Woran liegt es, dass immer wieder Prüfungsfragen, trotz guter Fachkenntnisse nicht beantwortet werden können?
Woran scheitern praktisch begabte Auszubildende in der Abschlussprüfung?
Hier sollte man nicht die Kompetenzen und Defizite im fachlichen Wissen von Prüflingen betrachten, sondern die Prüfung selbst. Oft sind es auf den zweiten Blick banale schriftsprachliche Hürden, die mit den richtigen Techniken vermieden werden können und so zu besseren Ergebnissen in Abschlussprüfungen führen. Davon profitieren in erster Linie die Auszubildenden, aber auch die Betriebe.
In dieser Arbeit werde ich mich mit dem Thema „Schriftsprachkompetenz und berufliche Bildung“ ins Besondere von hörbehinderten Menschen auseinandersetzen.
Dabei stellt sich die Frage, ob es eine Chancengleichheit in Prüfungen für hör-sprach-behinderte Schüler gibt.
In diesem Zusammenhang stößt man auf das Projekt TOP„Text- Optimierte- Prüfungsaufgaben“.
Ich befasse mich im folgenden Text mit Sprachbarrieren in Prüfungstexten und werde einige Techniken aus dem TOP-Projekt zur sprachlichen Vereinfachung von Prüfungsaufgaben darstellen.
Die letzte, jedoch wichtige Barriere in der Ausbildung ist die Abschlussprüfung. Hier wird die Note und somit die späteren Chancen auf dem Arbeitsmarkt entschieden.
Der Trend der Einstellungen in Betrieben geht zu möglichst hoher Qualifikation, nicht zuletzt auf Grund des internationalen Konkurrenzdrucks, den die Globalisierung mit sich bringt. Die Qualifikation des Facharbeiters basiert auf einem hochwertigem Schul- und Ausbildungsabschluss, und ist Grundlage einer erfolgreichen Bewerbung. Die Prüfungen, die dazu absolviert werden müssen, sehen viele als schwierige Hürde an, die deshalb viele psychische Mechanismen in Gang setzt. Besonders Schüler mit weniger qualifizierten Schulabschlüssen sind von Prüfungsangst betroffen. Auch Schüler mit besonderem Förderbedarf, wie zum Beispiel Hör- und Sprachbehinderte sind davon betroffen. Bei ihnen sind der Wortschatz und der sprachliche Erfahrungsschatz durch physikalische Wahrnehmungsgrenzen oft weniger ausgeprägt, als bei durchschnittlich hörenden Kindern und Jugendlichen. Sie haben deshalb meist eine eingeschränkte Laut- und Schriftsprachkompetenz. Der gesamte schriftsprachliche Bereich bereitet hörgeschädigten Schülern besondere Schwierigkeiten, da hier, anders wie im mündlichen Unterricht, nicht auf umgangssprachliche Beschreibungen zurückgegriffen werden kann, und nicht zuletzt aus diesem
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Haupttext
- Problemstellung
- Fachtexte und Verstehensprobleme
- TOP- Was ist das?
- Die Fragebögen
- Textebene
- Text-Optimierungs-Techniken auf Textebene
- Wortebene
- Text-Optimierungs-Techniken auf Wortebene
- Satzebene
- Text-Optimierungs-Techniken auf Satzebene
- Zusammenfassungen:
- Problemstellung
- Schluss
- Quellenverzeichnis
- Anhang: Beispiele TOP
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit befasst sich mit dem Thema „Schriftsprachkompetenz und berufliche Bildung" im Kontext von hörbehinderten Menschen. Sie untersucht die Herausforderungen, die hör- und sprachbehinderte Schüler in Prüfungen erleben, und stellt das Projekt TOP (Text-Optimierte-Prüfungsaufgaben) vor. Die Arbeit analysiert die sprachlichen Barrieren in Prüfungstexten und präsentiert Techniken zur sprachlichen Vereinfachung von Prüfungsaufgaben, um Chancengleichheit in Prüfungen zu fördern.
- Schriftsprachkompetenz von hör- und sprachbehinderten Schülern
- Sprachliche Barrieren in Prüfungstexten
- Das Projekt TOP (Text-Optimierte-Prüfungsaufgaben)
- Techniken zur Textoptimierung auf verschiedenen Ebenen (Text-, Wort-, Satzebene)
- Chancengleichheit in Prüfungen für hör- und sprachbehinderte Schüler
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Problemstellung dar, dass Prüfungsaufgaben trotz guter Fachkenntnisse oft nicht beantwortet werden können, insbesondere für hör- und sprachbehinderte Schüler. Die Arbeit fokussiert auf das Projekt TOP, das sich mit der sprachlichen Vereinfachung von Prüfungsaufgaben befasst.
Der Haupttext analysiert die sprachlichen Barrieren in Prüfungstexten und präsentiert Techniken zur Textoptimierung. Es werden drei Ebenen des Textverständnisses betrachtet: die Textebene, die Wortebene und die Satzebene. Für jede Ebene werden konkrete Beispiele und Techniken zur Vereinfachung von Prüfungstexten vorgestellt.
Die Zusammenfassung fasst die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont die Notwendigkeit von Textoptimierung, um Chancengleichheit in Prüfungen zu gewährleisten. Die Arbeit zeigt, dass eine erfolgreiche Absolvierung der Abschlussprüfung für hör- und sprachbehinderte Schüler durch eine gemeinsame Anstrengung von Prüflingen und Prüfungsentwicklern möglich ist.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen die Schriftsprachkompetenz, die berufliche Bildung, hörbehinderte Menschen, Prüfungsaufgaben, Textoptimierung, Chancengleichheit, Fachtexte, Sprachbarrieren, Textebene, Wortebene, Satzebene, TOP-Projekt, und Prüfungsangst.
Häufig gestellte Fragen
Warum haben hörbehinderte Menschen oft Probleme mit Prüfungsaufgaben?
Hörbehinderte Schüler haben oft eine eingeschränkte Schriftsprachkompetenz, da ihr sprachlicher Erfahrungsschatz durch physikalische Wahrnehmungsgrenzen geringer ausgeprägt sein kann.
Was ist das Projekt TOP?
TOP steht für "Text-Optimierte-Prüfungsaufgaben". Das Projekt zielt darauf ab, sprachliche Barrieren in Prüfungen durch gezielte Vereinfachungstechniken abzubauen.
Wie werden Prüfungsaufgaben auf Wortebene optimiert?
Schwierige Fachbegriffe werden erklärt oder durch geläufigere Wörter ersetzt, und abstrakte Begriffe werden nach Möglichkeit konkretisiert.
Welche Techniken gibt es auf Satzebene?
Dazu gehören die Vermeidung von Schachtelsätzen, die Nutzung von Aktiv- statt Passivkonstruktionen und eine klare, direkte Fragestellung.
Was bedeutet Chancengleichheit in diesem Kontext?
Chancengleichheit bedeutet, dass Prüflinge ihr fachliches Wissen zeigen können, ohne durch unnötig komplizierte Sprache an der Beantwortung gehindert zu werden.
Warum profitieren auch Betriebe von textoptimierten Prüfungen?
Betriebe erhalten so Fachkräfte, die ihre praktische Begabung und ihr Wissen trotz sprachlicher Beeinträchtigungen erfolgreich nachweisen konnten.
- Quote paper
- Tatjana Enderle (Author), 2012, Schriftsprachkompetenz und berufliche Bildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274982