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Das Tabu. Geschichte und Theorien

Title: Das Tabu. Geschichte und Theorien

Term Paper , 2002 , 14 Pages , Grade: bestanden

Autor:in: Eric Maes (Author)

Theology - Systematic Theology
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Das Tabu ist einer der wenigen Begriffe, der nahezu in allen europäischen Gefilden Einklang gefunden hat. Beachtenswert ist dabei, dass dieses Wort aus der Sprache eines Naturvolks entlehnt ist. Um das späte 19. Jahrhundert kam es in die ′hoch zivilisierte Welt′. Es kommt aus dem Polynesischen.
Ähnlich erging es auch dem Wort Totem aus dem Indianischen. Dieses wird jedoch fast ausschließlich nur im Bereich ethnologischer Schilderungen benutzt. Im Gegensatz dazu hat das Wort Tabu aber seinen ‚Siegeszug′ auch im öffentlichen Leben fortgesetzt.
Man braucht nicht lange recherchieren um das Wort Tabu in Zeitungsartikeln zu finden.
In der FAZ findet man z.B. 119 Suchergebnisse zu diesem Begriff. Und dies in den unterschiedlichsten Bereichen. Von Politik, über Sport, Forschung, Wirtschaft, Freizeit u.a.
Die Süddeutsche Zeitung bietet 115 und der Focus immerhin noch 19 Ergebnisse.
Man könnte dies sicher weiter führen. Doch wichtiger erscheint eher die Frage, was bedeutet dieses universal anwendbare Wort eigentlich und wo liegen seine Ursprünge.
In dieser Hausarbeit soll dieses Wort hinter dem religionswissenschaftlichen Hintergrund beleuchtet werden. Dazu wird erst mal auf den Begriff an sich eingegangen, bevor ich einige Theorien um diesen aufzuzeigen versuche.
Eine Frage, die hier vielleicht noch interessant wäre, ist vielleicht die, in wie fern Tabu heutzutage immer noch mit Religion oder deren Erscheinungen zusammenhängt.
Diese jedoch endgültig beantworten zu können, möchte ich eher bezweifeln.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Historischer Hintergrund

II. Der Begriff

Das Wort

Der Gebrauch

III. Theorien um das Tabu

Tabu als negative Magie ( J. G. Frazer)

Tabus als Symptombilder einer Neurose (S. Freud)

Tabu – Das Heilige und das Unreine (W. Wundt)

Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den Begriff "Tabu" aus religionswissenschaftlicher Perspektive, beleuchtet dessen Ursprünge und analysiert klassische Theorien zur Entstehung und Funktion von Tabus, um ihre heutige Relevanz kritisch zu hinterfragen.

  • Etymologische Herkunft und ursprüngliche Verwendung des Begriffs.
  • Religionswissenschaftliche Einordnung und historische Entwicklung.
  • Vergleichende Analyse der Theorien von J. G. Frazer, S. Freud und W. Wundt.
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen "Heiligem" und "Unreinem".
  • Kritische Reflexion über die Anwendbarkeit historischer Tabu-Konzepte auf die moderne Gesellschaft.

Auszug aus dem Buch

Tabu als negative Magie (J. G. Frazer)

In seinem Buch der ‚Goldene Zweig’ spricht Sir J. G. Frazer von Tabu im System der sympathetischen Magie. Er spricht von negativen, im Sinne von vorbeugenden Maßregeln.

„ In der Tat erscheint die ganze Lehre des Tabu, oder wenigstens ein großer Teil derselben, nur als eine besondere Anwendung der sympathetischen Magie mit ihren beiden Gesetzen der Ähnlichkeit und der Übertragung. Obwohl diese Gesetze freilich nicht in Worten formuliert sind, ja in ihrer abstrakten Form dem primitiven Menschen nicht einmal bewusst werden, so lebt dieser dennoch in dem blinden Wahn, dass sie den Lauf der Natur völlig unabhängig vom menschlichen Willen regeln.“

Bei Frazer denkt der Mensch, dass sich unweigerlich ganz bestimmte Folgen einstellen werden, wenn man nach bestimmten Gesetzen handelt. D.h., dass er alles versucht zu vermeiden, was ihm nach seinen ‚irrtümlichen’ Begriffen von Ursache und Wirkung schaden könnte. Er will sich also diesen Folgen nicht aussetzen , da sie ihm unangenehm oder sogar gefährlich erscheinen.

