Einführung eines ERP-Systems in einem chinesischen Unternehmen


Praktikumsbericht / -arbeit, 2013

42 Seiten, Note: 1,9


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Kurzfassung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
1.4 Der Auftraggeber I. Technology Co. Ltd.

2 Grundlagen
2.1 ERP-Systeme
2.1.1 Einführungsstrategien zur Implementierung der ERP-Module
2.1.2 Vorgehensmodelle
2.1.3 Kritische Erfolgsfaktoren
2.2 ERP und China

3 Konzeption
3.1 Projektstart
3.2 Auswahl des ERP-Systems
3.2.1 ERP-Systemvergleich
3.2.2 Open Source ERP
3.2.3 Entscheidung
3.2.4 Hardware-Auswahl
3.3 Projektplanung
3.3.1 Auswahl des Vorgehensmodells und der Einführungsstrategie
3.3.2 IST-Analyse
3.3.3 SOLL-Umsetzung

4 ERP-Einführung
4.1 Installation
4.1.1 Hardware
4.1.2 Software
4.1.3 Customizing
4.2 Vorbereitung der Inbetriebnahme
4.2.1 Testdaten-Import
4.2.2 Heranführung der Mitarbeiter an das System
4.3 Testbetrieb
4.3.1 Mitarbeiterschulungen
4.3.2 Anpassung und Optimierung von Geschäftsprozessen (BPR)
4.3.3 Datenimport und –Eingabe

5 Fazit und Ausblick

6 Literaturverzeichnis

7 Anhang
7.1 Chinesische Buchführung
7.2 NAS System Synology DS213+
7.3 IT-Infrastruktur Erweiterung
7.4 Vorgenommene Anpassungen
7.5 Das OpenERP -System
7.6 Projektabschluss
7.6.1 Live-Betrieb
7.6.2 Support
7.6.3 Dokumentation

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Vorgaben & Anforderungen des Auftraggebers

Abbildung 2 Synology DS213+

Abbildung 3 Benutzeroberfläche Server

Abbildung 4 Netzwerkübersicht

Abbildung 5 Einrichtungsassistenten von OpenERP

Abbildung 6 Benutzeroberfläche OpenERP

Abbildung 7 Lagerstruktur

Abbildung 8 Durchgeführte Inventuren

Abbildung 9 Projektaufgaben

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 Einführungsstrategien

Tabelle 2 Vorgehensmodelle

Tabelle 3 Klassische/Agile VM: Merkmale, Phasen, Vor- und Nachteile

Tabelle 4 Kritische Erfolgsfaktoren (global)

Tabelle 5 Besonderheiten China

Tabelle 6 Vergleich ERP-Systeme

Tabelle 7 Open Source ERP Vor-/Nachteile

Tabelle 8 Vergleich OpenERP und ADempiere

Tabelle 9 Projektphasen

Tabelle 10 Synology NAS technische Daten

Tabelle 11 Zusatzmodule

1 Einleitung

Die Globalisierung ist nach wie vor „eines der ganz großen Themen der heutigen Zeit“ (Fuchs 2013). Rund um den Globus verfolgen Unternehmen daher das Ziel, sich strategische Vorteile u.a. durch die Optimierung der unternehmensweiten Prozesse mittels Einsatz von Enterprise-Resource-Planning (ERP)-Software zu verschaffen (Computerwoche 2008).

In den letzten vier Jahrzehnten hat sich in China der große Wandel von einer agrar-beherrschten hin zu einer Wirtschaft mit dominierendem industriellem Sektor vollzogen. Langfristig strebt China eine dienstleistungsbasierte Wirtschaft an. Bereits 2009 betrug der Vorsprung des sekundären, industriellen gegenüber dem tertiären Sektor nur noch etwa drei Prozent (Ehmer 2011, S. 1).

Darüber hinaus steht inzwischen fest: „China ist kein Billigstandort mehr“, die Industrielöhne haben sich (in Dollar gerechnet) seit 2001 real verdreifacht (Geinitz 2013). Städtische Durchschnittsbruttolöhne liegen 2011 umgerechnet über 500 USD (GTAI 2013, S. 5).Sowohl die Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing mbH (GTAI) als auch die Deutsche Bank benennen den Faktor Lohnsteigerung als Risiko für die chinesische Wirtschaft (Ehmer 2011, S. 1);(Schmitt 2013, S. 4). Das „Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt“ der Metropole Shanghai liegt mit 22.983 USD bereits 2010 über dem von Saudi Arabien mit 22.850 USD (The Economist 2011).

