. Ihre Mutter ist Bibliothekarin und ihr Vater Krankenpfleger. Außerdem hat sie noch eine Schwester, Katrina. Katrina studiert Kunst und wohnt nicht mehr zu Hause. Mandy fürchtet sich vor ihrem gewalttätigen Bruder Steve, was sie auch Tracey in den Briefen berichtet. Ansonsten ist Mandy eine Teenagerin, die für die Schule lernt, Sport treibt, auf Partys und Konzerte geht, sich mit Freundinnen trifft und ihre ersten Erfahrungen mit Jungs macht.

Tracey dagegen ist nach einem schweren Verbrechen im Gewahrsam des Jugendgefängnisses Garrett. Sie spielt dort wöchentlich Basketball und schreibt gerne. Zuerst lebt sie in den Briefen an Mandy eine falsche Welt vor, doch später vertraut sie sich Mandy an und erzählt nach und nach ihre wahre Lebensgeschichte: Nachdem ihr gewalttätiger Vater die Mutter ermordet, kommt Tracey im Alter von acht Jahren zu ihrer Oma mütterlicherseits. Ihr drei Jahre älterer Bruder Simon kommt zu Pflegeeltern, deren Adresse Tracey nicht bekannt ist. Als die Oma stirbt will Tracey mit ihrem Freund Raz weggehen. Beim Packen der nötigen Sachen findet sie Zeitungsartikel, durch die sie erst die Wahrheit über ihre Eltern erfährt. Laut dem Zeitungsbericht bekam Traceys Vater eine Strafe von 18 Jahren Haft.

Nach einem Jahr Brieffreundschaft endet das Buch damit, dass Mandy nicht mehr auf Traceys Briefe antwortet. Das Ende, bzw. was mit Mandy geschehen ist, bleibt offen.

2. Buchanalyse

2.1. Formale Analyse

Der Briefroman, der 156 Seiten umfasst, wurde für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Auf dem Bucheinband, der von Max Bartholl gestaltet wurde, sind Fotos zweier Mädchen zu sehen. Dabei ist der Titel so aufgedruckt, dass „Liebe Tracey“ auf dem oberen Bild, und „Liebe Mandy“ auf dem unteren Bild steht. Somit lässt man sich als Betrachter darauf ein, dass das obere farbige Bild Tracey darstellt und das untere Schwarz-Weiß-Bild Mandy. Auf der Rückseite des Bucheinbandes befindet sich der Klappentext:

„Die Brieffreundschaft zwischen Tracey und Mandy, beide 16, beginnt mit ganz unverfänglichen Briefen. Über die Schule, ihre Familien, ihr Liebesleben und all das, was ihnen wichtig ist. Doch schon bald wird klar, dass Tracey etwas verschweigt. Sie weicht aus, verstrickt sich in Lügen. Was ist los mit ihr? Mandy lässt nicht locker, bis Tracey eines Tages mit der Wahrheit herausrückt.“

Der Autor des Jugendromans, John Marsden, wurde 1950 in Melbourne, Australien, geboren. Er übte in seinem Leben schon viele verschieden Berufe aus und lebt heute als freier Schriftsteller in Sandon, Victoria. John Marsden hat mit seinen Kinder- und Jugendbüchern schon mehrere Preise erhalten. 1988 wurde er mit dem Children`s Book of the Year Award ausgezeichnet.

Der Roman, der von Heike Brandt aus dem Englischen übersetzt wurde, ist zum Preis von 13,80 DM zu erwerben. Er wurde Mary Edmonston gewidmet. Eine Altersempfehlung für Leser gibt es nicht.

Da das Buch in Form eines Briefromans geschrieben ist, gibt es keinen neutralen Erzähler. Man könnte sagen, es gibt zwei Ich-Erzähler, nämlich Mandy und Tracey, die jeweils aus ihre Perspektive berichten. Aber da sie sich nicht an den Leser wenden und ihm erzählen, sondern sich gegenseitig schreiben, sind es eigentlich auch keine richtigen Erzählinstanzen.

Die Brieffreundschaft der beiden Mädchen dauert genau ein Jahr lang. Sie beginnt und endet jeweils am 11. Februar. Die erzählte Zeit reicht allerdings über mehrere Jahre zurück. So berichtet Tracey in ihren Briefen z.B. auch über ihre Kindheit.

Die Briefe sind alle mit Datum versehen und verfügen meistens auch über Anrede sowie Schlussgruß. Dabei verwenden die Mädchen für ihre Namen manchmal Abkürzungen, wie „Trace“ für „Tracey“ und „Manna“ für „Mandy“.

