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Parteien als Spiegelbilder der Gesellschaft?

Parteipolitische Konfliktlinien als Ausdruck gesellschaftlicher Konfliktlinien

Titel: Parteien als Spiegelbilder der Gesellschaft?

Essay , 2013 , 8 Seiten , Note: 2,00

Autor:in: Severin-Vasco Marschner (Autor:in)

Politik - Politisches System Deutschlands
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In einem, sich demokratisch behauptenden System, erfolgt die Legitimation der Herrschaft über repräsentative Vertretung der Interessen der Bürger einer Gesellschaft. Um einer konsistenten Repräsentation gerecht werden zu können, ist es Aufgabe der Parteien, einen Prozess der politischen Willensbildung und des öffentlichen Diskurses zu etablieren. Diese Diskurse veranlassen die Bürger dazu, sich in bestimmter Weise zu positionieren. Insbesondere wenn es sich bei den Debatten um, die Gesellschaft betreffende Thematiken handelt, sollte sich ein Interesse entwickeln, diese Positionierung auf politischer Ebene vertreten zu sehen und somit Einflussmöglichkeiten von Interessengruppen in der Politik zu gewährleisten. Die Parteien eines demokratischen Systems sind also der institutionelle Rahmen der Vertretung und Artikulation von Bürgerinteressen im System. Vor allem größere politische Debatten beherbergen das Potenzial, die Überzeugung der Öffentlichkeit zu spalten, sodass sich ausgehend von einer Grundpositionierung bestimmte Konfliktlinien innerhalb der Gesellschaft abzeichnen. Zur Betrachtung und Bewertung der Funktionsweise dieser Funktionalität, ist es erforderlich zu untersuchen, inwieweit parteipolitische Konfliktlinien, Ausdruck von gesellschaftlichen sind und ob man den politischen Wettbewerb deshalb als Spiegelbild öffentlicher Diskurse ansehen kann. Meine Betrachtung wird hier vor Allem durch die Ausführungen und Untersuchungen des Aufsatzes von Oskar Niedermayer zum Thema „Gesellschaftliche und politische Konfliktlinien“ aus dem Jahr 2009 geleitet werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gesellschaftliche Konfliktlinien und das Cleavage-Konzept

2.1 Definition gesellschaftlicher Konfliktlinien

2.2 Institutionalisierung von Gruppeninteressen

2.3 Traditionelle Cleavages nach Lipset und Rokkan

3. Wahlverhalten als Schnittstelle zwischen Gesellschaft und Politik

3.1 Einbeziehung von Wertorientierungen in Wahlverhaltensmodelle

3.2 Empirische Analyse zur Bundestagswahl 2005

4. Die Rolle der Parteien im politischen Prozess

4.1 Parteipolitische Repräsentation von Konflikten

4.2 Wechselwirkung zwischen Gruppenkontext und Individualinteressen

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht die Forschungsfrage, ob Parteien als akkurate Spiegelbilder gesellschaftlicher Konfliktlinien betrachtet werden können und inwieweit diese Konflikte durch den institutionellen Rahmen der Parteienlandschaft in die politische Arena transformiert werden.

  • Analyse der Transformation gesellschaftlicher Konflikte in politische Konfliktlinien
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Cleavage-Theorie und modernem Wahlverhalten
  • Evaluation der Rolle von Parteien als Foren für politische Meinungsbildung
  • Betrachtung der Dynamik zwischen individuellen Interessen und parteiinternem Grundkonsens
  • Einordnung der Erkenntnisse anhand der Bundestagswahl 2005

Auszug aus dem Buch

Die Dynamik der parteipolitischen Repräsentation

Geht man in dem angeführten Punkt tiefer, dass die Eingliederung des Einzelnen in eine organisierte Gruppe dazu führt, dass gewisse Anteile von Individualinteressen oft hinter dem Grundkonsens zurückgestellt werden müssen, kann die parteipolitische Landschaft nicht mehr als passiver Spiegel gesellschaftlicher Konflikte betrachtet werden. Sofern davon ausgegangen wird, dass die Interessen eines Einzelnen, die er mit dem Beitritt in eine Partei in den Gruppenkontext eingliedert, teilweise Produkte seiner individuellen Sozialisierungsspezifika und aber vor allem den Einflüssen seiner direkten momentanen gesellschaftlichen und politischen Umwelt sind, muss man der Dynamik und stetigen Veränderbarkeit persönlicher Interessen mehr Bedeutung beimessen.