Angesichts dessen sehen sich am anderen Ende der Welt auch vermehrt kleine und mittlere (KMU) Unternehmen damit konfrontiert schwierige Modernisierungs-Entscheidungen fällen zu müssen (Lewis 2012); (Quan et al. 2005, S. 71). Lee Boon Lee (COO SAP Asia Pacific) vertritt bspw. die Auffassung, eine integrierte ERP Plattform sei ein Kernschritt des Übergangs eines traditionellen in ein modernes Unternehmen (Lewis 2012). In China ansässige Unternehmen müssen schnell und günstig ein ERP-System einführen, schlussfolgert Hoffmann (Hoffmann 2013, S. 5).

1.1 Problemstellung

Diese Arbeit behandelt die Einführung eines ERP-Systems bei dem Unternehmen I.bei dem es sich um ein mittelständisches Unternehmen mit ausschließlich internationalen Kunden handelt. Folglich ist es für dieses Unternehmen essentiell wichtig in integrierte Systeme zu investieren um dem steigenden Wettbewerb auf dem globalen Markt auch in Zukunft gewachsen zu sein (Hoffmann und Balis, S. 26).

Nicht zu vernachlässigen sind jedoch die Konsequenzen und Probleme, welche eine ERP Einführung – insb. bei einem chinesischen Unternehmen – mit sich bringt. Die Probleme dieser ERP Neueinführung sind im Wesentlichen der enorme Zeit- und Kostendruck (Naujoks 2009) aufgrund der begrenzten Projektlaufzeit, die zahlreichen interkulturellen Unterschiede (Mikosch 2004);(twago 2010);(Franken 2008, S. 72–104), die Geschäftsprozessneugestaltung sowie mangelnde Erfahrung späterer Anwender im Umgang mit betriebswirtschaftlicher Software (Naujoks 2009).

1.2 Zielsetzung

Ziel dieser Arbeit ist, ausgewählten Abteilungen des Unternehmens die Basisfunktionalitäten eines integrierten ERP-Systems zur Verfügung zu stellen. Nach den Anforderungen des Auftraggebers (AG) liegen die höchsten Prioritäten darauf, die Bereiche Lagerverwaltung und Einkaufsmanagement durch eine Software-Lösung zu unterstützen.

Die erhofften Vorteile sind eine einheitliche und damit zentral verwaltbare Datenbasis für Kunden-, Mitarbeiter-, Artikel- und Lagerbestandsdaten bereitzustellen sowie eine bessere Transparenz hinsichtlich Geschäftsdaten und laufenden Projekten herzustellen. Darüber hinaus werden Steigerung der Planbarkeit, Einsparmöglichkeiten und eine Optimierung der betrieblichen Prozesse erwartet. Das System soll dabei erweiterbar sein um zukünftig eine Integration weiterer Prozesse und Abteilungen zu ermöglichen. Im Kern ist das Ziel dieses Projekts Microsoft Excel als eingesetztes ERP-System abzulösen.

1.3 Aufbau der Arbeit

Strukturell teilt sich die Arbeit in die Abschnitte „Grundlagen“, „Konzeption“, „ERP-Einführung“, „Projektabschluss“ sowie „Fazit und Ausblick“. Der Auftraggeber wird unter dem Punkt 1.4 vorgestellt.

Das Kapitel „Grundlagen“ gibt einen Überblick über ERP-Systeme nebst Einführungsstrategien und Vorgehensmodellen zur ERP Implementation und beleuchtet die sogenannten kritischen Erfolgsfaktoren (KEF). Darüber hinaus werden die „chinesischen“ Besonderheiten bei ERP Anwendungen und Einführungen analysiert.

Im Kapitel „Konzeption“ wird das Projekt der Implementierung eines ERP Systems vom Projektstart bis zur detaillierten Projektplanung erläutert. Dabei werden als wichtige Meilensteine u.a. die Konzeptentwicklung, der Auswahlprozess (des ERP-Systems) sowie die IST-Analyse mit nachfolgender SOLL-Umsetzung erläutert.

