Prospect Theory. Darstellung und Implikationen für das Anlegerverhalten


Seminararbeit, 2014
15 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

1. Einleitung

2. Darstellung der Prospekt Theorie
2.1 Die Entwicklung der Prospekt Theorie
2.2 Prospekt Theorie im Vergleich zur Finanzmarkttheorie
2.2.1 Der Homo Oeconomicus
2.2.2 Der Homo Behavioral
2.3 Das mathematische Modell der Wertfunktion
2.3.1 Die Editing Phase
2.3.2 Die Evaluations Phase
2.3.3 Die Wertfunktion
2.4 Aktuelles zur Prospekt Theorie
2.4.1 Der Nobelpreis an Daniel Kahneman 2002
2.4.2 Der Nobelpreis an Robert Shiller und Eugene Fama 2013

3. Implikationen für das Anlegerverhalten
3.1 Heuristiken und ihre kognitiven Verzerrungen
3.1.1 Repräsentativität, Verfügbarkeit und Ankereffekt
3.1.2 Der Isolationseffekt, Sicherheitseffekt und Dispositionseffekt
3.1.3 Framing

4. Schlussbemerkung

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Kahnemans Gleichung

Abbildung 2: Die Wertfunktion

Abbildung 3: Magisches Dreieck

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

„Ich kann die Bewegung von Himmelskörpern auf die Sekunde genau berechnen, aber nicht wohin eine verrückte Anlegergruppe die Aktienkurse treiben kann!“[1]

In der heutigen Welt gibt es zwei große Finanztheorien. Zum einen die Effizienzmarkthypothese die davon handelt, dass der Mensch rational ohne Emotionen handelt und immer vollumfänglich informiert ist. Die andere Theorie, auch genannt Prospekt Theorie, behauptet das exakte Gegenteil, dass Anleger von Gefühlen bestimmt sind und einige Heuristiken, also Fehlverhalten, die Urteilsfindung täuschen.

Im Folgenden wird die Prospekt Theorie beleuchtet. Zu Beginn werden Charakteristika der Theorie, sowie die konkreten Unterschiede zur Effizienzmarkthypothese herausgearbeitet. Daraufhin wird auf die erforschten Heuristiken bei der Urteilsfindung eingegangen. Diese sollen belegen, dass der Mensch eben nicht ein Homo Oeconomicus, also ein rational denkendes Wesen ist, sondern ein von Gefühlen gesteuerter Mensch, genannt Homo Behavioral.

Folgendes Beispiel zeigt die Bedeutung der Prospekt Theorie an einer Rechenaufgabe:

„Ein Schläger und ein Ball kosten 1,10 Dollar. Der Schläger kostet einen Dollar mehr, als der Ball. Wie viel kostet der Ball?“[2]

In einer Gleichung ausgedrückt bedeutet dies:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1:Eigene Darstellung Kahnemans Gleichung

Bei der oben genannten Aufgabe sagt die Intuition automatisch 10 Cent. Doch ist das korrekt? Bei längerem Überlegen kann festgellt werden, dass in diesem Fall das Ergebnis 1,20 Dollar für Schläger und Ball wären.

Wenn nun die These des Homo Oeconomicus stimmt, hätte der Verstand im obigen Beispiel dann nicht sofort zum richtigen Ergebnis von 0,05 Dollar für den Ball geführt?

2. Darstellung der Prospekt Theorie

2.1 Die Entwicklung der Prospekt Theorie

Die Prospekt Theorie wurde von Daniel Kahneman und Amos Tversky im Jahr 1979 als Aufsatz in der Zeitschrift Econometrica veröffentlicht. Prospekt Theorie kann auch mit „Neuer Erwartungstheorie“ übersetzt werden und handelt davon, dass Menschen nicht rational denkende Investoren sind, sondern sich durch falsche Annahmen und Fehleinschätzungen beeinflussen lassen.[3] Diese neuentwickelte Theorie hat stark zum Verständnis der Verhaltensweisen der Anleger beigetragen.[4]

2.2 Prospekt Theorie im Vergleich zur Finanzmarkttheorie

Im Folgenden wird die Abgrenzung der Prospekt Theorie zur Finanzmarkttheorie betrachtet und analysiert. Hierbei soll der fundamentale Unterschied der beiden Sichtweisen klar herausgestellt werden. Entscheidend sind die verschiedenen Ansichten über das Anlegerverhalten, welches mit dem Homo Oeconomicus und dem Homo Behavioral gezeigt wird.

2.2.1 Der Homo Oeconomicus

Beim Homo Oeconomicus spricht die ökonomische Modellwelt von einer nutzenmaximierenden Person, die immer einen kühlen Kopf bewahrt und rational handelt. Oft wird hier auch von „Mr. Spock“ gesprochen.[5] Der Homo Oeconomicus wertet die zur Verfügung stehenden Optionen aus und bewertet diese nach Qualität und Quantität. Gewählt wird immer die Option mit den meisten Punkten.[6] Die Effizienzmarkthypothese, welche alle Informationen die es am Markt gibt sofort in den Kurs der Aktien einspeist, geht auch vom Homo Oeconomicus aus, denn nur dieser besitzt alle diese Informationen und handelt so rational, dass er diese auch richtig bewertet und einsetzt.[7] Hieraus ergibt sich das Erwarten-Nutzen-Modell, welches bis heute die Grundlage der Finanzmarkttheorie ist.[8]

[...]


[1] Zitat Isaac Newton, Physiker

[2] vgl. D. Kahneman „Schnelles Denken, langsames Denken“, Auflage 20, München 2012, S. 61

[3] vgl. D. Kahneman, „Schnelles Denken, langsames Denken“, Auflage 20, München, 2012, S. 342 ff.

[4] vgl. H. Garz, S. Günther, C. Moriabadi, „Portfolio-Management Theorie und Anwendung“, Auflage 5, Frankfurt am Main, 2006, S. 119

[5] vgl. H. Beck, „Angriff auf den Homo Oeconomicus“ in Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 51 vom 02.03.2009, S. 10

[6] vgl. J.D. Gunkel, „Am Ende entscheidet doch der Bauch“ in Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 262 vom 18.11.2013, S. 18

[7] vgl. C. Siedenbiedel, „Wie verrückt sind die Börsen?“ Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Nr. 42 vom 20.10.2013, S. 33

[8] vgl. D. Kahneman, „Schnelles Denken, langsames Denken“, Auflage 20, München, 2012, S. 332

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Prospect Theory. Darstellung und Implikationen für das Anlegerverhalten
Hochschule
Frankfurt School of Finance & Management
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
15
Katalognummer
V275012
ISBN (eBook)
9783656678250
ISBN (Buch)
9783656692737
Dateigröße
483 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
prospect, theory, darstellung, implikationen, anlegerverhalten
Arbeit zitieren
Stephanie Baumann (Autor), 2014, Prospect Theory. Darstellung und Implikationen für das Anlegerverhalten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275012

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