Die Integration in eine Gruppe von Menschen sorgt dafür, dass sich die Gruppe mit mehr als nur der Summe der Anschauungen, Überzeugungen und Werte ihrer Mitglieder auseinandersetzen muss. Zur pragmatischen Gewährleistung einer konsistenten und erfolgreichen politischen Partizipation, findet intensiver Austausch und Abstimmung innerhalb der Partei statt, der einen Grundkonsens stabilisiert. In diesem Prozess kann der Einzelne zu neuen Wertorientierungen und politischen Anschauungen gelangen, die analytisch untypisch für seine gesellschaftliche Umwelt sind und soziologisch eine Teilentgrenzung bewirken. Genauer gesagt, kann das Einzelne Mitglied die Gruppe verändern, stärker aber noch kann der Gruppenkontext das Einzelne Mitglied verändern. Wir haben es also mit einer dynamischen Wechselwirkung dieser zwei Ebenen zu tun. Dieser Umstand hat zur Folge, dass sich die soziologisch determinierenden Raster von Verbundenheiten bestimmter gesellschaftlicher Umwelten und Sozialisationsspezifika mit bestimmten politischen Interessen, verschieben lassen und sich auch tatsächlich verschieben. Ergo sind parteipolitische Konflikte nicht deckungsgleich mit dem, was als gesellschaftliche Konfliktlinien ausgemacht werden, sofern an letztere an Interessensdifferenzen beispielsweise bestimmter sozialer Schichtungen misst.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung der Parteien als Rahmen für politische Willensbildung ein und stellt die leitende Forschungsfrage zur Korrelation von gesellschaftlichen und parteipolitischen Konfliktlinien vor.

2. Gesellschaftliche Konfliktlinien und das Cleavage-Konzept: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Cleavage-Theorie und die Notwendigkeit der Institutionalisierung von Interessen für politische Partizipation.

3. Wahlverhalten als Schnittstelle zwischen Gesellschaft und Politik: Hier wird analysiert, wie Wertorientierungen in Wahlmodelle integriert werden und wie sich dies empirisch anhand der Bundestagswahl 2005 im deutschen Parteiensystem widerspiegelt.

4. Die Rolle der Parteien im politischen Prozess: Dieses Kapitel untersucht die dynamische Wechselwirkung zwischen dem Einzelnen und dem Gruppenkontext einer Partei sowie die Grenzen der Repräsentationsfunktion von Parteien.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Parteien gesellschaftliche Konflikte nicht einfach spiegeln, sondern diese innerhalb der politischen Arena transformieren und überformen.

Schlüsselwörter

Parteienlandschaft, Cleavage-Theorie, Konfliktlinien, politische Willensbildung, Interessenvermittlung, Wahlverhalten, Sozialstruktur, Wertorientierungen, parteipolitische Polarisierung, Interessenrepräsentation, Gruppenkontext, Parteiprogramm, Demokratie, gesellschaftlicher Wandel, Partizipation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Verhältnis zwischen der gesellschaftlichen Struktur und der parteipolitischen Landschaft, insbesondere die Frage, ob Parteien die vielfältigen gesellschaftlichen Interessen und Konflikte getreu abbilden.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die Cleavage-Theorie, die Funktionsweise von Parteien als Repräsentationsorgane, die Rolle von individuellen Wertorientierungen im Wahlverhalten sowie die Dynamik politischer Prozesse in Demokratien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es zu ergründen, ob Parteien als Spiegelbilder der Gesellschaft fungieren und wie gesellschaftliche Konfliktlinien durch den institutionalisierten Rahmen der Parteien in die politische Sphäre transformiert werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine theoretisch-analytische Methode angewandt, die auf der Auseinandersetzung mit der Fachliteratur (insb. Oskar Niedermayer, Lipset und Rokkan) basiert und durch eine Diskussion empirischer Beobachtungen, wie etwa zur Bundestagswahl 2005, ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretische Herleitung der Cleavage-Konflikte, die Verknüpfung von sozialen Strukturen mit dem Wahlverhalten und eine kritische Reflexion darüber, wie Gruppenkontexte innerhalb von Parteien die individuellen Positionen ihrer Mitglieder formen und verändern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Konfliktlinien, Cleavage-Theorie, Repräsentation, parteipolitische Willensbildung und gesellschaftliche Partizipation charakterisiert.

Wie beeinflusst die Mitgliedschaft in einer Partei das individuelle Interesse des Einzelnen?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass durch den Zwang zu einem stabilen parteiinternen Grundkonsens individuelle Interessen teilweise zurückgestellt werden müssen, wodurch der Einzelne im Gegenzug durch den Gruppenkontext neue politische Anschauungen annehmen kann.

Warum sind Parteien laut der Arbeit keine einfachen „Spiegel“ der Gesellschaft?

Weil Parteien eine eigene Dynamik entwickeln; sie agieren als Foren, in denen nur eine Auswahl gesellschaftlicher Meinungen konsensfähig organisiert werden kann, wodurch bestehende gesellschaftliche Konflikte auf politischer Ebene transformiert oder überformt werden.

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Details

Titel
Parteien als Spiegelbilder der Gesellschaft?
Untertitel
Parteipolitische Konfliktlinien als Ausdruck gesellschaftlicher Konfliktlinien
Hochschule
Universität Leipzig  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Politik und Organisation
Note
2,00
Autor
Severin-Vasco Marschner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
8
Katalognummer
V274954
ISBN (eBook)
9783656679554
ISBN (Buch)
9783656679547
Sprache
Deutsch
Schlagworte
parteien spiegelbilder gesellschaft parteipolitische konfliktlinien ausdruck
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Severin-Vasco Marschner (Autor:in), 2013, Parteien als Spiegelbilder der Gesellschaft?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274954
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Leseprobe aus  8  Seiten
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