Das Kapitel „ERP-Einführung“ dokumentiert und erörtert die Installation, die Vorbereitungen zur Inbetriebnahme inkl. des Anpassungs-Prozesses (Customizing), die Durchführung von Mitarbeiterschulungen sowie den Test-Betrieb des Systems. Der Teil Projektabschluss ist für die Vorgaben dieser Arbeit zu umfangreich und daher als Exkurs im Anhang unter dem Punkt 7.6 zu finden.

Das Kapitel 5 „Fazit und Ausblick“ am Ende der Arbeit dient der Zusammenfassung und des Ausblicks auf die zukünftigen Entwicklungen und Möglichkeiten des Systems. Verwendete Quellen werden im Literaturverzeichnis offengelegt. Ab Seite I im Kapitel „Anhang“ sind die ergänzenden Dokumente zu finden.

1.4 Der Auftraggeber I. Technology Co. Ltd.

Bei der Firma I. handelt es sich um ein mittelständisches Unternehmen mit Standorten in Suzhou, Jiangsu (P.R. China) und Singapur. Der Standort in Suzhou existiert seit etwa neun Jahren und umfasst die Abteilungen Fertigung, Forschung und Entwicklung (F&E), IT sowie einen Teil der Vertriebs- und Einkaufsabteilung.

I. entwickelt, produziert und vertreibt elektronische Warensicherungssysteme (EAS, engl. electronic article surveillance) Systeme, RFID (engl. radio-frequency identification) Artikel sowie eine entsprechende Software-Suite für diese Systeme. Zurzeit hat das Unternehmen ausschließlich Kunden außerhalb Chinas, pro Land gibt es einen Distributor wodurch der Endkundenkontakt entfällt.

2 Grundlagen

Nachfolgend werden die Grundlagen des Themas ERP behandelt. Aufgrund des vorgegebenen Umfangs dieser Arbeit ist eine ausführlichere Betrachtung nicht möglich. Daher sei an dieser Stelle auf die zu diesem Thema verfügbare Fachliteratur verwiesen.

2.1 ERP-Systeme

ERP-Systeme sind unternehmensübergreifende Software-Lösungen die zur Optimierung von Geschäftsprozessen (GP) eingesetzt werden (Imhausen 2004a). Sie unterstützen die im Unternehmen ablaufenden GP (Vahrenkamp und Sieperman 2013). Die Integration aller Prozesse wird durch eine zentrale Datenbank gewährleistet (Wagner et al. 2012, S. 149 ff.).

ERP-Systeme stellen mithilfe der Datenhaltung aller unternehmensrelevanten Daten bzgl. Finanzen, Arbeitskräften, Zeiten, Maschinen und Material Informationen bereit die es erlauben, operative und strategische Entscheidungen gezielter zu treffen (RECO 2010, S. 4). Die funktionalen Bereiche eines ERP-Systems – abgebildet durch Module bzw. Anwendungskomponenten – umfassen u.a. die Bereiche Vertrieb, Lagerhaltung, Beschaffung, Produktion, Kostenrechnung, Anlagenwirtschaft sowie Personal-, Finanz- und Rechnungswesen (Vahrenkamp und Sieperman 2013); (Schatz et al., S. 7 ff.).

2.1.1 Einführungsstrategien zur Implementierung der ERP-Module

Die Einführungsstrategie (ES) bildet die Basis der Vorgehensmodelle (VM) (Nielsen 2008, S. 27). Die Wahl dieser ES ist neben der Festlegung des verwendeten Vorgehensmodells (VM) ein entscheidender Prozess zur Optimierung von Zeitverlusten/Kosten und somit oftmals genauso wichtig wie die Auswahl des ERP-Systems selbst (Bayrak 2007, S. 21 ff.). Betrachtet werden hier ausschließlich ES hinsichtlich des Systematisierungsmerkmals der ERP-Modul-Inbetriebnahme.

