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Der Ohrwurm. Versuch einer kognitionspsychologischen Einordnung

Titel: Der Ohrwurm. Versuch einer kognitionspsychologischen Einordnung

Bachelorarbeit , 2011 , 95 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Laura Leuchs (Autor:in)

Psychologie - Kognitive Psychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Bachelorarbeit aus dem Bereich der Psychologie beschäftigt sich mit dem musikalischen Ohrwurm. Der Ohrwurm ist ein weit verbreitetes Phänomen, bei dem sich zumeist eine Melodie ohne willentliches Zutun in der Vorstellung wiederholt. Diese Art der musikalischen Kognition ist aufgrund ihrer unwillkürlichen Natur nur schwer zu erforschen. Dennoch lassen sich die Eigenschaften des Phänomens auf der Basis von Erkenntnissen aus der Gedächtnis-Psychologie und der Forschung zu musikalischer Kognition und Lernen erklären. Diese Arbeit bietet eine wissenschaftliche Interpretation des Auftretens von Ohrwürmern.
Es wird zunächst eine Zusammenfassung der bis 2011 veröffentlichte Forschung zu diesem Thema geboten. Des weiteren wird ein Einblick auf Befunde aus Gedächtnispsychologie, Lernmechanismen und musikalischer Kognition gegeben, der zur Erklärung des Ohrwurms herangezogen wird. Der Ohrwurm wird letztendlich als Prozess der Gedächtniskonsolidierung musikalischer Inhalte interpretiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Der „Ohrwurm“ im Sprachgebrauch