2.2. Mandys Welt

2.2.1. Mandy und die Personen um sie herum

Die Person Mandy wurde bereits in der Inhaltsangabe kurz beschrieben. Mandy besucht die zehnte Klasse der Acacia-Park-Oberschule und scheint ihren ersten Briefen nach ein friedliches Leben zu führen. Sie berichtet über ihren Hund, für den sie keinen passenden Namen finden, und über ihre Schwester, die zwar nicht mehr zu Hause wohnt, mit der sie sich aber gut versteht. Mandy schreibt oft über die Schule und über ihre Freundinnen Cheryl und Rebecca, mit denen sie z.B. Konzerte besucht. Außerdem verdient sie sich in den Ferien ihr Geld mit Nebenjobs – sie arbeitet im Supermarkt, geht babysitten und sammelt praktische Erfahrungen im Krankenhaus. In ihrer Freizeit spielt sie gemeinsam mit zwei Freundinnen in einer Softballmannschaft. Und natürlich findet auch das Thema Jungs ein Platz in Mandys Briefen.

Als Mandy versucht, sich selbst zu beschreiben, macht sie dies für ihr Alter erstaunlich objektiv. Sie sagt über sich selbst, sie habe tausend Gesichter, wobei sie sich folgende Gedanken macht (S.36):

„Ich habe darüber nachgedacht, wer mich eigentlich wirklich kennt, denn alle kennen mich von einer anderen Seite: meine Eltern, meine Schwester, mein Bruder, Cheryl, Rebecca, du, der Busfahrer, mein Französischlehrer... Alle haben auf eine Art ein richtiges Bild von mir (was gleichzeitig auch falsch ist). Ich denke, daran merkt man, wie viele Seiten man eigentlich hat.“

Bei der Beschreibung ihrer Art ist sie sich nicht so ganz sicher (S. 36):

„Ich habe keine Ahnung, ob ich witzig oder lebenslustig bin, [...], aber ich lache gerne und ich mache auch verrückte Sachen. Aber lockig-flockig bin ich nicht. Vielleicht gebe ich mich in meinen Briefen so, als stünde ich andauernd im Mittelpunkt, was gar nicht stimmt.“

Dass Mandy nicht „lockig-flockig“ ist, sondern sich auch mit ernsten Themen und Problemen aus ihrer Zeit und ihrer Umwelt beschäftigt, schreibt sie in dem Brief an Tracey vom 17. September ganz deutlich (S. 76): „Drogen, Gewalt, Pornos, AIDS, Ozonschicht – ich komme damit nicht klar.“

Obwohl es in Mandys Familie ganz offensichtlich schwerwiegende Probleme gibt, schreibt Mandy (S.66): „Ich nehme an, meine Familie ist ziemlich normal. Komisch, so hab ich das noch nie gesehen. Von Steve mal abgesehen, aber jede Familie hat halt ihr Monster. Kein Zoo ohne Gorilla.“

Mandys berufstätige Eltern kommen meistens erst spät von der Arbeit und sind daher auch selten zu Hause. Über sie meint Mandy (S. 26 f): „Meine Eltern sind schon in Ordnung. Bei manchen Sachen sind sie ziemlich streng, zum Beispiel bei Geld, aber was die wichtigen Dinge wie Partys und Ausgehzeiten und aufgeräumte Zimmer betrifft, da hat Katrina sie ziemlich weich gekocht.“

Als Mandy sich eines Abends mit ihren Eltern unterhält und ihnen von Tracey berichtet, erzählt der Vater von einem Erlebnis, welches Mandy bisher unbekannt war (S. 118): „Mandy, es gibt etwas, was keins von euch Kindern weiß, aber vielleicht sollte ich es dir erzählen. [...] Als Junge war ich auch mal sechs Wochen in so einer Anstalt. Ich war erst fünfzehn, aber ich schwänzte oft die Schule und war schon ein paar Mal verwarnt worden. Dann hat man mich erwischt, als ich Fahrräder klaute und verscherbelte. Und bin eingefahren.“

In bezug auf das Problem Steve, sucht Mandy zwar wiederholt Hilfe bei ihren Eltern, trifft jedoch auf wenig Verständnis. So nehmen die Eltern z.B. auch Hinweise aus Steves Schule nicht ernst genug (S. 32): „Ich kapiere einfach nicht, warum Mum und Dad die Berichte aus der Schule ignorieren...“.

[...]

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Analyse des Jugendbuches "Liebe Tracey. Liebe Mandy" und der Vergleich zu Mirjam Münteferings "Katta@Frauenknast.de"
Untertitel
Unter Einbezug des Themas Jugendstrafvollzug
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Kinder- und Jugendliteratur)
Note
1
Autor
Jahr
2001
Seiten
27
Katalognummer
V27489
ISBN (eBook)
9783638295284
ISBN (Buch)
9783638679824
Dateigröße
1073 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Analyse, Jugendbuches, Liebe, Tracey, Mandy, Vergleich, Mirjam, Münteferings, Katta@Frauenknast
Arbeit zitieren
Aline Numrich (Autor), 2001, Analyse des Jugendbuches "Liebe Tracey. Liebe Mandy" und der Vergleich zu Mirjam Münteferings "Katta@Frauenknast.de", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27489

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