Von den drei generischen ES zur Einführung neuer Systeme ist die Paralleleinführung hier aufgrund des fehlenden (für diese ES jedoch zwingend erforderlichen), produktiven Altsystems nicht anwendbar (Wieczorrek und Mertens 2011, S. 317 f.). Tabelle 1 stellt die beiden relevanten ES mit Ihren für diesen Anwendungsfall entscheidenden Merkmalen gegenüber (gekennzeichnet sind projektrelevante Vor- (+) und Nachteile (-)).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1 Einführungsstrategien

(RECO 2012, S. 9); (Wieczorrek und Mertens 2011, S. 317); (Bayrak 2007, S. 22); (Nielsen 2010c); (Nielsen 2010d); (Neal 2010); (Khanna und Gazal 2012, S. 479 ff.); (Hesseler und Görtz 2007, S. 98–103); (Konradin Mediengruppe 2011, S. 66)

Bei Anwendung der simultanen ES werden sämtliche Module unternehmensweit an einem Stichtag in Betrieb genommen. Im Gegensatz dazu kennzeichnet die sukzessive ES die sinnvolle Reihenfolge bei der Inbetriebnahme der Module (Nielsen 2008, S. 29 ff.); (Neal 2010). Studien zufolge ist die sukzessive ES mit geringem Vorsprung die am häufigsten verwendete Methode (The MPI Group 2012, S. 4); (Reimers 2001, S. 11). Mit 98 Prozent verwenden nahezu alle befragten Teilnehmer der Studie entweder die „Big-Bang“-, die „Step-by-Step“-Methode oder eine Kombination beider ES (Neal 2010). Unterschieden wird bei der sukzessiven ES nach Funktions- (Modul-Gruppierung) und Prozessorientierung (GP-Gruppierung) differenziert (Nielsen 2008, S. 31 f.).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Nach der Enzyklopädie der Wirtschaftsinformatik umfasst ein VM (zur Einführung von Standardsoftware) alle zur erfolgreichen Produkteinsetzung notwendigen Aufgaben (Gronau 2012). Weiter beschreiben und regeln VM den gesamten Projektablauf (Hesseler und Görtz 2007, S. 114 f.) und stellen somit eine methodisch standardisierte Vorgehensweise dar (Nielsen 2010b).

Die grundsätzlichen IT-VM vernachlässigen einige wichtige Faktoren bzgl. ERP-Systemen. Dazu zählen bspw. soziale Komponenten (Stöckmann 2007, S. 3). Aus diesem Grund sind die herkömmlichen VM für ERP-Implementationen nur bedingt sinnvoll. Daher haben insb. ERP-Firmen und -Berater eigene VM (siehe Tabelle 2) – speziell für ERP-Projekte – entwickelt (Kompalka und Riha 2010, S. 41). Eine detaillierte Betrachtung der einzelnen Vorgehensmodelle ist im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich und wird daher vernachlässigt.

ERP-VM können nach klassischer und agiler Strategie unterschieden werden (RECO 2012, S. 8); (Nielsen 2010a). Die Tabelle 3 vergleicht die Merkmale beider Strategien, skizziert die Phasen der Modelle und stellt Sie hinsichtlich Vor- und Nachteilen gegenüber.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 3 Klassische/Agile VM: Merkmale, Phasen, Vor- und Nachteile

(Nielsen 2010a)

2.1.3 Kritische Erfolgsfaktoren

In der Literatur werden die mit einer ERP-Einführung verbundenen Risiken und Probleme als kritische Erfolgsfaktoren (KEF) bezeichnet sofern Sie für Erfolg und Misserfolg bestimmend sind (Dömer 1998, S. 101). Zunächst werden die globalen Erfolgsfaktoren betrachtet. KEF die im Hinblick auf China besondere Bedeutung haben werden unter 2.2 erläutert. Tabelle 4 zeigt die relevanten KEF und ordnet Verantwortlichkeiten zu.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 4 Kritische Erfolgsfaktoren (global)

(Wildemann 2013); (Computerwoche 2010); (Treutlein 2013, S. 6 ff.); (Ashish und Suman 2011, S. 60);

(Hilgenberg 2013, S. 35 f.); (Holland und Light 1999, S. 31 ff.); (Yuanqiang Xia et al. 2009, S. 135 ff.)

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Ende der Leseprobe aus 42 Seiten

Details

Titel
Einführung eines ERP-Systems in einem chinesischen Unternehmen
Hochschule
Fachhochschule Bielefeld
Veranstaltung
ERP, Praktikum
Note
1,9
Autor
Jahr
2013
Seiten
42
Katalognummer
V274934
ISBN (eBook)
9783656677352
ISBN (Buch)
9783656677338
Dateigröße
1088 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
ERP, CHINA, Praktikum, Export, RFID
Arbeit zitieren
Thomas Hillen (Autor), 2013, Einführung eines ERP-Systems in einem chinesischen Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274934

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