1.2 Die Motive zur Erforschung des musikalischen „Ohrwurms“

1.3 Die Fragestellung dieser Arbeit

2. Die Geschichte der „Ohrwurmforschung“

2.1 Das Phänomen „Ohrwurm“ in der Literatur

2.2 Der „Ohrwurm“ in der Psychologie

2.3 Anmerkungen zur Forschungsmethodik

2.3.1 Retrospektive Befragung

2.3.2 Simultane Erfassung des Phänomens durch Tagebücher

2.3.3 Internet-Studien

3. Die Ergebnisse der „Ohrwurm“-Forschung

3.1 Die Forschungsergebnisse zu den Eigenschaften des „Ohrwurms“

3.1.1 Verbreitung und Häufigkeit des „Ohrwurm“-Phänomens

3.1.2 Dauer eines „Ohrwurms“

3.1.3 Eigenschaften der vorgestellten Musik

3.1.4. Die Wahrnehmungsqualität des „Ohrwurms“

3.1.5 Reaktionen auf den „Ohrwurm“

3.2 Forschungsergebnisse zu „Ohrwurm“-begünstigenden Faktoren

3.2.1 Faktor Person

3.2.2 Faktor Situation

3.2.3 Faktor Musik

4. Die kognitiven Grundlagen des „Ohrwurms“: Wahrnehmung, Gedächtnis und Vorstellung

4.1 Eine Definition von Musik

4.2 Musikwahrnehmung und beteiligte Gedächtnisstrukturen

4.2.1 Das menschliche Gehör

4.2.2 Das Ultrakurzzeitgedächtnis

4.2.3 Das Arbeitsgedächtnis

4.2.4 Das Langzeitgedächtnis

4.3 Die Vorstellung musikalischer Inhalte

4.3.1 Die Definition von musikalischen Vorstellungen

4.3.2 Der Ort auditiver Vorstellung

4.3.3 Die Eigenschaften von musikalischen Vorstellungen

4.3.4 Qualitätsunterschiede musikalischer Vorstellungen

4.3.5 Die unwillkürliche Generierung musikalischer Vorstellungen

5. Interpretation des „Ohrwurms“ und Versuch einer kognitionspsychologischen Einordnung

5.1 Betrachtung der bisherigen Ansätze

5.1.1 Psychoanalyse

5.1.2 James Kellaris: „Theory of Cognitive Itch”

5.1.3 Sean Bennett: „audio-eidetisches Gedächtnis“

5.2. Zusammenfassende kognitionspsychologische Einordnung des „Ohrwurms“

5.3 Die kognitionspsychologische Interpretation der Eigenschaften eines „Ohrwurms“

5.3.1 Häufigkeit und Dauer

5.3.2 Die Qualität der musikalischen Vorstellung

5.4 Die kognitionspsychologische Interpretation der „Ohrwurm“-begünstigenden Faktoren

5.4.1 Interpretation des Faktors Person

5.4.2 Interpretation des Faktors Situation

5.4.3 Interpretation des Faktors Musik

6. Versuch einer funktionalen Einordnung und Ausblick

6.1 Versuch einer funktionalen Einordnung: der „Ohrwurm“ als möglicher Gedächtniskonsolidierungsprozess für Musik

6.2 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Bachelorarbeit verfolgt das Ziel, das kognitionspsychologische Phänomen des „Ohrwurms“ zu ergründen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche kognitiven Mechanismen dem Phänomen zugrunde liegen, unter welchen Bedingungen es auftritt und warum es sich häufig ungewollt verselbstständigt.

  • Kognitionspsychologische Einordnung von „Ohrwürmern“
  • Analyse von Einflussfaktoren: Person, Situation und musikalische Merkmale
  • Diskussion der Rolle des Arbeitsgedächtnisses und der phonologischen Schleife
  • Evaluation von Gedächtniskonsolidierungsprozessen als mögliche Ursache

Auszug aus dem Buch

1.1 Der „Ohrwurm“ im Sprachgebrauch

Mit dem musikalischen „Ohrwurm“ ist im deutschen Sprachgebrauch ein kognitives Phänomen gemeint, bei dem sich eine musikalische Vorstellung über einen gewissen Zeitraum als auditive Repräsentation wiederholt. Besondere Eigenschaften sind dessen unvermitteltes Auftreten sowie dessen Fortsetzung ohne willentliches Zutun. Auch handelt es sich häufig um eine mentale Wiederholung eines einzelnen, kurzen Ausschnittes eines Musikstückes.

Diese Eigenschaften spiegeln sich in der Verwendung des Wortes „Ohrwurm“ recht treffend wieder, da es sich bei der vorgestellten Musik um etwas handelt, was ungebeten auftaucht, in unser „inneres Ohr“ einzudringen scheint und dessen Verlassen nicht immer kontrollierbar ist.

Eine weitere Verwendung des Wortes „Ohrwurm“ findet sich in der Bezeichnung von Musikstücken, die eine solche musikalische Vorstellung auslösen können. In einem späteren Teil dieser Arbeit soll erörtert werden, ob solche Musikstücke besondere musikalische Eigenschaften besitzen, die das Entstehen von „Ohrwürmern“ begünstigen. Im Folgenden soll mit dem Begriff „Ohrwurm“ jedoch in erster Linie das kognitive Phänomen bezeichnet werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definition des Ohrwurm-Phänomens im Sprachgebrauch, Diskussion der Motive für dessen Erforschung sowie Darlegung der zentralen Fragestellung.

2. Die Geschichte der „Ohrwurmforschung“: Übersicht über die historische literarische und psychologische Behandlung des Phänomens sowie kritische Anmerkungen zur Forschungsmethodik.

3. Die Ergebnisse der „Ohrwurm“-Forschung: Zusammenfassung aktueller empirischer Befunde zu den Eigenschaften, der Häufigkeit und den begünstigenden Faktoren von Ohrwürmern.

4. Die kognitiven Grundlagen des „Ohrwurms“: Wahrnehmung, Gedächtnis und Vorstellung: Theoretische Herleitung der kognitiven Prozesse, insbesondere unter Einbeziehung des Arbeitsgedächtnisses und der phonologischen Schleife.

5. Interpretation des „Ohrwurms“ und Versuch einer kognitionspsychologischen Einordnung: Kritische Diskussion bestehender Ansätze und Synthese zu einer kognitionspsychologischen Erklärung des Phänomens.