Tabu ist somit eine negative Anwendung der praktischen Magie.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die begriffliche Herkunft des Tabus aus dem Polynesischen ein und stellt die Relevanz des Phänomens im öffentlichen Diskurs sowie die leitende Fragestellung dar.

I. Historischer Hintergrund: Dieses Kapitel zeichnet die wissenschaftliche Entdeckung des Tabus durch Forschungsreisende wie J. Cook nach und diskutiert frühe religionswissenschaftliche Deutungsversuche.

II. Der Begriff: Hier wird der Begriff sprachlich analysiert und seine soziologische sowie funktionale Bedeutung in verschiedenen Lebensbereichen erörtert.

III. Theorien um das Tabu: Dieses Hauptkapitel analysiert drei maßgebliche Ansätze, die das Tabu als negative Magie (Frazer), als neurotisches Symptom (Freud) oder als archaischen Gesetzeskodex (Wundt) interpretieren.

Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel reflektiert die methodischen Herausforderungen der untersuchten Theorien und zieht ein Fazit über den Stellenwert des Tabubegriffs in der modernen Wissenschaft.

Schlüsselwörter

Tabu, Mana, Religionswissenschaft, Magie, J. G. Frazer, Sigmund Freud, W. Wundt, Heiliges, Unreines, Psychologie, Totemismus, Dämonenkult, Evolutionismus, Gesellschaft, Sozialsystem.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem religionswissenschaftlichen Verständnis des Begriffs "Tabu", von seinen polynesischen Wurzeln bis hin zur theoretischen Ausgestaltung durch bedeutende Denker des 19. und 20. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Felder sind die historische Entstehung des Begriffs, die theoretischen Ansätze der sympathetischen Magie, die psychoanalytische Deutung des Tabus sowie die Differenzierung zwischen dem Heiligen und dem Unreinen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, das Tabu hinter seinem religionswissenschaftlichen Hintergrund zu beleuchten, verschiedene wissenschaftliche Theorien gegenüberzustellen und zu prüfen, inwieweit diese den Begriff adäquat erklären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, bei der primäre und sekundäre wissenschaftliche Quellen zur Religionsgeschichte und Ethnologie ausgewertet und vergleichend gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von J. G. Frazers Magie-Theorie, Sigmund Freuds psychoanalytischem Zugang zum Tabu und W. Wundts Modell über die dämonischen Ursprünge und die Scheidung von heilig und unrein.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Tabu, Mana, Heiliges, Unreines, Psychoanalyse, Magie und Evolutionismus maßgeblich geprägt.

Inwiefern zieht Freud Parallelen zwischen Tabu und Neurosen?

Freud vergleicht Tabuverbote bei sogenannten "primitiven Völkern" mit Zwangshandlungen von Neurotikern, wobei er Ähnlichkeiten in der Unmotiviertheit, der inneren Nötigung und der Verschiebbarkeit des Verbots sieht.

Welchen Stellenwert nimmt die "Mana-Formel" in der Arbeit ein?

Der Mana-Begriff dient als Referenzpunkt zur Beschreibung einer außerordentlich wirksamen unpersönlichen Kraft, die als notwendiger Gegenpart zur Tabu-Vorstellung in der frühen ethnologischen Religionswissenschaft fungierte.

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Details

Title
Das Tabu. Geschichte und Theorien
College
University of Leipzig  (Religionswissenschaftliches Institut)
Course
Grundbegriffe der Systematischen Religionswissenschaft I
Grade
bestanden
Author
Eric Maes (Author)
Publication Year
2002
Pages
14
Catalog Number
V2749
ISBN (eBook)
9783638116596
ISBN (Book)
9783656824671
Language
German
Tags
Tabu Grundbegriffe Systematischen Religionswissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Eric Maes (Author), 2002, Das Tabu. Geschichte und Theorien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2749
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