6. Versuch einer funktionalen Einordnung und Ausblick: Diskussion des Ohrwurms als potenzieller Gedächtniskonsolidierungsprozess und Ausblick auf zukünftige Forschungsansätze.

Schlüsselwörter

Ohrwurm, kognitive Psychologie, Musikwahrnehmung, Arbeitsgedächtnis, phonologische Schleife, musikalische Vorstellung, Gedächtniskonsolidierung, auditive Kognition, Involuntary Musical Imagery, INMI, musikalische Struktur, Persönlichkeitsfaktoren, Musikpsychologie, Mentale Repräsentation.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das zentrale Thema dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der kognitionspsychologischen Einordnung des „Ohrwurms“, also des Phänomens, bei dem sich musikalische Sequenzen unfreiwillig und wiederholt im Bewusstsein manifestieren.

Welches Ziel verfolgt die Autorin?

Ziel ist es, das Phänomen durch eine kognitionspsychologische Linse zu betrachten, um zu klären, warum Musik plötzlich und unwillkürlich „im Kopf hängen bleibt“ und welche Speicherprozesse dabei eine Rolle spielen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit deckt die Geschichte der Forschung, empirische Eigenschaften von Ohrwürmern (wie Dauer und Häufigkeit), Einflussfaktoren (Person, Situation, Musik) sowie die kognitiven Grundlagen der Musikverarbeitung ab.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär genutzt?

Die Autorin nutzt eine umfassende Literaturanalyse bestehender Studien (retrospektive Befragungen, Tagebuchstudien, Online-Erhebungen), um diese auf der Grundlage kognitionspsychologischer Modelle wie dem Arbeitsgedächtnis von Baddeley zu interpretieren.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Im Hauptteil werden die Eigenschaften von Ohrwürmern detailliert analysiert, kognitive Prozesse (Wahrnehmung, Gedächtnis, Vorstellung) erläutert und schließlich eine kognitionspsychologische Interpretation erarbeitet.

Was sind die wichtigsten Keywords?

Die wichtigsten Schlüsselwörter umfassen Ohrwurm, Arbeitsgedächtnis, phonologische Schleife, Involuntary Musical Imagery (INMI) und musikalische Gedächtniskonsolidierung.

Wie unterscheidet sich ein „Ohrwurm“ von einer bewussten Musikvorstellung?

Der „Ohrwurm“ zeichnet sich durch seine Unwillkürlichkeit und eine gewisse Eigendynamik aus, während eine bewusste Musikvorstellung kontrolliert und beabsichtigt generiert wird.

Welche Rolle spielt das Langzeitgedächtnis beim Ohrwurm?

Das Langzeitgedächtnis dient als Speicher für das „musikalische Lexikon“. Der Ohrwurm stellt einen Abruf phonemischer Informationen aus diesem Speicher in das Arbeitsgedächtnis dar.

Ist der Ohrwurm ein psychopathologisches Symptom?

Nein, die Autorin widerlegt die psychoanalytische Ansicht, der Ohrwurm sei ein pathologisches Symptom, und ordnet ihn als alltägliches, kognitives Phänomen ein.

Was ist die „Theory of Cognitive Itch“?

Es ist ein von James Kellaris formulierter Ansatz, der Ohrwürmer durch bestimmte musikalische Eigenschaften wie Wiederholungen und Einfachheit erklärt, ähnlich einem physischen Juckreiz, der durch Gegenmaßnahmen verstärkt werden kann.

Ende der Leseprobe aus 95 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Ohrwurm. Versuch einer kognitionspsychologischen Einordnung
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Fakultät 11, Department Allgemeine Psychologie 1)
Note
1,0
Autor
Laura Leuchs (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
95
Katalognummer
V275032
ISBN (eBook)
9783656672357
ISBN (Buch)
9783656672364
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ohrwurm Gedächtnis Musik Kognition
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Laura Leuchs (Autor:in), 2011, Der Ohrwurm. Versuch einer kognitionspsychologischen Einordnung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275032
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Leseprobe aus  95  Seiten
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